Tschüss!!!
Hey! Dies ist nun mein letzter Eintrag und ich muss sagen, dass mir das Schreiben hier immer Spaß gemacht hat. Hoffentlich hat es euch auch ein wenig gefallen. Ich muss zugeben, dass so ein Web-Blog seinen Nutzen als Tagebuch und öffentliche Seite sehr gut erfüllt hat. Heute Nacht bin ich endlich nach etwa 30 Stunden reisen angekommen. Der Flug war nicht besonders toll und ich bin auch ein bisschen sauer auf Iberia, die meine beiden Koffer verbummelt haben. Hoffentlich kommen die beiden so schnell wie möglich bei mir an. Christian, Natalia und Gabriel haben mich heute nacht vom Flughafen abgeholt und ich bin sehr froh darüber, weil ich sie sehr vermisst habe. Lustigerweise mussten wir erst einmal ein bisschen das Auto suchen, weil die Helden sich nicht gemerkt hatten, wo genau sie denn das Auto abgestellt hatten. Trotzdem wars echt nett von denen, dass sie mich holten. Ein Willkommensplakat hatten sie mir sogar gemacht. Nach einer Stunde Fahrt kam ich dann endlich hier in Speyer an und nach einem Jahr konnte ich endlich wieder meine Eltern sehen. Ich bin so froh meine Familie nach so langer Zeit wieder zu sehen. Auf der anderen Seite bin ich sehr traurig, dass ich Bolivien verlassen musste und vor allem bin ich sehr traurig, dass ich meine Freunde, mit denen ich zusammen gewohnt habe, jetzt nicht mehr jeden Tag sehen kann. Ich glaube besonders Jonathan werde ich vermissen, weil er mein Zimmernachbar war und weil er mein bester Freund dort war. Klar, natürlich sagt man, man hält Kontakt, aber es wird einfach nie wieder so wie in Bolivien sein. Ich bin darüber sehr traurig, aber man muss voraus schauen. Ich finde auch wieder neue beste Freunde bzw. die habe ich ja auch hier. Ich wünsche den neuen Volontären alles Gute für ihre Zeit dort und ich hoffe ihr habt ein bisschen was über meinen Blog lernen können. Hasta luego y que les vaya bien! Clemens
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Abschied
Hallo!
Hier geht’s jetzt aufs Ende zu und ich bin schon ein wenig aufgeregt. Momentan gibt es richtig viel zu erledigen. Nach einem Jahr sammelt sich schon eine Menge an Sachen an, die leider nicht alle mitgenommen werde können. Daher bin ich schwer am aussortieren. Aber nicht nur das Packen macht mir zu schaffen, sondern auch das Verabschieden von den Leuten, die mir in diesem Jahr etwas bedeutet haben und das sind Einige. In meinen beiden Projekten, in denen ich in dem Auslandsjahr gearbeitet habe haben wir schon letzte Woche Verabschiedung gefeiert.
Im Projekt Apoyo Familias hatten einige Familien für die Volontärin Anna, die Schwester Ferelda und mich ein großes Abschlussessen organisiert. Zu dem Essen hatte jeder, der kam, eine Kleinigkeit beigesteuert. Diese Art von gemeinsamen Essen nennt sich Apthapi und ist eine uralte Tradition der Inka. Hier sieht man mal wieder die Parallelen der Menschen weltweit, denn beim Apthapi geht es einfach hauptsächlich um das Teilen, das ja bei uns im christlichen Glauben auch ein Grundsatz ist. Jedenfalls waren einige Familien da, die sich von uns verabschiedet haben. Anna, meine Volontärskollegin in dem Projekt hatte sehr viel heulen müssen, was bei ihr aber auch verständlich ist, weil sie von uns dreien Freiwilligen das komplette Jahr im Projekt war, wobei die Schwester Ferelda und ich ja erst in den letzten Monaten in das Projekt gekommen sind. Ich bin echt froh, dass ich noch in dieses Projekt eintauchen konnte. Die Menschen haben wirklich nichts und trotzdem versuchen sie das Beste daraus zu machen. Die Herzlichkeit und Gutmütigkeit dieser armen Familien werde ich niemals vergessen. Ich stelle mir das schwer vor, wenn jemand arm ist und dann aber gleichzeitig von Volontären besucht wird, die für jeden bemerkbar Geld haben. Hier trifft in gewisser Weise extrem Reich auf extrem Arm und dazwischen einen Grad der Verständnis zu finden, ist nicht immer leicht. Daher bewundere ich auch diese armen Personen, wie sie trotz der Umständnisse ihre Menschlichkeit nicht vergessen oder verlieren.


Die andere Abschlussfeier meines ersten Projektes Ex-Beneficiarios war auch ein Apthapi. Leider waren nicht so viele Leute gekommen, um mich zu verabschieden. Trotzdem hatten ich und die Personen, die gekommen waren, viel Spaß und das gemeinsame Essen war auch richtig lecker.
Jetzt habe ich nur noch zwei große Essen vor mir. Allerdings sind das nur bei einem Essen meine Arbeitskollegen des einen Projektes und beim anderen Essen die Kollegen des anderen Projektes.
Ja, ansonsten gibt’s nicht so viel zu berichten. Ich werde wahrscheinlich nochmal kurz vorm Abflug schreiben und dann in Deutschland den letzten Eintrag meines Webblogs machen.
Gruß aus dem eiskalten La Paz!
Clemens
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Isla del Sol


Hallo Ihr!
Ich war die letzten beiden Tage auf der heiligen Isla del Sol (Sonneninsel), die im wunderschönen Titicacasee liegt. Die Insel ist bei den Inka sehr heilig gewesen, weil hier der sagenhafte Ursprung des Inkareiches liegt. Zusammen mit Jonathan habe ich diesen kleinen Ausflug gemacht und die Reise war wirklich toll. Gruß nach Hause!
Clemens


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Huayna Potosi
Hallo!
Ich habe gestern Nacht den Huayna Potosi bestiegen. Der Huayna Potosi ist ein 6088 Meter hoher Berg ganz in der Nähe der Stadt. Schon am Sonntag bin ich zusammen mit Jonathan, Jan, Marcia, David und Joni zum Berg gestartet. Wir hatte zusammen diese Tour in La Paz gebucht. Christian und sein Kumpel aus Deutschland, Sebastian hatten einen Tag mehr gebucht und schon am Samstag Eisklettern an einem der Gletscher des Berges gemacht. Wir anderen sind Sonntag um 9 Uhr morgens per Bus zum Grundtlager auf 4200 m gebracht worden. Nach einem kleinen Mittagessen stiegen wir beladen mit einen großen Trekkingrucksack auf zum Basislager auf 4600 m. Der Anstieg dorthin war schon ziemlich anstrengend zumal die Sonne brannte. Das Lager besteht aus einer Holzhütte direkt am Fuß eines Gletschers. Nach einem Abendessen so um 5 Uhr gingen wir auch schon schlafen, um dann um 1 Uhr nachts zum Aufstieg aufzubrechen. Kurz vor dem Aufstieg bekamen wir unsere ganze Montur: Eispikel, schwere Schuhe mit Eisenstollen dran, Spezialjacke und Spezialhose., Kopflampe. Den Aufstieg meisterten wir nicht alle in einer Gruppe, sonder immer ein Führer mit zwei Personen. Ich stieg zusammen mit Marcia auf. Wir drei waren mit Seilen aneinander gebunden. Der Anfang ging gleich mal über den Gletscher beim Lager. Die Spezialschuhe waren echt praktisch für so viel Eis und Schnee. Man hat dabei immer eine richtig guten Halt, nur das doofe ist, dass die Schuhe wirklich schwer sind und man kann auch nur ganz kleine Schritte machen. Ständig haben wir Pausen gemacht, aber das war auch nötig, denn desto höher wir kamen, desto anstrengender wurde es aufgrund der dünnen Luft. Der Aufstieg zog und zog sich und ich dachte manchmal, das ich das nie da hoch schaffen würde, aber irgendwie ging es dann doch immer weiter. Leider hatte ich zuvor überhaupt nicht schlafen können und daher hatte ich noch weniger Kräfte. Zudem hatte ich noch zwei Wasserflaschen in meinem kleinen Rucksack auf dem Rücken, die ich zusammen mit Marcia teilte. Immer wenn es richtig steil hinauf ging, musste man auf der Seite zum Berg den Pinkel als Stütze nutzen und mit der anderen Hand das Seil halten, falls einer von uns dreien abrutscht. Der Aufstieg zog und zog sich und nach 6 Stunden kamen wir endlich an den Fuß der Spitze. Eine halbe Stunde später standen wir auf dem Gipfel. Aber diese halbe Stunde werde ich nicht mehr vergessen. Dieser Teil war mit Abstand der härteste und auch gefährlichste Teil. Wir stiegen im Prinzip über den Kamm des Spitzenteils hinauf. Aber das war richtiges Klettern. Rechts und Links von uns ging es einfach nur steil bergab und ich muss sagen, ich hatte dort an dieser Stelle echt schiss. Ohne den Pickel hätte ich das nie geschafft. Mit dem Pickel konnte man sich in das Eis fest schlagen und so ein wenig Halt gewinnen. Endlich oben angekommen ging gerade die Sonne auf, was das Abenteuer noch schöner machte. Der Abstieg war auch noch einmal anstrengend, aber lange nicht so zäh wie der Aufstieg. Ich bin so stolz auf mich und auch auf die anderen, das wir das geschafft haben, denn viele andere hatten irgendwo zwischendrin umkehren müssen aufgrund der Höhe oder Sonstigem. Das alles hört sich vielleicht leicht an, aber es ist bestimmt eines der anstrengendsten Sachen, die ich je in meinem Leben gemacht habe. Grüße an alle!
Clemens




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Dschungel und Pampas
Hola! Was geht so bei euch??? Ich war letzte Woche im Dschungel und hab echt viel erlebt. So viel ist im Vorraus schon zu sagen: Es war traumhaft schön! Unsere Tour ging Dienstag morgens mit dem Propellerflieger aus El Alto los. Der Flieger ist wirklich winzig. Von außen denkt man, man würde mit einem Privatjet fliegen und Innen ist es einfach nur eng. Man muss sehr gebückt laufen und es gibt nur einen Sitz jeweils rechts und links (insgesamt 19 Sitze). Der Flug war wirklich beeindruckend, vor allem weil die Sonne gerade am aufgehen war. Und richtig beeindruckend war die weiße Spitze eines Berges, an dem wir in höchstens 200 m Abstand vorbeigeflogen sind. Nach einer halben Stunde gings auch schon wieder runter und wir landeten auf einer Graslandebahn. Um uns herum war nur Urwald. Eigentlich dachteten wir, hier steigen wir aus, aber der Flieger hielt nur kurz und brauste sofort wieder los. Bis jetzt hab ich noch nicht verstanden, warum wir irgendwo gelandet waren, aber egal. Das hat echt Spaß gemacht. Auf der Graspiste in Rurrenabaque endlich gelandet, fuhren wir im Bus in die Stadt zur Agentur, bei der wir eine Zweitagestour gebucht hatten.




Schon zwei Stunden später waren wir im zusammen mit einem Franzosen, einem Italiener und zwei Amerikanern in einem sehr niedrigen Boot auf dem Fluss Rio Beni. Ein Guide führte uns nach einer langen Fahrt über den Urwaldfluss, der locker so breit wie der Rhein ist, durch einen Teil des Parque Nacional Madidi. Damit wir hier im Dschungel vorwärts kamen hatte der Guide ein großes Buschmesser dabei mit dem er ständig den Weg frei schlug. Das war wirklich interessant, was ich alles über die Pflanzen und Tiere und so dort lernte. Wir aßen und schliefen übrigens in einer Ecolodge. Das sind ein paar Holzhäuser, die nur natürliche Baumaterialen haben dürfen. Wir durften dort auch beispielsweise keine Seife beutzen, sofern sie nicht umweltverträglich ist, aber an so etwas hatten wir natürlich nicht gedacht.
Mittwoch Abend waren wir wieder zurück in Rurrenabaque. Zusammen mit Jonathan und Joni hatte ich übrigens diese zwei Tage gemacht. Jetzt am Abend kamen noch Krisi, Marcia und ein Freund von Chris an. Zusammen übernachteten wir in einem Hotel. Vor dem Schlafen gehen haben wir noch gemeinsam Fisch gegessen und ein paar Cocktails in einer richtig coolen Dschungelbar getrunken.




Am nächsten Morgen gings weiter nach Santa Rosa und von dort weiter auf den Fluss Río Yacuma. Dieser Fluss ist nur etwa 5 bis 6 Meter breit. Dort an diesem Fluss ist keine so üppige Pflanzenwelt wie im Dschungel. Alles ist ein wenig trockener und daher müssen viele Tiere an diese Wasserquelle zum trinken. Aus diesem Grund gibt es dort viele Agenturen, die auf dem Fluss ein Tour anbieten. Wir hatten die Tour zusammen für drei Tage gebucht. Am Fluss oder auch im Fluss haben wir Fische, Frösche, viele tausend verschiedene Vögel wie Papageien oder Tucane oder Enten, Kaimane, Wasserschweine, Affenarten und noch viele andere Tiere gesehen. Das Beeindruckendste waren die Flussdelfine, die immer wieder mal auftauchten und mit denen wir auch baden waren. Aber auch die Suche nach einer Anakonda war klasse. Wir in unserer Gruppe fanden keine, aber eine andere geführte Gruppe hatte eine gefunden und ich durfte sie auch mal halten. Die Anakonda hatte etwa die Länge von mir, ist aber nicht sonderlich gefährlich, solange man sie sich nicht um den Hals legt. Zurück von der Tour flogen wir auch schon wieder zurück.
Viele liebe Grüße an alle!
Clemens







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