Auf Wiedersehen...

Geschrieben von Nosferatu am 22.02.2009 um 14:22 . 0 Kommentare. Link.
...im neuen Blog!
Auch Ich hab 'ne Meinung ist jetzt umgezogen, sodass an dieser Stelle in Zukunft nichts Neues mehr zu finden sein wird.

ichhabnemeinung.wordpress.com heißt die neue Adresse meines kleinen Blogs, falls es denn jemanden interessiert. Ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere mal vorbeischaut!

See you!

Coraline

Geschrieben von Nosferatu am 26.01.2009 um 15:35 in Bücher. 1 Kommentare. Link.
As every single language has its own characteristics it's mostly quite difficult to translate foreign books without any cuts or modifications. Being aware of that aspect more and more people tend to read novels in their original language, which shouldn't be an obstacle in times of the Internet and globally delivering shops...
But anyway: Why am I starting that review not in German as I usually do? Very easy, because I thought an English introduction would fit quite well to an English book. That's a brilliant idea, isn't it...?
The novel's titel is Coraline and as my mother tongue is still German it would be much better to continue in the same language, both for me and for the honoured reader...


Zur Handlung
Coraline Jones ist ein aufgewecktes, intelligentes Mädchen, das mit seinen Eltern in ein neues Haus gezogen ist. Doch anstatt sich mit ihr zu beschäftigen oder mit ihr zu spielen, denken die Eltern nur an ihre Arbeit und so bleibt Coraline nichts anderes übrig, als das neue Haus mit seinen wunderlichen Bewohnern und dem verwilderten Garten zu erkunden. Als es schließlich an einem Tag in Strömen regnet und sie nicht nach draußen darf, entdeckt sie im Haus eine Tür, die sie in eine exakte Kopie ihrer eigenen Wohnung führt. Alles ist gleich und was nicht gleich ist, ist besser: Dort gibt es eine other mother und einen other father, die zwar Knöpfe anstelle von Augen haben, sich aber rührend um sie kümmern - ganz genau so, wie es ihre richtigen Eltern nicht tun. Doch Coraline traut dem Frieden nicht und spätestens als ihre other mother darauf besteht, sie bei sich zu behalten und ihre Augen auch durch Knöpfe zu ersetzen, setzt die Kleine alles daran, wieder in ihre eigene Welt zurückzukehren. Das einzige Problem: Die other mother hat ihre richtigen Eltern entführt und sieht Coraline bereits als ihre eigene Tochter an...

Kingerechte Unterhaltung...?
Coraline ist ein Kinderbuch, rein formal zumindest. Am besten ist das wohl an dem einfachen Schreibstil zu erkennen, der sich durch Wiederholungen und die häufige Verwendung von Parataxen auszeichnet. Und auch Coraline selbst entspricht wohl dem Typus einer aufgeweckten Kinderbuch-Heldin: Jedes Kind möchte so mutig, furchtlos und clever wie sie sein. Dann der Plot: Simpel und scheinbar arg vorhersehbar. Doch jetzt - wie sollte es anders sein - kommt ein dickes aber:
Coraline ist definitiv kein Kinderbuch! Immerhin wird die Protagonistin mit Dingen konfrontiert, die einem jeden anderen Kind eine Heidenangst bescheren würden. Zwielichtige Ratten, Geister, Monster in stinkigen Kellern, ein erbarmungsloser Dämon und zuletzt natürlich der Verlust der Eltern. Ich für meinen Teil hätte mich als Kind davor gefürchtet und selbst jetzt lief es mir bei der Lektüre einige Male eiskalt den Rücken herunter. Der Autor Neil Gaiman versteht es wirklich großartig, mittels einfachster Sprache eine gigantische Wirkung zu erzielen. Besonders in einem Traum gegen Ende des Buches, der als eine Art Zwischenspiel angesehen werden könnte, wird dies noch einmal deutlich, in Form der fast poetischen Naturschilderungen. Ein weiteres Indiz dafür, dass Coraline kein Kinderbuch ist. Warum es dennoch als eines beworben und verkauft wird, ist mir ein Rätsel.

Die Figuren
Wie bereits erwähnt, wird Coraline als ein lebendiges, neugieriges und selbstsicheres Mädchen beschreiben. Dies geschieht vornehmlich durch indirekte Charakterisation: Das Mädchen kann einfach nicht still sitzen und muss ständig irgendwas erkunden (to explore). Außerdem behält sie selbst in den haarsträubendsten Situationen die Ruhe und scheint sich von nichts wirklich überraschen zu lassen. Auf den Punkt gebracht: Sie ist einfach extrem sympathisch und wächst dem Leser ungemein ans Herz.
Das passende Gegenstück wäre dann ihre other mother, die wunderbar zwielichtig, verschlagen und - ganz einfach ausgedrückt - böse daherkommt. Unter Umständen wäre ein tieferer Einblick in ihre Vergangenheit und ihre Beweggründe nicht verkehrt gewesen, aber womöglich hätte das dem Mysterium, das sie umgibt, eher geschadet.
Die restlichen Figuren sind größtenteils mehr oder weniger zurückgestellt, alle haben sie jedoch einen markanten Wiedererkennungswert - seien es nun die weise agierende Katze, der schrullige crazy old man upstairs mit seinem Mäuseorchester oder Miss Forcible und Miss Spink, die ihre besten Zeiten als Theaterschauspielerinnen bereits hinter sich haben. Gaiman legt großen Wert auf seine Charaktere und das kommt dem Leseerlebnis ohne Zweifel zu gute.

Englisch = besser?

Leider habe ich keinen Vergleich zur deutschen Übersetzung des Buches. Möglicherweise ist die ja kindgerechter geschrieben (wobei das wiederum das Original verfälschen würde...). Wie auch immer, ich würde die englische Originalfassung empfehlen, auch jenen, die die Sprache nicht perfekt verstehen, so wie ich zum Beispiel. Viele Wendungen bleiben unklar oder müssen wahlweise nachgeschlagen werden, insgesamt kann man der Handlung aber fast immer ohne Probleme folgen.

Ein Buch, ein Film, ein Videospiel!

Wie es der Zufall will, steht bereits die passende Verfilmung des Stoffes in den Startlöchern (so ein Zufall ist das vielleicht gar nicht, denn erst durch den Trailer wurde ich auf das Buch aufmerksam...). Und die könnte zumindest von meinem persönlichen Standpunkt gesehen richtig gut werden, immerhin übernimmt Henry Selick die Regie und immerhin hat er mit The Nightmare before Christmas bereits sein Talent fürs Inszenieren skurriler Stoffe in Kombination mit Stop Motion-Technik gezeigt. Und Stop Motion wird auch beim Coraline-Film eingesetzt, was doch recht gut passt.
Bereits angekündigt ist übrigens auch das passende Videospiel zum Film zum Buch. Das riecht ja schon mal sehr nach Ausschlachte und Geldgier, aber vielleicht wird das ja auch was...

Fazit
Coraline ist ein fesselndes, spannendes und nicht zuletzt schauriges Buch, ein wenig wie ein modernes Märchen. Für kleinere Kinder ist es aber nur bedingt geeignet; Jugendliche und Erwachsene, die an gruseligen Geschichten mit liebenswerten Helden Gefallen finden, dürfen hingegen bedenkenlos zugreifen.


Der Rezension lag die englischsprachige Originalausgabe des Buches von Harper Trophy zugrunde.

Speed Racer

Geschrieben von Nosferatu am 18.01.2009 um 01:21 in Filme. 0 Kommentare. Link.
Ein Film, der gnadenlos gefloppt ist, der nahezu durchweg schlechte Kritiken erhalten hat und der durchaus in der Lage ist, epileptische Anfälle auszulösen. Und ich hab ihn mir freiwillig angesehen, mehr noch - ich habe mich auf die DVD-Veröffentlichung gefreut! Wieso, weshalb, warum - mehr dazu in meiner kleinen Rezension zu Speed Racer!


Der Junge namens Speed
Speed Racer spielt in einer fiktiven Welt der Zukunft, in der spektakuläre High-Tech-Autorennen an der Tagesordnung stehen. Doch die heile Welt der mutigen Rennfahrer und knappen Siege scheint nur Schein zu sein, so zumindest versucht es der machtgierige Boss eines riesigen Rennstalls und Sponsors dem aufstrebenden Fahrer Speed Racer weiszumachen. Speed wollte sein Leben lang nichts anderes als in die Fußstapfen seines verstorbenen Bruders, der selbst Rennen fuhr, zu treten und ist drauf und dran mit Hilfe seiner Familie alle Rennrekorde zu brechen. Doch als er das Angebot ebenjenes Firmenkopfes ablehnt, für seinen Konzern zu fahren, muss er sich plötzlich sowohl um sich selbst und seine Familie als auch um die kleine unabhängige Autoschmiede seines Vaters sorgen. Der einzige Ausweg: Ein Bündnis mit anderen Gerechtigkeit suchenden Fahrern und die Teilnahme an einer riskanten Rallye...

Komm, wir verfilmen einen Anime aus den Sechzigern...
Speed Racer ist die Realverfilmung des gleichnamigen Animes (im Original Mach Go Go Go) aus den sechziger Jahren. Ich muss gestehen, ich habe nie auch nur eine Folge der Serie gesehen. Dass der Film seinen Ursprung in einem Comic hat, ist dennoch kaum zu übersehen: Alles, wirklich alles, im Film ist bunt. Ob das die futuristischen Autos sind, der unnatürlich blaue Himmel oder die Kleider der Figuren - alles ist in grellen Farben gehalten. Dazu kommen noch die überzeichneten, größtenteils ziemlich eindimensionalen Charaktere und perfekt ist das wohl trashigste Gesamtbild, das ich selbst jemals in einem Film erleben durfte. Etwa 130 Minuten lang erlebt man ein actionreiches Rennen nach dem nächsten, Storywendungen, die vorhersehbarer kaum sein könnten und kitschige Dekors, die mit der Vorlage aus den Sechzigern gekommen zu sein scheinen. Und das ist alles überhaupt nicht schlimm, wenn man mit den richtigen Erwartungen an den Film geht.

Aber das ist gar nicht mal so einfach, immerhin saßen auf den Regiestühlen zwei bekannte Gesellen: Larry und Andy Wachowski, verantwortlich unter anderem für die Matrix-Trilogie. Und wer die gesehen hat, der weiß, dass die beiden für komplexen und tiefgründigen Stoff stehen. Nun, Speed Racer stellt da wohl die Ausnahme dar. Die Story versucht zwar komplex zu sein, geht aber nicht über ein klischeehaftes Gut-Böse-Schema hinaus. Und das Schlimmste: Der Film nimmt sich einfach zu ernst. Im ersten Moment scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein, wenn man sieht, wie in den Rennen die Gesetze der Physik außer Kraft gesetzt werden oder der jüngste Spross der Familie Racer zusammen mit seinem Schimpansen Unfug anstellt. Doch dann gibt es da ja noch das vor Pathos triefende Gequassel, das inmitten der knalligen Szenerie mehr als fehlplatziert wirkt. Hier hätte man eindeutig weniger dick auftragen sollen.

CGI FTW!
Aber den größten Wert legt der Film eh nicht auf gewitztes Story telling, sondern auf seine einzigartige Visualität. Alles scheint wie aus einem bunten Guss. Und die Rennen sind wirklich unglaublich rasant inszeniert und wirken in ihrer Ästhetik beinahe wie ein Videospiel. Keine Frage, die Arbeit der Effektemacher ist grundsolide, ebenso die Kreativität der Designer, was Form und Aussehen der Autos und Strecken angeht. Allerdings wären wir da bei einem weiteren Problem: Speed Racer ist seelenlos. Das klingt jetzt ganz schön hochtrabend, ist aber so. Dadurch, dass man sich mit den Charakteren in keiner Weise identifizieren kann und dass die Fremdheit der ganzen grellen Welt einen geradezu überrennt, entsteht zwischen Film und Zuschauer eine Art Distanz. Die Folge: Der Streifen wirkt kühl, unpersönlich und eben seelenlos.

Mensch gegen Maschine...
...könnte man die Problematik betiteln, ob denn nun die Schauspieler oder doch die computergenerierten Effekt-Orgien im Mittelpunkt des Filmes stehen. Das ist leicht beantwortet - eindeutig letzteres - aber wenigstens sind überhaupt Schauspieler dabei...
Der durchaus prominente Cast (u.a. John Goodman, Susan Sarandon, Christina Ricci) bleibt leider eher unauffällig, dafür macht Emile Hirsch als Speed nichts groß falsch. Insgesamt merkt man den Akteuren aber an, dass das merkwürdige Spektakel sie leicht verunsichert.

Ein Rechtfertigungsversuch
Warum habe ich mich nun - wie eingangs erwähnt - auf die Veröffentlichung des Filmes gefreut? Um ehrlich zu sein, da bin ich mir selbst nicht so sicher. Mag es mein Faible für trashige Filme sein oder dass mit Matthew Fox einer meiner Lieblingsschauspieler in einer Nebenrolle zu sehen ist - die Vorabberichte haben Speed Racer für mich schmackhaft gemacht, trotz eher mäßiger Kritiken. Und ich muss auch sagen, dass mir der Film Spaß gemacht hat - ganz einfach weil ich wusste, was da für ein "Highlight" auf mich zukommen würde.
Letztlich muss man dem Film nämlich eines lassen, er unterhält den Zuschauer ohne dass er großartig seinen Denkapparat nutzen muss. Also ein bisschen so wie Dschungel-Camp gucken oder Bild-Zeitung lesen...

Fazit
Speed Racer ist spaßig-kurzweilige Unterhaltung der untersten Schublade - wer sich dessen bewusst ist, wird seine Freude an diesem Machwerk haben!


Der Rezension lag die Verleih-Fassung des Filmes zugrunde.


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