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neunundzwanzig18.01.2010

Neunundzwanzig

Da war der Kalender und da war meine Uhr. Und wenn nicht alles aus dem Ruder gelaufen war, hatte ich rund 39 Stunden lang geschlafen.

Die Tür war nicht zu gesperrt, aber ich war noch am Leben. Also: keine Mörder die letzten Stunden. Am Eiskasten ein Zettel, mit Magneten festgemacht: „Bin im Jop, Sepp“. Irgendwie fiel mir ein, dass er meinen Kaffeeautomaten in die Luft gesprengt hatte, aber so richtig war die Wahrnehmung nicht vorhanden. Egal. Ich war froh noch zu Leben, oder auch nicht, ich stand auf und kam mir – wie immer – vor, wie auf einem Nebenschauplatz. Ich bin immer auf Nebenschauplätzen.

Das Handy neben mir mit etlichen Nachrichten. Ich nahm die Batterie heraus und wedelte damit ein wenig herum. Vollkommen blöd. Jetzt nichts wissen, jetzt nichts tun, nur atmen und denken, was nicht einmal mich interessiert.

Und dann wieder die Idee vom Nebenschauplatz. Irgendwie war es mein Job, den anderen den Arsch auswischen, aber kein Mensch kann das machen, wenn er das Arschloch nicht findet. Also was war es, was war es, bevor ich das Dornröschen abgab?

Schob den Akku wieder ins Telefon und sofort klingelte es.

Wir haben sie nicht vergessen.“

Hab ich befürchtet...“

Sie haben lange genug geschlafen. Wachen sie auf und suchen sie unseren Freund.“

Was wollen sie eigentlich von diesem Schmierenkomödianten?“

Geht sie nichts an.“

Der Mann ist nicht zu finden. Wahrscheinlich ist er im Ausland. Auf heimischen Bühnen ist er nicht zu finden.“

Geht sie nichts an.“

Das ist doch ein Gespenst. Sie bezahlen mich für Arsch und Friedrich.“

Geht sie nichts an.“

Was soll ich tun, wenn ich ihn wirklich finde? Umblasen? Eine auf den Kürbis? Arschficken oder ins Puff? Kino oder Zirkus?“

Geht sie nichts an.“

Das ist doch...was wollen sie eigentlich von mir?“

Geht sie nichts an.“

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