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| Zwölf Am Nachmittag tauchte er dann bei mir auf. Ein Anruf und heftiges Knistern mit druckfrischen Euronen hatten den wilden Mann in aufgeregte Unternehmungslaune versetzt. Da stand er vor mir. In seiner ganzen Größe, seiner unnachahmlichen Präsenz und einem Gesichtsausdruck, der jeden Kundigen sofort mitteilte, dass er es hier und jetzt mit einem Fleischberg ohne einen Funken Verstand zu tun hatte. Für mich jedenfalls der richtige Mann für einen Himmelfahrtsjob. „Du musst mir helfen, Sepp“, sagte ich und machte mächtig auf wichtig. Das imponierte dem Muskelgebirge. Er zog seine Augenbrauen hoch und schaute mich durchdringend an. „Bin immer für dich da, Nelson. Auf mich kann man sich verlassen. Was soll ich für dich tun?“ Ich zählte ein paar Scheine ab und schob sie über den Tisch. Sepp steckte die Moneten ein, ohne sie abzuzählen. Er vertraute mir. Keine große Kunst, der Irre vertraut jedem. „Bei mir ist eingebrochen worden. Und ein Kunde von mir wurde kaltgemacht. Solche Sachen mag ich nicht, Sepp. Wer meinen Brötchengeber aus dem Verkehr gezogen hat, ist mir momentan noch ziemlich wurscht, aber ich will wissen, wer bei mir zu Gast war und einen ziemlich ungustiösen Saustall hinterlassen hat. Sowas schätze ich absolut nicht.“ Ich ließ meine Ansage wirken und lehnte mich zurück. „Außerdem würde mich noch interessieren, was der oder die Typen bei mir gesucht haben. Die Pornos können es nicht gewesen sein, die liegen offen auf dem Fernseher.“ Er schielte zum Fernseher hinüber und machte ein komisches Geräusch. Kannte ich schon, war seine Art von leisem, gefährlichem Lachen. Dann sah er mich lange an und zeigte mir sein imposantes Gebiss. „Bisschen viel will der kleine Nelson wissen, für die paar Lappen“, sagte er und rieb seinen Daumen am Mittelfinger. Na grandios, dachte ich, jetzt hat dieses Zwergenhirn auch schon die grundlegenden Umgangsformen des Kapitalismus verstanden. Eine zuviel auf die Birne und selbst so ein Heini wie Blunzensepp wird ein echtes gieriges Raffzähnchen. So seufzte ich leise vor mich hin – sein Lächeln wurde breiter, je mehr Seufz – und schob ihm noch ein paar Scheinchen über die Platte. Das machte ihn ersichtlich froh. Er war wahrscheinlich der Meinung, einen echten Superschnitt gemacht zu haben. Er stand auf, er schaute auf mich herunter und sagte: „Hör mich um, ruf dich an. Wahrscheinlich heute noch…“ und er stapfte aus dem Zimmer. Die Pornos nahm er mit. | ||
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