01.10.08 - raus aus Bilbao
9.10.2008

 Der Weg um aus Bilbao zu entkommen ist genauso ein Ritt durch die Hoelle wie der Weg hinein.

Seit ich die Karte vom Baskenland habe, bemerke ich, dass ich einen Fehler gemacht habe, ich haette von Portugalete aus gleich der Kueste folgen koennen und mir somit Bilbao erspahren.

Naja zumindest habe ich jetzt Bilbao gesehen.

Ich muss abermals durch viel Industrie und Slums, nach Stunden erreiche ich endlich wieder das Meer.

Nun erreiche ich Getxo, dies ist so eine art Nobelviertel von Bilbao, nach Getxo beginnt ein extrem schoener Abschnitt an der Kueste.

Wunderbare Straende und wunderbare Klippen begleiten mich.

Nach Stunden und schon am Abend erreiche ich einen Strand, der fuer eine Uebernachtung im Zelt geeignet scheint.

Der Strand ist von hohen Klippen umgeben, nur ein kleiner Weg fuehrt hinab zu diesen prachtexemplar der Natur.

Ich verziehe mich in die hinterste Ecke des Strandes.

Riesige Wellen machen sich an den massiven Steinen zu schaffen, in der Luft liegt ein Nebelschleier, der durch die wilde Brandung entsteht.

Ich lege mich auf einen gigantischen Felsen und beobachte das Meer mehrere Stunden lang, da ich mein Zelt erst bei Dunkelheit aufbauen moechte.

Nun hat die Daemmerung eingesaetzt, die Stimmung hier in dieser Bucht ist extrem surreal, der Horizont ist nun dunkelrot und am offenen Ozean sehe ich viele Lichter die vermutlich von Schiffen stammen.

Das Ambiente in dieser Bucht ueberwaeltigt mich total und laesst mich die kaelte vergessen die mich schon seit Stunden zum zittern bringt.

Ich baue das Zelt in gebuehrender Entfernung zu den Klippen und zum Meer auf und hoffe, dass mich kein Sturm heimsuchen wird.

Lg Andreas

Geschrieben von Andreas um 19:06
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30.09.08 - Bilbao
9.10.2008

Von Pobena fuehrt mich ein Radweg bis nach Portugalete.

In Portugalete finde ich ein riesiges Einkaufscentrum (Centro Comercial), in dem ich mir um 23€ ein Zelt kaufe, da ich nun den Camino voellig verlassen moechte (die naechsten 80 km).

Auf den Weg den ich gehen moechte gibt es keine Herbergen, die meisten Herbergen haben sowiso schon zu.

Ab Portugalete wird es haarig, denn es warten ca. 15 km Industrie und Slums auf mich.

Die folgenden Stunden sind wirklich hart, ich laufe planlos durch Industrie und wirklich haessliche Slums.

An einer Tankstelle kaufe ich mir eine Karte von Bilbao, die mir neue Hoffnung gibt.

Mit Hilfe der Karte, bahne ich mir einen Weg durch das Chaos dieser Stadt.

Endlich ist die Herberge in Sicht, deren Erreichung sich als kompliziert gestaltet, da mir von meiner Position aus eine Autobahn den Weg versperrt.

Bald ist auch dieses Problem behoben und zu meiner Ueberaschung, ist sogar noch ein Bett frei.

Bilbao hat mir viel Kraft gekostet und ich habe keine Lust diese Statt zu erkunden.

Nach einen kurzen Weg zum Supermarkt, ist der Tag fuer mich gelaufen.

Lg Andreas  

Geschrieben von Andreas um 18:56
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29.09.08 - auf nach Pobena
9.10.2008

Ein paar Kilometer nach Castro beginnt das Baskenland und mit dem Baskenland, beginnen auch die wirklich anstrengenden Berge.

Die Gegend ist jedoch schoen uns es macht spass hier zu laufen.

Ich finde einen beeindruckenden Kuestenweg, der mich bis nach Pobena fuehrt.

Die Herberge hat wie viele andere bis zum 30 September geoeffnet, die Hospitaliera macht ihren Job als Freiwillige und spricht sogar Englisch.

Als ich ihr sage, dass ich schon am Rueckweg bin, habe ich einen Stein bei ihr im Herzen. Sie stopft mich mit Essen voll und gibt mir ca. 4 Stunden lange Tipps wie ich die letzten 200 km am besten schaffe.

Am Abend gehe ich noch Pobena erkunden.

Pobena ist total auf Tourismus ausgelegt, der Strand besteht aus roten Sand und die Berge rund um Pobena, geben der Atmosphaere einen besonderen Glanz.

In der naehe befindet sich eine grosse Oel-Raffinerie, die gerade ueberschuessige Gase abfackelt.

Die Feuersaeule die dabei entstaeht, laesst das ganze Tal in einen orangen Licht flackern.

Lg Andreas

Geschrieben von Andreas um 18:42
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28.09.08 - Castro
9.10.2008

Der Weg nach Castro Urdiales ist kurz und einfach, um die Mittagszeit komme ich in Castro an.

Die Herberge oeffnet erst gegen 16:00, daher habe ich noch Zeit die Statt zu erkunden.

Castro besitzt einen schoenen Strand und weiter ausserhalb finde ich beeindruckende Steilklippen.

Obwohl ich nun seit Wochen in der Naehe des Meeres bin, beeindrucken mich immer noch die Naturgewalten, wenn riesige Wellen auf Fels treffen.

Die Herberge in Castro ist in Ordnung und ich fuehle mich auf Anhieb wohl.

Am Abend gehe ich nochmal zu den Klippen am Stattrand um den Trubel zu entfliehen. (Ich sollte mich langsam wieder an Menschen und Gesellschaft gewoehnen, sonst habe ich ein Problem wenn ich heimkomme)

Die meisten Herbergen schleissen ende September, daher werden jetzt einige Probleme auf mich zukommen.

Die letzten paar Etappen nach Irun mache ich mir keinen Stress mehr und werde jede sympatische Herberge nutzen.

Von Castro aus ist Bilbao schon zu sehen, ich sehe eine riesige Stadt und viel industrie.

Ich bin froh wenn Bilbao hinter mir liegt, da mir grosse Staedte immer sehr auf die Substanz gehen.

Lg Andreas 

Geschrieben von Andreas um 18:33
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27.09.08 - eisiger Wind und Fjorde
9.10.2008

Am Morgen fegt ein eisiger Wind durch die Stadt.

Diese Gegend hier ist sehr zerklueftet, Landzungen und breite Fjorde praegen die Landschaft.

Ich bin abermals gezwungen eine Faehre von Santona nach Laredo zu nehmen (500m).

Der Strand von Loredo ist gigantisch und ich brauche mehrere Stunden um an die andere Seite zu kommen.

Nun bin ich auf der Suche, nach einer alten bekannten, der N-634.

Loredo ist gross, die vielen Menschen machen mich nervoes und die Suche ohne Stattplan ist problematisch.

Letztendlich finde ich doch was ich suche, die Strasse windet sich ueber einige Serpentienen einen Berg hoch.

Von den besagten Berg aus ist der Blick auf die Stadt einfach ueberwaeltigend.

Die folgende Gegend ist sehr bergig, zum Glueck ist die Strasse wenig befahren und es gibt einige sehr schoene Rastplaetze.

In El-Pontarron gibt es eine sehr notduerftige Herberge, ich bin zu muede um weiter zu laufen, daher quartiere ich mich hier ein.

Die Matratzen sind grau-braun vor Dreck, doch mittlerweile bin ich noch schlimmeres gewoehnt.

Der Ausblick auf den Fluss und den gegenueberligenden Wald ist toll und entschaedigt fuer die miesen Betten.

Ein Pilger hat einen Kocher mit und ein anderer schleppt einen Kilo Reis mit sich herum, daher gibt es am Abend Reis fuer alle, was fuer ein Festmahl! (das meine ich nicht ironisch)

Lg Andreas 

Geschrieben von Andreas um 18:18
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26.09.08 - Santonia
8.10.2008

Diese Nacht werde ich durch meinen vollgefressenen Bauch wachgehalten, erst in den fruehen Morgenstunden finde ich ein wenig Schlaf.

Ich breche erst sehr spaet auf, da mir hier einfach alles zu gut gefaellt.

Ich versuche Santonia zu erreichen, vor zwei Tagen haben in Santonia ETA-Terroristen die Polizeistation in die Luft gejagt.

Der Weg nach Santonia fuehrt mich zu sehr schonen Steilklippen.

In Santonia angekommen quartiere ich mich in eine Jugendherberge ein.

Ich teile mir das Zimmer mit zwei typischen alten "teetime" - Englaendern, mit denen ich mich gleich gut verstehe.

Diese Herberge hat einen tollen Trainingsraum, schade das morgen schon alles ausgebucht ist, sonst wuerde ich noch einen Tag bleiben.

Lg Andreas

Geschrieben von Andreas um 14:04
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25.09.08 - Padre Ernesto
8.10.2008

Um Punkt 08:00 werden wir von einer Putzfrau aus der Herberge geworfen. Es steht zwar angeschrieben, dass man die Herberge um acht  zu verlassen hat, doch wenn man nicht mal mehr aufs Klo gehen darf, ist das einfach nur eine Gehaessigkeit.

Ich aergere mich ueber diese hasserfuellte Putzfrau und ziehe von dannen.

Ich habe beschlossen mit eine Faehre nach Somo zu fahren, da mir eine Autobahn das weiterkommen verhindert (ca 2km).

Ich moechte heute Guemes erreichen, da mir viele Pilger erzaehlt haben, dass diese Herberge das Highlight des ganzen Camino del Norte sein soll.

In der Herberge angekommen, werde ich herzlich von Padre Ernesto empfangen.

Ich bin der erste Pilger und bekomme gleich nach meiner Ankunft, ein heftiges und sehr gutes Mittagessen.

Padre Ernesto leitet diese Herberge, er ist ein sehr interessanter und weit gereister Mensch.

Beim Essen erzaehlt er mir Geschichten von seinen vielen Reisen (Suedamerika, Afrika, Europa, Asien).

Die Waende der Herberge sind voll von Fotos, die er auf seinen Reisen geschossen hat, die Fotos von Chile (Anden) ueben eine besondere Faszination auf mich aus.

Es gibt viele Schlafreume und Betten, alles ist mit Liebe ausgearbeitet und ich fuehle mich hier auf Anhieb wohl.

Ernesto erzahlt mir, dass er von allen Laendern, die er bereist hat, Indien am Beeindruckendsten fand.

Ich esse viel zu viel, da es der Padre zu gut mit mir meint und kippe nach dem Essen, vor Ueberfressung ueber meinen Bett zusammen.

Ich werde erst am Abend munter und es ist Zeit zum Abendessen.

Mittlerweile sind auch andere Pilger eingetroffen und die Fressordie geht in die naechste Runde.

Nach dem Essen erzaehlt Ernesto, in der Atmosphaere eines Kaminfeuers die Entstehungsgeschichte der Herberge und von seinen vielen Reisen.

Die ganze letzte Woche habe ich nicht so viele gegessen wie in den letzten 12 Stunden.

Lg Andreas

Geschrieben von Andreas um 13:48
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24.09.08 - Santander
8.10.2008

Erfrischt durch eine gute Nacht breche ich nach Santander auf.

Je naeher ich Santander komme desto schlimmer wird der Verkehr.

Die Vorstaedte von Santander sind von vielen Einkaufscenteren gepraegt und viele Coches (Autos) brummen jede Sekunde an mir vorbei.

Der Verkehr ist wirklich extrem schlimm, ich muss durch viele Kreisverkehre und die Situation ist zeitweise alles andere als harmlos.

Endlich habe ich die Grosstatt Santander erreicht, die Suche nach der Herberge ist wie in jeder Grosstatt eine Katastrophe.

Dank der Touristeninformation finde ich die Herberge in einer kleinen Seitengasse.

Den Rest des Abends verbringe ich mit der Suche nach Internet.

Fuer eine riesige Statt ist Santander sehr schoen, doch bin ich zu fertig um weitere Erkundungen anzustellen.

Lg Andreas  

 

Geschrieben von Andreas um 13:40
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23.09.08 - durchs Industriegebiet
24.09.2008

Am fruehen Morgen, werde ich durch die Kaelte im Schlafraum munter.

Draussen hat es zu regnen begonnen und mit dem Regen ist ein Temperatursturz einhergegangen.

Diese Herberge ist mit einer Mikrowelle ausgestattet, was hier am Camino del Norte schon als Luxus zu bezeichnen ist; somit mache ich mir noch Tee und hoffe, dass es zu regnen aufhoert.

Nach der dritten Tasse Tee, hat sich der Himmel endlich von seiner Last befreit und ich beginne meine Wanderung.

Gegen mittag erreich ich Santanilla del Mar, eine Statt, die mir empfohlen worden ist, wegen ihren mittelalterlichen Charakter.

Santanilla ist wirklich schoen, viele alte Adelshueser und gepflasterte Wege.

Bald habe ich die Herberge gefunden, doch diese oeffnet erst am Abend; somit habe ich noch Zeit die Statt auf mich wirken zu lassen.

In dieser Statt wimmelt es von Touristen und die ganze Infrastruktur ist darauf ausgelegt, den Touristen das Geld aus der Tasche zu holen.

Die Innenstatt besteht hauptsaechlich aus Restaurantes und Konditoreien, die mit ihren jeweils eigenen Wohlgeruechen, die Touristen anlocken, so wie manches Insekt Duftstoffe verwendet um die Beute zum koedern.

Sogar mit den Parkplaetzen wird Geld gemacht, bei jeder Parkgelegenheit ist ein Einheimischer platziert, der Parkgebuehr verlangt (alte Oma mit Strickzeug -> billig).

Langsam wird mir diese Statt unsympatisch, zu hektisch und der ganze Glanz, ist mit einen unsichtbaren Schleier der Gier ueberdeckt.

Letztendlcih fasse ich den Entschluss nach Polanco weiter zu gehen, um den ganzen Trubel hinter mir zu lassen.

Am Weg nach Polanco komme ich bei einer riesigen Chemie Fabrik vorbei, der ganz andere Gerueche entweichen, als den Restaurantes in Santanilla.

Nun habe ich die Herberge in Polanco erreicht, jene ist klein (6 Betten) und liegt im Industriegebiet neben der Nationalstrasse.

Trotz der schlechten Lage fuehle ich mich hier wohler, als in der Touristenhochburg.

Lg Andreas

Geschrieben von Andreas um 20:07
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22.09.08 - Comillas
24.09.2008

Heute will ich Comillas erreichen, Comillas soll eine sehr schoene Statt sein.

Wenige Stunden nach dem Start, erreiche ich San Vicente, eine schoene Hafenstatt mit zwei maechtigen Bruecken, die ueber ausbuchtungen des Meeres fuehren.

Nun habe ich Comillas erreicht, diese Statt war frueher sicher ziemlich reich, da es viele Adelshaeuser gibt.

Ich aergere mich mal wieder ueber die spanische Siesta, denn von 14:00 bis 17:00 sperren die wichtigsten Geschaefte zu.

Den Abend verbringe ich gemuetlich und entspannt.

Lg Andreas

Geschrieben von Andreas um 20:01
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