| China2010 |
2010-06-19...von Kiffenden Mönchen und Anstrengenden Höhen.....Hallo Ihr, nach 8h Zugfahrt kamen wir etwas müde, aber nicht ganz so schlimm gerädert in Langhzou an. Die Betten des Zuges waren etwas besser gepolstert und so bekamen wir doch noch eine nette Mütze schlaf ab. Und ich lasse mir die Ohrstöpsel noch vergolden die ich dabei habe.... ohne die wäre es doch etwas hart geworden. Die Dinger sind echt ihr Geld wert. Hier ein paar Gedanken von Corinna zum Hardsleeper und Chinesichen Bahnhöfen: Hardsleeper und andere Kurositäten (von CN) Auf dieser Rundreise hatten wir zwei Zugfahrten bei Nacht die wir mittlerweile erfolgreich hinter uns gebracht haben. Die erste Tour im Nachtzug dem sog. Hardsleeper teilten wir uns unser „Abteil“ mit vier weiteren Chinesen. Das erste was uns auffiel war dass kein Abteil Türen hatte, d.h. man bekam auf seiner Liege alles mit was im Flur durchlief und gesprochen wurde. Von dem Duft der Nudelsuppe bis zur Zigarette. Um 22.00 Uhr lief der Schaffner durch und zog sämtliche Vorhänge zu. Gegen halb elf kam er noch einmal und machte eine für uns unverständliche Ansage, im nächsten Moment ging auch im gesamten Zug das Licht aus. Witzigerweise erstarben auch tatsächlich sämtliche Gespräche und die vorher eifrige Geschäftigkeit auf dem Flur hörte schlagartig auf. Die Liegen waren wie Betten bezogen aber extrem hart. An den Innenseiten der Abteile am Eingang waren kleine klappbare Metallplatten befestigt. Das waren die Treppen für die Leute die im 2. oder gar dritten Bett schliefen. Ich war froh das untere Bett zu haben. Jedes mal wenn ich auf die Toilette muss wie ein kleiner Affe zu klettern ist nicht so mein Ding. Die Toiletten sind übrigens wie fast überall Steh bzw. Hocketoiletten. Unpraktisch finde ich. Die Nacht in diesem Hardsleeper war eine Tortur, ich hab kaum ein Auge zugemacht. Witzigerweise fanden sogar die Chinesen die Liegen zu hart. Unsere zweite Tour im Hardsleeper war angenehmer. Vielleicht weil wir dieses mal wussten was auf uns zukam. Allerdings sind die Bahnhöfe in China auch anders als bei uns. In den Bahnhof selbst kommt man nur mit gültigem Ticket rein. Dies wird auch schärfstens kontrolliert. Es herrscht ein wahnsinniges Gedränge, Gerempel und Geschiebe. Von Anstellen und warten bis man an der Reihe ist hält hier keiner was. Es heisst also mitrempeln und Drängeln oder man wartet bis man schwarz wird. Das Gepäck wird wie beim Flughafen durchleuchtet und schliesslich hat man es geschafft und darf in seine Wartehalle gehen. Mit etwas Glück findet man sogar einen Sitzplatz. Wir hatten jedes Mal Glück. Stühle gab es reichlich. In Xian musste ich mal wieder auf die Toilette und diese war total abgefahren. Es war ein Riesenraum. Auf jeder Seite waren ca. 10 Toiletten, also Löcher im Boden. Zwischen jedem Loch war eine bauchhohe Mauer so dass man bei Eintritt sofort sehen konnte welches Loch besetzt war und welches nicht. Es gab sogar gleich am Anfang eine westl. Toilette, aber auf die wollte keiner. Super, da musste ich nicht anstehen. Durch die niedrige Mauer konnte man mit seinen Nachbarn und Gegenüber ein Schwätzchen halten und beim Verlassen wurde freundlich nach Rechts und Links gewunken. Die Liegen in diesem Zug waren dieses mal besser, nicht ganz so hart. Und für die Leute im 2. und 3. Bett gab es sogar außen an der nicht vorhandenen Tür eine kleine Leiter. Also viel komfortabler. Dieses mal habe ich wesentlich besser geschlafen. Das Abteil teilten wir uns mit zwei Frauen und dem kleinen Sohn der einen sowie einem weiteren Chinesen. Ansonsten herrschte das gleiche Prozedere, Licht aus und schlafen. Die Zeit ging relativ schnell rum und am nächsten morgen hatte ich dann noch eine Fotosession mit den beiden Chinesinnen und Kind. Erst wurde ich mit der einen fotografiert, dann mit der anderen. Dann wurde das Kind neben mich platziert, danach Mutter und Kind und am Schluss alle drei. Die Chinesen sind witzig und Hardsleeper ein Erlebnis das man auf jeden Fall mal gemacht haben sollte. Weiter mit unserer Reise....... Am Bahnhof angekommen wurden wir auch schon von unserem Fahrer erwartet und ab ging der wilde Ritt auf den Straßen Chinas Richtung Xiahe. Und das mit dem wilden Ritt kann man schon wörtlich nehmen. Die Straße sah zwar immer gut aus, hatte aber ganz fies versteckte Bodenwellen und Schlaglöcher so das es sehr holprige 6h Auto fahrt wurden. Entschädigt wurden wir von wunderschönen Ausblicken auf die Bergwelt und Panoramen die einfach Atemberaubend sind. Und das ist ja noch nicht mal das Himalaygebirge oder so. Wie grandios muss es erst da sein? Also der Entschluss steht schon mal, fest, da muss man auch mal hin. Angekommen in Xiahe, nach 6stunden fahrt und einer Abenteuerlichen Toilettenrast am Strassenrand, checkten wir ins Tibetan Overseas Hotel ein. Sehr nettes Hotel direkt an der „Grenze“ zum Mönchsbezirk. Die Zimmer sind klasse, es gibt Heisswasser morgens und abends von 07:00-09:00 und Strom haben wir auch. Herz was willst Du mehr....naja nen Internetzugang wäre nett gewesen aber mann kann nicht alles haben J Das einzige Anstrengende an der ganzen Sache war dann das wir im 3´tern Stock waren und wir die Höhe von 3000m doch schon merkten. Wir waren etwas kurzatmig als wir oben ankamen. Doch ich habe auch gleich das passende Mittel gegen Höhenkrankheit gesehen, wir jedoch hielten uns an die Devise: Viel Wasser trinken.... Wir wollten dann noch um 15:15uhr die zwei mal tägliche Klosterbesichtigung mitmachen (10:15 & 15:15) und gingen runter zur Lobby. Auf dem Weg dahin kam mir ein Kiffender Mönch entgegen. Selig und vergeistigt Lächelnd hielt er eine glimmende Tüte mit Gras in der Hand die ich so bisher seltenst gesehen habe. Halleluja der musste aber ne Erleuchtung haben mit so nem Joint. Und von Höhenkrankheit war bei dem auch nichts zu merken. Also merke: Je größer die Höhe, umso größer die Portion Gras zum Rauchen. Haben wir dann aber doch lieber nicht ausprobiert. Nach einem Fußmarsch von 15minuten (man erinnere sich an die Höhe) am Kloster angekommen, kauften wir noch schnell unsere Tickets für 40Yuan p.p. und es kam auch schon der Mönch, welcher uns als Führer zugeteilt war. Das Kloster wird im Moment von ca. 1500 Mönchen bewohnt, welche auch frei Ihren glauben ausüben können. Nur Bilder des Dalai Lama dürfen nicht aufgehängt werden. Das Kloster ist das größte nach den Klöstern in Lhasa in Tibet. Die Führung war ziemlich interessant und zum Schluss kamen wir noch in einen Raum der extrem nach Yakbutter roch, in dem waren Heiligenbilder aus Yakbutter geformt und angemalt, die eine bestimmte Zeit aufbewahrt werden und dann vor dem nächsten gr0ßen Fest zerstört werden. Sehr beeindruckend. Abends ging es noch ins Nomad Restaurant und ich trank meinen ersten Tee mit Yakbutter. Und ich muss sagen es war sehr lecker. Ein bisschen vom Geschmack zwischen Kuhmilch und Ziege. Aber eben nicht so streng wie Ziege. Wir sind dann anschliessend wie die Toten ins Bett gefallen und haben durchgeschlafen. Morgen geht es ins Ganjia Grassland (nein nichts zum rauchen) und ein wenig die Ödnis besichtigen. Sind schon sehr gespannt. Bilderlink (auch vom Hardsleeper): http://gallery.me.com/lbroemel/100420 Bis die Tage Lutz & Corinna P.s. noch mal, nicht das es untergeht...das Zimmer/Guesthouse ist wirklich klasse! Und das mit dem Heisswasser ist zwar so, aber man gewöhnt sich daran. Nicht das jemand meint es wäre ironisch gemeint gewesen.
14:56 - 22.06.2010 - Kommentieren
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