31.01.2009
Gruscheln, Chatten, Networking - Social Networks im Vergleich

  

Social Networks liegen im Trend und gehören zu den beliebtesten Web 2.0-Anwendungen. Mittlerweile gibt es allein in Deutschland mehr als 100 Social-Network-Plattformen. Zu den bekanntesten zählen StudiVZ oder Myspace, aber auch andere Communities wie Xing oder facebook erfreuen sich großer Popularität. Das Hauptaugenmerk dieser Plattformen liegt in erster Linie im Kommunizieren, da sie Freundes- und Bekanntenkreise verbinden und es uns ermöglichen mit anderen in Kontakt zu treten.
Doch wo viel Licht ist, da ist auch Schatten, denn auch wenn sie sich großer Beliebtheit erfreuen, sollte sich der Nutzer eine Sensibilität mit dem Umgang seiner Daten bewahren.
Der folgende Vergleich soll nun ein wenig Licht ins Dunkle bringen und nimmt die drei bekanntesten Social Networks hinsichtlich ihrer Funktionen und Mängel unter die Lupe.

StudiVZ- Beliebt, aber nicht nur bei Studenten

Die größte Community Deutschlands mit rund 5 Millionen Mitgliedern findet seit ihrer Gründung im Oktober 2005 rasanten Zulauf. Trotz oder gerade wegen der übersichtlichen Gestaltung und der wenigen Funktionen ist die für Studenten gedachte Plattform sehr beliebt, denn theoretisch kann sich dort jeder anmelden, ob nun Student oder Azubi. Überprüft wird die Zugehörigkeit zu einer Hochschule nicht.

Funktionen
Zwar hat die Community nicht unendlich viele Funktionen vorzuweisen, doch wie bei jedem anderen Netzwerk besteht auch hier die Möglichkeit, sich ein eigenes Profil anzulegen. Um dies zu tun muss man lediglich seinen Namen, den Studiengang und seine Hochschule angeben, sowie optional ein Foto hochladen. Wer möchte, kann zusätzlich auch noch persönliche Daten preisgeben, zum Bespiel den Beziehungsstatus, den Musik-oder Filmgeschmack sowie das Lieblingszitat. Diese Angaben sind völlig freiwillig und können bei Bedarf auch unausgefüllt bleiben und werden somit auf dem Profil nicht angezeigt.
Hat man nun die Hürde des „Immatrikulierens“ überwunden, kann es losgehen- das Leben in der virtuellen Community.
StudiVZ ist darauf ausgerichtet, mit alten Schulfreunden in Kontakt zu bleiben oder neue Studienkollegen kennenzulernen. Behilflich ist aber auch die Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen, die sich mit informativen Themen, wie der Studiengangwahl oder eher zur Unterhaltung beitragenden Gruppen: „Zukünftige Lehrer - nur wie überstehe ich das Studium? “ befassen . Die Gruppen dienen als großes Forum, in denen die Nutzer sich über Probleme ausgetauscht austauschen können) oder einfach das studentische Leben ein bisschen aufs Korn genommen wird.
Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der Freundesliste und der Kommunikation. Welche User man zu seinen „Freunden“ zählen möchte und welche nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Das verschicken von Nachrichten und das Verfassen von Pinnwandeinträgen, sowie das „Gruscheln“ (ein virtuelles Grüßen) dienen der Verständigung untereinander.

Sicherheit
In punkto Schutz der Privatsphäre leistet StudiVZ einen guten Job, denn jeder User kann unter der Einstellung „Privatsphäre“ selbst entscheiden, wie viel er von seinem Profil preis gibt, ob man auf Bildern verlinkt oder ob man mit Hilfe der Suchfunktion gefunden werden möchte. Ein Problem besteht jedoch mit Bildern, auf denen man ungewollter Weise zu sehen ist. Es gibt zwar die Funktion, das Foto zu melden, doch meist bleibt nur die Auseinandersetzung mit dem Fotoeigentümer.

MySpace- Die Community für Musiker

Die ursprünglich amerikanische Plattform zählt mit mehr als 200 Millionen Mitgliedern weltweit zu der den größten internationalen Social Communities. Seit März 2007 nun auch die deutsche Version verfügbar ist, haben sich schon 4,5 Millionen Mitglieder angemeldet. Eigentlich war das Netzwerk für Musiker gedacht, die auf einfache Weise ihre Alben promoten können oder neue Songs zum Probe hören ins Internet stellen können. Das Social Network wird auch immer noch von vielen Hobbymusikern, sowie auch bekannten Künstlern zu diesen Zwecken genutzt. Mittlerweile sind aber alle Altersklassen und Interessengruppen in der Community vertreten. Inzwischen steht nun nicht mehr die Musik allein im Vordergrund, denn das gemeinsame Interesse an einem bestimmten Thema oder Hobby ist ebenso von Belang.

Funktionen
MySpace bietet seinen Nutzern allerlei Funktionen, die leider dazu führen, dass es manchmal schwer fällt, den Überblick zu behalten. Die Tatsache, dass die User ihre Profilseite ganz individuell gestalten können, bietet da keine große Abhilfe. Des Weiteren hat man oftmals das Gefühl von auffälligen Werbebannern zusätzlich abgelenkt zu werden und auch die Größe der Community wirkt auf den ersten Blick abschreckend. Neben der individuellen Profilgestaltung und der Erstellung einer Kontaktliste, besteht die Option Bilder hochzuladen, aber auch Musik und Videos finden auf dem Profil ihren berechtigten Platz. Außerdem steht ein Kalender und ein Adressbuch zur Verfügung.

Sicherheit
Den Schutz der Privatsphäre kann der User gewährleisten, indem er das eigene Profil nur für User ab 18 Jahren zugänglich machen kann. Auf Grund der Größe der Community war MySpace schon oftmals das Ziel von Hackern und genießt daher eher einen zweifelhaften Ruf.

Xing- Das Portal für die Karriere

Ganz anders als StudiVZ oder MySpace präsentiert sich das Online-Netzwerk Xing. Mit fünf Millionen Mitgliedern gehört die 2003 gegründete Community zu den Spitzenreitern der deutschen Social Networks.
Im Gegensatz zu anderen Plattformen richtet sich Xing nicht an Jugendliche oder Studenten, sondern an Geschäftsleute. Die Wahl des Zielpublikums hat auch Auswirkungen auf das Durchschnittsalter und erklärt den altersbegrenzten Zugang ab 18 Jahren.

Funktionen
Das berufsorientierte Konzept wird schon bei der Anmeldung und der Erstellung des Profils sichtbar. Die Profilmaske verlangt Angaben über „Berufserfahrung“, „Ausbildung“, „Was suche ich?“ und „Was biete ich?“. Ebenso beschäftigen sich die Foren nicht mit persönlichen Problemen, sondern informieren über businessrelevante Themen wie Marketing, Wirtschaft, Praktika oder Ausbildung. Das Netzwerk bietet keine Möglichkeiten Fotoalben hochzuladen, was aufgrund der seriösen Ausrichtung auch nicht von Belang ist. Dafür stellt das Netzwerk weitere Funktionen bereit, die jedoch nur für Premium-User zugänglich sind. Um diese Features nutzen zu können, ist ein Beitrag von 6€ im Monat zu zahlen. Erst dann kann der User seine Mitgliederliste nach Firmen, Jobangeboten oder Interessen durchsuchen. Xing dient in erster Linie dazu, geschäftliche Kontakte zu knüpfen und die Karriere anzukurbeln, das Kommunizieren auf privater Ebene rückt in den Hintergrund.

Sicherheit
Xing-User haben eine relativ große Kontrolle über die Sichtbarkeit ihrer persönlichen Daten. So können die Mitglieder verhindern, dass nicht in ihrer Kontaktliste aufgeführte Personen ihr Profil einsehen oder ihnen Nachrichten schicken. Fraglich sind jedoch die Standardeinstellungen, die es ermöglichen, dass man in Suchmaschinen die Profilseite oder Forenbeiträge von Mitgliedern suchen kann und in wöchentlich erscheinenden Newslettern als potentieller Kontakt anderen Usern vorgestellt wird. Ist man damit nicht einverstanden, lassen sich diese Funktionen deaktivieren.

Das große Angebot an Social Communities ist ein Beweis dafür, dass „Networking“ momentan sehr beliebt ist und das virtuelle zur Schaustellen im Trend liegt. Letztendlich bleibt es natürlich jedem selbst überlassen, ob und wenn ja für welche Communitiy er sich entscheidet. An Auswahl dürfte es jedenfalls nicht mangeln!

 

 

Geschrieben von blogschokolade um 14:21 | in:
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