Huayna Potosi

20:18, 15.06.2010 [0 Kommentare] [Link]

Hallo!

Ich habe gestern Nacht den Huayna Potosi bestiegen. Der Huayna Potosi ist ein 6088 Meter hoher Berg ganz in der Nähe der Stadt. Schon am Sonntag bin ich zusammen mit Jonathan, Jan, Marcia, David und Joni zum Berg gestartet. Wir hatte zusammen diese Tour in La Paz gebucht. Christian und sein Kumpel aus Deutschland, Sebastian hatten einen Tag mehr gebucht und schon am Samstag Eisklettern an einem der Gletscher des Berges gemacht. Wir anderen sind Sonntag um 9 Uhr morgens per Bus zum Grundtlager auf 4200 m gebracht worden. Nach einem kleinen Mittagessen stiegen wir beladen mit einen großen Trekkingrucksack auf zum Basislager auf 4600 m. Der Anstieg dorthin war schon ziemlich anstrengend zumal die Sonne brannte. Das Lager besteht aus einer Holzhütte direkt am Fuß eines Gletschers. Nach einem Abendessen so um 5 Uhr gingen wir auch schon schlafen, um dann um 1 Uhr nachts zum Aufstieg aufzubrechen. Kurz vor dem Aufstieg bekamen wir unsere ganze Montur: Eispikel, schwere Schuhe mit Eisenstollen dran, Spezialjacke und Spezialhose., Kopflampe. Den Aufstieg meisterten wir nicht alle in einer Gruppe, sonder immer ein Führer mit zwei Personen. Ich stieg zusammen mit Marcia auf. Wir drei waren mit Seilen aneinander gebunden. Der Anfang ging gleich mal über den Gletscher beim Lager. Die Spezialschuhe waren echt praktisch für so viel Eis und Schnee. Man hat dabei immer eine richtig guten Halt, nur das doofe ist, dass die Schuhe wirklich schwer sind und man kann auch nur ganz kleine Schritte machen. Ständig haben wir Pausen gemacht, aber das war auch nötig, denn desto höher wir kamen, desto anstrengender wurde es aufgrund der dünnen Luft. Der Aufstieg zog und zog sich und ich dachte manchmal, das ich das nie da hoch schaffen würde, aber irgendwie ging es dann doch immer weiter. Leider hatte ich zuvor überhaupt nicht schlafen können und daher hatte ich noch weniger Kräfte. Zudem hatte ich noch zwei Wasserflaschen in meinem kleinen Rucksack auf dem Rücken, die ich zusammen mit Marcia teilte. Immer wenn es richtig steil hinauf ging, musste man auf der Seite zum Berg den Pinkel als Stütze nutzen und mit der anderen Hand das Seil halten, falls einer von uns dreien abrutscht. Der Aufstieg zog und zog sich und nach 6 Stunden kamen wir endlich an den Fuß der Spitze. Eine halbe Stunde später standen wir auf dem Gipfel. Aber diese halbe Stunde werde ich nicht mehr vergessen. Dieser Teil war mit Abstand der härteste und auch gefährlichste Teil. Wir stiegen im Prinzip über den Kamm des Spitzenteils hinauf. Aber das war richtiges Klettern. Rechts und Links von uns ging es einfach nur steil bergab und ich muss sagen, ich hatte dort an dieser Stelle echt schiss. Ohne den Pickel hätte ich das nie geschafft. Mit dem Pickel konnte man sich in das Eis fest schlagen und so ein wenig Halt gewinnen. Endlich oben angekommen ging gerade die Sonne auf, was das Abenteuer noch schöner machte. Der Abstieg war auch noch einmal anstrengend, aber lange nicht so zäh wie der Aufstieg. Ich bin so stolz auf mich und auch auf die anderen, das wir das geschafft haben, denn viele andere hatten irgendwo zwischendrin umkehren müssen aufgrund der Höhe oder Sonstigem. Das alles hört sich vielleicht leicht an, aber es ist bestimmt eines der anstrengendsten Sachen, die ich je in meinem Leben gemacht habe. Grüße an alle!

Clemens

 


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