Merry Christmas ...
14:03, 23.12.2008. Von Pinguin
Merry Christmas – Frohe Weihnachten!

Ich blogge mich mal so langsam in der Zeit zurück ... aaalso, am 05.12. gings mit dem WSF auf das Morehouse Spelman Christmals Carol Concert in der Martin Luther King Jr. International Chapel am Morehouse College. Die Chor des Morehouse College, zu dessen Alumni auch Martin Luther King Jr. zählt, und des Spelman College präsentierten ihr gemeinsames Weihnachtskonzert. Beide privaten Universitäten gehören zu den "historically black colleges and universities", also Schulen, die vor 1964 für die schwarze Bevölkerung errichtet wurden. Das Morehouse College ist ein men-only College, das Spelman College dagegen ein women's college. Entsprechend wurde ein Teil des Konzertes nur vom Männerchor, ein Teil von einem gemischten Chor, und ein Teil nur von einem Frauenchor vorgetragen. Hier mal der gemischte Chor:



It is requestet that there be no applause until the end of this program.Das Programm sollte nicht durch Applaus unterbrochen werden, was man vielleicht verstehen mag zwischen den einzelnen Liedern eines Chores. Letztlich hat das aber den Sängern einen großen Teil des (mehr als) wohlverdienten Applauses geraubt. Und doch, im Sinne des zivilen Ungehorsams, brandete vor allem nach Soli immer wieder Applaus auf, der oftmals in meinen Augen unangemessen wenig war und auch schnell wieder abklang, eben aufgrund dieser Klausel. Nach dem Auszug des Chores erklang aus dem Foyer ein gesungenes "Amen", das den Abschluss des Konzertes darstellte. Was erwartet man nun? Natürlich, brandende, nicht enden wollende Beifallsstürme. Doch weit gefehlt, es gab noch kurz Applaus, und das wars dann, dann schaute jeder, dass er/sie schnellstmöglich aus der Chapel hinauskonnte. Für mich völlig unverständlich, ich war völlig hin und weg und tief beeindruckt von dem Konzert, und hätte gut auch 10 Minuten Applaus und mehr für angemessen gefunden. Andere Länder, andere Sitten ... Was bleibt zu sagen? Wenn ihr die Chance habt so ein Konzert einmal live zu erleben, geht hin! Unvergesslich!
Einen kleinen Nachtrag zur Commencement Ceremony nach dem Motto "typisch Amerika" hätt ich da noch anzufügen: die gesamte Zeremonie wurde von einer Gebärdensprachdolmetscherin übersetzt. Auf dem Vergleichsbild im vorigen Blogeintrag war sie auch schon erkennbar, hier nochmal eine entsprechende Ausschnittsvergrößerung:

Im Gegensatz zu den Wochenenden davor, die (abgesehen von Miami) alle mehr oder weniger durch Unialltag geprägt waren und daher wenig berichtenswertes hergaben, war das vergangene Wochenende etwas abwechslungsreicher und hat daher auch seinen eigenen Blogeintrag verdient.
Nachdem ich Freitag die letzte Klausur überstanden habe (das hab ich ja schon berichtet :)), sind wir abends auf die Commencement Ceremony des GeorgiaTech gegangen, unter anderem weil Aline dort ihren Mastertitel verliehen bekam, aber auch weil man diesen Teil der Unikultur "einfach mal gesehen haben sollte". Bisher ist noch nicht ganz klar, ob wir selbst an solch einer Feier teilnehmen können, ohne nochmals extra dafür nach Atlanta zu fliegen. Was passiert nun an dieser Feier? Aus Filmen hat man denke ich dieses typische Bild im Kopf, dass dort ein Haufen in schwarz gekleideter Studenten sitzen, die Hüte aufhaben, und nach und nach auf die Bühne gerufen werden - das triffts schon ganz gut. Umrahmt wird das Ganze noch von ein paar Reden, Musik und natürlich der Nationalhymne. Die Studenten tragen dabei alle einheitlich einen schwarzen Talar, die Mitglieder der Faculty, also des Lehrköpers, tragen (wie mir gesagt wurde) die Kleidung, die sie bei ihrer "letzten" (d.h. in der Regel PhD) Commencement ihrer Heimatuni getragen haben. Ein paar Farbtupfer bietet dann noch eine Art Schal, den jeder hat, sowie die Zipfel an der Mütze - aber seht einfach selbst:


Wie, noch ein Eintrag nach dem Motto "es ist vollbracht"? Wie jetzt, Semester war doch schon vorbei? Richtig beobachtet - es fehlten auch nur noch die Noten. Insofern hab ich selbst nichts mehr "vollbracht" außer (gespannt) auf die Ergebnisse zu warten, die dann heute auch endlich gekommen sind. Endlich? Ja, man wird hier doch etwas verwöhnt von den Korrekturzeiten. Aus der letzten Klausur bin ich am Freitag vormittag rausgegangen, Montag mittag mussten die ganzen Noten eingegeben sein, und heute abend um 6 PM waren die Noten dann schließlich für uns einsehbar (so war's zumindest geplant - um 5:45 PM waren sie dann aber auch schon da). So ein verbindlicher (!) Zeitplan in Stuttgart ... unvorstellbar.
Nachdem ich dann gerade eh in der Verwaltungssoftware unterwegs war, dachte ich mir könnte ich ja auch gleich noch schaun wie ich die Noten auf Papier bekomme. Für ein Transcript (d.h. den Notenauszug) gabs dann auch ein Auswahlmenü, in dem man die Uni auswählen konnte, an die man die Noten adressiert haben möchte. Hier mal ein Auszug vom Ergebnis (nichts von Hand eingegeben, alles nur anhand der vorhandenen Optionen ausgefüllt), mit Grüßen an Ulf ;-)

Ups, gleich der zweite Blog-Eintrag? Was ist denn heute los. Ach ja - Feeeerien :-)
Die derzeitige wirtschaftliche Lage geht wohl auch nicht so ganz spurlos an den Unis hier vorbei. Um einfach mal aus einer kürzlich empfangenen Email zu zitieren:
However, it is widely believed that current state revenue projections will require the University System to take an 8 percent reduction for the current fiscal year (JulyJune 2009) rather than the present 6 percent operating assumption. [...]
To help the University System offset this additional reduction, the Board of Regents [...], approv[ed] two measures — a temporary student fee and a change to health insurance premiums — that will have an immediate impact on our community. 2008-
I wanted to make you personally aware of the decisions that were made that directly affect you and will be implemented in January 2009. For the spring 2009 semester, each student will pay an additional temporary fee in order to maintain academic quality.Das Schreiben stammt übrigens vom Chancellor of the Board of Regents of the University System in Georgia. Schön zu sehen, dass die sich wenigstens die Mühe machen einen Brief (bzw. eine Email) zu schreiben, wenn sie mehr Geld wollen. In Deutschland kennt man das ja etwas anders, da kommt einfach ein neuer Gebührenbescheid ...
Georgia Tech’s resiliency is being tested, and we are all being asked to make sacrifices for the sake of this institution and its core mission.EDIT: Immerhin hat's Budget noch für einen Weihnachtsgruß des GeorgiaTech Präsidenten gereicht. Was Identifikation mit der Uni und Gemeinschaftsgefühl angeht hat die Uni hier der Uni Stuttgart echt was voraus.
So, GESCHAFFT! Endlich liegt das Fall Semester hinter mir, heute noch die letzte Klausur abgehakt. Und nu? Nun ja, heute erstmal schaun, dass ich einiges aufarbeite, was liegengeblieben ist, Ordnung im Zimmer schaffen, Bude saubermachen, mal wieder Lebenszeichen in die Heimat und die ganze Welt schicken (der Blogeintrag ist schonmal ein Anfang ;-)), Urlaub fertig planen (ich sag nur NY an Silvester B-)), Auto ummelden, Laptop neu installieren (XP + Linux - endlich Vista loswerden), und halt noch ein Haufen mehr ... und last but not least - vielleicht sogar am Wichtigsten: Ausschlafen, Ausspannen, Freizeit, nichts tun! :-) Ich hoffe ich find jetzt auch mal Zeit, einiges hier zu verbloggen was bisher liegenblieb - Thanksgiving, Florida, wie ich hier leb, wie die Uni hier lief, was für Vorlesungen, keine Ahnung, vielleicht packt mir ja der Schreibwahn, ihr merkt das dann schon rechtzeitig :-) Bis demnächst :-)
So, die letzte Vorlesung des Fall Terms liegt jetzt auch hinter mir. In Continuum Mechanics gabs nochmal ein paar letzte Infos, unter anderem auch zur Klausur kommende Woche. Leider auch die Prognose, dass es wohl keine "relative" sondern "absolute grades" geben wird - d.h. man braucht mehr als 90 % in Homeworks/Midterm/Final zusammen um ein A zu bekommen.
"Relative Grades" heißt, dass die Noten basierend auf dem Kursdurchschnitt und der Standardabweichung (Statistik, igitt!) vergeben werden, z.B. dass ausgehend vom Kursdurchschnitt dann Notenskalen in Ein- oder Zwei-Standardabweichung-Schritten vergeben werden. Keine Ahnung wie genau, ich blick da auch noch nicht so ganz durch, aber das ist ja für das Fach eh nur Theorie ...
... das letzte Assignment (Projekt/Hausaufgabe/Report/...) dieses Semesters liegt jetzt auch hinter mir. Ein tolles Gefühl, endlich nichts mehr auf der Todo-Liste zu haben - na gut, nichts außer "auf die Finals lernen". Jetzt such ich gerade mal nach etwas Motivation dafür - *unterDemLaptopGuck* - nein da versteckt sie sich nicht - aber das wird schon werden. Heute Abend geht's zum Weihnachtskonzert eines Gospelchors - bin mal gespannt.
So, und jetzt wieder zurück an die Arbeit - oder doch erstmal was Essen gehn? Mhm ...
Bevor jetzt jemand gleich Panik bekommt: nein, nichts schlimmes, alles halb so wild. Nur quält mich seit einigen Tagen eine ziemlich fiese Erkältung (*jammer* *gleichsterb* - ihr kennt das ja :)), und da ich irgendwie weder diese noch nächste Woche wirklich Zeit hab, ein paar Tage im Bett zu bleiben (die Finals warten), hab ich mir einen Termin beim Health Center besorgt. Bei den ganzen Gebühren die man hier am GeorgiaTech zahlt ist das (zumindest die Grundversorgung) gleich mit abgedeckt - very convenient. Also mal dort hin und schaun, ob die ein paar Wundermittelchen haben.
Den Termin konnte man natürlich davor online ausmachen. Etwas befremdlich waren dann die Auswahloptionen: "General Appointment", "Flu Shot", "Allergy test" , "STD screening (male)", "STD screening (female)"; also gerade die letzten beiden ... aber gut, wir sind in den USA :). Die Anmeldung im Health Center lief dann mittels Self-Checkin am Computer, einmal den Studentenausweis durchziehen und ein paar Daten eingeben, und ich durfte im Wartebereich Platz nehmen bis mich eine Krankenschwester dann aufrief. Im Untersuchungszimmer wurde mir dann als erstes eine Aufklärung ausgehändigt, wie mein Medical Record verarbeitet und benutzt wird, und ich durfte den Empfang quittieren. Die ersten grundlegenden Fragen wurden von der Schwester abgeklärt: Blutdruck, Temperatur (99.1 F gilt hier als "etwas Fieber" - hab ich was verpasst, sind die Menschen zu Kaltblütern geworden? 37.2 Grad ist für mich noch gut im Bereich des normalen), Gewicht und Größe.
Danach kam dann die Ärztin. Etwas ratlos war ich wie ich auf die übliche Floskel "how are you" antworten sollte ... Nun ja ... Nach der Unterschuchung meinte sie, sie bräuchte einen Rachenabstrich um "Strep" auszuschließen. Okay, Rachenabstrich für eine Erkältung? In Deutschland nicht unbedingt Standard-Prozedur. Aber lieber so, erstmal abklären, als einfach "warten wir mal" und einige Zeit später dann "dann halt doch mal Antibiotika". Nur meint ihr die Ärztin macht den Abstrich selbst? Nein, dafür gibts ja Laborpersonal. Dort wurde ich dann auch hingeschickt, Abstrich, wieder warten, zurück zur Ärztin (sehr beruhigend zu lesen, dass dort "negative" stand). Die hat dann nochmal in den Hals geschaut und mir dann ein Rezept in die Hand gedrückt, dass ich dann gleich in der Pharmacy im Health Center einlösen konnte. Schön war, dass alles "free of charge" war. Etwas irritierend fand ich dann die Auswahl der Medikamente: