
Manchmal weiß man nicht, was man kochen soll. Mein Tipp: einen Blick in den Tiefkühler werfen. Längst Vergessenes kommt zutage und mancher Rest, mit dem sich ein tolles, neues Gericht zaubern lässt.
Gestern fand ich eine Tiefkühldose (!) mit Hühnerleber-Pilz-Farce, die von einem Gästeessen übrig war. Ich wusste nicht mehr genau, wie ich die Farce gewürzt hatte, und als sie aufgetaut war, schmeckte sie pfefferig nach Hühnerleber, Portwein, Röstzwiebeln, und Steinpilz - wie geschaffen zum Füllen von Ravioli!

Der Teig war schnell geknetet: 300 g italienisches Hartweizenmehl, 3 kleine Eier, eine gute Prise Salz, 2 EL Olivenöl und so viel Wasser ( bei mir 4 bis 6 EL), dass in der Maschine in 10 min. ein fester Teig daraus wird. Die Menge hätte für 6 Personen gereicht. In Folie eingeschlagen ruht er dann 30 min. im Kühlschrank.
Dann wird der Teig mit der Nudelmaschine in dünne Bahnen gerollt. Mit viel griffigem Mehl auf der Arbeitsfläche ist das kein Problem. Nach 2x Stufe 4 fand ich den Teig dünn genug: man konnte schon durchgucken, er ließ sich aber noch einfach verarbeiten.
Mit einem Ausstecher, wie man sie in Italien auf jedem Markt bekommt (bei den Haushaltswarenhändlern, in deren Ständen ich tagelang stöbern könnte) werden aus den Teigbahnen Kreise von ca. 8 cm Durchmesser. Natürlich kann man auch ein Glas zu Ausstechen nehmen. Aber dann erinnert man sich nicht an den italienischen Markt ...

Diese Teigtaler werden am Rand mit Eiweiß bestrichen, ein Klecks der Hühnerfarce kommt in die Mitte, alles wird eingefaltet und am Rand gut verschlossen - das hält. Ich finde, einfacher und schneller lassen sich Ravioli nicht füllen.
Und sie sehen auch gut aus. Auf Mehl gelagert und abgedeckt, damit sie nicht austrocknen, warten sie, bis das Salzwasser kocht.
Das Wasser sollte gut gesalzen sein (mindestens 15 g Salz auf den Liter). Nach 4-5 Minuten sind die Ravioli gar, haben aber noch etwas Biss.

Während die Ravioli kochen, kann man Butter oder Olivenöl heiss werden lassen und röstet ein paar Salbeiblätter, fein geschnitten, darin. Vielleicht noch ein paar Würfel Chili dazu? Oder statt der Salbeiblätter Petersilie?

Jedenfalls kommen die leicht abgetropften Ravioli vor dem Servieren noch kurz in die Pfanne zur Kräuter- Gewürz- und Fett-Mischung, werden kurz darin gewendet und schließlich mit grob zerstoßenem schwarzen Pfeffer serviert. Wer mag, gibt geriebenen Käse darüber.
Ravioli aus der Dose können ein Leckerbissen sein - jedenfalls, wenn man sie selbst macht.

































