Wenn Ingenieursstudenten der Spieltrieb packt ...

19:17, 10.04.2009. Von Pinguin

... was könnte ein Ingenieursstudent wohl mit solch einer Grafik anfangen?


Abstrakte Kunst? Vielleicht :-) Nützlich? Absolut! (und nein, ich hab hier drüben noch nicht den Verstand verloren)

Weihnachtsrundtrip - Tag 11 und 12

07:04, 5.04.2009. Von Pinguin

Mit dem Sonntag morgen brach nach einer (für mich) wunderbar erholsamen Nacht nun der vorletzte Tag unseres Rundtrips an. Ulfs Mitbewohner Alvaro lud uns für den Sonntag in den Gottesdienst einer spanischen Gemeinde ein. In Erinnerung an die Gottesdienste in Peru ließ sich Mila natürlich nicht zweimal einladen, und nachdem auch Ulf und ich neugierig waren, wie denn in der spanischen Gemeinde Gottesdienst gefeiert wurde, war die Entscheidung schnell gefallen. Davor gabs allerdings noch leckeres Frühstück - für mich natürlich wieder nur Schonkost :-). Allerdings hatte Alvaro - seines Zeichens Kolumbianer - echten kolumbianischen Kaffee aus seinem Heimaturlaub mitgebracht. Den konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen - einfach herrlich!

Auf dem Weg zum Gottesdienst hieß es dann erstmal hoffen, dass Alvaros Auto und insbesondere sein Auspuff den Weg gut überstehen, was der Geräuschentwicklung nach zu urteilen nicht so sicher war. Hier drüben lernt man den Tüv echt zu schätzen ... ;-). Am Ziel angekommen bemerkte Mila, dass wohl die Spanier auch kein Spanisch konnten - irgendwelche Grammatikfehler, aber fragt mich bloß jetzt nicht nach den Details. Keine Ahnung ob das vergleichbar zu ähnlich beliebten Fehlern im Deutschen war. Ein anderes Schild an der Gemeinde kündigte den Gottesdienst für 9:30 Uhr an. Komisch, Alvaro war überzeugt, dass er um 10:30 Uhr losgehen würde, so dass wir um 10:20 Uhr doch pünktlich wären ...

Aber gut, so platzen wir halt mitten in den Gottesdienst. Störte niemanden, wir wurden freundlich hineingebeten und konnten uns einen Platz suchen. Verglichen mit den "klassischen" Sonntagsgottesdiensten (soweit ich mich da aus meiner Konfirmandenzeit noch daran erinnere) war es durchaus sehr anders. Die Gemeinde hatte keine "richtige" Kirche, sondern nur einen großen Saal in einem Gebäude mit einer Menge Stühlen und einer Bühne vorne (Ruth, so ungefähr wie Deine Gemeinde in der Stadtmitte). Auf der Bühne war dann auch eine kleine Band mit Schlagzeug & Co. untergebracht, und auch die Lieder erinnerten eher an das was ich aus Jugos kannte. Viele Lieder wurden zweisprachig gesungen, erst in Englisch, danach in Spanisch, oder auch umgekehrt. Eine sehr interessante Erfahrung. Richtig beeindruckend wurde es, als die Predigt anstand. Diese wurde auf Spanisch gehalten. Allerdings kam Mila darum herum für uns Spanisch-Unvermögende simultan zu übersetzen. Diesen Part übernahm ein Übersetzer auf der Bühne, der für die gesamte Gemeinde auf Englisch übersetzte. Aber nicht etwa in einem ruhigen, sachlichen (langweiligen ...) Ton, sondern er legte die gleiche Energie in seine Worte wie es der predigende Pfarrer/Pastor/Redner (?) tat. Wer sich jetzt einen Lateinamerikaner vorstellt, der sein Temperament in einer hitzigen Diskussion freien Lauf lässt, der kriegt vielleicht eine Idee wie es ist, wenn ein Lateinamerikaner mit Herzblut predigt. Der Dolmetscher brachte das klasse rüber! Zudem stand er auch nicht still, sondern er folgte dem Predigenden über die Bühne, er passte seine Gesten und seine Mimik dem Predigenden an, kurz gesagt: er tat alles um nicht nur die Worte sondern möglichst gut die gesamte "Vorstellung" zu übersetzen. Zwischendurch blieb er ab und zu mal kurz hängen und suchte nach dem richtigen Wort - teils half ihm dann der Predigende aus, teils jemand aus der Gemeinde ... sehr souverän gemeistert, hat mich tief beeindruckt. Ein anderer "Programmpunkt", der wie mir Mila bestätigte durchaus üblich sei, war, dass irgendwann die Gemeindemitglieder gebeten wurden andere Anwesende im Namen Gottes zu grüßen, meist mit den Worten  "God bless you". Mila meinte, in Peru wären sie so durch die gesamte anwesende Gemeinde gegangen und jeder grüßte jeden - das blieb uns dann zum Glück doch erspar :-). Wie lange am Ende der gesamte Gottesdienst gedauert hatte, weiß ich nicht mehr, relativ lange, aber alles andere als langweilig. Allerdings muss ich ihm Nachhinein auch sagen, dass ich nicht unfroh bin, dass wir etwas zu spät kamen - sonst wäre es doch etwas sehr lang geworden ... ;-)

Nach dem Gottesdienst gingen wir zusammen Einkaufen und kochten danach bei Ulf Mittagessen. Hühnchen mit Nudeln Reis (danke Mila :)) und Apfelmus (wenn ich mich recht erinnere) für die anderen  beiden - auch Alvaro probierte es - Nudelsuppe für mich. Alvaro bot uns dann auch noch etwas typisch Kolumbianisches an, allerdings ist das meinem Gedächtnis wieder entfallen was das war (edit: siehe Kommentare :)). Danach machten Mila und ich uns auf den Weg die erste Etappe der verbleibenden 742 Meilen zurückzulegen. Die Nacht verbrachten wir dann in einem Motel in Chapel Hill, etwa in der Mitte der Strecke. An sich sollte das ein recht schöner Ort sein, aber als wir abends ankamen hatten wir nicht wirklich Lust noch etwas anzuschaun.

Am nächsten Morgen wurden wir durch das energische Klopfen des Zimmerservice geweckt. Das nächste mal lieber doch das "do not disturb" Schild raushängen wenn man auspennen will *note to myself*. Aber das war auch okay, so waren wir wenigstens wach und konnten uns auf den Weg zurück nach Atlanta machen. Der verlief dann auch recht unspektakulär, wie man sieht ist Autofahren in den USA offensichtlich doch recht entspannend.



Irgendwann hatte uns dann auch der Peach State wieder, wie man bei einem Blick aus dem Fenster leicht erkennen konnte.

Das ist damit auch das Ende unseres Weihnachtsrundtrips. Unglaublich aber wahr, ich hab sage und schreibe 3 Monate gebraucht um 12 Tage Urlaub zu verbloggen. Ich darf garnicht dran denken, dass Mila ja auch noch ein paar Tage in Atlanta war (äh halt, doch, daran darf ich denken, ich darf nur nicht dran denken, dass ich dazu ja auch noch was verbloggen könnte :-)), und dass in der Zwischenzeit auch wieder zwei Trips anstanden, einer davon auch etwas länger. Öhm, ja, kommt Zeit, kommt Rat ... :-)

Unser Auto ist geländegängig ...

17:45, 28.03.2009. Von Pinguin

... zumindest teilweise. Gestern morgen wollte einer meiner Mitstreiter mit dem Auto los. Normalerweise parkt das Auto bei uns hinterm Haus. Grundsätzlich ein sehr praktischer Stellplatz abseits der Straße, der allerdings einen kleinen Nachteil hat: die Zufahrt ist von Schlaglöchern übersäht und auch nicht sonderlich breit. Breit genug um darüberzufahren, aber wenn man den Schlaglöchern ausweichen kann bleibt nicht mehr allzuviel Platz. Neben diesem Weg geht es einen kleinen Abhang in eine Wiese hinunter. Nicht viel, 30-50 cm vielleicht, aber nachdem es die ganze Zeit wie aus Kübeln gegossen hatte, reichte das wohl ... Mir wurde jedenfalls die "freudige" Nachricht überbracht, ich solle doch mal aus meinem Fenster schaun ...


Im strömenden Regen (den man auf den Photos nicht sieht) versuchten wir dann gemeinsam das Auto zu überreden sich wieder aus dem Dreck zu bewegen. Nachdem aber der Regen die Wiese eher in einen Sumpf verwandelte, gestaltete sich das als recht schwierig. Hinzu kam, dass unser Auto leider eine Automatik hat, was gefühlvolles Anfahren unter den Bedingungen auch nochmal erschwert. Nach langem Kampf im anhaltenden strömendne Regen ...


... mussten wir letztlich doch einsehen, dass unser Auto nicht so unbedingt das optimalste ist um unbefestigtes Terrain zu erkunden. Wie ich sagte, unser Auto ist teilweise geländegängig, zumindest ins Gelände kommt man rein ;-). Die naheliegendste Lösung - ein langes Seil und ein starkes Auto - machten uns die amerikanischen Autobauer zunichte: um ein Abschleppseil am Auto zu befestigen braucht man wohl irgendwelche komischen Gestelle, so wars zumindest in der Anleitung abgebildet. Also hieß es schieben und versuchen irgendwie Grip zu bekommen, was leider scheiterte. Am Ende setzte (wie man bei Frederik und Martin sehen kann) der nötige Galgenhumor ein, wobei die nachfolgende Dusche und dasFrühstücks, das Anna (Chris' Freundin) in der Zwischenzeit gemacht hatte, danach echt Gold wert waren.


Mich hats zum Glück nicht ganz so schlimm erwischt wie die anderen drei, da ich am Steuer saß. Ach ja, das oberste Photo ist übrigens heute erst entstanden, sprich das Auto steht immer noch da, und dank des anhaltenden Schietwetters haben wir es auch nicht nochmal ernsthaft probiert, das Auto aus der Wiese herauszufahren.

Emails vom Georgia Tech

10:18, 24.03.2009. Von Pinguin

Wer es noch nicht weiß, ich bin wieder gesund und munter aus dem Floria-Urlaub zurückgekehrt. Jetzt hat mich der Alltag wieder eingeholt, ich hoffe ich finde trotzdem bald noch die Zeit zum einen den verbliebenen Weihnachtsurlaub und zum anderen auch den Florida-Urlaub zu verbloggen. Wir werden sehen.

Damit es bis dahin nicht so langweilig wird, hier mal wieder etwas aus der Kategorie "Typisch Amerika". Folgende Email erreichte uns vom GeorgiaTech:

Important Change Affecting Federal Reporting

We are asking all students to verify their individual records with regards to their race and ethnicity as part of a
comprehensive update mandated by both State and Federal governments.

The next time you log into the student information system you will see a survey asking you to identify the following:

1. Your ethnicity
2. One or more of the races listed that you consider yourself to be

Once the screen appears please complete the questionnaire to update your records.

Thank you.
Was die immer mit ihren Statistiken haben ... und dass vor allem immer Rasse mit abgefragt wird, auch bei der Einstellung. Geht wohl darum, dass keiner benachteiligt wird; trotzdem ist es etwas komisch, ich hatte auf meinem Uni-Bewerbungsbogen glaub ich in Deutschland nirgends das Feld "Rasse" gesehen ...

Spring Break

21:37, 12.03.2009. Von Pinguin

Dank Spring Break wird hier in den kommenden 9 Tagen erstmal Sendepause herrschen. Wir, Martin, Frederik und ich, werden mit unserem treuen Kamel Florida unsicher machen. Einmal Ostküste runter bis nach Key West, danach Westküste wieder hoch. Wer's genauer wissen will, kann sich unseren Trip auf der Karte bei maps.google.com anschaun. Danach wirds wieder genug zu verbloggen geben - wenn ich zeitlich dazu komm. Bis demnächst :-)

PS: wenn nur die nervige Packerei nicht wäre, das erwartet mich heute abend noch :-(

Weihnachtsrundtrip - Tag 10

20:29, 12.03.2009. Von Pinguin

Nach einer recht unruhigen Nacht (siehe voriger Eintrag) und einem eher spartanischen Frühstück (Cola, Salzbrezeln) - Mila und Ulf genoßen übrigens nochmal das Frühstück an gleichem Ort an dem wir auch gestern waren (ich muss ihnen aber wirklich zugute halten, dass sie erst mir mein Frühstück gebracht haben! Danke!) - machten wir uns auf den Weg zurück mit der Bahn zu unserem Auto, das unbeschadet dort auf uns wartete wo wir es hinterlassen haben. Für den Tag hatten wir uns Philadelphia vorgenommen. Nachdem ich noch etwas mitgenommen war und mehr oder weniger nur mitgelaufen bin, gibts erstmal nur ein paar Bilder, aber nicht viel zu kommentieren.



Mila versuchte dann noch etwas Ordnung zu schaffen, aber irgendwie stellte sich der Dominostein als sturköpfiger heraus :-)



Nach dem kleinen Stadtrundgang gings weiter noch etwas amerikanische Geschichte erleben. Für die kostenlose Führung durch die Independence Hall durften wir erstmal draußen etwa 20 Minuten anstehen, bevor wir das Gebäude, in dem die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet wurde, besichtigen durften.

Durch die Independence Hall führte uns eine Freiwillige, die das zum Spaß machte und kein Geld dafür bekam - wie sie uns auch so deutlich sagte. Dass sie ihren Spaß dabei hatte, glaube ich gerne, da sie in einem sehr lockeren Ton über die Geschichte der USA sprach. Ach ja, in der Independence Hall war nur noch einer der Stühle original erhalten, der Rest war nachgebildet.

Nach der Independence Hall gings zum gegenüberliegenden Liberty Bell Pavillon, in dem die (welch Überraschung) Liberty Bell ausgestellt ist, erkennbar auch an dem markanten Riss, der sie "dienstunfähig" machte. Die Liberty Bell ist jene Glocke, die geläutet wurde, als die Unabhängigkeitserklärung das erste mal verlesen wurde.

Nach einem kurzen Abstecher in den Souvenirladen machten wir uns auf den Weg zurück zum Auto. Der Rest des Weges nach Newark, DE, war dann auch schnell geschafft, und nach dem Abendessen - für mich gabs an dem Abend leider nur Schonkost - war der Tag auch recht schnell vorbei, da ich von der letzten Nacht noch einiges nachzuholen hatte. Entsprechend früh lag ich im Bett - Ulfs Vermieter boten uns ihr Gästezimmer an, was wirklich praktisch war, da ich mich so zurückziehen konnte während die anderen noch schwätzten. In der Nacht hab ich so gut wie im ganzen Urlaub nicht gepennt :-).

Weihachtsrundtrip - (der verhängnisvolle) Tag 9

20:20, 12.03.2009. Von Pinguin

Frühstück gabs an unserem letzten vollen Tag in New York in einem kleinen Cafe gegenüber unserem Hostel. Frische Bagels mit Cream - echt lecker! Danach stand der Tag unter dem Motto "wir nutzen aus, dass New York keine Sales-Tax auf Klamotten hat". Richtig erraten, wir waren Shoppen. Zuerst gings vorbei am berühmten Madison Square Garden


zum größten Kaufhaus der Welt. Macy's am Herald Square (okay, strenggenommen herrscht wohl Gleichstand mit Harrods in London, aber beworben wirds trotzdem so). Milas Hoffnung hier ein bezahlbares Bachelor-Ball-Kleid zu finden erfüllte sich leider nicht.


Interessant fand ich allerdings die Abteilung für Umstandsmode, treffend mit "a pea in the pod" betitelt. Offensichtlich hatten sie auch ganz besondere Angebote im Ausverkauf.


Entsprechend der langen Tradition des Kaufhauses sind auch einige der Rolltreppen schon etwas älter - und entsprechend aus Holz.


Mila und ich machten uns dann auf weiter nach Soho, wo wir weiter die Geschäfte abklappern sollten, während Ulf sich entschied sein Subway-Ticket voll auszunutzen und noch einen weiteren Stadteil abzuklappern, von dem selbst Larry sagte "believe me, there's absolutely nothing interesting there". Entsprechend hab ich mir das Viertel auch nicht gemerkt :-).


Ulf stieß dann später wieder zu uns, und nachdem wir alle mehr oder weniger unser Shoppingerlebnis hinter uns gebracht haben, gings mit der Subway an einen anderen Ort irgendwo in NYC, wo ich den verhängnisvollen Fehler gemacht habe einen Hot-Dog eines Straßenverkäufers zu probieren. Angeblich gehört das zum NYC Erlebnis dazu, mir hat eine erfahrene Amerkareisende (Grüße nach Stuttgart :-)) empfohlen das müsse man unbedingt gemacht haben ... nun ja, warum verhängnisvoll? später dazu mehr :-)

Ulf und ich boten dann alle unsere Überredungskünste auf Mila zu überzeugen, bei den kuschelig warmen Temperaturen von knapp über 30 °(F natürlich) noch über die Brooklyn Bridge in Richtung Stadt zu laufen. So fuhren wir mit der Subway nach Brooklyn und machten uns dann auf den Fußweg in Richtung Manhattan. Aber seht selbst ...


Durchgefroren auf der anderen Seite angekommen brachte uns die Metro wieder in unser Hostel. Als wir uns schlafen legen wollten, rächte sich meine Entscheidung, den Hot-Dog zu probieren. Meine Nacht war recht unruhig, und mir war ziemlich übel. Besser wurde das erst, als ich mir das ganze nochmals durch den Kopf gehn lies, was in der Nacht mehrmals vorkam ... nun ja, nicht das wie man sich seinen Urlaub vorstellt, aber zum Glück war der größte Teil da ja schon vorbei :-).

Was man mit einem Mikroprozessor besser nicht machen sollte ...

21:12, 11.03.2009. Von Pinguin

Bisher hab ich an dieser Stelle ja noch garnicht darüber berichtet, was ich eigentlich den lieben langen Tag im Lab tue, und auch sonst nur sporadisch ein paar Infos rausgelassen. Nun denn, ich versuch das mal etwas nachzuholen. Wen es wirklich interessiert, der darf am Ende gerne die (hoffentlich entstehende) Master-Arbeit lesen - und wer gut in Englisch ist gerne auch korrekturlesen :-).

Das meiste das im Lab passiert lässt sich wohl unter "Wellenausbreitung" und "zerstörungsfreie Prüfung" (nondestructive evaluation) zusammenfassen. Ob es jetzt darum geht verschiedene Wellentypen (Raleigh, Lamb, ...) zur Prüfung zu verwenden, passende Applikatoren herzustellen, oder etwas Theorie dazu zu machen, die Möglichkeiten sind da recht breit gefächert. Mein Job ist es, die ganze Signalerzeugung, -aufbereitung und -verarbeitung auf einen Mikroprozessor unterzubringen, wobei ein Ziel der Betrieb nur mit Batterien versorgt ist. Die Daten sollen dann drahtlos an einen Zentralrechner gesandt werden. Ein Problem dabei sind die hohen Frequenzen - Anregungsfrequenzen im Bereich von 1 MHz, und entsprechend hohe Signale wollen zuverlässig erkannt werden. Bei einem 150 MHz Prozessor ist das nicht unbedingt so einfach.

Entsprechend hab ich mich in den vergangenen Monaten erstmal durch die Manuals des Mikroprozessors quälen dürfen. Dabei lernt man wirklich moderne PCs zu schätzen - bei Mikroprozessoren darf man sich selbst noch Gedanken machen in welchem Speicherbereich man was ablegt, und vor allem wo man genügend Platz für seine Daten findet. Solange man nur programmiert, ist die Sache noch einigermaßen harmlos - tut oder tut nicht. Sobald man aber eine externe Spannungsquelle anschließt um den Analog-Digital-Converter (ADC) zu testen, wird das schon interessanter: Spannungen außerhalb des zulässigen Bereichs können böse Folgen haben. Nun ja, eines der beiden ADC-Module hat dann auch seinen Geist aufgegeben, Eingänge waren auf Masse kurzgeschlossen oder haben das Signal merklich verzerrt. Aber dafür verfügt der Prozessor ja schließlich über zwei ADC-Module, also kann man flugs das zweite nehmen und man ist versorgt :-).

Jetzt hatte ich heute nochmal einen tollen anderen Effekt - fragt mich aber nicht wie das zustande kam: mein externer Speicher, in dem die gesampleten Daten abgelegt werden, kann 16 bit Zahlen speichern (für alle die nicht so viel mit Computern zu tun haben: 16 Einsen oder Nullen hintereinander ergeben eine Zahl, ergibt also 65536 verschiedene Zahlen). Die Zahlen werden dabei parallel übertragen, also für jede Stelle gibt es eine eigene Datenleitung. Irgendwann schaute ich mir die Zahlen, die dort abgelegt mal an, und wunderte mich, warum dort immer 16384 gespeichert war, obwohl eine 0 drinstehen sollte. Es lag nahe mal einfach die Testzahlen 0 (0000 0000 0000 0000) und 0xFFFF (hexadezimal für 1111 1111 1111 1111) in den Speicher zu schreiben und sich die ergebende Binärzahl anzuschaun. Das Ergebnis war:

0000 0000 0000 0000 -> 0100 0000 0000 0000
1111 1111 1111 1111 -> 1111 1111 1111 1111
Interessanterweise ist also offensichtlich die Datenleitung für das 15. der 16 Bits defekt. Keine Ahnung wo der Fehler lag, aber nachdem mein ADC nur mit 12 bit Auflösung Daten liefert, interessieren mich die höheren Bits an sich nicht. Nur das Auslesen wird etwas interessanter, es sollte aber mittels
out16bit = 0x2FFF & resultfromRAM14bit
funktionieren. Dabei ist resultfromRAM14bit die Zahl, die aus dem Speicher gelesen wird, und von der nur die niedrigsten 14 Stellen gültig sind (obwohl eine 16 Bit Zahl ausgelesen wird). Endlich mal eine vernünftige Verwendung für das binäre "UND" gefunden :-).

Allerdings hab ich es dann doch vorgezogen den Chip auszutauschen - wegen des defekten ADC hatten wir schon ein (glücklicherweise kostenloses Test-)Exemplar vom Hersteller geordert. Man will sich ja schließlich später nicht selbst ins Knie schießen und obige Kleinigkeit vergessen :-)

Weihachtsrundtrip - Tag 8

10:45, 11.03.2009. Von Pinguin

Nachdem es am Vorabend bzw. in der Nacht erstmal kein heißes Wasser mehr gab, war die Situation am nächsten Morgen umgekehrt: es gab kein kaltes Wasser. Selbst im Toiletten-Spülkasten war warmes Wasser ... Immer mal wieder was Neues.

Nach dieser morgendlichen Überraschung begaben wir uns zum (etwas improvisierten) Frühstück in die Hotellobby. Es gab Kaffee und Muffins sowie ein bißchen Cereals, aber Tische gab es nicht, sondern nur die üblichen Sitzgelegenheiten in der Hotellobby. Nach diesem mehr oder weniger gelungenen Start in den Tag machten wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Hostel, in dem wir die kommenden zwei Nächte verbringen sollten. Als wir ankamen war dort High-Life mit den Auscheckenden, und wir konnten nur unser Gepäck abliefern. Danach machten wir uns auf den Weg noch einige fehlende Attraktionen abzuklappern, wie z.B. das Flat-Iron Building


sowie weitere nette Gebäude, an denen wir vorbeikamen.


Die Photos sind übrigens (was die Farben angeht) nicht nachbearbeitet, es herrschte also tatsächlich strahlender Sonnenschein und blauer Himmel :-). Nächste Station war dann der Central Park. Auf dem Weg dorthin wollte wohl jemand sichergehen, dass man nicht versucht mit dem Kopf durch die Wand zu rennen.


Mitten in der Großstadt fand sich dann ein schöner Park, in dem tatsächlich sowas wie Ruhe von der Großstadthektik geboten ist. Nennt sich übrigens "Central Park" :-)




Mila erinnerte uns dann noch unserer Herkunft, indem sie ein deutsches Sprichwort versinnbildlichte.

Weiter gings zum "Imagine" Mosaik an den Strawberry Fields, das zur Erinnerung an John Lennon im Central Park angebracht wurde.

Unweit davon befindet sich auch das Dakota Building, vor dessen Türe John Lennon erschossen wurde, und in dem seine Frau Yoko Ono immer noch ein Apartment besitzt.

Trotz der Sonne war es immer noch frostig kalt, so dass uns Hunger und der Drang nach Wärme zu einem nahegelegenen Subways führte. Dank mitgeführtem Navi war es auch kein Problem dieses zu finden. Nach dem Essen versuchte ich erneut Larry, meinen Advisor, zu erreichen, der in der Upper West Side nur ein paar Straßen weiter seine Wohnung hatte, und siehe da er war daheim. So statteten wir ihm einen Besuch in seiner schönen Wohnung mitsamt Wintergarten und Dachterrasse ab. Mila und Ulf durften damit somit Larry und seine Frau kennenlernen. Larry gab uns dann noch ein paar Tipps was wir noch anschaun könnten. Wieder auf Betriebstemperatur machten wir uns auf zur Cathedral of St. John the Divine, eine sehr imposante Kathedrale.



Danach gingen wir zurück ins Hostel, wo wir den weiteren Abend planten. Wir beschlossen in einem Restaurant in Harlem Essen zu gehen - eine Empfehlung des "Lonely Planet". Ulf wollte unbedingt davor noch einen Abstecher in die Bronx machen, damit er auf seinem NY Trip auch wirklich jeden Stadtteil abklapptert. So gings vor dem Abendessen nochmal mit der Subway in Richtung Bronx. Beim Umsteigen gehörten natürlich stilecht die Ratten im Gleisbett mit dazu ... :-) Ulf konnte seine Photos machen, und wir fuhren zurück nach Harlem, wo ein sehr leckeres Abendessen auf uns wartete. Ich genoß Lamm mit Kartoffelbrei, seeeehr lecker! Das Fleisch war richtig zart, ließ sich allein mit der Gabel zerteilen, war dabei aber richtig saftig ... *schwärm*.

Nach dem Essen gings zurück ins Hostel, wo wir auf unseren spanischen Zimmergenossen trafen, und Mila von Ulf und mir genötigt wurde ihre Spanischkenntnisse unter Beweis zu stellen, was sie auch in vortrefflicher Art und Weise tat :-)

Weihachtsrundtrip - Tag 7 (Silvester, Teil 2)

14:45, 9.03.2009. Von Pinguin

Nachdem wir alle drei einigermaßen erholt und wieder auf normaler Temperatur angekommen waren, galt es zu entscheiden was wir an Silvester machen wollten. Im wesentlichen standen zwei Möglichkeiten zur Auswahl: der Ball-Drop am Times Square, oder Feuerwerk im Central Park. Wir einigten uns darauf erstmal zu probieren wie weit wir in Richtung Times Square vordringen könnten, wobei klar war, dass wir keine Chance mehr hätten auf den Times Square selbst zu gelangen, und falls das nichts wird dann weiter zum Central Park zu fahren. Als wir dann an der Kreuzung 6th Ave und W 42nd St vorbeiliefen, konnten wir tatsächlich den Ball sehen.


So entschlossen wir uns auf der Kreuzung zu bleiben. Im Laufe der Zeit gesellten sich immer mehr Leute zu uns, wobei wir das Glück hatten vorne an der Straße zu stehen und so relativ freie Sicht hatten.


Dick eingepackt trotzen wir der Kälte, die der guten Laune keinen Abbruch tat (na ja, zumindest solange die Gefahr bestand, dass Photos gemacht wurden :-))



Irgendwann war's dann mal so weit, der "Ball" fing an zu "droppen" (man verzeihe mir die Anglizismen), bis er ganz unten angekommen war, dann ging er aus, noch ein bißchen Feuerwerk, und dann ... ja dann war 2009 ...



Inzwischen gut durchgefroren machten wir uns kurz darauf wieder auf den Weg in unser Hotel. Dank der amerikanischen Gesetze konnten wir leider auch nichtmal auf der Straße anstoßen, da der öffentliche Alkohol-Konsum ja verboten ist. Letztlich ein einmaliges Erlebnis, einmal im Leben kann man den Ball drop gesehen haben - aber das reicht dann auch :-).

Zurück im Hotel wollte ich mir noch eine schöne warme Dusche gönnen um wieder einigermaßen auf Temperatur zu kommen. Anfangs klappte das auch recht gut, bis ich komplett eingeseift unter der Dusche stand - dann war das warme Wasser aus ... der perfekte Start ins neue Jahr :-)