Banking in den USA

00:07, 10.10.2008. Von Pinguin

Vermutlich hört ihr ja in Europa viel von der Bankenkrise in den USA, aber darum gehts mir eigentlich garnicht. Vielmehr wundere ich mich hier immer wieder über diese Ambivalenz zwischen modern und altmodisch wenn es um Bankangelegenheiten geht.

Auf der einen Seite wäre da - so kenn man die USA -, dass man jede Kleinigkeit mit ner Kreditkarte bezahlen kann. Hat sich der Geldchip in Deutschland nicht wirklich durchgesetzt und werden EC-Zahlungen meist nur ab bestimmten Beträgen akzeptiert, so kann man hier wirklich (fast) alles mit der Kreditkarte zahlen. Auch im Food Court auf dem Campus geht das natürlich. Hier gibts noch ein anderes Zahlungsmittel, die BuzzCard, also den Studentenausweis, aber das führt wieder zu weit, schließlich gehts ja um Banken.

Ja genau, auf der anderen Seite findet man dann den bargeldlosen Zahlungsverkehr. Dort herrscht mehr oder weniger Steinzeit. Jeder hat sein Scheckbuch und wenn man jemandem unbar Geld zukommen lassen will, drückt man ihm halt nen Scheck in die Hand. Überweisungen? Was ist das ... Okay, das GeorgiaTech ist ganz modern, die zahlen das Stipendium hier per Direct Deposit aus (das ist wohl in etwa das Äquivalent zu ner Überweisung). Und was mussten wir am Anfang machen? Einen ungültig gemachten Scheck abgeben, damit die unsere Bankverbindungen haben ... *g* Aber für Geldtransfers zwischen Privatleuten gibts wohl fast nur Schecks.

Immerhin kennen die Amis schon Online-Banking. Sicherheitsstandards? Nun ja, TANs gibts schonmal keine. Macht einen vielleicht etwas stutzig am Anfang, aber für was braucht man Transaktionsnummern, wenn man keine Transaktionen tätigen kann. Umbuchen zwischen Checkings und Savings Account geht, aber Online-Überweisungen - was ist das? :) Aber dafür kann man seinen Kontoauszug online anschaun und auch jeder eingelöste Scheck ist digitalisiert, den kann man sich also auch nochmal zu Gemüte führen.

Apropos Schecks, sollte es mich wundern, dass meine Bank wohl das erste Paket Schecks nach Atlanta, DE geschickt hat, und nicht nach Atlanta, GA? Jedenfalls kamen die bei mir nicht an und ich musste nochmal zur Bank nachordern. Komisch, meine Mitstreiter haben auch ihre Schecks noch nicht. Und letztes Jahr gings Aline auch so ... Ob die das wohl irgendwann nochmal lernen?

Als ich mein Konto eröffnet habe, konnte ich mir übrigens meine Geheimnummer für die Debit Card selbst raussuchen. Die durfte ich dann auf einem Scrambler eintippen und die Bankangestellte hat die verschlüsselte Zahl auf dem Antrag eingetragen. Und was soll ich sagen - es hat funktioniert :). Es wäre sicher mal interessant zu erfahren, wieviele Amis sich "0000" oder so auswählen, der Einfachheit halber :).

So, soviel mal als kurze Einführung zu meinen Banking-Erfahrungen in den USA. Alles nur subjektive Eindrücke, vielleicht kann ich auch Direct Deposits machen - ich weiß aber nicht wie, und üblich ist das hier längst nicht. Hoffen wir einfach mal, dass ich die Probleme morgen noch hab, das heißt nämlich, dass meine Bank noch nicht zu gemacht hat ;-).

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Kommentare

  1. Unbenannter Kommentar von (Marcel)

    Hehe viele deiner geschilderten Erfahrungen musste ich schon vor fünf Jahren auf der etwas kleineren nicht ganz so weit entfernten Insel machen - da hat wohl trotz Unabhängigkeit etwas seine Spuren hinterlassen ;-)
    Echt traurig, dass die in mancher Hinsicht so rückständig sind :)