21.09.08 - buenas dias autovia (Autobahn)
24.09.2008

Diese Nacht wurde ich wieder von einen hardcore Schnarcher wach gehalten.

Ich nehme mir vor bis nach Serdio zu laufen, damit wuerde ich heute wieder auf 30 km kommen.

Die Kilometer fliegen wieder, leider habe ich vergessen, dass heute Sonntag ist und somit habe ich keine Moeglichkeit zum Einkaufen.

Endlich erreiche ich die Graenze von Asturien und Kantabrien beginnt.

Und ploetzlich bin ich in einer Situation, die mir einen gewaltigen Schrecken versaetzt.

Ich bin mitten auf der Autobahn und habe keine Ahnung wie ich auf dieser gelandet bin, ich beschliesse auf der A8 weiter zu laufen und hoffe, dass bald eine Abfahrt kommt.

Wenig spaeter ist auf der anderen Seite eine Abfahrt in Sicht.

Den akrobatischen Akt, der mich auf die andere Seite brachte, kann ich mit Worten nicht beschreiben.

Irgendwie war ich in den Moment sauer auf die Spanier, da diese nicht im Stande sind ihre Strassen richtig zu beschildern.

Nach weiteren harten Kilometern, komme ich in Serdio an.

Als die Hospitaiera sieht, dass ich 3 Pilgerpaesse habe, will sie unbedingt ein Foto von mir schiessen.

Nach dem Foto-shooting koche ich mir ein gutes Sueppchen, um das mich alle beneiden.

Lg Andreas

 

Geschrieben von Andreas um 19:51
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20.09.08 - ca. 2 Wochen mehr
24.09.2008

Als ich am Morgen aufwache, ist die Herberge bereits komplett verlassen.

Ich beschliesse Llanes zu erreichen, was einen 35 km Marsch bedaeutet.

Der Tag scheint mit fuer eine lange Wanderung geeignet, denn es steht keine einzige Wolke am Himmel.

Es geht ein kalter Wind, der mir dank Schal und Stirnband nichts anhaben kann.

Die Kilometer fliegen dahin und am Abend stehe ich in Llanes.

Es gibt hier keine Pilgerherberge, somit muss ich mir wieder ein billiges Privatquartier suchen.

Am Rande der Statt finde ich eine Unterkunft fuer 12€, die einer Pilgerherberge aehnelt.

Nach dem Essen, dass ich mir am Boden zubereiten musste, da es hier keine Tische gibt, beantrage ich eine Verlaengerung, da ich noch Irun (Fr. Grenze) erreichen will.

Lg Andreas

Geschrieben von Andreas um 19:44
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19.09.08 - negativ Denken
24.09.2008

Gestern habe ich eine e-mail erhalten, deren Botschaft es war, nicht so negativ zu denken, da anscheinend mein Blog dahingehend interpretiert wurde.

Ich muss dazu sagen, dass ich viel weniger negativ denke als frueher.

Diese Interpretation ist dadurch entstanden, weil ich zumeist meine koerperlichen Empfindungen und die Umgebungsbeschreibung, in meinen Blog zum Besten gebe.

Ich wandere hier nicht am Camino del Norte, ich bin gezwungen, meine eigenen Caminos ueber die Strassen zu finden.

Das Wandern auf den Strassen ist nun mal auslaugender als das Wandern in der Natur.

Nun ist es Herbst, es regnet viel, es ist kalt und die Herbergen sind auch nicht mehr wie Sand am Meer vorhanden.

Daher ist es auch nicht verwudnerlich, wenn sich meine Schilderungen ueber meinen koerperlichen Zustand bzw. Empfindungen, eher negativ anhoeren.

Hier am Camino del Norte, erschliesst sich mir eine Moeglichkeit, die ich am Camino Frances nicht hatte, ich bin hier jeden Tag alleine und selbst die Herbergen werden immer leerer.

Durch dieses alleine Sein, habe ich viel mehr Zeit mich mit meinen Gedanken, meinen Inneren und meinen Gefuehlen auseinder zu setzen und zu analysieren.

Dieses Tun, was erst hier moeglich geworden ist, war eines der Hauptgruende, warum ich auf den Camino gegangen bin.

Ich habe die letzten paar Wochen viel ueber mein Inneres erfahren und bin darueber sehr gluecklich.

Mir geht es seelisch und geistig blendend und ich bin sehr froh.

Der Grund, warum ich diese Vorgaenge nicht in meinen Blog schreibe ist der, weil ich diese nicht oder noch nicht Verstehe.

Die Aenderung des seelisch/geistigen Zustandes kann ich hoechstens in einen Vergleich wiedergeben; zuerst gab es einen Komposthaufen, jetzt gibt es einen Komposthaufen auf dem langsam Blumen wachsen.

Langsam erahne ich, wodurch dies ausgeloest wird.

Wer vieles materielle besitzt und seine Sinne immer bis zum Anschlag saettigt, fuehlt bald keine Freude mehr.

Durch die vielen Entbaehrungen hier, fuehle ich Freude fuer Dinge denen ich frueher nicht die geringste Beachtung geschenkt habe.

Mir scheint, die Kunst am Besitz, ist besitzen, ohne vom Besitz besessen zu sein. :-)

Ich fueher ein zweites Buch mit all diesen Erkenntnissen, dies werde ich jedoch nicht (oder noch nicht blogen).

So, dies war ein kleiner Ausschnitt von meinen inneren Vorgaengen, gewidmet fuer alle Leute, die denken, dass ich den Camino negativ auffasse.

Und nun zu meinen heutigen Tag, die Nacht war angenehm und erhohlsam, da wir nur zu zweit in einer grossen Herberge waren.

Am Morgen hat es geregnet und der Nebel lag schwaer in den Taelen.

Ich gehe heute nur 13 km nach San Estaban, da ich etwas Regeneration brauche.

Am Nachmittag komme ich ohne weitere Komplikationen in San Estaban an.

Die Herberge ist sauber und schoen und den rest des Tages werde ich zum Entspannen verwenden.

Lg Andreas 

Geschrieben von Andreas um 19:18
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18.09.08 - Stranddoerfchen, "La Isla"
18.09.2008

Die Nacht im Hostal, war von der Schlafqualitaet her, gar nicht so schlecht.

Meiner Erkaeltung, wahrscheinlich war es nur eine Ueberanstrengung, geht es auch schon besser.

Ab jetzt gibt es auch wieder mehr Herbergen, somit sollten solche Faelle nicht mehr eintreten.

Heute wird La Isla in Angriff genommen.

Die Gegend hat sich zum gestrigen Tag kaum geaendert, die Wasserversorgung jedoch, ist problematisch und ich bekomme die ersten 20 km kein Wasser.

Die neuen Schuhe bereiten mir Schmerzen, ich hoffe, dass ich diese Teile bald eingelaufen habe.

Mittlerweile ist mein Koerper gegen Hunger und Durst resistent geworden, meine Schmerzgrenze hat sich nach oben verschoben und mein Wille, etwas zu erreichen, hat sich auch vervielfacht.

La Isla liegt am Meer und ist ein schoenes kleines Stranddoerfchen.

Ich habe wieder mal Glueck, denn kurz nach dem Betreten der Herberge beginnt es zu regnen.

Lg Andreas

 

Geschrieben von Andreas um 21:08
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17.09.08 - Schuettelfrost
18.09.2008

Am Morgen werde ich durch einen Schuettelfrost munter.

Gestern hat den ganzen Tag ein Sturm durch die Statt gefegt, dieser hat mir wohl nicht gut getan.

Ich habe eine Erkaeltung und leichtes Fieber, beschleisse dennoch zu starten.

Heute geht weder der Wind, noch ist es kalt und nach kurzer Zeit bessert sich mein Zustand ein wenig.

Die neuen Schuhe sind noch nicht eingelaufen, daher beginnen meine Beine nach den ersten 10 km heftig zu schmerzen.

Ich muss mein Tempo reduzieren, um mich nicht voellig an meinen neuen Schuhen und an meiner Erkaeltung zu zerstoeren.

Die N-632 ist hier wenig befahren, die Gegend besteht hier hauptsaechlich aus Eukalyptuswald und manchmal komme ich durch kleine Bauerndoerfer.

Nach ca. 30 km komme ich in der Statt "Villaviciosa" an.

Die naechste Herberge ist noch 8 km entfernt, doch ich bin erledigt.

In der Altstatt finde ich ein Hostal und naehme mir fuer 20 € ein Zimmer.

Im Zimmer gibt es ein kleines Fenster, dass sich nicht ganz schliessen laesst und draussen findet eine Fiesta statt (GUTE NACHT!)

Lg Andreas

Geschrieben von Andreas um 20:58
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16.09.08 - Gijon, einkauf Tag
18.09.2008

Ich werde sehr frueh munter, obwohl ich heute die Gelegenheit zum Ausschlafen habe.

Nach einer langen erholsamen Dusche, gehe ich Gijon erkunden, um alles zu erledigen, was ich mir vorgenommen habe.

Nicht weit von der meiner Pension, finde ich eine Post und schicke die Compostella + Zelt nachhause.

Als naechstes muss ich mir Wanderstiefel und dicke Socken kaufen, da ich meine Stoffschuhe fast ganz und 3 paar Socken komplett durchgelaufen habe.

In einen Einkaufszentrum werde ich fuendig, obendrein gibts noch Internet.

Waehrend der Siesta haben die meisten Shops geschlossen und ich nutze die Zeit, um die Sehenswuerdigkeiten zu erkunden.

Nach der Siesta, finde ich in der Zentralbibliothek, eine Ecke mit deutschen Buechern und lege mir  Siddhartha von Herman Hesse zu.

Jetzt brauche ich nur noch einen Schal und ein Stirnband, da die Herbstwinde hier am Atlantik ziemlich uebel sein koennen und bald halte ich jene in meinen Haenden.

Morgen steht mir laut Reisefuehrer die schwerste Etappe vom ganzen Nordweg bevor, da fuer 38 km keine Herberge kommt, und auch sonst die Infrastruktur sehr schlecht ist.

Ich hoffe, dass mich meine neuen Turbostiefel, ohne Komplikationen an mein Ziel tragen.

Lg Andreas

 

 

Geschrieben von Andreas um 20:45
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15.09.08 - Scilent Hill
16.09.2008
Heute will ich von Aviles in die naechste Grosstatt namens Gijon gehen.

Zwischen Aviles und Gijon liegen 20 km Industriegebiet der feinsten Sorte.

Ich glaube die ganze Industrie hier ist auf die Stahlherstellung ausgerichtet.

Je weiter ich mich von Aviles, auf der AS-19 wegbewege, desto mehr gigantische Schornsteine ragen in den Himmel.

Aus jeden Schornstein steigt entweder schwarzer oder weisser Rauch auf, und von einen kleinen, boesartig wirkenden Schornstein, steigt gelber Rauch in den Himmel.

Neben mir hieft ein gigantischer Kran, eine Stahlplatte, die dopelt so dick ist wie ich und vermutlich gerade aus dem Walzwerk kam, auf einen Zug.

Diese Gegend ist von einen schwefelartigen Gestank erfuellt.

Zwischen den riesigen, surreal wirkenden Fabrikshallen, stehen immer wieder einzelne verlassene Bauernhaeuser, denn viele die in dieser Gegend gewohnt haben sind gefluechtet.

Ganze Geisterdoerfer, die mit einen schwarzen Ueberzug aus Staub bedeckt sind, saeumen meinen Weg.

Der Strassenrand ist auf der ganzen Strecke mit schwarzen, vulkanisch wiekenden Sand bedeckt.

Vermutlich ist der schwarze Sand ein Teil der Schlacke, die beim Abtransport von den zahlreichen LKWs faellt.

Jede Minute donnern viele schwer beladene Trucks an mir vorbei.

Als ich bei einen Bus-Haeuschen eine Pause machen will, merke ich, dass sogar im Inneren eine dicke schwarze Staubschicht liegt. (da hat wohl schon laenger niemand auf den Bus gewartet)

Zu meiner linken liegt nun ein Geiserbahnhof, diese Gegend wirkt so surreal, dass ich mich irgendwie in den Film Scilent-Hill versetzt fuehle.

Nun kommt Gijon immer naeher und die Industrie nimmt ab.

Gijon ist eine sehr grosse Statt und am Anfang ist es schwer fuer mich die Orientierung zu finden.

Ein Pilger hat mir gestern gesagt, dass in der "Pension Argentinia" ein Zimmer nur 12 € kostet.

Die Pension ist auf der anderen Seite der Statt und es dauert 3 Stunden bis ich endlich davor stehe.

Das Zimmer ist staubig, das Bett ist dreckig, der Spiegel ist verschmiert, doch zum Glueck hat das Zimmer kein Fenster, sonst wuerde ich vieleicht noch mehr sehen.

Die Kueche darf ich nicht verwenden, daher mache ich mir eben im Zimmer was zum Essen und die Komode muss zum Zwiebelschneiden herhalten.

Ich werde hier noch einen weiteren Tag bleiben um diverse Einkaeufe zu erledigen.

Lg Andreas
Geschrieben von Andreas um 12:18
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14.09.08 - ca. 40 km nach Aviles
16.09.2008
Ich weis nicht warum, doch in der letzten Zeit schlafe ich nur sehr seicht. Ich kann mich an die meisten Traeume erinnern, was kein Indikator fuer den regenerativen Tiefschlaf ist.

Vieleicht ist auch die Kaelte schuld, die hier in den Bergen, am Abend und in der Nacht manchmal sehr heftig wird.

Die Schlafraeume sind alle ungeheizt, vielecht sollte ich in meiner Gore-Tex Jacke schlafen (wie in Island).

Ich habe gehoert, dass der Hospitaliero von "Estaban de Pravia" im Urlaub ist, daher stehen heute ca. 40 km nach Aviles auf dem Programm.

Diesen Tag laufe ich komplett auf der N-632.

Kurz vor Aviles droht mir die Kraft auszugehen, doch ich kann hier mitten auf der Strasse keine Pause machen.

Die Muskeln in den Beinen brennen und stechen fuerchterlich, der Ruecken ist total verspannt und jeder weitere Schritt kostet mich viel Ueberwindung.

Endlcih ist die Abfahrt nach Aviles angeschildert, 800m, 500m und rechts abbiegen, nur ich bin auf der linken Seite. Daher 10 Minuten warten, bis ich verkehrstechnisch endlich ueber die Strasse sprinten kann und ab nach Aviles.

Als ich in Aviles ankomme und noch dazu gleich eine Sitzgelegenheit sehe, faellt mir ein Stein vom Herzen (oder von den Beinen).

Die Suche nach der Herberge ist wieder mal eine Katastrophe, denn saemtliche Beschilderungen sind fuer Pilger gemacht, die den Weg in die "richtige" Richtung gehen.

Ein freundlicher Zigarren rauchender Opa hat erbarmen mit mir und bringt fuehrt mich zur Herberge.

Weiteres Programm: duchen, essen, schlafen.

Lg Andreas
Geschrieben von Andreas um 12:02
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13.09.08 - Der Herbst setzt ein!
16.09.2008
Der Schlaf in der Schimmelherberge, war nicht sehr erholsam, da es fuerchterlich kalt war und obendrein noch gestunken hat.

Die ganze Nacht hat es geregnet, doch kurz vor meinen Aufbruch, hoert es zum Glueck ploetzlich auf.

Die Strasse auf der ich mich heute befinde (alte N-632), ist sehr verkehrsarm.

Es stehen dicke Wolken am Himmel, doch es bleibt trocken.

Die Gegend hier ist dicht bewaldet und sehr huegelig.

Ich laufe viele Serbentienen auf und ab, waehrend mich seit Stunden der eukalyptus Wald mit seinen markanten Duft verwoehnt.

Die Herberge in "Soto de Luina" ist wieder in einer alten Schule untergebracht und gegen das Schimelhaus ein echter Luxus.

Ich merke langsam, dass der Herbst einsetzt, denn das wechselhafte Wetter macht mir zu schaffen.

Lg Andreas
Geschrieben von Andreas um 11:55
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12.09.08 - Regen Regen Regen
16.09.2008
Am Morgen regnet es wieder. Der Regen ist momentan mein groesster Feind, da mir bei Regen viel schneller die Kraft ausgeht wie bei Sonnenschein.

Viele Pilger haben mich vor Cadavedo gewarnt, da diese total verschimmelt sein soll.

Als ich in Cadavedo ankomme, schuettet es wie aus Eimern.

Meine Schuhe sind wieder komplett nass, meine Zaehen frieren und mir fehlt die Kraft 25 km nach "Soto de Luina" zu gehen.

Die Herberge in Cadavedo ist offen und zur Begruessung lacht mir der Schimmel entgegen.

Wenn in Oesterreich Tiere in so einen Haus gehalten werden wuerden, wuerde der Tierschutzverein bald mit einer dicken Klage vor der Tuere stehen.

Als ich etwas gegessen habe, will ich weitergehen, da es zu regnen aufgehoert hat.

Wenige Meter vor dem Haus beginnt es wieder heftig zu regnen und ich beschleisse doch im Schimmelhaus zu bleiben.

Fuer das naechste Abentueuer weis ich jetzt, dass ich unbedingt eine wasserdichte Stiefel brauche.

Wenn das Wetter gut ist, sind meine Stoffschuhe ja toll, nur wenn es schuettet, wird das laufen zu einen Horrortrip.

Ich hoffe, dass ich in Gijon einen Tracking Store finde.

Lg Andreas
Geschrieben von Andreas um 11:45
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