Vierzehn
Blunzensepp war Blunzenfett. Stammelnd würgte er sein Handy und versuchte etwas zu sagen. Es war mir klar gewesen: jeder Schein in Sepps Hand wanderte sofort über die Theke. Trotzdem, das wars mir wert. Wenn nur dieses beschissene Kopfbrummen aufhören würde. Die schwarzen Federtiere hackten in meinem Schädel herum und kümmerten sich einen nassen Furz um meine Intimsphäre.
„Hör genau zu,“ sagte Sepp, „die wollen etwas von diesem Schauspieler haben. Irgendwas, was einem Typ von ganz hoch oben bärig peinlich sein muss. Den Kasperl finden sie nicht, sie wissen aber, dass du was mit der Sache zu tun hast. Also haben sie bei dir gesucht. Logisch, oder?“
„Gar nicht logisch. Ich weiß von nichts. Wie geht es weiter?“
Pause. Würgen. Dann: „Keine Ahnung, ich geh jetzt kotzen. Ruf mich morgen an. Basta.“
Roter Knopf.
Und dann war plötzlich alles anders. Die Flügel knallten an mein Stirnbein, die Schnäbel gruben sich in meine graue Masse und mein Denken war nirgends mehr. Morgen, dachte ich, brauchst du nicht mehr anrufen, Arschloch. Morgen bin ich tot. Die Vorhänge aus schwarzer Seide verhüllten mein Gesichtsfeld und in meinen Ohren war dieses verluderte Hacken, dieses Geräusch, aggressiv und kaum auszuhalten.
Letztendlich stehe ich vor dem Spiegel. Ringe unter meinen Augen. Aussichtsloser Kampf. Die Schwarzflügelbanditen in meinem Kopf haben sich zurückgezogen. Eines Tages werde ich verlieren, sie werden mich übernehmen und ich werde nicht mehr wissen, wer ich einmal war.
Ich werde aufstehen, alles und nichts mehr wissen, werde funktionieren und endlich seelenlos sein. Ein Stück Mensch im evolutionären Viruskuchen. Ich werde aufstehen, werde an Schaufenstern vorbeigehen, werde mich anstarren und mich nicht mehr kennen.
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