Feldbesetzung Northeim

Wir sind die Gruppe von Menschen, die von Samstag, den 12. April bis zum 29. April 2008 bei Northeim (Süd-Niedersachsen) ein Feld besetzt hatten, auf dem die KWS Saat AG am 29. April 2008 gentechnisch veränderte Zuckerrüben ausgesät hat!

Argumente für eine gentechnikfreie Landwirtschaft

18:38, 25.04.2008 [0 Kommentare] [Link]
Die genmanipulierten Zuckerrüben, die hier ausgesät werden sollen wurden mit einer Resistenz gegen das Unkrautvernichtungsmittel Roundup (Hersteller: Monsanto) ausgestattet. Damit soll es möglich werden, auch während der Vegetationsperiode der Zuckerrübe Unkräuter mit dem Totalherbizid Roundup zu vernichten.

Wir möchten auf schwerwiegende Risiken hinweisen, die sich aus ökologischer Sicht ergeben: Hier sind die akute Auskreuzungsgefahr und mögliche Resistenzbildung zu nennen. Die unkontrollierte Übertragung veränderten Erbgutes auf Bestände der gleichen Art und verwandter Arten ist unbestritten und hat ökologische, gesundheitliche und ökonomische Folgen, deren Ausmaß nicht abzusehen ist. Eine Auskreuzung gentechnisch veränderten Erbgutes ist nicht mehr rückgängig zu machen, da es sich in der Natur durch Pollen und Samen immer weiter verbreiten kann. Eine Koexistenz gentechnikfreier Landwirtschaft und einer Landwirtschaft, die gentechnisch veränderte Pflanzen einsetzt, ist deshalb nicht möglich!

Obwohl die Zuckerrübe im Normalfall erst im 2.Jahr blüht, bestätigen Ausnahmen wie immer die Regel. So kommt es schon im ersten Anbaujahr immer wieder zu so genannten Schossern. Auf einer überschaubaren Versuchsfläche ist das Herausreißen der Schosser von Hand kein Problem, im großflächigen Anbau wird dies jedoch unmöglich. Der eigentliche Versuch findet somit nicht in Verantwortlichkeit der KWS Saat AG statt, sondern wird erst bei der Markteinführung der Rüben stattfinden. Die Folgen sind unüberschaubar und werden auf dem Rücken von Landwirten, Verbrauchern und letztlich unserer Umwelt ausgetragen. Wir alle sind die Versuchskaninchen von Monsanto und KWS!

Neben diesen und weiteren unabsehbaren ökologischen Risiken sind gesundheitliche Folgen für Mensch und Tier nicht auszuschließen! Untersuchungen unabhängiger Forscher deuten darauf hin, dass es beim Verzehr einiger gentechnisch veränderten Pflanzen zu heftigen allergischen Reaktionen kommen kann. Auch wurden in Fütterungsversuchen an Tieren besorgniserregende Organveränderungen festgestellt. Ungeachtet solcher Forschungsergebnisse wollen Firmen wie die KWS gentechnisch veränderte Pflanzen als Nahrungsmittel einführen.

Die KWS-Zuckerrübe wurde gemeinsam mit dem US-Konzern Monsanto entwickelt. Deshalb müssten die Landwirte für jedes Kilo des ausgesäten Saatguts Lizenzgebühren an Monsanto zahlen! Der einzige Sinn der gentechnischen Veränderung an der Zuckerrübe ist die Toleranz gegenüber dem Totalherbizid Roundup. Das hat die logische Konsequenz, dass der Landwirt dann auch Roundup kaufen muss! Die Praxis hat gezeigt, dass die versprochene Reduzierung der Herbizid-Aufwandmenge nur anfangs zutrifft. Schon nach einigen Jahren, kommt es zu Resistenzen bei den Unkräutern. Dadurch müssen die Landwirte immer mehr dieses Totalherbizids kaufen. Sollten sich derart gentechnisch manipulierte Pflanzen durchsetzen, wäre eine zunehmende Abhängigkeit der praktizierenden Landwirte von einigen wenigen multinationalen Pflanzenschutzmittel- und Saatgutkonzernen nicht mehr aufzuhalten.

Aus diesen Gründen besetzten wir das geplante Gentechnik-Feld der KWS!

Für eine gentechnikfreie Landwirtschaft!


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