Presidential Election - The Day After ...

19:00, 5.11.2008. Von Pinguin

Inzwischen dürfte das Wahlergebnis sich ja auch in Deutschland herumgesprochen haben: CNN lag nicht falsch, Obama wurde wirklich gewählt :-).

Was gibt's zur Wahl noch zu sagen? Ich weiß nicht, ob man in Deutschland soviel mitbekommt, aber sobald man hier mit Leuten spricht, hört man überall von langen Warteschlangen - teils durften die Wahlwütigen 3 bis 4 Stunden warten. Das war aber nicht nur am Election Day so, sondern auch in den Tagen davor beim "Early Voting". Am GeorgiaTech Campus war auch ein Wahllokal eingerichtet - auch hier gabs gestern Schlangen. Wie lange die Wartezeit war, weiß ich allerdings nicht. Verglichen mit meinen bisherigen Wahlerfahrungen in Deutschland waren die Schlangen aber erschreckend lang ...


Vor dem Wahllokal standen auch Warnschilder rum, damit ja keiner auf die Idee kommt noch in letzter Sekunde die Wähler zu beeinflußen:



Und wie sieht das ganze dann aus? Hier mal ein Bild vom Wahllokal (mit dem Handy durch die Scheibe fotographiert, da ließen sich die Spiegelungen leider nicht vermeiden).



Wie hab' ich den gestrigen Tag verbracht? Ich war daheim und wir haben die Wahlen am Fernseher verfolgt, der ständig  nebenher lief. Teils unglaublich mit was für dummem Gelaber die die Zeit totgeschlagen haben, andererseits würde ich aber auch nicht mit denen tauschen wollen. Parallel dazu haben wir die Wahlergebnisse auch im Internet verfolgt - zum einen bei CNN (http://www.cnn.com/ELECTION/2008/results/president/), zum anderen bei der NYTimes (http://elections.nytimes.com/2008/results/president/map.html). Der Vergleich war interessant, wie angemerkt war die NYTimes immer deutlich langsamer und zurückhaltender mit Ansagen.

Nach der Wahl hieß es dann warten auf die Reden der beiden Kandidaten. Zuerst war McCain dran (CNN.com-Video), danach die Rede von Obama. Mich hat dabei beeindruckt, dass McCain sich als sehr fairer Verlierer gezeigt hat und echt Persönlichkeit bewiesen hat - hätte ich nicht unbedingt erwartet. Die Obama-Rede fand ich auch einfach nur beeindruckend. Schaun wir mal, wieviel von diesem Enthusiasmus er als Präsident behält.

Eine schöne Zusammenfassung des ganzen Wahlkampfes liefert übrigens die NYTimes.

Viel mehr fällt mir zu dem Thema jetzt nicht mehr ein - fragt, wenn ihr mehr wissen wollt :-)

Presidential Election - And the Winner is ...

23:05, 4.11.2008. Von Pinguin

Zumindest wenn man CNN glauben kann: "Obama to be next President!"

Kurz nach 11:00 Uhr, als die letzten Wahllokale geschlossen haben, haben sie Obama als Sieger verkündet. Das ganze basiert nur auf Hochrechnungen und - was die letzten Staaten angeht - auf Exit Polls, d.h. wenn sie Leute fragen, die gerade gewählt haben, ob sie nochmal wählen würden. Die NYTimes ist übrigens noch etwas zurückhaltender was das Verkünden eines Siegers angeht.

Jetzt warten wir im Wesentlichen noch auf die Reden der beiden Kandidaten, nur wann die kommen ist noch unsicher. Im Fernsehen sieht man auf jeden Fall einen Haufen feiernde Leute. :-)

Presidential Election - Polls and Projections

15:38, 4.11.2008. Von Pinguin

Tja, jetzt ist es so weit. Dienstag abend und wir sitzen vorm Fernseher und warten darauf, wie die Wahlen ausgehen. Nach und nach kommen Wahlergebnisse und Hochrechnungen an nach und nach werden Staaten als entschieden erklärt - die Fernsehsender sind dabei übrigens deutlich konservativer als vor vier Jahren: wenn es knapp wird sagen sie einfach mal nichts. Zwischenstand ist, wenn man der NYTimes glaubt, ist 87:8 für Obama. CNN ist etwas schneller bei seinen Vorhersagen, nach denen stünde es 194:69 für Obama. Alles in allem sieht's ziemlich vielversprechend aus, auch wenn man sehr positiv für McCain rechnet, hat Obama noch knapp die Nase vorn. Schaun wir mal, in ein paar Stunden wissen wir wohl mehr ... Wenn die an der Westküste net so weit hinterher wären, gings schneller ;-)

The Final Countdown ...

23:40, 3.11.2008. Von Pinguin

Ja, morgen ist's so weit, der große Tag naht: Presidential Election

Wie ist die Stimmung hier? Nun, wenn man in unserer WG unter den Wahlberechtigten herumfragt, dann ist die Stimmung eindeutig. :-) Auch bei den Early Votings (d.h. Stimme vorm eigentlichen Wahltag abgeben) hört man von lange Warteschlangen, und auch die ersten Probleme mit Wahlmaschinen gingen wieder mal durch die Presse. Ansonsten laufen halt im Fernsehen ständig irgendwelche Wahlwerbespots, ich bin mir sicher die finden sich auch im Internet falls sich jemand das anschaun will. Irgendwie bin ich gespannt auf morgen, aber wieviel man hier wirklich mitkriegt weiß ich noch nicht, also ob auf der Straße irgendwie Party ist oder so.

Auf dem Campus wird übrigens auch ein Wahlbüro sein. Ich glaub ich geh mir das morgen mal anschaun, sofern man da auch als Nicht-Wahlberechtigter reinkommt, und ich bin auch mal gespannt auf die Schlangen, die sich dort bilden. Wie auch immer, morgen wissen wir mehr :-).

Interessant ist auch, wie in Fernsehserien immer wieder das Thema Wahl einfliest und man auch den Eindruck hat, teilweise steckt auch eine ziemlich deutliche politische Aussage dahinter. Dass die ganzen Late-Night-Shows sich natürlich auch mit der Wahl beschäftigen, überrascht hoffentlich niemanden. Eine sehensewrte Zusammenfassung des ganzen Wahlkampfes liefert die NewYork Times.

Halloween

23:18, 3.11.2008. Von Pinguin

Moin zusammen,

vor nicht allzu langer Zeit war hier ja bekanntlich Halloween. Wie ich mich belehren hab lassen, war zu gleicher Zeit in Deutschland Reformationstag. Gut, wieder was gelernt ;-).

Was gibt's zu Halloween zu sagen? Erste Frage war natürlich: wie verkleiden. Merke: gehe nie an Halloween in WalMart und hoffe darauf noch ein Kostüm zu finden ... Was nun? Nun ja, improvisieren. Martin hat sich mit schwarzen Klamotten und weißem Gaffa zum Skelett gemacht, Frederik hat sich von einem Mitbewohner ein Waldo-Outfit leihen können, und ich hab mich als Doktor versucht. Zum Glück gabs im WalMart noch "Scrubs", sprich die OP-/Krankenhaus-Kleidung. Die gibts übrigens auch im GeorgiaTech-Outfit - strange ... Wie auch immer, also weiße OP-Kleidung, kombiniert mit weißer Hose, weißem Hemd und schwarzen Anzugschuhen. Nur die Krawatte ist wohl so ne typisch deutsche Chefarzt-Angewohnheit, wie ich mir übern Abend öfter sagen lassen musste (and why that tie?). Um das Outfit noch etwas leichter erkennbar zu machen, trug ich blaue Handschuhe in der Hoffnung es fällt dann mehr auf - na ja, wohl nicht zu überzeugend. Wie auch immer ... bevor ich jetzt noch lange versuch das Outfit zu erklären - there you go.


Der Vampir ist übrigens Anna, die Freundin von meinem Mitbewohner Christian, die hier zehn Tage zu Besuch war. Wie man auch schön an den griechischen Buchstaben im Hintergrund sieht, waren wir bei einer Fraternity auf ner Party - wir kennen da jemanden, die jemanden kennt, der ... wie das halt so läuft. Apropos, wir hatten auch das Vergnügen mal eines der Zimmer dort zu sehen - zwei Leute auf schätzungsweise 4-5 qm ... da freu ich mich doch über mein Zimmer ;-).

Was gibts ansonsten noch zu Halloween zu sagen, außer dass es ein toller Abend war? Mir fällt da irgendwie nur noch die Aussage einer Amerikanerin in unserem Lab ein: "Halloween is an excuse for girls to dress slutty without being called slutty." Nothing to add ;-).

Jaywalking vor einem Polizeiauto ...

14:32, 11.10.2008. Von Pinguin

Gestern abend waren Christian (mein Mitbewohner), Marcel (ein Freund von ihm, der gerade zu Besuch ist) und ich in Buckhead unterwegs. Wir wollten nur gemütlich was trinken gehen und haben uns auf die Suche nach einer passenden Bar gemacht.

Etwas ungeschickt war, dass wir - in guter Gewohnheit - geschaut haben ob die Straße frei ist und dann über die Straße sind, leider außerhalb eines Crosswalks. Nachdem das auch Einheimische von der gegenüberliegenden Straßenseite aus getan haben, haben wir uns nicht soviel dabei gedacht. Allerdings ... Merke: nimm Dich in acht vor dunklen/schwarzen Autos, da könnten Polizisten drinsitzen. Nachdem von den Einheimischen nur ein "we are sorry" kam und die weitergelaufen sind, hat der Cop sich wohl an uns festgebissen, schließlich kann er ja nicht zulassen, dass gleich zwei Gruppen vor seinem Auto die Straße überqueren. Es entwickelte sich in etwa folgender Dialog als wir am Polizeiauto vorbeiliefen:

Wir:   We're sorry, Sir.
Cop: Why keeps everyone telling me that they are sorry?
Wir:  Cause we are. (oder etwas in der Art)

An der Stelle hofften wir wir könnten erstmal unbehelligt weitergehen. Aber ...
Cop: So you would not mind paying a 400 Dollar fine.

Ratlosigkeit, Ungewissheit wie das weitergehen wird. Zum Glück hat Marcel (er studiert in Toronto) schnell geschalten:

M.: We're exchange students from Germany, and we just arrived (stimmte für ihn auch wirklich), we don't know the rules yet.
Cop: So you're from Germany? And you're allowed to cross the street in Germany like this?
M.: Actually, yes you are!
Cop: I've been to Germany.
M.: Really, where have you been?
Cop: In Butzberg. (soweit wir das richtig verstanden haben, an sich auch egal)
M.: Oh, I know that place. (...)

Irgendwie ging das Gespräch noch ein oder zwei Sätze länger, aber dann war's auch gut und wir durften weitergehen ohne 400 Dollar loszuwerden.

Der Rest des Abends war dann auch noch schön, wir haben eine nette Bar mit Dachterrasse gefunden und nen tollen Abend gehabt.

Und die Moral von der Geschicht'?

a) Schau zweimal hin, ob sich vielleicht ein schwarzes Auto nähert, wenn Du jaywalken willst.
b) Zeig den Cops immer, dass Du viel Achtung und Respekt vor Ihnen hast.
c) Das Thema elegant umzulenken, kann auch nicht schaden. ;-)

Banking in den USA

00:07, 10.10.2008. Von Pinguin

Vermutlich hört ihr ja in Europa viel von der Bankenkrise in den USA, aber darum gehts mir eigentlich garnicht. Vielmehr wundere ich mich hier immer wieder über diese Ambivalenz zwischen modern und altmodisch wenn es um Bankangelegenheiten geht.

Auf der einen Seite wäre da - so kenn man die USA -, dass man jede Kleinigkeit mit ner Kreditkarte bezahlen kann. Hat sich der Geldchip in Deutschland nicht wirklich durchgesetzt und werden EC-Zahlungen meist nur ab bestimmten Beträgen akzeptiert, so kann man hier wirklich (fast) alles mit der Kreditkarte zahlen. Auch im Food Court auf dem Campus geht das natürlich. Hier gibts noch ein anderes Zahlungsmittel, die BuzzCard, also den Studentenausweis, aber das führt wieder zu weit, schließlich gehts ja um Banken.

Ja genau, auf der anderen Seite findet man dann den bargeldlosen Zahlungsverkehr. Dort herrscht mehr oder weniger Steinzeit. Jeder hat sein Scheckbuch und wenn man jemandem unbar Geld zukommen lassen will, drückt man ihm halt nen Scheck in die Hand. Überweisungen? Was ist das ... Okay, das GeorgiaTech ist ganz modern, die zahlen das Stipendium hier per Direct Deposit aus (das ist wohl in etwa das Äquivalent zu ner Überweisung). Und was mussten wir am Anfang machen? Einen ungültig gemachten Scheck abgeben, damit die unsere Bankverbindungen haben ... *g* Aber für Geldtransfers zwischen Privatleuten gibts wohl fast nur Schecks.

Immerhin kennen die Amis schon Online-Banking. Sicherheitsstandards? Nun ja, TANs gibts schonmal keine. Macht einen vielleicht etwas stutzig am Anfang, aber für was braucht man Transaktionsnummern, wenn man keine Transaktionen tätigen kann. Umbuchen zwischen Checkings und Savings Account geht, aber Online-Überweisungen - was ist das? :) Aber dafür kann man seinen Kontoauszug online anschaun und auch jeder eingelöste Scheck ist digitalisiert, den kann man sich also auch nochmal zu Gemüte führen.

Apropos Schecks, sollte es mich wundern, dass meine Bank wohl das erste Paket Schecks nach Atlanta, DE geschickt hat, und nicht nach Atlanta, GA? Jedenfalls kamen die bei mir nicht an und ich musste nochmal zur Bank nachordern. Komisch, meine Mitstreiter haben auch ihre Schecks noch nicht. Und letztes Jahr gings Aline auch so ... Ob die das wohl irgendwann nochmal lernen?

Als ich mein Konto eröffnet habe, konnte ich mir übrigens meine Geheimnummer für die Debit Card selbst raussuchen. Die durfte ich dann auf einem Scrambler eintippen und die Bankangestellte hat die verschlüsselte Zahl auf dem Antrag eingetragen. Und was soll ich sagen - es hat funktioniert :). Es wäre sicher mal interessant zu erfahren, wieviele Amis sich "0000" oder so auswählen, der Einfachheit halber :).

So, soviel mal als kurze Einführung zu meinen Banking-Erfahrungen in den USA. Alles nur subjektive Eindrücke, vielleicht kann ich auch Direct Deposits machen - ich weiß aber nicht wie, und üblich ist das hier längst nicht. Hoffen wir einfach mal, dass ich die Probleme morgen noch hab, das heißt nämlich, dass meine Bank noch nicht zu gemacht hat ;-).

Against me!

00:03, 3.10.2008. Von Pinguin

Nein, keine Sorge, es läuft gerade nicht wirklich alles gegen mich. Na gut, das ein oder andere, aber dazu später vielleicht mehr.

Against me! ist viel mehr der Name einer Band, auf dessen Konzert ich derletzt war. Hier mal im Überblick

Wer? Ich natürlich, und mein Mitbewohner Madison

Wer sonst? Ach ja, natürlich ... Against me!, Ted Leo and The Pharmacists, Future Of The Left
Nie gehört? Macht nix, ich bis gestern auch nicht ...

Wo? The Masquerade, Atlanta, GA. Ziemlich nette Location, ist eine alte Fabrikhalle, Stein, Holzboden (ja, tatsächlich!), unter der Decke die alten Räder an denen früher die Antriebsriemen für die Maschinen eingehangen wurden. Es gibt drei Ebenen, "Heaven", "Purgatory" und "Hell". Das Konzert war auf der obersten. Die Location hatte echt was, wobei mich das ein bißchen nervös gemacht hat, dass der Fußboden (Holz!) etwas mitgeschwungen ist ...

Was? Nun ja, nach was klang das bisher? Konzert :-) Punk, Punk-Rock.

Warum? Gute Frage, bin halt da irgendwie so reingeschlittert :). Hab mich mit meinem Mitbewohner unterhalten, wir sind draufgekommen, dass ich auch Punk-Rock mag, er hat mir ein paar Lieder vorgespielt von der Band, klang klasse, also warum auch nicht.

Wie war's? Ziemlich klasse! Geht auf Konzerten halt doch immer wieder gut ab. Ich hab zwar nicht viel verstanden von den Texten -- geschweige denn die Texte gekannt -- aber Spaß hats echt gemacht, klasse Party. Dass ich vielleicht an Ohropax hätte denken sollen, hab ich danach dann gemerkt ...

Danach ... Ach ja, auch wenn mich für den Satz vermutlich jetzt einige gerne lynchen würden, bei den Temperaturen die in Deutschland gerade herrschen, aber wenn man verschwitzt aus dem Konzert kommt ist das echt angenehm, wenns nicht so arschkalt ist. Ich erinnere mich da nur an das letzte DÄ Konzert oder auch GreenDay im Winter ... :-)

Disgusting ...

14:40, 22.09.2008. Von Pinguin

... der Begriff hat irgendwie seit gestern eine neue Bedeutung gewonnen. Ich mein, nicht dass ich wirklich sehr empfindlich bin, aber was der Kühlschrank in den gut zwei Stunden Ausmisten, Aufräumen und Putzen zu Tage gefördert hat, war dann doch irgendwie etwas heftig. Da freut man sich doch, dass es im Supermarkt knapp nen Liter 70%igen Ethylalkohol für unter 2 $ gibt, weil wie wir ja alle wissen taugt der gut als Reinigungs- und Desinfektionsmittel. Ich hoff einfach mal, dass diese Aktion einmalig bleiben wird während meines Aufenthaltes hier ... ;-)

Und ja, ich erspar euch Vorher-Nachher-Photos, weil ich die nicht gemacht hab. Wobei, der zweite Kühlschrank sieht auch nicht so viel besser aus, also wenn jemand darauf besteht ... :-)