Fünfzehn
Eifersüchtig wacht der große Kormoran über Milliarden bewohnbarer Planeten. Was auf diesen Planeten geschieht, geht ihn nichts an. Seine Aufgabe besteht nur darin, aufzupassen, dass sich diese Welten nie annähern oder gar begegnen.
Ich sitze seit geschlagenen 20 Minuten am Klo und versuche mir den ganzen angesammelten Frust aus dem Körper zu scheissen. Es gelingt nicht. Hose hoch und weiter im Text.
Seit dem frühen Morgen versuche ich das Stück Dummfleisch zu erreichen, aber Josef Madorner war wie vom Erdboden verschluckt. Wahrscheinlich hat er sich die Leber rausgekotzt und ist mit einem meiner Pornos eingebüselt. Ich seh ihn richtig vor mir, hunderfünfzig Kilo Muskelfleisch, schnarchend und selbstzufrieden. Neben ihm sein Mobiltelefon mit diesem grauenhaften polyphonen Gedudel. Und die Ursache dieser Dudelei bin ich. Ich rufe dich an, Blunzensepp, wach endlich auf.
Ich zähle täglich meine Sorgen…endlich, Sepp ist erwacht. Ich springe auf mein Handy zu und drücke den grünen Knopf.
„Nelson?“ Keine Spur von Sepp. Ich erkannte die Stimme sofort. Das war sie. Die Unglaubliche. Die Frau aus dem Cafe Edlinger.
Ich versuchte vollkommen cool zu bleiben. Trotzdem drückte ich unwillkürlich mein Handy fester an mein Ohr.
„Was kann ich für sie tun, Madame?“ fragte ich so beiläufig, wie es nur möglich war.
„Hast du Berghofer gefunden?“
„Keine Spur von dem Typ. Ich versteh das nicht. Der ist doch angeblich Schauspieler. Schauspieler sind doch überall. Das ist doch ihr Beruf, oder? Die stehen doch auf Bühnen herum oder geistern in Seitenblickenmagazinen herum. Nur dieser verdammte Berghofer kommt nirgendwo vor.“
„Soweit sind wir auch“, schnarrte sie und bei ihr war selbst diese Schnarrerei erste Sahne, „aber dafür haben wir dich nicht engagiert. Du sollst diesen Vogel finden. Ich erwarte deinen Anruf bis heute Abend, meine Nummer kommt per SMS. Wir brauchen Ergebnisse, und zwar schnell. Sonst wird es für uns alle eng…“
Sie legte auf. Die SMS ließ nicht lange auf sich warten. Auf dem Display standen ihre Nummer und ein Name. Elsa Düringer. Ich küsste mein Handy und kam mir ungeheuer bescheuert dabei vor.
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