01.09.08 - 2 Monate auf dem Tripp
2.09.2008

Heute bin ich genau 2 Monate unterwegs. Die Zeit ist sehr schnell vergangen, denn irgendwie kommt es mir so vor, als ob erst eine Woche vergangen ist.

Ich habe natuerlich massive Schmerzen in den Beinen, da ich gestern zwischen 40-50 km gelaufen bin.

Am Hinweg habe ich nur drei Pilger getroffen die zurueck gegangen sind, alle drei hatten irgendwie einen geistesabwesenden, abgeschotteten Ausdruck im Gesicht und nun wies ich auch warum. Am Weg zurueck, treffe ich jeden Killometer auf einen ganzen Haufen Pilger und die meisten reagieren mit Erstaunen und anderen Emotionserruptionen auf mein reverses Verhalten. Viele  wollen mich darauf aufmerksam machen, dass ich in die falsche Richtung gehe, ich sehe neidige und ehrerbietende Blicke. Eine Zeit ist dies ja ganz lustig, doch wenn man das Tag fuer Tag hat, muss man sich irgendwie abkapseln, um keinen Schaden zu nehmen.

Ich schleppe mich bis nach Santa Irene, dort wo ich das erste mal im Regen geschlafen habe, weil die Herberge voll war.

Die Herberge ist noch fast leer und ich werde den heutigen Tag, stressfrei verlaufen lassen.

Lg Andreas

 

Geschrieben von Andreas um 15:17
Kommentare (0)

31.08.08 - Santiago #2
2.09.2008

Die Nacht war sehr nachteilhaft fuer meinen Schlaf, denn ein paar Pilger machten die halbe Nacht Party. Vor 2 Wochen haben wir Party gemacht, deswegen unterlasse ich eine Konfrontation mit denen.

Am Weg zurueck nach Santiago verlaufe ich mich oft, da wie gesagt, der Rueckweg ueberhaupt nicht markiert ist und viel zu viele Weggabelungen vorkommen.

Endlich in Santiago angekommen, habe ich mit dem Verlaufen, ca <40 km in den Beinen.

Santiago ist laut und all die Massen an Menschen machen mich nervoes.

Ich habe nicht vor, mir hier in Santiago eine Herberge um viel Geld zu nehmen, da ich mich sowiso nicht in das Getuemmel werfen will.

Der naechste Anlaufpunkt ist eine riesiege Herberge mit ca 800 Betten. In dieser Herberge habe ich bein Hinweg schon geschlafen.

Ich mobilisiere meine Reserven um den Berg "Monte de Gozo" zu erklimmen, auf den die Herberge erbaut wurde.

Endlich stehe ich vor dem Eingang der Herberge, meine Knie zittern und es geht mir ueberhaupt nicht gut.

Der Hospitaliero ist zum Glueck noch da und nach 15 Stunden laufen, lege ich zum ersten mal den Wanderstab aus der Hand.

Ich bin voll erledigt, als ich mich in den Spiegel schaue, bemerke ich dicke Augenringe. Irgendwie habe ich das Gefuehl, wenn ich es schaffe diese 2000km zu laufen, kann ich alles schaffen.

Lg Andreas

 

Geschrieben von Andreas um 15:02
Kommentare (0)

30.08.08 - braune Matratzen, lecker :-)
2.09.2008

Heute habe ich zur Abwechslung wieder mal gut geschlafen.

Der Weg zurueck ist wie gesagt nicht markiert, doch mit viel fragen gelingt es mir doch irgendwie, am Camino zu bleiben, ohne mich zu verlaufen.

In Vilaserio erkenne ich die miese Herberge (Matratzenlager) wieder und entschliesse mich dort zu bleiben, weil ich schon so muede bin.

Das Gebaeude aehnelt vom Aussehen her, einer Junkie Huette, im Slum einer Grosstatt.

Es gibt keinen Hospidaliero, deswegen ist die Bude auf gedeih und verderb den Pilgern ueberlassen.

Ich nehme mir eine Matratze, die frueher einmal weis war und mich nun in saemtlichen Brauntoenen zu entzuecken versucht.

Ich lege mich auf die Matratze und geniesse die Sonnenstrahlen, die durch eine total verdreckte Fensterfront auf mich fallen.

Den restlichen Tag verbringe ich mit lesen, relaxen und nachdenken, denn ich habe angefangen meine Prinzipien auszuarbeiten.

Lg Andreas

 

Geschrieben von Andreas um 14:51
Kommentare (0)

29.08.08 - Oweh! schon wieder Cee!
2.09.2008

Die Nacht in Cee war fuerchterlich, die halbe Nacht war es extrem laut, weil ober dem Schlafraum irgend eine Veranstaltung war und die andere Haelfte der Nacht haben mich tausende Stechmuecken tyrannisiert.

Cee ist kein Dorf, Cee ist eine Statt, deswegen dauert es auch 2 Stunden bis ich den Camino zurueck gefunden habe, denn wir haben uns damals beim reinlaufen schon verlaufen. :-)

Es regnet in stroehmen, donnert, blitzt und mein Poncho kommt wieder mal zum Einsatz.

Ein paar Blitze schlagen in der Naehe ein, der Donner haut mich fast um. Leider gibt es hier, auf den Berg nicht den geringsten Unterschlupf und sich unter einen Strauch zu verkriechen halte ich auch nicht fuer sinnvoll, deswegen schicke ich ein Stossgebet zum Himmel und gehe weiter.

Seit kurzem habe ich einen Wanderstab, schade dass ich mir nicht schon frueher einen besorgt habe, denn in bergigen Regionen ist der Stab echt Gold wert. Weiters war mir der Stab schon hilfreich, als mich ein durchgeknallter Hund anknabbern wollte, ich muste den Tier freundlichst beibringen, dass es mich gefaelligst in frieden lassen soll, was mir mit Hilfe des Wanderstabes ein leichtes war.

Im Reisefueher steht, dass man sich vor den Strassenhunden in acht nehmen soll, nur genau die sind harmlos. Gefaehrlich sind die Vorgarten gepeinigten Kleffer, wenn Herrchen oder Frauchen vergisst die Gartentuere zum schleissen.

In Olveiroa gehe ich wieder in die gleiche Herberge, in der ich schon beim Hinweg war.

Morgen werde ich versuchen Negeira zu erreichen.

Lg Andreas

 

 

 

Geschrieben von Andreas um 14:27
Kommentare (0)

28.08.08 - und schon wieder verlaufen.....
28.08.2008

Nun ist es soweit, ich habe alle Destinationen erreicht und es ist an der Zeit den Rueckweg anzutreten.

Wie bereits  gesagt, werde ich auf den Camino del Norte (Kuestenweg) zurueckgehen, dazu muss ich erst den Camino Frances bis Azua zurueckgehen, um dann nach Norden zum Camino del Norte zu gelangen.

Beim Rueckweg nach Finisterra verlaufe ich mich total!

Ich befinde mich auf einer nicht enden wollenden Strasse, das Wasser ist mir ausgegangen und ich bin schon extrem durstig, da die Sonne erbarmungslos auf mich einstrahlt.

Es ist so heiss, dass mir das Wasser in Stroehmen abhanden kommt.

Nach weiteren 10 km geht mir langsam die Kraft aus.

Zum Glueck finde ich neben der Strasse einen Apfelbaum, nach ein paar Aepfel ist mein Wasserhaushalt wenigstens ein bischen normalisiert.

Ich habe Glueck im Unglueck (sind sowiso nur relative Begriffe), die Strasse auf der ich mich befinde fuehrt direkt nach Cee, ich spaare somit bis zu 20 km.

Jetzt befinde ich mich wieder in der tollen Kellerherberge mit den netten Nagetieren.

Es ist schon irgendwie ein komisches Gefuehl rueckwerts zu laufen, wenn alle anderen vorwaerts laufen.

Ich sollte mir irgendwo ein neues Zelt besorgen, mein jetztiges war ein Fehlkauf (nicht Wasserdicht).

 

Geschrieben von Andreas um 17:43
Kommentare (1)

27.08.08 - Muxia
27.08.2008
Am Morgen werde ich von einen Hund geweckt, der neugierig an meinen Zelt schnueffelt.

Als ich mich bewege rennt der Hund erschrocken weg.

Der Morgentau ist hier extrem heftig und all meine Sachen sind nass.

Neben mir ist der Strand, den ich gestern nicht sehen konnte, es geht ein ziemlich steiler Abhang hinunter und ich bin froh, dass ich nicht weitergegangen bin.

In der Naehe des Strandes finde ich eine Strasse und eine Tafel mit der Aufschrift (Muxia 1km).

Jetzt bin ich in Muxia angekommen, fruehstuecke genuessluich und warte bis meine Herberge aufsperrt.

Ich habe bis jetzt 3 Uhrkunden bekommen (Santiago, Finisterra, Muxia).

@ Mama ich schick die Uhrkunden zu euch Nachhause, also nicht wundern, wenn von Spanien ein Packet ankommt.

Ich muss meinen Flug verschieben, da ich mit den vbleibenden 20 Tagen nicht auskomme, ich brauche mindestens 1 Monat mehr.

Lg Andreas

Geschrieben von Andreas um 11:58
Kommentare (0)

26.08.08 - lost the path ... damn!
27.08.2008
Ich werde erst ziemlich spaet munter, da ich gestern noch lange am Lagerfeuer gesessen bin.

Nach einen Fruehstueck, das ich auf der Kaimauer im Hafen einnehme, breche ich nach Muxia auf.

Der Weg nach Muxia ist extrem schlecht beschrieben, und die meiste Zeit laufe ich einfach nach Gefuehl.

Ich komme bei einen riesigen menschenleeren Strand vorbei, und beschleisse mich dort ein wenig auszuruhen.

Ich lege mich in den Sand und verwende meinen Rucksack als Kopfpolster, das monotone Rauschen der Wellen laesst den Schlaf innerhalb weniger Minuten ueber mich kommen.

Ich habe keine Ahnung wie lange ich geschlafen habe, jedenfalls ist es ein tolles Gefuehl auf einen einsamen Strand, durch eine leichte Briese geweckt zu werden.

Schlaftrunken mache ich mich weiter auf den Weg nach Muxia.

Langsam beginnt es dunkel zu werden, und ich schaetze die verbleibende Entfernung auf ca. 10 km, vermutlich habe ich doch laenger geschlafen als geplant.

Es dauert nicht lange, da muss ich meine Taschenlampe aktivieren.

Nun befinde ich mich in einen Eukalyptus-Wald und es ist mittlerweile komplett finster.

Die kleine Taschenlampe ist zwar besser als nichts, doch fuer Weitstreckenwanderungen in schlecht bzw. gar nicht markierten Gebiet ist das Teil einfach zu schwach.

Ich befinde mich vermutlich schon in der Naehe von Muxia, vermutlich deswegen, weil ich mich komplett verlaufen habe.

Ich irre ein paar Stunden umher, bis ich das Meer rauschen hoehre.

Um nicht ein Happala ueber die Steilkueste zu machen, schlage ich an einen schoenen Plaetzchen mein Zelt auf.

Der Himmel ist total klahr, ich kann die Sterne und die Milchstrasse sehen (inkl. 2 Sternschnuppen) und im Hintergrund rauscht die Brandung.

Morgen werde ich schon wieder einen Weg zurueck finden.

Lg Andreas
Geschrieben von Andreas um 11:41
Kommentare (0)

25.08.08 - Hippies am Strand
27.08.2008
Frueh am Morgen werde ich munter, das Meer rauscht im Hintergrund und in meinen Schlafsack ist es so wohlig warm, dass ich lange brauche um den Entschluss zum Aufstehen, durchzusetzen.

Irgendwie habe ich heute noch keine Lust weiter zu gehen und ich entschliesse mich noch einen Tag an der Costa del Morte zu bleiben.

Endlich am Strand angkommen, werde ich gleich durch die Riesen Wellen beeindruckt, waehrend ich diese Zeilen schreibe, versuchen 5 Meter unter mir riesige Wellen die Felsen zu zermalmen und man kann die Gischt bis hir her riechen.

Auf diesen Strand haben sich eine Gruppe uriger Hippies niedergelassen, diese campieren hier schon siet ueber einen halben Jahr.

Die Nacht verbringe ich am Lagerfeuer mit den Hippies.

Das Leben von denen sieht auf den ersten Blick aus wie ein Traum, Sonne, Strand, Partys, Freiheit....

Doch ich denke so richtig Gluecklich wird in der Ziellosigkeit keiner von denen.

Nachdem ich vom Lagerfeuer so richtig geselcht wurde, gehe ich schlafen.

Lg Andreas
Geschrieben von Andreas um 11:32
Kommentare (0)

24.08.08 - so richtig ausschlafen
27.08.2008
Am Morgen begleiten wir Erika und Leah zum Bus um uns zu verabschieden.

Jetzt sind nur noch Christian und ich uebrig.

Von der ganzen Feierei, die letzten paar Tage ist mir nicht wirklich gut und ich beschliesse ab jetzt wieder fuer mich alleine weiterzumachen.

Ich will mich noch einen Tag ausruhen, deswegen gehe ich gleich am Morgen auf das Kap um mir eine einsame Stelle zu suchen.

Endlich eine abgelegene, windgeschuetzte Stelle in der Naehe des Meeres gefunden, schlafe ich dort den ganzen restlichen Tag und die Nacht.

In der Nacht werde ich ein paar mal munter und beobachte den Sternenhimmel.

Die naechsten paar Wochen werde ich ziemlich alleine sein, ich freue mich schon auf den Rueckweg.

Lg Andreas
Geschrieben von Andreas um 11:26
Kommentare (0)

23.08.08 - Costa del Morte (Kueste des Todes)
27.08.2008
Als ich am Kap munter werde, wundere ich mich wieder mal wie sich der Koerper auf veraenderte Lebenssituationen einstellen kann.

Haette ich so eine Aktion noch vor einen Monat gemacht, waehre ich mit Hals Kopf und Gliederschmerzen munter geworden, doch nun nichts. :-)

Den Tag verbringen wir auf einen wunder schoenen Strand, an der Costa del Morte.

Der Strand ist beinahe menschenleer, weil es hier wegen der Stroemung sehr gefaehrlich ist zu schwimmen.

Neben den Strand sind Steilklippen uns es ist wirklich wunderbar dort herumzuspazieren.

Da Erika und Leah morgen abfahren, muessen wir heute noch einmal feiern.

Lg Andreas

Geschrieben von Andreas um 11:16
Kommentare (0)