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Die letzten Runden24.05.2011

Nach dem Unglück, Glas da war,

Fury hatte kaum noch Bar.

Loch gestopft, ein neuer Schlauch,

eine Lampe gabs dann auch.

Erste Meter, neue Reifen

ließen mich dann schnell begreifen,

wie alt doch dieses Fahrrad war.

 

Was war das? Mein Ohr nahm da

mit großer Sorge etwas wahr.

Was konnte dieses Rad noch haben,

aus dem Lager tritt ein Schaben,

ein Knacken und ein Knirschen gar.

 

Demontage in Minuten,

lässt nichts Gutes mich vermuten.

Der Techniker, hinzugezogen,

äußert sich nicht ausgewogen

Mein Verdacht erhärtet wage,

wie ernst der Schaden, meine Frage,

sagt er: Maximal noch vierzehn Tage.

 

Ein neues Lager, schwer zu kriegen,

würde den Wert überwiegen,

alte Räder heute liegen -

Speziell noch mit den Arbeitsstunden

scheint sein Alter überwunden -

Fury dreht die letzten Runden.


(Geschrieben in Leben im Quadrat)
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Auszug, Umzug, Einzug 6.03.2010

Manche Ereignisse werfen ihren Schatten voraus

Eigentlich hatte es sich ja schon Donnerstag angedeutet: Ein aufgeregtes Telefonat mit dem Hausmeister, der beide Wohnheime betreut und eine Stunde pro Woche Sprechstunde hat - verteilt auf zwei Tage - und dem bei seiner letzten Sprechstunde irgendwie ein Arzttermin dazwischen kam. Aufgeregt, weil ich ja am Freitag oder spätestens Samstag einziehen wollte / musste.

Wir einigten uns darauf, dass ich aus der alten Wohnung ausziehe, den Schlüssel in seinen Briefkasten werfen, er schuat sich das Zimmer an und wirft mir dann das Übergabeprotokoll in den neuen Briefkasten. Er machte am Freitag (angeblich) eine Wohnungsübergabe mit meinem Vormieter und lässt mir dann das Protokoll auch zukommen. Soweit, sogut. Erstmal zur Wohnung - zwar direkt an einer großen Hauptstraße gelegen, aber mein Fenster geht zum Hof. Da gibt's nur Bäume, ein paar Einfamilienhäuser und viel Ruhe. Sogar gen Süden, also hell und mit Blick auf den Sonnenuntergang. 3. Obergeschoss, mit Aldi, Edeka, Fristo, dm und Burgerking direkt gegenüber. Straßenbahn und (bahneigene) Busverbindung zum Hauptbahnhof direkt vor der Haustür. Achja: und 4er-WG.

Als ich Samstag einzog, stellte ich fest, dass die anderen drei Zimmer auch neu vermietet wurden und auch noch keiner neu eingezogen ist. Der letzte Mitbewohner, Diego, zog gerade aus. Allerdings gab es diesen Samstag morgen einige Überraschungen: eine Fototour.

Das alte Zimmer zum Auszug. Wie auf dem knallroten "Sie ziehen aus..."-Merkblatt vorgegeben komplett leer, gewischt, Fenster geputzt, Kühlschrank leer und abgetaut, Küchenschrank ausgewischt.
Das neue Zimmer mit einigen Kisten von mir auf dem Schreibtisch. Was sich hier andeutet, ist, dass die Fenster offenbar nicht geputzt waren. Neblig war es nämlich nicht.
Eigentlich wollte der Hausmeister die Bodenfliesen noch festkleben, hat er aber offenbar nicht. Glücklicherweise war die Fliese eher am Rand - nun steht das Bett drauf. Also kein Grund zum Ärgern.


Die Küche sah aus, als wär sie noch in Betrieb. Teilweise gehörte der kram oben erwähntem Diego, der aber eigentilch schon ausgezogen war und nur noch sporadisch vorbeikam, um noch die letzten Kisten zu holen. Scheinbar störte es nicht weiter, dass die Lebensmittelreste im Geschirr neben der Spüle langsam wieder Beine bekamen. Die Milch (außerhalb des Kühlschranks) war übrigens schon einige Wochen abgelaufen.
Blicke in den Kühlschrank. Zur Erinnerung: Als die Fotos entstanden, wohnte niemand mehr in der Wohnung. Der Käse hatte auch ohne Verpackung schon einen grünen Punkt und über das gebrochene Tiefkühlfach konnte auch der einzelne Eiszimtstern, der sich unter (!) den Pappen in der ersten Schublade verbarg, nicht hinwegtrösten. Stilles Highlight: Die Eierpackung im obersten Fach.
 
Das absolute Highlight: Eine Mango. Zumindest war sie mal eine. Ursprünglich lag sie im Schrank von Diego. Dieser schien aber den Kommentar, ob er nicht mal seinen schwarzhaarigen Müsli neben der Spüle entfernen möchte, nicht zu verkraften, sodass die Mango am Montag früh unter der Heizung der Küche lag.

Das bisschen Haushalt macht sich von allein, ...

Samstag war also geprägt von Putzen und aufräumen. Achja: und streichen. Das Zimmer war nach eigenen Aussagen "verwohnt", sodass nicht viel übrig blieb. Im Baumarkt ergab sich spontan eine Abweichung von dem ursprünglichen leichtes-Gelb oder Orange-Plan. Es war Ausverkauf von Shaun-das-Schaf-Vorlagen, da konnte ich nicht widerstehen. Damit es auch was zu fressen hat, noch ein wenig grüne Farbe besorgt, die an die Wand getupft werden sollte. Nach dem Tupfen war noch soviel Grün übrig, dass eine zweite Wand massiv-moosgrün gestrichen wurde. Für die anderen beiden Wände gab es frische, weiße Farbe.

Schlussendlich erhierlt Shaun noch ein Regalbrett, auf dem er nun steht. Ein paar Bilder vom Gesamtzimmer gibts, sobald alle Kisten ausgepackt sind :)

 

Soweit erstmal. Achja: Danke an meine beiden Umzugs- und Streich-Helfer, Christian und Thomas!


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Der Winter ist da - mit den Klausuren und mir11.01.2010

Wer hätte das gedacht: Schnee - in Mannheim. Wieso ist das was besonderes? Hier stehts:

 

Aufgrund der durch Pfälzerwald und Odenwald geschützten Lage im Oberrheingraben herrscht in Mannheim ein sehr mildes Klima vor. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 19,9 °C, der kälteste der Januar mit 1,8 °C. (Siehe: de.wikipedia.org/wiki/Mannheim#Klima)

 

Der so sagt der Volksmund erste Schnee seit Jahren, der länger als ein paar Minuten liegen bleibt. Stolze 6 cm, und es schneit weiter. Temperaturen unter 0° machens möglich und bescheren uns hier den wahrscheinlich kältesten Januar seit Jahren.

Aber zum Formen von Schneeengeln bleibt keine Zeit, geschweige denn für eine Schneeballschlacht:. Die Klausuren kommen. Und das geballt.

 

 

 

Aber: Wer Angst hat, verliert. Und: Hohe Ansprüche müssen sein :).

 

Mal schauen, was die Prüfungen bringen. Welche Anforderungen, welche Fragen, welchen Umfang. Alles Neu.


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...und er fährt doch.20.11.2009

Fury fährt. Abgeschreckt durch die sonst durch den Fahrradfachhändler angedrohte Verschrottung? Wer weiß, aber er fährt - bislang ohne Probleme. Stolze 30 Kilometer hat er in den letzten zwei Tagen nun hinter sich gebracht. Dabei zeigt sich vor allem: Aus der überfüllten, 40-minütigen Straßenbahnfahrt inklusive Umsteigen werden ungefähr 20 Minuten ohne Umsteigen auf dem mit mir zwar ausgefüllten, aber dennoch nicht überfüllten Fahrrad.

 

Dabei zeigte sich jedoch: Der Fahrer ist leicht außer Training, wie anhand folgender Tabelle verdeuticht werden soll. Der Abwärtstrend, zurückzuführen auf die einsetzende Erschöpfung nach der ersten Fahrt, ist deutlich zu erkennen.

 

Datum
Strecke Zeit
18. November Wohnung - Uni 18:52 Minuten
18. November Uni - Wohnung 20:02 Minuten

19. November

Wohnung - Uni
(inklusive Zwischenstopp an Tanlstelle zum Luftpumpen)
22:04 Minuten
19. November

Uni - Arzt
(in etwa die gleiche Entfernung; inklusive eines Zwischenstopps, um einem Mittsechziger die Unterschiede der Verkehrsschilder 240 und 241-30 zu erklären)

25:20 Minuten
19. November Arzt - Uni 22:14 Minuten
19. November Uni - Wohnung 21:02 Minuten
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Furys Odyssee zuende.17.11.2009

Was lange währt wird endlich gut. Fury, mein Fahrrad, steht nun mit zwei Monaten Verzögerung fahrbereit in meinem Keller. Hier in kurzer Abriss.

 

Mitte September 2009 ging Fury, huckepack auf einem PickUp auf die Reise von Berlin nach Bonn. Gut festgeschnallt, vorsorglich Schutzbleche, Schlösser und Lampen entfernt, passierte was passieren sollte: Nichts.

 

Mitte Oktober 2009 dann der erste Versuch, Fury nach Mannheim zu holen. Mit dem ICE nach Bonn gefahren, mit dem Fahrrad zum Hauptbahnhof und in den IC nach Mannheim: Denkste. Ein Fahrradwagen fehlte, der andere Wagen war hoffnungslos überfüllt. Reservierungen konnte man mir aufgrund der Ferien nicht verkaufen.

 

Anfang November 2009: Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, kommt der Berg halt zum Propheten. Fury auf oben erwähntem PickUp nach Mannheim gefahren und - endlich - da.

 

02. November 2009: Ab zum Fahrradladen. Fury braucht eine neue Kette. Wenn man schon mal da ist, auch gleich hinten ein neues Ritzel aufgezogen, Bremsen gestellt, Hinterrad zentriert. Kostenpunkt: 55 €.

 

Neckarauer Übergang03. November 2009: Fahrt zur Uni, erster Versuch. Nicht einmal einen Kilometer nach Aufsatteln, beim Erklimmen des Neckarauer Übergangs, macht es Knack. Mit einem Rums lieg ich auf dem Radweg, nachdem ich von den Pedalen gerutscht und gefühlt mit meinem gesamten Gewicht frontal auf meinen rechten, großen Zeh gelandet bin. Nanu, Kette rausgesprungen?

Nein, die Kette ist noch drauf. Das Ritzel, das hintere Zahnrad, dreht aber nach genauerer Betrachtung durch. Sowohl vor- als auch rückwärts. Um so erstaunlicher ist das, weil ich eigentlich einen Rücktritt habe. Fahrrad an die nächste Laterne, in die Straßenbahn gestiegen, zur spät an der Uni angekommen.

Am selben Nachmittag auf zum Fahrradladen - zwischen der Reparatur des Ritzels und dessen Fehlfunktion darf mit gutem Gewissen ein zusammenhang vermutet werden. Es stellt sich raus, dass der Sprengring aus der Nut gesprungen ist, was sonst eigentlich nie passiert. Schließlich habe man ihn ja mit einem Spezialwerkzeug und einem Hämmerle bearbeitet. Außerdem sei das Innenlager fertig und die Schaltung nicht mehr einstellbar. Und: er rät mir dringend ab, im Stehen zu fahren. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis das Ritzel wieder abspringt, weil die Nabe verschlissen sei. Und dann hätte ich den Lenker zwischen den dann nicht mehr so zahlreichen Zähnen.

 

16. November 2009: Zweiter Versuch. Diesmal komme ich nicht mal 200 Meter aus der Tür, da macht knackt es und die Pedale drehen wieder durch. Diesmal funktioniert das Ritzel noch. Nach näherer Betrachtung hat das Schloss der Kette, die nun hinter dem Rad auf dem Bürgersteig lag, eine Auszeit genommen. Es ward nicht mehr gesehen. Also: Fahrrad an die Laterne, Straßenbahn, zu spät kommen. Man kennt das Spiel ja.

 

17. November 2009, heute: Nachdem ich Fury gestern schon wieder zur Reparatur gebracht hatte - ich vermutete, die neue, nun gerissenen Kette ist nicht normal verschlissen - hab ich ihn heute wieder abgeholt. Rätselhaft bleibt, wieso das Kettenschloss während der fahrt verschwunden ist. Er hat jedoch mein Innenlager eingestellt, das Kettenschutzblech gerichtet und die Kettenspannung eingestellt. Auch  das, wie schon der Reparaturversuch davor, kostenneutral.

Mal sehen, ob und wenn ja wie lang es diesmal hält. Rat des Mechanikers: Sollte noch irgendwas sein: Verschrotten. Ansonsten wird der Aufwand zu groß. Morgen früh werden wir, besser: ich, es herausfinden. 5 Kilometer feinster Asphalt bis zur Uni rufen...

 

 


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Was ist neu?23.10.2009
Alt: Die Technische Fachhochschule, später Beuth Hochschule für Technik (TFH / BHT)

Neu: Die Duale Hochschule Baden-Württemberg, Standort Mannheim.

 

Zwei Wochen Studium sind um - Zeit für ein erstes Resumee - und die spannende Frage: Was ist anders, was ist besser, was womöglich schlechter? Hat sich der Wechsel gelohnt? Eine Gegenüberstellung.

 

Dozenten

Das schwierigste: Die Dozenten. Grobe Tendenz: Eher besser. Zwar sind nicht alle Dozenten hier persönliche Sympathieträger, aber wirklich schlecht ist keiner. Persönliche Favoriten: 

  • Hr. Stamm, Allgemeine Betriebswirtschaftslehre
    Jugendlicher Idealismus versteckt hinter geballtem Faktenwissen und BWL-typischem Pragmatismus. Vermittelt das Handwerkszeug und trimmt uns, unserem Gewissen und den eigenen Schlussfolgerungen zu glauben - und nicht den Vorgaben der zukünftigen Chefetage. Demonstrierte in seiner Jugend gegen Gorleben.
  • Hr. Schuster, Verkehrsbetriebslehre
    Pensionierter Schenker-Mitarbeiter mit einem Leben voller Speditionserfahrungen. Manchmal etwas sprunghaft, aber schwarzer Humor und viele Anekdoten machen den Stoff verträglich und anschaulich. Nacharbeit ist aber vorprogrammiert.
  • Hr. Claus, Volkswirtschaftslehre
    Erinnert mich ein wenig an John Munch aus der Serie Law & Order, aber sehr unterhaltsam.

Aber ein paar ehemalige Dozenten in Berlin seien hier auch genannt, die ich hier ein wenig vermisse. Da ist mein ehemalige Mathe-Dozent, dem man anmerkte, dass er wohl in seiner Freizeit viel Spaß daran hat, Integrale zu lösen und Taylor-Reihen zu entwickeln - hatte immer sehr außergewöhnliche Analogien, wenn es darum ging, seine Tafelbilder zu erklären. Außerdem mein ehemaliger VWL-Dozent, der neben einer bemerkenswerten fachlichen Kompetenz einen unglaublich subtilen, zynischen Humor hatte. Aber wir sind jetzt wenigstens mehr oder weniger Kollegen. Und nicht zuletzt meine Siemens-eigene Dozentin für Technisches Englisch und der äpfelliebende Verdrahtungstechniker. Beide Französischdozenten, neu und alt, nehmen sich glücklicherweise nicht viel.

 

Arbeitsaufwand

Hier liegt klar einer vorn: Mannheim. Der ganze Stoff einer handelsüblichen Hochschule, gepresst in drei Monate. Für denselben Stoff also nur die Hälfte der Zeit, das heißt, dass man im Regelfall von 8.30 Uhr bis 16 Uhr in der Uni ist - mit nur einer, größeren Pause. Nacharbeitungszeit daheim noch nicht eingerechnet. Hinzu kommt die Anwesenheitspflicht. Die morgendliche Entscheidung, ob man noch weiterschläft oder doch lieber aufsteht, wird einem so abgenommen. Zwar vermisse ich ein wenig das Ausschlafen und die freien Tage mitten in der Woche, aber so ein geregelter Tagesablauf hat auch was für sich.

Auch die Prüfungen können hier höchstens ein Mal wiederholt werden - zwei Mal weniger als an der TFH. Außerdem kann man eine geschriebene Prüfung hier auch nicht freiwillig wiederholen, um die Zensur aufzubessern.

 

 

Arbeitsweg

Google Maps berechnet für den Weg zwischen Haustür in Mannheim und DHBW 5 Kilometer Weg, in Berlin waren es mit 12,4 Kilometer mehr als doppelt soviel. Gefahren wird in beiden Fällen mit dem ÖPNV aber 35 Minuten, zuzüglich je ein paar Minütchen zum Laufen von und zur Haltestelle. Berlin ist also eindeutig schneller.
Doch in Sachen Ausblick hat Mannheim klar die Nase vorn: Während die Fenster der Berliner S-Bahn auf meiner ehemaligen Uni-Strecke meist nur Häuser zeigten, ist der letzte Abschnitt der Fahrt hier in Mannheim am Ufer des Neckars entlang. Kein sonderlich schöner Fluss, aber speziell jetzt, wenn morgens die Ufer vernebelt sind, ein malerisch-gespenstischer Anblick. Die Fußgängerbrücke an der Dualen Hochschule führt zudem über eine Ausfallstraße, die gen Osten fährt: Morgens also ein Blick auf Sonnenaufgang. Zwar auch allgemein, aber speziell in Verbindung mit dem Nebel sehr schön anzusehen. Und ob man in einer Mannheimer Straßenbahn oder in der Berliner S-Bahn morgens im Berufsverkehr kuschelt, macht keinen Unterschied.

 

Sonst so

  • Architektur: Hier ists schöner.
  • Ausstattung: Besser.
  • Klassen: mit 29 Studenten deutlich kleiner. Außerdem bleiben wir bis zum Ende des Studiums eine Klasse.
  • Mensa: Gleich teuer, aber schöner und reichhaltiger. Hier gibts sogar Cocktails.
  • Ausblick: Ebenfalls besser. Blick aus dem Fenster aufs Maisfeld. Da wir außerdem direkt am und in der Einflugschneise des Mannheimer Flughafens liegen, können wir den Piloten fast in die Augen gucken. Zum Glück landen hier nur kleine Business-Maschinen.
  • Umfeld: Aldi, Lidl, Edeka, Bäcker mit Studentenrabatt.

 

Fazit

Obwohl einiges noch offen ist, wie noch nicht gehabte Fächer, die Prüfungszeiten, die Praxiseinsätze. Im großen und ganzen bereue ich den Uniwechsel trotz einiger Wermutstropfen nicht. Im Gegenteil.


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Endlich etwas Leben in der Bude!16.10.2009

Der Ausflug hat sich dich gelohnt: Trotzdem es gestern aufgrund eines geselligen Treffens mit den Leidensgenossen etwas später wurde und die darauffolgende Warterei auf die Straßenbahn ständig zwischen Schlaf und der Frage, wo das Taschentuch schon wieder hin ist, schwankte, erregte eines meine Aufmerksamkeit.

 

Wer saß denn da neben mir? Fast hätt' ich ihn übersehen. Ihm war sichtbar kalt, alle Haare hatten sich schon aufgestellt. Außerdem schien ihm ähnlich komisch zu sein wie mir, verriet zumindest die Hautfarbe. Kurzerhand hab ich ihn adoptiert. Ich musste ihn tragen, so schwach war er. Daheim erhielt er erstmal ein eigenes Plätzchen zum Schlafen, wo er es sich kurzerhand längerfristig gemütlich machte: Mein kleiner, grüner, neuer Kaktus.

 

Ansonsten stand der Tag bislang vor allem unter dem Zeichen des winterlichen Konsums: Einen Schal hab ich mir gegönnt, ebenso wie eine frische Knolle Ingwer. Hmmm jam jam.


(Geschrieben in Leben im Quadrat)
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Rezept I - Gemüsesuppe für kalte Tage14.10.2009

 

Die kalte Jahreszeit ist da. Zwar scheint hier noch die Sonne, aber bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und eisigem Wind macht auch Mannheim keinen Spaß. Das ewige Gelaufe von Straßenbahn nach hause, von da zur Post, zum Aldi um die Ecke oder sonst wohin tragen erste Früchte: Halsschmerzen. Sein übriges tat der Barabend im Partykeller des Wohnheims direkt unter meinem Zimmer. Da ich gefühlt direkt über dem Tischkicker schlafe, konnte ich die Tore bis halb zwei Uhr morgens mitzählen.

 

Was braucht man da dringender als eine Suppe, die nicht nur lecker schmeckt, sondern gesund ist, schnell zu kochen geht und fast gar nichts kostet? Richtig: Nichts.

Einkaufszettel (für zwei Portionen)

  • Suppengrün. Sonderangebot beim Aldi um die Ecke: 39 Cent.
  • Gemüsebrühwürfel. 8 für je einen halben Liter: 69 Cent
  • Spaghetti, die langen, dünnen: 69 Cent
  • Leitungswasser: Quasi gratis

Wir brauchen nur einen Brühwürfel und die halbe Packung Spaghetti, was unser exquisites Produkt unschlagbar günstig macht: 82 Cent für 2 Portionen. Zubereitungszeit: 15 Minuten.

Zubereitung

Einen dreiviertel Liter Wasser zum Kochen bringen und einen Brühwürfel dadrin zerrühren. Das echte Gemüse bringt noch etwas Geschmack mit, deswegen stören wir uns nicht an dem viertel Literchen Wasser zuviel.

 

DIe Packung mit dem Suppengrün aufmachen und erstmal reinschauen: Möhren, Lauch, Petersilie, Sellerie. Gemüse gründlich abwaschen. Dann gehts los: Die Möhen in Scheiben schneiden, ebenso den weißen, runden Teil des Lauchs. Petersilie etwas kleinschneiden. Alles zusammen in den kochenden Topf.

Tipp: Den Sellerie kann man durchaus auch verarbeiten. Da ich mir nicht sicher war, ob der grüne oder der weiße Teil des Selleries verarbeitet werden konnte, hab ich ihn vorsichtshalber wieder in den Kühlschrank gelegt. Aber: Es war der weiße Teil.

Das Wasser mit dem Gemüse dann einzwei Minuten kochen lassen. Die halbe, bei großem Hunger auch die ganze Packung Spaghetti in 5 - 10 cm lange Stücke brechen und mit in den Topf. Danach einfach solange kochen lassen, bis die Nudeln durch sind. Bei Bedarf noch etwas Salz dazu.


(Geschrieben in Rezepte)
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Top und Flop 8.10.2009

 

Verlierer des Tages

Silvio Berlusconi, 73, verliert seine Immunität. Sie wurde vom italienischen Verfassungsgericht als verfassungswidrig befunden und aufgehoben. Die Aufhebung durch die roten Vögel sei nach Berlusconis Aussagen ein bloßes Politikum.

 

Nun drohen ihm einige Prozesse wegen Korruption und Steuerhinterziehung, Bestechung eines Richters. Von Schadensersatzklagen und seinen privaten Eskapaden mit einer 18-jährigen abgesehen.

 

2003 hatte Berlusconi sich und vier weiteren, ranghohen Staatsmänner per Gesetz Immunität verschafft. Fünf Jahre später wurde das Lex Berlusconi dann für verwassungswidrig erklärt. Wenige Zeit danach winkte Berlusconi ein nahezu identisches Gesetz durchs Parlament, welches nun widerum aufgehoben wurde.

Gewinner des Tages

Kapitän Stefan Schmidt wurde freigesprochen. Als Kapitän der Kap Anamur II, einem Hilfsschiff, rettete er 37 afrikanische Flüchtlinge vor dem ertrinken. Er hatte ihr kenterndes Boot zufällig auf dem Mittelmeer entdeckt. Nach dreiwöchiger Irrfahrt - die italienischen Häfen weigerten sich zunächst, die Kap Anamur anlegen zu lassen, lief er doch in Sizilien ein. Dort wurde  er und der Chef der Hilfsorganisation, Elias Bierdel, festgenommen. Anklage: Beihilfe zur illegalen Einreise. Nach fünf Jahren politischer Inszenierung ging der Prozess heute zuende. Die Urteilsbegründung folgt in einigen Wochen.


(Geschrieben in Neben dem Leben)
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Ausgabenstopp 5.10.2009

Rigorose Sparmaßnahmen

Montag - Tag 06 ohne EC-Karte. Die Postbank spuckte glücklicherweise ein paar Kreuzer aus - für ein paar Tage reicht es noch. Aber ich spare so eine Menge Geld.  Außerdem ist heute der erste Tag mit schlechtem Wetter seit Ankunft in Mannheim. Regen. Kalt. Dunkel.

Was dazu kommt: Chronischer Schlafmangel. Und die Auslastung des Zentralprozessors lässt auch zu wünschen übrig. Schauen, was der Dienstag bringt.

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Die Karten neu gemischt 1.10.2009

 

Mainz, 8.36 Uhr. Die Frisur hält.

Erstes schlechtes Wetter. Erster Oktober. Das erste mal seit Ewigkeiten 6 Uhr aufstehen. Was ist das da draußen? Etwa Dunkelheit? Die gibt's morgens auch? Der erste Arbeitstag.

 

Erster Hoffnungsschimmer: Der ausgewiesene IC, der mich von Mannheim nach Mainz fahren sollte, fällt aus. Er wird ersetzt durch einen ICE. Eingestiegen, voller Stolz die nagelneue und ab heute gültige Fahrkarte vorzeigen. Zuerst schaute der Schaffner verdutzt. Der Blick wechselte, als wolle er mir sagen: Willkommen in der Hölle. Das Lächeln aufgesetzt ging er dann weiter und begann, hinter der Abteiltür eben diese Entdeckung schadenfreudig seiner Begleiterin zu schildern. Offenbar nicht wissend, dass die Abteiltüren im ICE aus Glas sind.

 

Ankunft 8.36 Uhr, pünktlich. Portemonnaie wie Magen leer. Erster Gang: Sparkasse suchen. Im Fort Malakoff, dem örtlichen Einkaufszentrum, fand sich immerhin ein einzelner Geldautomat, der, wie sollte es anders sein, schon früh am Morgen seinen Dienst verweigerte. Der hat's gut. Ein paar Meter weiter die Spardabank, die ich trotz Gebühren dann in Angriff nahm. Angekommen, Portemonnaie gezückt und festgestellt: EC-Karte weg. Panik. Jackentasche durchsucht, in der Hosentasche auch nichts. Zurück zum Rucksack, auch nix. Nachdenken. Wann hab ich sie das letzt Mal gebraucht? Dienstag, bei Aldi. Schreck - war das der Einkauf, bei dem ich auch meine frisch gekauften Tomaten hab stehen lassen? Der EC-Karten-Sperrnotruf ging recht schnell und kompetent.

 

Nach einem gefühlt zu langem Tag ging es zurück. Nach dem Erfolgerlebnis mit dem Zug morgens und guter Hoffnung auf eine Wiederholung - und wurde prompt enttäuscht. Was hier als Regionalexpress ausgewiesen ist, ist eigentlich eher eine Herausforderung. Ähnliche Fabrikate fahren sonst wohl nur an der polnischen Ostseeküste. Das Interieur machte einen recht antiqierten Eindruck - die Erste Klasse glich den Couches, die so auch in einer in den 70er Jahren erbauten und seitdem nicht mehr überholten Jugendherberge stehen könnten. Direkt neben den Übergängen zwischen den Wagen gelegene Gepäckabteile boten noch einige freie Sitzplätze auf Klappsitzen. Die Sitznische, in der ich mich einnistete, hatte auf der Geruchsebene gewisse Ähnlichkeiten mit der nur gefühlt 50cm entfernten Toilette. Aber eines muss man den Wagen lassen: Die Fenster lassen sich noch öffnen!

 

Zurück daheim galt der erste Gang dem Aldi - an dem sich, erhoffter wie überraschender Weise - meine EC-Karte wieder anfand.  Fazit: Weit weg von zu Hause, kein Bargeld mehr, gesperrte EC-Karte. Morgen Erstsemesterparty der Uni. Zum Glück ist der Vorratsschrank noch voll.

 

Das habe ich heute gelernt

  • Wer seine EC-Karte vermisst, braucht keinen Kaffee. Egal, wie früh es ist.

 

 


(Geschrieben in Leben im Quadrat)
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Ich bin Pirat28.09.2009


Bei Rot stehen
Ich war mir nie ganz sicher. Aber die Verkehrswacht hat mich in meiner Vermutung bestätigt. Die haben es verstanden.

 

Quizfrage: Wer sitzt (bzw. saß vor der Wahl) für den rechts abgebildeten Wahlkreis im Bundestag?

Richtig geraten: SPD, Grüne und die Linke.

Was wäre ein Wahlkampf ohne Wahlplakate. Spätestens in den letzten Tagen vor der Wahl sind die meisten Bäume, Laternen- und Fernmeldemasten geschmückt; wenn die nicht reichen, gibt es ja auch noch Zäune und Absperrungen. An großen Kreuzungen stehen sogar eigens aufgestellte Plakatwände. 61 Millionen Euro ließen sich es sich die 5 großen Parteien zur Bundestagswahl 2009 kosten, die Republik zu zu tapezieren.

Aber ein Vergleich zeigt: Wer mehr Geld ausgibt, hat nicht automatisch auch mehr Wähler. Im Gegenteil. Während die FDP pro Wähler 76 Cent investiert hat, ist es beim Erdrutschverlierer SPD mehr als das Dreifache.


Das Auge wählt mit - das Hirn aber auch

Wenn Wahlplakate tatsächlich das Ankreuzverhalten der Wähler beeinflussen, dann also nicht durch ihre Masse.

Die meisten Wahlplakate werden - leider - nicht durch Inhalte dominiert, sondern von Gesichtern. Gut auf der einen Seite - man will ja wissen, wen man wählt - schlecht auf der anderen. Soll man den Gesichtern ansehen, was für eine Politik sie verfolgen? Oder wird veranschlagt, dass man das Programm von jeder Plakatgrinsekatze parat hat? Oder dominiert womöglich eine Scheu - oder Unfähigkeit - mit Inhalten Werbung zu machen?

Inhalte auf die Wahlplakate zu bringen. ist offenbar nicht einfach. Da gibt's zum Beispiel die Friedrichshainer SPD, die ihre Passanten mit Inhalt geradezu erschlagen. Hervorhebungen hin oder her.

Wem da viel Text zu viel ist, bleibt ein Blick ins Wörterbuch. Wenn man sein Programm ausreichend lang destilliert, bekommt man es auch komplett in wenige Worte. Die BüSo machts vor und fordert  "Pecora-Kommission jetzt".
Krönung ist der hoffentlich nicht ganz ernst gemeinte, aber in Hessen unabhängig zur Wahl angetretene Dr. Bernd Tacheles. Nah dran die BüSo mit nebst abgebildetem, nichtaussagenden Allgemeinplätzchen.

 

Wenn man ein Problem formulieren kann, hat man es schon halb gelöst. Vielleicht gibt es deswegen viel öfter ein Gesicht auf den Plakaten, als eine Meinung. Schnell ein Foto geschossen, Parteilogo drauf und ab in die Druckerei. Dass das bei einem mäßig professionellen Fotografen in die Hose gehen kann, zeigt die Stuttgarter Carola Heß. Sie könnte mit dem Foto auch Werbung auf dem Cover einer diätverkaufenden Frauenzeitschrift posieren. Oder Werbung für einen Fön machen.
Selber Wahlkreis, komplettes Gegenteil: Die Plakate des Linken-Abgeordneten Maurer wurden vermutlich von der Opposition gestaltet. Mit diesem Foto bekommt er jedenfalls keine Stimmen.
 Dass es auch anders geht, zeigen drei Parteien: Die Piraten, die Grünen oder auch die MLPD.


Quiz zum Schluss

 

Zum Abschluss noch ein kleines Quiz für Alle, die die Bundeswahlplakate aufmerksam beachtet haben. Wer steckt eigentlich auf den abgebildeten Plakaten? Zu gewinnen gibts eine lobende Erwähnung nebst Foto und Auflösung des Rätsels im nächsten Post.

Da gehts weiter...

 

 

 

 


(Geschrieben in Neben dem Leben)
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Mission waschen nur mäßig erfolgreich24.09.2009

Das sieht im Fernsehen ganz klar aus. Da mich die Nachbarn aber langsam zu meiden begannen, wurde es Zeit: Wäsche waschen.

 

Gesagt, getan. Auf zu Aldi, Waschmittel kaufen. Voll-, Fein- oder ein Feinwaschmittel. Flüssig, fest, grob, fein, teuer, billig, farblos oder quietschbunt, geruchslos oder duftend. Oh man.

 

Ein Blick ins Internet zeigt Schritt 1: Wäsche sortieren. Unterwäsche und Handtücher auf den einen Stapel, Hemden, Shirts, Socken auf den anderen. Nachdem die Klamotten sortiert waren, erste Ernüchterung: Irgendwie habe ich nur einen Wäschekorb. Also alles zusammengeworfen und ab in den aus unerfindlichen Grünen miefenden Waschkeller und die Wäsche aufs neue sortieren.

 

Die Maschinen sind alle frei, also Geldkarte in den Entwerter, feststellen, dass ich nicht genug Geld für zwei Waschmaschinen raufgeladen hatte und beide Wäschehaufen in eine Maschine gestopft. Ein Zettel wies mich darauf hin, dass man zwischen Wäsche und Trommeloberkante noch eine gespreizte Hand platzieren können sollte, damit diese nicht als überladen gilt. Zum Glück steht da nicht, was für eine Hand, also imitierte ich die eines Kleinkindes. Des schlechten Gewissens wegen wenigstens Feinwaschmittel benutzen! Abgeschätzt natürlich, da kein Mensch ahnen konnte, dass ich einen Messbecher brauche. Programm bestenfalls geraten: 40°, normale Verschmutzung, normale Wäsche. Dreiviertel Stunde Freizeit.

 

Voller Hoffnungen und Zuversicht öffnete ich dann die Maschine, um  das eher ernüchternde Ergebnis in den Händen zu halten. Hier und da klebte noch Schaum an den Sachen, wirklich gut roch keines der Kleidungsstücke und einen Wäschetrockner hatte ich auch nicht. Erstaunlicherweise wurde eines meiner Baumwoll-T-Shirts beim Waschen größer. Einlaufen kenne ich, aber auslaufen?

Zum Trocknen musste alles herhalten, was grad da war: Bügel, Handtuchhalter, Schranktüren und sonstige, dekorative Einrichtungsgegenstände. Die Kleidung ist tragbar und größtenteils auch sauber. Aber gutaussehend und wohlduftend? Fehlanzeige. Aber wir geloben Besserung!

 

 

 

Da gehts weiter


(Geschrieben in Leben im Quadrat)
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