31.01.2009
Lichtgestalten

Mit Beginn der Winterzeit häufen sich wieder die trüben und tristen Tage, an denen man am liebsten im Bett bleiben möchte. Das kann sich jedoch der fleißige Arbeiter nicht erlauben. Er geht demnach tagtäglich mit Störungen des Biorhythmuses, einem geminderten Konzentrationsvermögen und einer aggressiven Grundeinstellung zur Arbeit- eine Folge des Aufstehens in der Finsternis und des Heimkehrens im Dunkeln.

Der gesteigerte Heißhunger wird da nur noch zur Nebensache und spiegelt sich auf der Waage wieder. Der schlechte Gemütszustand nimmt auch Einfluss auf das Privatleben. Während das Verlangen nach Sexualität sinkt, steigt die Bereitschaft sich mit dem Partner zu streiten.

 

Doch dass es sich dabei um eine ernst zu nehmende Krankheit handelt, wissen die wenigsten. Den Symptomen zufolge handelt es sich hierbei um die sogenannte Winterdepression, auch saisonal abhängige Depression (SAD) genannt.

Die Ursache für diese Antriebslosigkeit, ist der akute Lichtmangel in der Herbst- und Winterperiode. Dadurch wird der „Glücks“-Botenstoff Serotonin vermindert ausgeschüttet und es kommt zur allgemeinen Müdig- und Lustlosigkeit. Eine mögliche Heilungsmethode ist die Licht- oder Phototherapie, bei der der Patient sich morgens und abends von einer speziellen Vollspekrum-Lampe bestrahlen lässt. Hierbei reicht weder das künstliche Licht des Bürozimmers, noch ein Besuch in einem Bräunungsstudio  aus. Doch da sich viele Berufstätige die Therapiemethode zeitlich nicht leisten können, greift der beschäftigte Arbeiter oftmals zu Antidepressiva.

 

Um es erst gar nicht soweit kommen zu lassen, ist ein Urlaub mit Kind und Kegel im Süden empfehlenswert. Statistiken haben ergeben, dass die Anfälligkeit für Winterdepressionen pro nördlichen Breitengrad wächst.

Wer sich das nicht leisten kann, für den gibt es eine weniger teure, aber genauso wirkungsvolle vorbeugende Maßnahme der Winterdepression. Ausgedehnte Spaziergänge bei Tageslicht können ebenfalls helfen. Es ist dabei völlig egal, ob die Sonne scheint oder der Himmel bewölkt ist. Denn auch wenn es bedeckt ist, hat die Sonne eine 100x höhere Lichtintensität als beispielsweis eine Bürolampe. Dabei kann man u.a. mit der ganzen Familie picknicken und die Diskussionen der vergangenen Tage vergessen oder in Ruhe bei einer Tasse Kaffee auswerten. Das beliebte Heißgetränk kurbelt nebenbei auch noch die Serotoninproduktion an. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass in Finnland die meisten „Kaffeejunkies“ leben.

 

Nachdem nun der tüchtige Arbeiter von jeglichen Beschwerden  befreit wurde, kann er wieder voll ins Berufsleben eintreten und mit Lust statt Frust durchstarten.

 

Stefan Hanel

 

Geschrieben von blogschokolade um 11:32 | in:
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