Speed Racer
Ein Film, der gnadenlos gefloppt ist, der nahezu durchweg schlechte Kritiken erhalten hat und der durchaus in der Lage ist, epileptische Anfälle auszulösen. Und ich hab ihn mir freiwillig angesehen, mehr noch - ich habe mich auf die DVD-Veröffentlichung gefreut! Wieso, weshalb, warum - mehr dazu in meiner kleinen Rezension zu Speed Racer!


Der Junge namens Speed
Speed Racer spielt in einer fiktiven Welt der Zukunft, in der spektakuläre High-Tech-Autorennen an der Tagesordnung stehen. Doch die heile Welt der mutigen Rennfahrer und knappen Siege scheint nur Schein zu sein, so zumindest versucht es der machtgierige Boss eines riesigen Rennstalls und Sponsors dem aufstrebenden Fahrer Speed Racer weiszumachen. Speed wollte sein Leben lang nichts anderes als in die Fußstapfen seines verstorbenen Bruders, der selbst Rennen fuhr, zu treten und ist drauf und dran mit Hilfe seiner Familie alle Rennrekorde zu brechen. Doch als er das Angebot ebenjenes Firmenkopfes ablehnt, für seinen Konzern zu fahren, muss er sich plötzlich sowohl um sich selbst und seine Familie als auch um die kleine unabhängige Autoschmiede seines Vaters sorgen. Der einzige Ausweg: Ein Bündnis mit anderen Gerechtigkeit suchenden Fahrern und die Teilnahme an einer riskanten Rallye...
Komm, wir verfilmen einen Anime aus den Sechzigern...
Speed Racer ist die Realverfilmung des gleichnamigen Animes (im Original Mach Go Go Go) aus den sechziger Jahren. Ich muss gestehen, ich habe nie auch nur eine Folge der Serie gesehen. Dass der Film seinen Ursprung in einem Comic hat, ist dennoch kaum zu übersehen: Alles, wirklich alles, im Film ist bunt. Ob das die futuristischen Autos sind, der unnatürlich blaue Himmel oder die Kleider der Figuren - alles ist in grellen Farben gehalten. Dazu kommen noch die überzeichneten, größtenteils ziemlich eindimensionalen Charaktere und perfekt ist das wohl trashigste Gesamtbild, das ich selbst jemals in einem Film erleben durfte. Etwa 130 Minuten lang erlebt man ein actionreiches Rennen nach dem nächsten, Storywendungen, die vorhersehbarer kaum sein könnten und kitschige Dekors, die mit der Vorlage aus den Sechzigern gekommen zu sein scheinen. Und das ist alles überhaupt nicht schlimm, wenn man mit den richtigen Erwartungen an den Film geht.
Aber das ist gar nicht mal so einfach, immerhin saßen auf den Regiestühlen zwei bekannte Gesellen: Larry und Andy Wachowski, verantwortlich unter anderem für die Matrix-Trilogie. Und wer die gesehen hat, der weiß, dass die beiden für komplexen und tiefgründigen Stoff stehen. Nun, Speed Racer stellt da wohl die Ausnahme dar. Die Story versucht zwar komplex zu sein, geht aber nicht über ein klischeehaftes Gut-Böse-Schema hinaus. Und das Schlimmste: Der Film nimmt sich einfach zu ernst. Im ersten Moment scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein, wenn man sieht, wie in den Rennen die Gesetze der Physik außer Kraft gesetzt werden oder der jüngste Spross der Familie Racer zusammen mit seinem Schimpansen Unfug anstellt. Doch dann gibt es da ja noch das vor Pathos triefende Gequassel, das inmitten der knalligen Szenerie mehr als fehlplatziert wirkt. Hier hätte man eindeutig weniger dick auftragen sollen.
CGI FTW!
Aber den größten Wert legt der Film eh nicht auf gewitztes Story telling, sondern auf seine einzigartige Visualität. Alles scheint wie aus einem bunten Guss. Und die Rennen sind wirklich unglaublich rasant inszeniert und wirken in ihrer Ästhetik beinahe wie ein Videospiel. Keine Frage, die Arbeit der Effektemacher ist grundsolide, ebenso die Kreativität der Designer, was Form und Aussehen der Autos und Strecken angeht. Allerdings wären wir da bei einem weiteren Problem: Speed Racer ist seelenlos. Das klingt jetzt ganz schön hochtrabend, ist aber so. Dadurch, dass man sich mit den Charakteren in keiner Weise identifizieren kann und dass die Fremdheit der ganzen grellen Welt einen geradezu überrennt, entsteht zwischen Film und Zuschauer eine Art Distanz. Die Folge: Der Streifen wirkt kühl, unpersönlich und eben seelenlos.
Mensch gegen Maschine...
...könnte man die Problematik betiteln, ob denn nun die Schauspieler oder doch die computergenerierten Effekt-Orgien im Mittelpunkt des Filmes stehen. Das ist leicht beantwortet - eindeutig letzteres - aber wenigstens sind überhaupt Schauspieler dabei...
Der durchaus prominente Cast (u.a. John Goodman, Susan Sarandon, Christina Ricci) bleibt leider eher unauffällig, dafür macht Emile Hirsch als Speed nichts groß falsch. Insgesamt merkt man den Akteuren aber an, dass das merkwürdige Spektakel sie leicht verunsichert.
Ein Rechtfertigungsversuch
Warum habe ich mich nun - wie eingangs erwähnt - auf die Veröffentlichung des Filmes gefreut? Um ehrlich zu sein, da bin ich mir selbst nicht so sicher. Mag es mein Faible für trashige Filme sein oder dass mit Matthew Fox einer meiner Lieblingsschauspieler in einer Nebenrolle zu sehen ist - die Vorabberichte haben Speed Racer für mich schmackhaft gemacht, trotz eher mäßiger Kritiken. Und ich muss auch sagen, dass mir der Film Spaß gemacht hat - ganz einfach weil ich wusste, was da für ein "Highlight" auf mich zukommen würde.
Letztlich muss man dem Film nämlich eines lassen, er unterhält den Zuschauer ohne dass er großartig seinen Denkapparat nutzen muss. Also ein bisschen so wie Dschungel-Camp gucken oder Bild-Zeitung lesen...
Fazit
Speed Racer ist spaßig-kurzweilige Unterhaltung der untersten Schublade - wer sich dessen bewusst ist, wird seine Freude an diesem Machwerk haben!
Der Rezension lag die Verleih-Fassung des Filmes zugrunde.
Speed Racer spielt in einer fiktiven Welt der Zukunft, in der spektakuläre High-Tech-Autorennen an der Tagesordnung stehen. Doch die heile Welt der mutigen Rennfahrer und knappen Siege scheint nur Schein zu sein, so zumindest versucht es der machtgierige Boss eines riesigen Rennstalls und Sponsors dem aufstrebenden Fahrer Speed Racer weiszumachen. Speed wollte sein Leben lang nichts anderes als in die Fußstapfen seines verstorbenen Bruders, der selbst Rennen fuhr, zu treten und ist drauf und dran mit Hilfe seiner Familie alle Rennrekorde zu brechen. Doch als er das Angebot ebenjenes Firmenkopfes ablehnt, für seinen Konzern zu fahren, muss er sich plötzlich sowohl um sich selbst und seine Familie als auch um die kleine unabhängige Autoschmiede seines Vaters sorgen. Der einzige Ausweg: Ein Bündnis mit anderen Gerechtigkeit suchenden Fahrern und die Teilnahme an einer riskanten Rallye...
Komm, wir verfilmen einen Anime aus den Sechzigern...
Speed Racer ist die Realverfilmung des gleichnamigen Animes (im Original Mach Go Go Go) aus den sechziger Jahren. Ich muss gestehen, ich habe nie auch nur eine Folge der Serie gesehen. Dass der Film seinen Ursprung in einem Comic hat, ist dennoch kaum zu übersehen: Alles, wirklich alles, im Film ist bunt. Ob das die futuristischen Autos sind, der unnatürlich blaue Himmel oder die Kleider der Figuren - alles ist in grellen Farben gehalten. Dazu kommen noch die überzeichneten, größtenteils ziemlich eindimensionalen Charaktere und perfekt ist das wohl trashigste Gesamtbild, das ich selbst jemals in einem Film erleben durfte. Etwa 130 Minuten lang erlebt man ein actionreiches Rennen nach dem nächsten, Storywendungen, die vorhersehbarer kaum sein könnten und kitschige Dekors, die mit der Vorlage aus den Sechzigern gekommen zu sein scheinen. Und das ist alles überhaupt nicht schlimm, wenn man mit den richtigen Erwartungen an den Film geht.
Aber das ist gar nicht mal so einfach, immerhin saßen auf den Regiestühlen zwei bekannte Gesellen: Larry und Andy Wachowski, verantwortlich unter anderem für die Matrix-Trilogie. Und wer die gesehen hat, der weiß, dass die beiden für komplexen und tiefgründigen Stoff stehen. Nun, Speed Racer stellt da wohl die Ausnahme dar. Die Story versucht zwar komplex zu sein, geht aber nicht über ein klischeehaftes Gut-Böse-Schema hinaus. Und das Schlimmste: Der Film nimmt sich einfach zu ernst. Im ersten Moment scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein, wenn man sieht, wie in den Rennen die Gesetze der Physik außer Kraft gesetzt werden oder der jüngste Spross der Familie Racer zusammen mit seinem Schimpansen Unfug anstellt. Doch dann gibt es da ja noch das vor Pathos triefende Gequassel, das inmitten der knalligen Szenerie mehr als fehlplatziert wirkt. Hier hätte man eindeutig weniger dick auftragen sollen.
CGI FTW!
Aber den größten Wert legt der Film eh nicht auf gewitztes Story telling, sondern auf seine einzigartige Visualität. Alles scheint wie aus einem bunten Guss. Und die Rennen sind wirklich unglaublich rasant inszeniert und wirken in ihrer Ästhetik beinahe wie ein Videospiel. Keine Frage, die Arbeit der Effektemacher ist grundsolide, ebenso die Kreativität der Designer, was Form und Aussehen der Autos und Strecken angeht. Allerdings wären wir da bei einem weiteren Problem: Speed Racer ist seelenlos. Das klingt jetzt ganz schön hochtrabend, ist aber so. Dadurch, dass man sich mit den Charakteren in keiner Weise identifizieren kann und dass die Fremdheit der ganzen grellen Welt einen geradezu überrennt, entsteht zwischen Film und Zuschauer eine Art Distanz. Die Folge: Der Streifen wirkt kühl, unpersönlich und eben seelenlos.
Mensch gegen Maschine...
...könnte man die Problematik betiteln, ob denn nun die Schauspieler oder doch die computergenerierten Effekt-Orgien im Mittelpunkt des Filmes stehen. Das ist leicht beantwortet - eindeutig letzteres - aber wenigstens sind überhaupt Schauspieler dabei...
Der durchaus prominente Cast (u.a. John Goodman, Susan Sarandon, Christina Ricci) bleibt leider eher unauffällig, dafür macht Emile Hirsch als Speed nichts groß falsch. Insgesamt merkt man den Akteuren aber an, dass das merkwürdige Spektakel sie leicht verunsichert.
Ein Rechtfertigungsversuch
Warum habe ich mich nun - wie eingangs erwähnt - auf die Veröffentlichung des Filmes gefreut? Um ehrlich zu sein, da bin ich mir selbst nicht so sicher. Mag es mein Faible für trashige Filme sein oder dass mit Matthew Fox einer meiner Lieblingsschauspieler in einer Nebenrolle zu sehen ist - die Vorabberichte haben Speed Racer für mich schmackhaft gemacht, trotz eher mäßiger Kritiken. Und ich muss auch sagen, dass mir der Film Spaß gemacht hat - ganz einfach weil ich wusste, was da für ein "Highlight" auf mich zukommen würde.
Letztlich muss man dem Film nämlich eines lassen, er unterhält den Zuschauer ohne dass er großartig seinen Denkapparat nutzen muss. Also ein bisschen so wie Dschungel-Camp gucken oder Bild-Zeitung lesen...
Fazit
Speed Racer ist spaßig-kurzweilige Unterhaltung der untersten Schublade - wer sich dessen bewusst ist, wird seine Freude an diesem Machwerk haben!
Der Rezension lag die Verleih-Fassung des Filmes zugrunde.