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Was ist neu?23.10.2009
Alt: Die Technische Fachhochschule, später Beuth Hochschule für Technik (TFH / BHT)

Neu: Die Duale Hochschule Baden-Württemberg, Standort Mannheim.

 

Zwei Wochen Studium sind um - Zeit für ein erstes Resumee - und die spannende Frage: Was ist anders, was ist besser, was womöglich schlechter? Hat sich der Wechsel gelohnt? Eine Gegenüberstellung.

 

Dozenten

Das schwierigste: Die Dozenten. Grobe Tendenz: Eher besser. Zwar sind nicht alle Dozenten hier persönliche Sympathieträger, aber wirklich schlecht ist keiner. Persönliche Favoriten: 

  • Hr. Stamm, Allgemeine Betriebswirtschaftslehre
    Jugendlicher Idealismus versteckt hinter geballtem Faktenwissen und BWL-typischem Pragmatismus. Vermittelt das Handwerkszeug und trimmt uns, unserem Gewissen und den eigenen Schlussfolgerungen zu glauben - und nicht den Vorgaben der zukünftigen Chefetage. Demonstrierte in seiner Jugend gegen Gorleben.
  • Hr. Schuster, Verkehrsbetriebslehre
    Pensionierter Schenker-Mitarbeiter mit einem Leben voller Speditionserfahrungen. Manchmal etwas sprunghaft, aber schwarzer Humor und viele Anekdoten machen den Stoff verträglich und anschaulich. Nacharbeit ist aber vorprogrammiert.
  • Hr. Claus, Volkswirtschaftslehre
    Erinnert mich ein wenig an John Munch aus der Serie Law & Order, aber sehr unterhaltsam.

Aber ein paar ehemalige Dozenten in Berlin seien hier auch genannt, die ich hier ein wenig vermisse. Da ist mein ehemalige Mathe-Dozent, dem man anmerkte, dass er wohl in seiner Freizeit viel Spaß daran hat, Integrale zu lösen und Taylor-Reihen zu entwickeln - hatte immer sehr außergewöhnliche Analogien, wenn es darum ging, seine Tafelbilder zu erklären. Außerdem mein ehemaliger VWL-Dozent, der neben einer bemerkenswerten fachlichen Kompetenz einen unglaublich subtilen, zynischen Humor hatte. Aber wir sind jetzt wenigstens mehr oder weniger Kollegen. Und nicht zuletzt meine Siemens-eigene Dozentin für Technisches Englisch und der äpfelliebende Verdrahtungstechniker. Beide Französischdozenten, neu und alt, nehmen sich glücklicherweise nicht viel.

 

Arbeitsaufwand

Hier liegt klar einer vorn: Mannheim. Der ganze Stoff einer handelsüblichen Hochschule, gepresst in drei Monate. Für denselben Stoff also nur die Hälfte der Zeit, das heißt, dass man im Regelfall von 8.30 Uhr bis 16 Uhr in der Uni ist - mit nur einer, größeren Pause. Nacharbeitungszeit daheim noch nicht eingerechnet. Hinzu kommt die Anwesenheitspflicht. Die morgendliche Entscheidung, ob man noch weiterschläft oder doch lieber aufsteht, wird einem so abgenommen. Zwar vermisse ich ein wenig das Ausschlafen und die freien Tage mitten in der Woche, aber so ein geregelter Tagesablauf hat auch was für sich.

Auch die Prüfungen können hier höchstens ein Mal wiederholt werden - zwei Mal weniger als an der TFH. Außerdem kann man eine geschriebene Prüfung hier auch nicht freiwillig wiederholen, um die Zensur aufzubessern.

 

 

Arbeitsweg

Google Maps berechnet für den Weg zwischen Haustür in Mannheim und DHBW 5 Kilometer Weg, in Berlin waren es mit 12,4 Kilometer mehr als doppelt soviel. Gefahren wird in beiden Fällen mit dem ÖPNV aber 35 Minuten, zuzüglich je ein paar Minütchen zum Laufen von und zur Haltestelle. Berlin ist also eindeutig schneller.
Doch in Sachen Ausblick hat Mannheim klar die Nase vorn: Während die Fenster der Berliner S-Bahn auf meiner ehemaligen Uni-Strecke meist nur Häuser zeigten, ist der letzte Abschnitt der Fahrt hier in Mannheim am Ufer des Neckars entlang. Kein sonderlich schöner Fluss, aber speziell jetzt, wenn morgens die Ufer vernebelt sind, ein malerisch-gespenstischer Anblick. Die Fußgängerbrücke an der Dualen Hochschule führt zudem über eine Ausfallstraße, die gen Osten fährt: Morgens also ein Blick auf Sonnenaufgang. Zwar auch allgemein, aber speziell in Verbindung mit dem Nebel sehr schön anzusehen. Und ob man in einer Mannheimer Straßenbahn oder in der Berliner S-Bahn morgens im Berufsverkehr kuschelt, macht keinen Unterschied.

 

Sonst so

  • Architektur: Hier ists schöner.
  • Ausstattung: Besser.
  • Klassen: mit 29 Studenten deutlich kleiner. Außerdem bleiben wir bis zum Ende des Studiums eine Klasse.
  • Mensa: Gleich teuer, aber schöner und reichhaltiger. Hier gibts sogar Cocktails.
  • Ausblick: Ebenfalls besser. Blick aus dem Fenster aufs Maisfeld. Da wir außerdem direkt am und in der Einflugschneise des Mannheimer Flughafens liegen, können wir den Piloten fast in die Augen gucken. Zum Glück landen hier nur kleine Business-Maschinen.
  • Umfeld: Aldi, Lidl, Edeka, Bäcker mit Studentenrabatt.

 

Fazit

Obwohl einiges noch offen ist, wie noch nicht gehabte Fächer, die Prüfungszeiten, die Praxiseinsätze. Im großen und ganzen bereue ich den Uniwechsel trotz einiger Wermutstropfen nicht. Im Gegenteil.


(Posted in Leben im Quadrat)
Kommentare hinterlassen

Unbenannter Kommentar23.10.2009
das ist doch gut zu wissen :-) jetzt musst du nur noch neue Bude mit alter Bude vergleichen xD

das Hochschulsystem ist wohl wie an meiner Hochschule. tjaaa, nix mehr mit ausschlafen :P :D aber hat ja auch was gutes, wird man nich faul
Posted von Schwesterlein

neues Leben26.10.2009
.. es tut gut Deine Zeilen zu lesen, Du darfst aber auch traurig sein, das gehört dazu, aber so wie Du haben ganz viele angefangen, ja ich auch!, muß durch Dich wieder an meine Zeit denken, war nicht einfach aber doch irgendwie ok, schreib ruhig weiter, wir lesen gerne Deine Zeilen, liebe Grüße, Du wirst schon wissen, woher :-)
Posted von Anonymous

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