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Vierundzwanzig30.09.2009

Vierundzwanzig

„Es gibt keinen Grund auszurasten, großer Bruder“ sagte ich und wedelte mit dem Driver herum. „Ich will nur Mitglied werden in diesem erlauchten Verein…“

„Red keinen Scheiss, Nelson. Dich spucken schon die Tauben vom Dach. Hau ab. Dann ist alles gut. Dann gibt’s keinen Kratzer im Lack.“

Er meinte nicht meinen Wagen. War mir klar. Ich schwenkte den Driver nervös hin und her.

„Das hier ist Privatgrund, Schnüffler…alles was dein blaues Auge erblickt, geht dich einen Scheissdreck an, Sportsfreund. Das ist Privat. Soll ichs buchstabieren?“

„Nein, geht auch so. Verstehe deine Sprache, großer Bruder!“

„Dann ab durch die Mitte!“

„Aber ich will dazugehören. Ich hab sogar eine Golftasche samt Schläger.“

Er kam näher. Und ich stand da wie Tiger Werwasauchimmer und hatte einen schweren Driver in der Hand.

„Das ist Privat!“ röhrte er nochmal und hob seine Hände wie weiland Frankensteins Monster. „Ich will jetzt, dass du dich verdünnisierst, Nelson!“

„Privat gibt’s nicht für mich, Nudelaug. Ich bin Anarchist!“

Er kam auf mich zu und ich schlug ihm den Driver gegen das Schienbein. Keine Wirkung. Dann schlug ich das Teil gegen seine Eier. Ziemliche Wirkung. Er ging in die Knie und starrte mich ungläubig an.

Mein Gott, ist der blöd, dachte ich, und langte ihm noch eine auf den Hinterkopf. Er fiel nach vorn und blutete ein wenig. Das war genug.

Am Horizont sah ich noch, wie Sepp abzischte. Das wars also.
Das Leben – wie immer - gegen mich. Auch gut, alles bekannt, alles nichts wert.

Ich wählte die Nummer meiner Drachenlady. Und ich hörte eine Dudelei nicht weit weg von mir. Wahrscheinlich hatte sie alles gesehen, wahrscheinlich hat es ihr auch Spaß gemacht.

Sie drückte den grünen Knopf.

„Hallo?“

„Schieben sie sich diesen Mistjob wohin sie wollen, Madam. Ich bin weg vom Fenster. Sollten ich sie noch einmal sehen, drehe ich ihnen den Hals um. Das wars. Finanziell gesehen, finde ich, sind wir ungefähr pari. Leben sie wohl und sterben sie grausam, Madam.“

Roter Knopf. Ich war stolz. Setzte mich in mein schickes Wägelchen und trat aufs Gaspedal. Heim und schlafen. Das Leben ist kein Spiel für einen Menschen ohne Karten.

Die Vögel zwitscherten und die zweihunderttausendste Gehirnwindung legte sich freiwillig lahm. Mir war schlecht und schlecht war auch den Göttern die manchmal über mich wachten.

 

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