Merry Christmas ...

14:03, 23.12.2008. Von Pinguin

Tja, hier ist er nun, der obligatorische Blogeintrag zum Weihnachtsfest. Wenn ich politisch korrekt wäre, müsste ich etwas von "Seasonal greetings" oder "Happy holidays" schreiben. Aber nein, sind wir doch einfach mal unkorrekt, und schließlich ist ja auch Weihnachten. Also ...


Merry Christmas – Frohe Weihnachten!

Irgendwie ists hier nicht so sonderlich weihnachtlich, draußen liegt kein Schnee, Temperaturen über dem Gefrierpunkt – für morgen sind 11 °C gemeldet, nur gestern wars mal mit -5 °C ziemlich kalt – aber dafür laufen den ganzen Tag im Radio schon Weihnachtslieder. Ein sehr schönes, das ich bisher noch nicht kannte, ist "The First Noel". Viel Spaß beim Anhören, und falls ihr davor nix mehr von mir hört auch einen guten Rutsch ins neue Jahr :-).
 

Morehouse Spelman Christmas Carol Concert

02:49, 18.12.2008. Von Pinguin

Ich blogge mich mal so langsam in der Zeit zurück ... aaalso, am 05.12. gings mit dem WSF auf das Morehouse Spelman Christmals Carol Concert in der Martin Luther King Jr. International Chapel am Morehouse College. Die Chor des Morehouse College, zu dessen Alumni auch Martin Luther King Jr. zählt, und des Spelman College präsentierten ihr gemeinsames Weihnachtskonzert. Beide privaten Universitäten gehören zu den "historically black colleges and universities", also Schulen, die vor 1964 für die schwarze Bevölkerung errichtet wurden. Das Morehouse College ist ein men-only College, das Spelman College dagegen ein women's college. Entsprechend wurde ein Teil des Konzertes nur vom Männerchor, ein Teil von einem gemischten Chor, und ein Teil nur von einem Frauenchor vorgetragen. Hier mal der gemischte Chor:


Schon allein der Anblick ist beeindruckend und die Orgel ist auch nicht von schlechten Eltern. Aber noch deutlich beeindruckender war die Musikdarbietung - das war echt vom allerfeinsten! Leider hatten wir auf unseren Plätzen nicht die beste Akustik, aber das tat dem Musikgenuss nur leichten Abbruch. Eine bunte Mischung aus verschiedensten Liedern, hauptsächlich in Englisch und Spanisch, wurde von den beiden Chören sowie dem gemischten Chor über den Abend stimmgewalting vorgetragen. In den "Umbaupausen", also wenn von einer zur anderen Besetzung gewechselt wurde, wurden bekanntere Lieder wie "O come all ye faithful" oder "Go tell it on the mountain" angestimmt, bei denen das Publikum zum mitsingen aufgefordert wurde.


Beim Lied "We are Christmas" vom Spelman College kamen auch Glocken zum Einsatz, was dank der weißen Handschuhe wiederum sehr toll aussah. Aber hört doch einfach selbst:


 Auch der Stern über Bethlehem durfte bei dem Lied "Behold the Star" nicht fehlen.


Für Irritationen sorgte im Laufe des Konzerts folgender Satz aus dem Programmheft, der auch bei der Begrüßung nochmals wiederholt wurde:
It is requestet that there be no applause until the end of this program.
Das Programm sollte nicht durch Applaus unterbrochen werden, was man vielleicht verstehen mag zwischen den einzelnen Liedern eines Chores. Letztlich hat das aber den Sängern einen großen Teil des (mehr als) wohlverdienten Applauses geraubt. Und doch, im Sinne des zivilen Ungehorsams, brandete vor allem nach Soli immer wieder Applaus auf, der oftmals in meinen Augen unangemessen wenig war und auch schnell wieder abklang, eben aufgrund dieser Klausel. Nach dem Auszug des Chores erklang aus dem Foyer ein gesungenes "Amen", das den Abschluss des Konzertes darstellte. Was erwartet man nun? Natürlich, brandende, nicht enden wollende Beifallsstürme. Doch weit gefehlt, es gab noch kurz Applaus, und das wars dann, dann schaute jeder, dass er/sie schnellstmöglich aus der Chapel hinauskonnte. Für mich völlig unverständlich, ich war völlig hin und weg und tief beeindruckt von dem Konzert, und hätte gut auch 10 Minuten Applaus und mehr für angemessen gefunden. Andere Länder, andere Sitten ... Was bleibt zu sagen? Wenn ihr die Chance habt so ein Konzert einmal live zu erleben, geht hin! Unvergesslich!

Nachtrag zur Commencement Ceremony

17:10, 17.12.2008. Von Pinguin

Einen kleinen Nachtrag zur Commencement Ceremony nach dem Motto "typisch Amerika" hätt ich da noch anzufügen: die gesamte Zeremonie wurde von einer Gebärdensprachdolmetscherin übersetzt. Auf dem Vergleichsbild im vorigen Blogeintrag war sie auch schon erkennbar, hier nochmal eine entsprechende Ausschnittsvergrößerung:


So etwas hab ich in Deutschland auch selten gesehn.

Commencement, A.B.C.-Party, Chinesisch Essen, Kochen ...

01:25, 17.12.2008. Von Pinguin

Im Gegensatz zu den Wochenenden davor, die (abgesehen von Miami) alle mehr oder weniger durch Unialltag geprägt waren und daher wenig berichtenswertes hergaben, war das vergangene Wochenende etwas abwechslungsreicher und hat daher auch seinen eigenen Blogeintrag verdient.

Nachdem ich Freitag die letzte Klausur überstanden habe (das hab ich ja schon berichtet :)), sind wir abends auf die Commencement Ceremony des GeorgiaTech gegangen, unter anderem weil Aline dort ihren Mastertitel verliehen bekam, aber auch weil man diesen Teil der Unikultur "einfach mal gesehen haben sollte". Bisher ist noch nicht ganz klar, ob wir selbst an solch einer Feier teilnehmen können, ohne nochmals extra dafür nach Atlanta zu fliegen. Was  passiert nun an dieser Feier? Aus Filmen hat man denke ich dieses typische Bild im Kopf, dass dort ein Haufen in schwarz gekleideter Studenten sitzen, die Hüte aufhaben, und nach und nach auf die Bühne gerufen werden - das triffts schon ganz gut. Umrahmt wird das Ganze noch von ein paar Reden, Musik und natürlich der Nationalhymne. Die Studenten tragen dabei alle einheitlich einen schwarzen Talar, die Mitglieder der Faculty, also des Lehrköpers, tragen (wie mir gesagt wurde) die Kleidung, die sie bei ihrer "letzten" (d.h. in der Regel PhD) Commencement ihrer Heimatuni getragen haben. Ein paar Farbtupfer bietet dann noch eine Art Schal, den jeder hat, sowie die Zipfel an der Mütze - aber seht einfach selbst:


Rechte Maustaste, Bild anzeigen - dann ist das Bild etwas größer
 
Dieser Schal - "hood" genannt, was so viel wie "Kapuze" heißt, aber doch nicht so wirklich nach Kapuze aussieht - ist in den Farben der jeweiligen Schule gestaltet, beim GeorgiaTech sind das gold und weiß. Bei Mastern ist die Außenseite Gold - als die Farbe der Wissenschaft - bei PhDs ist sie blau - die Farbe der Philosophie. Die Zipfel (tassels) an der Mütze sind weiß und gold, also wieder die Farben vom GeorgiaTech. So, nach so viel Text mal wieder etwas Übung für die Augen - wer findet den Unterschied? :-)
 
Wie oben bereits erwähnt, laufen die Studenten alle über die Bühne, ihr Name und Studienfach (und bei PhDs der Name des Doctoral Advisors) werden verkündet, sie bekommen eine Schriftrolle in die Hand, auf der wohl ein Bild des TechTower und ein Sinnspruch ist (wenn ich mich richtig an Alines Aussagen erinnere), dann gibts noch einen warmen Händedruck vom Dean und ein Photo. Bei den PhDs kommt noch eine in meinen Augen sehr schöne Geste hinzu: der Schal wird ihnen auf der Bühne von ihrem jeweiligen Doctoral Advisor umgelegt.

Alles in allem war's eine relativ langwierige Veranstaltung, und ich weiß nicht ob ich für die nochmal extra nach Atlanta fliegen würde. Mal schaun ...

Freitag abend war dann (seit langem endlich mal wieder) Party angesagt: Anything But Clothes - oder auch einfach A.B.C. Aber nein, nicht was ihr denkt, schließlich sind wir im prüden Amerika, das "Anything" wurde sehr ernst genommen ;-). Der Kreativität wurde freien Lauf gelassen - Straßenschilder, Walmarttüten, Vorlesungsslides, ... Ich entschied mich dafür, Flagge(n) zu zeigen - beide, die deutsche und die amerikanische. Leider hab ich kein vernünftiges Bild davon, aber ihr könnt euch das ja sicher vorstellen :-). Auf der Party unterhielt ich mich auch noch mit einer Münchner Studentin, die seit ca. zwei Monaten in den USA war. Als ich herausgefunden hatte, dass sie auch aus Deutschland war, wechselte ich dann auf deutsch und sie folgte dem zögerlich - man merkte, dass sie sich erst wieder ans deutsch sprechen gewöhnen musste. Hat dann aber doch noch geklappt - wobei, deutsch? Bayrisch halt :-). Ich frag mich gerade etwas, ob ich da was verpass - ich hab keine großen Probleme zwischen Deutsch und Englisch zu wechseln, ich würd vermuten ich sprech tagtäglich etwa 50/50 beide Sprachen, vielleicht auch 60/40 zugunsten von Deutsch (ich sprech mal vom Uni-Alltag). Die Gefahr, dass ich wirklich mal Probleme haben werde mich umzustellen, seh ich nicht - ich weiß nur nicht ob das was Gutes ist ...

DIe nächsten beiden Tage vom Wochenende waren dann deutlich ruhiger. Samstag abend waren wir bei den Chinesen aus unserem Lab zum Essen eingeladen. Es gab einen sogenannten "Hot Pot", ist wohl am ehesten mit einem Fondue zu vergleichen. Der Unterschied ist, dass statt Öl eine Wasser-Gemüse-Gewürzmischung verwendet wird. Bruce und Michelle, unsere Gastgeber, haben sich echt alle Mühe gegeben und unglaublich viel aufgefahren. Zum Beispiel (sofern wir alles richtig identifiziert haben) gabs Morcheln, Lotuswurzel, Algen, Fischbällchen mit Fleischfüllung, Rindfleisch, Fisch, Kartoffeln, andere Pilze, und und und ... Echt lecker, wir waren richtig gut vollgefressen. Beeindruckend auch, dass  unsere Gastgeber sich immer erst darum gesorgt haben, dass wir ja genug zu Essen bekommen, bevor sie sich bedient haben. Natürlich gehörten zu dem Vergnügen auch die Chopsticks, wär ja langweilig anders :-). Nur Martin hat einen Rückzieher gemacht und ist auf eine Gabel ausgewichen - was sich beim Herausfischen von Gemüse aus der Brühe nicht unbedingt als Vorteil erwiesen hat. Danach haben wir noch eine Runde Karten gespielt und den beiden Mau-Mau beigebracht.

Sonntag war Kochen in unserer WG angesagt. Es gab eine leckere Lasagne mit feinem griechischen Bauernsalat. Hat zwar viel Zeit gekostet, aber hat sich auch echt gelohnt, vor allem nachdem in der Prüfungszeit Nudeln mit Soße und ohne viel Aufwand mein Hauptnahrungsmittel waren. Echt angenehm ist, dass man auch Sonntags einfach in den Supermarkt kann und einkaufen, so muss man nicht ewig vorplanen. Etwas fies war, dass wir in Ermangelung einer Küchenwaage die Bechamelsoße  eher frei nach Schnauze anrühren mussten, was sich beim ersten Versuch in einer komplett verklumpten, puddingartigen Masse äußerte. Beim nächsten Versuch hab ich dann das "unter ständigem Rühren" ernster genommen. So galt es dann nur noch zu erraten, was der Soße zum Abbinden fehlte - mehr Hitze oder mehr Mehl? Letztlich ists aber doch was geworden :-).

Von Montag und Dienstag weiß ich spontan nicht so wirklich was zu berichten, fällt mir aber bestimmt wieder ein. Heute Abend waren wir im Kino, "Slumdog Millionaire", ein Film über einen Inder, aus dem Slum, der bei "wer wird Millionär" den Hauptgewinn (20 Mio. Rupien) abräumt. Klasse Film, beeindruckend, aber irgendwie auch erschütternd ... Na ja, schaut ihn euch einfach an (sofern er in Deutschland gezeigt wird) und bildet euch selbst ein Urteil.

So, das war's für heute, ich verschwind jetzt in Richtung Bett :-).

Es ist vollbracht ... Teil IV (der letzte!)

18:54, 16.12.2008. Von Pinguin

Wie, noch ein Eintrag nach dem Motto "es ist vollbracht"? Wie jetzt, Semester war doch schon vorbei? Richtig beobachtet - es fehlten auch nur noch die Noten. Insofern hab ich selbst nichts mehr "vollbracht" außer (gespannt) auf die Ergebnisse zu warten, die dann heute auch endlich gekommen sind. Endlich? Ja, man wird hier doch etwas verwöhnt von den Korrekturzeiten. Aus der letzten Klausur bin ich am Freitag vormittag rausgegangen, Montag mittag mussten die ganzen Noten eingegeben sein, und heute abend um 6 PM waren die Noten dann schließlich für uns einsehbar (so war's zumindest geplant - um 5:45 PM waren sie dann aber auch schon da). So ein verbindlicher (!) Zeitplan in Stuttgart ... unvorstellbar.

Nachdem ich dann gerade eh in der Verwaltungssoftware unterwegs war, dachte ich mir könnte ich ja auch gleich noch schaun wie ich die Noten auf Papier bekomme. Für ein Transcript (d.h. den Notenauszug) gabs dann auch ein Auswahlmenü, in dem man die Uni auswählen konnte, an die man die Noten adressiert haben möchte. Hier mal ein Auszug vom Ergebnis (nichts von Hand eingegeben, alles nur anhand der vorhandenen Optionen ausgefüllt), mit Grüßen an Ulf ;-)


Ach so, eine Frage war ja noch offen: ja, Noten sind zufriedenstellend, die Mühe hat sich gelohnt ;-).

Pleite?

12:02, 12.12.2008. Von Pinguin

Ups, gleich der zweite Blog-Eintrag? Was ist denn heute los. Ach ja - Feeeerien :-)

Die derzeitige wirtschaftliche Lage geht wohl auch nicht so ganz spurlos an den Unis hier vorbei. Um einfach mal aus einer kürzlich empfangenen Email zu zitieren:

However, it is widely believed that current state revenue projections  will require the University System to take an 8 percent reduction for  the current fiscal year (JulyJune 2009) rather than the present  6 percent operating assumption. [...]

To help the University System offset this additional reduction, the Board of Regents [...],  approv[ed] two  measures — a temporary student fee and a change to health insurance   premiums — that will have an immediate impact on our community.
2008-

Und aus dem Schreiben an die Studenten:
I wanted to make you personally aware of the decisions that were made that directly affect you and will be implemented in January 2009. For the spring 2009 semester, each student will pay an additional temporary fee in order to maintain academic quality.
Das Schreiben stammt übrigens vom Chancellor of the Board of Regents of the University System in Georgia. Schön zu sehen, dass die sich wenigstens die Mühe machen einen Brief (bzw. eine Email) zu schreiben, wenn sie mehr Geld wollen. In Deutschland kennt man das ja etwas anders, da kommt einfach ein neuer Gebührenbescheid ...

Jetzt dürfen wir $100 mehr an Gebühren im kommenden Semester zahlen. Schaun wir mal, wie "temporary" die Fees wirklich sind. Ganz am Ende kommt natürlich auch noch der Appell ans Gemeinschaftsgefühl:

Georgia Tech’s resiliency is being tested, and we are all being asked  to make sacrifices for the sake of this institution and its core  mission.
EDIT: Immerhin hat's Budget noch für einen Weihnachtsgruß des GeorgiaTech Präsidenten gereicht. Was Identifikation mit der Uni und Gemeinschaftsgefühl angeht hat die Uni hier der Uni Stuttgart echt was voraus.

Es ist vollbracht - Teil III - Das Ende des Fall Terms

11:54, 12.12.2008. Von Pinguin

So, GESCHAFFT! Endlich liegt das Fall Semester hinter mir, heute noch die letzte Klausur abgehakt. Und nu? Nun ja, heute erstmal schaun, dass ich einiges aufarbeite, was liegengeblieben ist, Ordnung im Zimmer schaffen, Bude saubermachen, mal wieder Lebenszeichen in die Heimat und die ganze Welt schicken (der Blogeintrag ist schonmal ein Anfang ;-)), Urlaub fertig planen (ich sag nur NY an Silvester B-)), Auto ummelden, Laptop neu installieren (XP + Linux - endlich Vista loswerden), und halt noch ein Haufen mehr ... und last but not least - vielleicht sogar am Wichtigsten: Ausschlafen, Ausspannen, Freizeit, nichts tun! :-) Ich hoffe ich find jetzt auch mal Zeit, einiges hier zu verbloggen was bisher liegenblieb - Thanksgiving, Florida, wie ich hier leb, wie die Uni hier lief, was für Vorlesungen, keine Ahnung, vielleicht packt  mir ja der Schreibwahn, ihr merkt das dann schon rechtzeitig :-) Bis demnächst :-)

Es ist vollbracht ... Teil II

14:56, 5.12.2008. Von Pinguin

So, die letzte Vorlesung des Fall Terms liegt jetzt auch hinter mir. In Continuum Mechanics gabs nochmal ein paar letzte Infos, unter anderem auch zur Klausur kommende Woche. Leider auch die Prognose, dass es wohl keine "relative" sondern "absolute grades" geben wird - d.h. man braucht  mehr als 90 % in Homeworks/Midterm/Final zusammen um ein A zu bekommen.

"Relative Grades"  heißt, dass die Noten basierend auf dem Kursdurchschnitt und der Standardabweichung (Statistik, igitt!) vergeben werden, z.B. dass ausgehend vom Kursdurchschnitt dann Notenskalen in Ein- oder Zwei-Standardabweichung-Schritten vergeben werden. Keine Ahnung wie genau, ich blick da auch noch nicht so ganz durch, aber das ist ja für das Fach eh nur Theorie ...

Es ist vollbracht ...

12:44, 5.12.2008. Von Pinguin

... das letzte Assignment (Projekt/Hausaufgabe/Report/...) dieses Semesters liegt jetzt auch hinter mir. Ein tolles Gefühl, endlich nichts mehr auf der Todo-Liste zu haben - na gut, nichts außer "auf die Finals lernen". Jetzt such ich gerade mal nach etwas Motivation dafür - *unterDemLaptopGuck* - nein da versteckt sie sich nicht - aber das wird schon werden. Heute Abend geht's zum Weihnachtskonzert eines Gospelchors - bin mal gespannt.

So, und jetzt wieder zurück an die Arbeit - oder doch erstmal was Essen gehn? Mhm ...

Die ersten Erfahrungen mit US-Ärzten ...

16:14, 4.12.2008. Von Pinguin

Bevor jetzt jemand gleich Panik bekommt: nein, nichts schlimmes, alles halb so wild. Nur quält mich seit einigen Tagen eine ziemlich fiese Erkältung (*jammer* *gleichsterb* - ihr kennt das ja :)), und da ich irgendwie weder diese noch nächste Woche wirklich Zeit hab, ein paar Tage im Bett zu bleiben (die Finals warten), hab ich mir einen Termin beim Health Center besorgt. Bei den ganzen Gebühren die man hier am GeorgiaTech zahlt ist das (zumindest die Grundversorgung) gleich mit abgedeckt - very convenient. Also mal dort hin und schaun, ob die ein paar Wundermittelchen haben.

Den Termin konnte man natürlich davor online ausmachen. Etwas befremdlich waren dann die Auswahloptionen: "General Appointment", "Flu Shot", "Allergy test" , "STD screening (male)", "STD screening (female)"; also gerade die letzten beiden ... aber gut, wir sind in den USA :). Die Anmeldung im Health Center lief dann mittels Self-Checkin am Computer, einmal den Studentenausweis durchziehen und ein paar Daten eingeben, und ich durfte im Wartebereich Platz nehmen bis mich eine Krankenschwester dann aufrief. Im Untersuchungszimmer wurde mir dann als erstes eine Aufklärung ausgehändigt, wie mein Medical Record verarbeitet und benutzt wird, und ich durfte den Empfang quittieren. Die ersten grundlegenden Fragen wurden von der Schwester abgeklärt: Blutdruck, Temperatur (99.1 F gilt hier als "etwas Fieber" - hab ich was verpasst, sind die Menschen zu Kaltblütern geworden? 37.2 Grad ist für mich noch gut im Bereich des normalen), Gewicht und Größe.

Danach kam dann die Ärztin. Etwas ratlos war ich wie ich auf die übliche Floskel "how are you" antworten sollte ... Nun ja ... Nach der Unterschuchung meinte sie, sie bräuchte einen Rachenabstrich um "Strep" auszuschließen. Okay, Rachenabstrich für eine Erkältung? In Deutschland nicht unbedingt Standard-Prozedur. Aber lieber so, erstmal abklären, als einfach "warten wir mal" und einige Zeit später dann "dann halt doch mal Antibiotika".  Nur meint ihr die Ärztin macht den Abstrich selbst? Nein, dafür gibts ja Laborpersonal. Dort wurde ich dann auch hingeschickt, Abstrich, wieder warten, zurück zur Ärztin (sehr beruhigend zu lesen, dass dort "negative" stand). Die hat dann nochmal in den Hals geschaut und mir dann ein Rezept in die Hand gedrückt, dass ich dann gleich in der Pharmacy im Health Center einlösen konnte. Schön war, dass alles "free of charge" war. Etwas irritierend fand ich dann die Auswahl der Medikamente:

  • Ibuprofen 600 mg - gegen Kopfweh - klar, warum auch nicht mal mit schwächeren Dosen anfangen, wenn gleich richtig. Ich wurde natürlich auch darauf hingewiesen, dass ich max. 4 pro Tag nehmen dürfe und sie vor allem nicht mit freiverkäuflichen Schmerzmitteln kombinieren solle. Klar, ich mein wenn 4x Ibu 600 gegen Kopfweh nicht ausreicht schluck ich noch weitere Tabletten?
  • Fexofenadine 60 mg - ein Antihistaminikum, damit nicht Zeugs den Rachen hinunterläuft (nein ich beschreib das jetzt nicht genauer)
  • Sore Throat Lozenges - Geschmacksrichtung "Cherry" - Untertitel "Oral Anesthetic", Wirkstoff "Beonzocaine 6mg". Das "Oral Anesthetic" macht mich dann doch etwas skeptisch, zudem ist laut Wikipedia die zeitliche Wirkung auch ziemlich beschränkt.
Von den Medikamenten wird wenn überhaupt wohl höchstens das letzte Anwendung finden, wobei ich glaub doch lieber bei deutschen homöopathischen Mittelchen und Tee bleib. Das Antihistaminikum find ich irgendwie arg daneben, und warum fahren die eigentlich gleich die großen (600mg-)Geschütze auf?