unbenannt

R.M.R. Ich fürchte mich so

18:48, 11.11.2008 0 Kommentare Link
Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus.
und hier ist Beginn , und das Ende ist dort.

Mich bangt auch ihr Sinn , ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war ;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.

Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an : sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir all die Dinge um

R.M.R. 90 gedichte

R.M.R. Wir sind ganz angstallein

18:45, 11.11.2008 0 Kommentare Link
Wir sind ganz angstallein,
haben nur aneinander Halt,
jedes Wort wird wie ein Wald
vor unserm Wandern sein.
Unser Wille ist nur der Wind,
der uns drängt und dreht;
weil wir selber die Sehnsucht sind,
die in Blüten steht.

R.M.R. Vom Alleinesein

R.M.R. Wie meine Träume nach dir schrein

18:41, 11.11.2008 0 Kommentare Link
Wie meine Träume nach dir schrein.
Wir sind uns mühsam fremd geworden,
jetzt will es mir die Seele morden,
dies arme, bange Einsamsein.

Kein Hoffen, das die Segel bauscht.
Nur diese weite, weiße Stille,
in die mein tatenloser Wille
in atemlosem Bangen lauscht.

R.M.R. Vom Alleinesein

R.M.R. Die Stille

18:35, 11.11.2008 0 Kommentare Link
Hörst du Geliebte, ich hebe die Hände-
hörst du; es rauscht...
Welche Gebärde der Einsamen fände
sich nicht von vielen Dingen belauscht?
Hörst du, Geliebte, ich schließe die Lider,
und auch DAS ist Geräusch bis zu dir.
Hörst du , Geliebte, ich hebe sie wieder...
...aber warum bist du nicht hier.

Der Abdruck meiner kleinsten Bewegung
bleibt in der seidenen Stille sichtbar;
unvernichtbar drückt die geringste Erregung
in den gespannten Vorhang der Ferne sich ein.
Auf meinen Atemzügen heben und senken
die Sterne sich.
Zu meinen Lippen kommen die Düfte zur Tränke,
und ich erkenne die Handgelenke
entfernter Engel.
Nur die ich denke : Dich
seh ich nicht,

R.M.R. Vom Alleinesein

R.M.R. Einsamkeit

18:32, 11.11.2008 0 Kommentare Link
Die Einsamkeit ist wie ein Regen,
Sie steigt vom Meer den Abenden entgegen;
von Ebenen, die fern sind und entlegen,
geht sie zum Himmel, der sie immer hat.
Und erst vom Himmel fällt sie auf die Stadt.

Regnet hernieder in den Zwitterstunden,
wenn sich nach Morgen wenden alle Gassen
und wenn die Leiber, welche nichts gefunden,
enttäuscht und traurig von einander lassen;
und wenn die Menschen, die einander hassen,
in EINEM Bett zusammen schlafen müssen;

dann geht die Einsamkeit mit den Flüssen...

R.M.R.-Vom Alleinesein

R.M.R. Erinnerung

18:29, 11.11.2008 0 Kommentare Link
Und du wartest, erwartest das Eine,
das dein Leben unendlich vermehrt;
das Mächtige, Ungemeine,
das Erwachen der Steine,
Tiefen, dir Zugekehrt.

Es dämmern im Bücherständer
die Bände in Gold und Braun;
und du denkst an durchfahrene Länder.
an Bilder , an die Gewänder
wiederverlorener Fraun.

R.M.R.- Vom Alleinesein

R.M.R. Die Einsamkeit ernst nehmen

18:27, 11.11.2008 0 Kommentare Link
An Reinhold von Walter, 21 Oktober 1907
Auch eine meiner Lieblingsstellen

Vielleicht noch den Rat, die Einsamkeit ernst zu nehmen und, wenn immer sie kommt,
als Gutes zu empfinden. Dass andere sie nicht erleichtern, liegt weniger an ihrer
Teilnahmslosigkeit und Verschlossenheit als vielmehr daran; dass wir wirklich unendlich allein sind,
jeder, und unerreichbar bis auf sehr seltene Ausnahmen. Damit muss man sich einrichten.
R.M.R.-Vom Alleinesein

R.M. Rilke Der Bach hat leise Melodien

18:24, 11.11.2008 0 Kommentare Link

Der Bach hat leise Melodien,
und fern ist Staub und Stadt.
Die Wipfel winken her und hin
und machen mich so matt.

Der Wald ist wild, die Welt ist weit,
mein Herz ist hell und groß.
Es hält die blasse Einsamkeit
mein Haupt in ihrem Schoß

R.M.Rilke- Vom Alleinesein.

Rainer M. Rilke: Ich weiß, dass ich mein Leben nicht herausschneiden kann

18:20, 11.11.2008 0 Kommentare Link
Ist zwar kein Gedicht, jedoch eine meiner Lieblingsstellen im Buch.
An Lou Andreas-Salomé, 11. August 1903

Ich weiß, dass ich mein Leben nicht herausschneiden kann aus den Schicksalen,
mit denen es verwachsen ist ; aber ich muss die Kraft finden, es ganz, wie es ist, mit Allem,
in eine Ruhe hineinzuheben, in eine Einsamkeit, in die Stille tiefer Arbeitstage.

Rainer Maria Rilke- Das ist die Sehnsucht

18:16, 11.11.2008 0 Kommentare Link
Aus : Rainer Maria Rilke-Vom Alleinesein ( LIEBLINGSBUCH ;P)

Das ist die Sehnsucht: wohnen im Gewoge
und keine Heimat haben in der Zeit .
Und das sind Wünsche: leise Dialoge
täglicher Stunden mit der Ewigkeit.

Und das ist das Leben.Bis aus einem Gestern
die einsamste von allen Stunden steigt,
die, anderst lächelnd als die andern Schwestern,
dem Ewigen entgegenschweigt.

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