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Fünf Und dann sass ich in Breitners Büro und wartete. Und wartete. Und wartete. Mir machte das nichts aus, mir ist gerne langweilig. Ausserdem wollte ich Breitner nicht die Freude machen, irgendwie flippig oder ungeduldig zu wirken. Ich wusste, dass der miese Typ mich beobachtete und versuchte vollkommen unbeteiligt zu wirken. Dann kam Breitner. Er legte einen Akt auf den Tisch und klatschte seine Handflächen auf den Tisch. „Du kannst gehen, Nelson.“ „Ich habe auf einen Kaffee gewartet.“ „Wir müssen sparen. Kaffee gibt’s nur für Massenmörder.“ „Verstehe.“ Ich nahm meine Jacke und stand auf. „Dann geh ich jetzt. Soll ich die Stadt nicht verlassen, Chef?“ Breitner verzog sein Gesicht. Marsmenschen würden diese Selbstentgleisung der Gesichtszüge für ein breites Lächeln halten, aber ich wusste es besser. Und ich wusste auch, dass es angesagt war, den Raum sofort zu verlassen. „Übrigens…die Schwuchtel hat angerufen. Es geht ihm gut.“ Breitner lächelte noch immer. „Berghofer hat angerufen?“ fragte ich. „Hat er.“ „Warum?“ „Naja, wir waren in seiner Wohnung. Das hat er wohl gemerkt.“ Natürlich hat er das gemerkt, dachte ich und machte mich aus dem Staub. Breitner und Freunde hatten sicher einen beachtlichen Saustall hinterlassen. So, dachte ich, als ich aus dem Bombastikgraupolizeigebäude trat. Irgendwie fiel mir auf, dass ich heute das erste mal das Wörtchen „so“ gedacht hatte und komischerweise machte mich dieser Gedanke glücklich. So ist das. Mein Gehirn ist einfach zu blöd für mich. Sechs Daheim. Ich öffnete den Kühlschrank und fand das Erwartete vor: Nichts. Nur meine Lesebrillen lagen im Butterfach. Keine Ahnung, wie die Dinger den Weg in meinen Frigidaire gefunden haben. Ich habe es schon lange aufgegeben, mir über den Weg zu trauen. Da sind schwarze Vögel in meinem Kopf. Kleine schwarze Vögel, die mich bewegen und mich denken. Manchmal überschreiten, nein, überfliegen sie eine diskrete Grenze in meinem Kopf und dann kann ich sie fühlen. Meistens aber sitzen die Biester nur auf hohen Telegrafendrähten und tuscheln über mich. Oder sie denken mich in eine neue Situation. Es ist nicht immer leicht, die Kontrolle in meinem Kopf zu übernehmen. Daher die Brille im Butterfach. Danke, das wars. Ich zähle täglich meine Sorgen. Das Handy. Der grüne Knopf. „Hallo?“ „Nelson Paul?“ Der falsche Doktor. In mir stieg ein kompliziertes Gefühl auf. Eine miserable Mischung aus Zorn und Elend. „Sie haben meinen Tag verdorben, Berghofer lebt, sie haben mich verarscht und jetzt lege ich auf. Es reicht mir nämlich.“ Sagte ich mit tiefer, bedrohlicher Stimme und wollte schon den roten Knopf drücken, da hörte ich Sorger noch was stammeln. „Was wollen sie noch?“ fragte ich, „Ich habe sie nicht verstanden.“ „Das ist eine komische Geschichte, Herr Paul,“ schnarrte es aus dem kleinen Lautsprecher. „Aber ich habe sie bezahlt. Und ich erwarte, dass sie in einer Stunde im Cafe Edlinger auftauchen. Ich habe ein Recht…“ „Sie können mich mal!“ Rote Taste. | ||
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