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siebenundzwanzig 2.12.2009

Siebenundzwanzig

 

Der Tunnel ist lang und hell erleuchtet. Er ist aus Kristall geschlagen und scheint langsam zu pulsieren. Auf kleinen Vorsprüngen sitzen die Vögel wie von schwarzer Tinte hingemalt und schlagen erregt mit den Flügeln.

Neben mir sitzt der Mann mit den grünen Ohrenschützern und friert.

So,“ sagt der Mann leise, „hab ich mir immer den Tod vorgestellt. Hell und kalt.“

Noch leben wir.“

Ja. Die Biester sind noch ruhig. Aber sie haben uns schon entdeckt. Ich spür das.“

Was machen sie, wenn sie unruhig werden?“

Er versucht zu lachen. Es hörte sich an, wie ein Gluckern unter tiefem Wasser.

Sie werden aufsteigen und sich dann auf den Wagen fallen lassen. Oder sie werden die Fenster zuscheißen. Dann sehen wir nichts mehr und bauen einen Abflug gerade ins Nirwana.“

Ich betrachte ihn von der Seite, aber ich kann nicht erkennen, ob er mir Mist erzählt.

Was können wir tun?“ frage ich ihn.

Wir können gar nichts tun. Du kannst was tun. Nur du.“

Ich?“

Du.“

Und was kann ich tun?“

Du kannst all das abbrechen und dann ist es vorbei. Der Tunnel wird weg sein, die Vögel werden hoch auffliegen und sich dort hin scheren, wo sie hingehören. Es ist ganz einfach. Niemand will den Streit. Die Tiere brauchen dich und du brauchst die Tiere. Sag aus und es ist aus.“

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