Abschied

14:05, 18.07.2010 [0 Kommentare] [Link]

Hallo!

Hier geht’s jetzt aufs Ende zu und ich bin schon ein wenig aufgeregt. Momentan gibt es richtig viel zu erledigen. Nach einem Jahr sammelt sich schon eine Menge an Sachen an, die leider nicht alle mitgenommen werde können. Daher bin ich schwer am aussortieren. Aber nicht nur das Packen macht mir zu schaffen, sondern auch das Verabschieden von den Leuten, die mir in diesem Jahr etwas bedeutet haben und das sind Einige. In meinen beiden Projekten, in denen ich in dem Auslandsjahr gearbeitet habe haben wir schon letzte Woche Verabschiedung gefeiert.

Im Projekt Apoyo Familias hatten einige Familien für die Volontärin Anna, die Schwester Ferelda und mich ein großes Abschlussessen organisiert. Zu dem Essen hatte jeder, der kam, eine Kleinigkeit beigesteuert. Diese Art von gemeinsamen Essen nennt sich Apthapi und ist eine uralte Tradition der Inka. Hier sieht man mal wieder die Parallelen der Menschen weltweit, denn beim Apthapi geht es einfach hauptsächlich um das Teilen, das ja bei uns im christlichen Glauben auch ein Grundsatz ist. Jedenfalls waren einige Familien da, die sich von uns verabschiedet haben. Anna, meine Volontärskollegin in dem Projekt hatte sehr viel heulen müssen, was bei ihr aber auch verständlich ist, weil sie von uns dreien Freiwilligen das komplette Jahr im Projekt war, wobei die Schwester Ferelda und ich ja erst in den letzten Monaten in das Projekt gekommen sind. Ich bin echt froh, dass ich noch in dieses Projekt eintauchen konnte. Die Menschen haben wirklich nichts und trotzdem versuchen sie das Beste daraus zu machen. Die Herzlichkeit und Gutmütigkeit dieser armen Familien werde ich niemals vergessen. Ich stelle mir das schwer vor, wenn jemand arm ist und dann aber gleichzeitig von Volontären besucht wird, die für jeden bemerkbar Geld haben. Hier trifft in gewisser Weise extrem Reich auf extrem Arm und dazwischen einen Grad der Verständnis zu finden, ist nicht immer leicht. Daher bewundere ich auch diese armen Personen, wie sie trotz der Umständnisse ihre Menschlichkeit nicht vergessen oder verlieren.

 

Die andere Abschlussfeier meines ersten Projektes Ex-Beneficiarios war auch ein Apthapi. Leider waren nicht so viele Leute gekommen, um mich zu verabschieden. Trotzdem hatten ich und die Personen, die gekommen waren, viel Spaß und das gemeinsame Essen war auch richtig lecker.

Jetzt habe ich nur noch zwei große Essen vor mir. Allerdings sind das nur bei einem Essen meine Arbeitskollegen des einen Projektes und beim anderen Essen die Kollegen des anderen Projektes.

Ja, ansonsten gibt’s nicht so viel zu berichten. Ich werde wahrscheinlich nochmal kurz vorm Abflug schreiben und dann in Deutschland den letzten Eintrag meines Webblogs machen.

Gruß aus dem eiskalten La Paz!

Clemens

 


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