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Sieben Ganz überlegt, ganz echter Mann, ein wenig überheblich, aber mit beiden Beinen fest am Asphalt – so gefall ich mir. Aber so bin ich nicht. In mir kämpft immer der ganze Kerl mit meiner kleinkarierten Neugier. Die Neugier siegt. Natürlich, ich bins nicht besser von mir gewohnt. Das Cafe Edlinger, am Rande der inneren Stadt gelegen, hatte – ich untertreibe jetzt ein wenig – schon bessere Tage gesehen. Obs wirklich gute Tage waren, sei dahingestellt, aber bessere waren es sicher. Niemand baut absichtlich ein Cafe, dass wie ein Bastard von Puff, Männerheim und Glashaus aussieht. Kann natürlich auch sein, dass der Architekt ein irrer Cafehaushasser war und sich einen klammheimlichen Scherz mit dieser in Architektur gegossenen Scheußlichkeit gegönnt hat. Ich öffnete mit zwei spitzen Fingern die schmierige Eingangstür, kämpfte mich durch einen muffigen Scheissbraunen Filzvorhang und stand plötzlich vor einem kleinen Männchen in einem viel zu großen Smoking, der aufgeregt mit einer grauen Serviette vor meinem Gesicht herumfuchtelte. „Sind sie Herr Paul?“ fragte er mit wirrem Gesichtsausdruck. „Werde ich schon erwartet?“ fragte ich honigsüß zurück. „Herr Doktor Sorger, denk ich mal.“ „Doktor Sorger? Kenn ich keinen, aber die junge Dame am letzten Tisch hat schon einige Male nach ihnen gefragt. Und ich will ja nichts sagen, aber eine Frau wie diese lässt man doch nicht warten…“ Er kicherte blödsinnig und legte seine Stirn in schamhafte Falten. Und dann sah ich sie und begriff, was dieser komische Bedienungskörper meinte. Dort sass er und nippte an seinem kleinen Braunen: der fleischgewordene Traum des Detektivs. Die Diva in schwarzem Leder. Es ging ein süßer Duft von ihr aus und hinter ihr strahlte die abgefuckte rote Pufftapete wie eine Showtreppe aus tausenundeiner Nacht. Sie lächelte und sie lächelte mich an. In mir wurden Bereiche wach, von denen ich nicht einmal mehr wusste, dass es sie gab. | ||
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