18.05.2008 - Wolle auf offenem Feuer gefärbt

Mahlzeit

Wie kommen grade vom Keltentreffen aus Sünna zurück.

Dort habe ich gestern das erste mal auf offenen Feuer Wolle gefärbt. War vom Ergebnis recht beeindruckt, weil man Hitze nicht genau dosieren kann und es gab keine Uhr. Also alles Pi*Daumen.

Zuerst die Wolle mit Alaun gebeizt. Wärend die Wolle im Topf vor sich hinköchelte bin ich los und habe die umstehenden Birken entlaubt*g* Wieder zurück, einfach Wolle raus, grob ausgewaschen und neues Wasser in den Topf und die Blätter so lange gekocht, bis sie eklig aussahen. Blätter rausgeholt, soweit es ging, und Wolle rein. Das ganze einfach mal vor sich hinkochen lassen, bis ich meinte, das es genug wäre*g*

Ergebis war eine schöne, gelbe Wolle.

Den Sud wollte ich aber nicht einfach wegkippen, also habe ich noch etwas Krapp ins Wasser gegeben, Alaun dazu und Wolle gleich mit rein. Die Wolle ist richtig schön orange geworden*freu*

Heute wurde ich dann mutig und habe mir die Rinde von Linden aufgehoben, die beim Schälen von Stangen für einen Webrahmen abgefallen sind. Irgendwo hatte ich gelesen, daß die auch irgendeine Farbe ergeben.

Also den Rindenkram eine ganze Zeit gekocht und dann rausgeschmissen, Wolle rein (vorher gebeizt). Beim durchrühren sah es schon etwas eklig aus :-/ schleimig und keinerlei Farbe zu sehen. Ich habs ne ganze Zeit am Feuer gelassen, aber nichts, die Wolle blieb ohne irgendeine Farbe (außer schleimig*g*)

Also Wolle raus, schnell paar Himbeerblätter geholt, rein in frisches Wasser, aufkochen lassen und dann Wolle rein (Himbeer färbt eigentlich auch irgendwas). Aber auch hier:nichts.

Habe das gesamte "Projekt" dann der Natur zurückgeführt (sprich:in Wald gekippt).

Fazit: Wolle auf offenen Feuer färben ist kein Problem. Dabei beachten, das man sich selbst nicht anzündet*g* und man Möglichkeiten hat, mit dem Topf "auszuweichen",sprich ihn von der Glut zu ziehen.

Als Hilfsmittel braucht man nicht viel: Oller Topf, Rührlöffel aus Holz (nein, Andrea, nicht wieder aus Plastik*g*), etwas Alaun, Quellwasser und irgendwelche Gewächse, deren Bestandteile färben (Birke, Brennessel...) oder man nimmt etwas an Naturstoffen mit (Krapp). Dann noch einen Becher Met und alles wird gut. Ach und ein Feuer natürlich*g*

Hier das Ergebnis meiner Färbeversuche von Links nach Rechts:

Naturwolle in braun und grau, ungefärbt

-rot mit Krapp

-grün mit Blutpflaumenblätter

-gelb mit Zwiebelschale

-hellgelb mit Birkenblättern

-missglückter Versuch mit Birkenblättern, sehr schwach gelb

-lose Wolle in orange mit einer Mischung aus Birkenblättern und Krapp

-auf dem Holzbrett:grün - Zwiebel/Blutpflaume gemischt. Krapp- 2. Färbung. gelb- Birkenblätter

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20.05.2008 - Himbeerfärbung
Geschrieben von rubycopperhead
Hi Gladwyn!
Vielleicht klappt eine Himbeerfärbung, wenn man die Rinde verwendet. Die sieht goldbraun aus, eine schwächere Version davon lässt sich sicherlich damit färben.
Ich hab sehr schöne Ergebnisse mit Brombeerrinde gehabt, auch goldbraun.
Gruß, Ruby
PS: Wir sind beide über Elsis Seite verfreundelt, aber ich hab meine Färbeergebnisse noch nicht eingestellt.

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21.05.2008 - schöne Farben
Geschrieben von Elsi
Ich finde du hast trotzdem sehr schöne Farben erzielt :)
Vielleicht mus ich dochmal mit dem Färben anfangen ;)
ganz liebe Grüße,
Elsi :)

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21.05.2008 - Neid
Geschrieben von rubycopperhead
Bin leider viel zu sehr vom Neid auf die tolle Blutpflaumenfärbung zerfressen, um mich lobend äußern zu können über die schönen Farben :-)))

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In meinem Blog geht es um altes, Handwerk. Ich beschäftige mich zur Zeit mit dem färben und verarbeiten von Wolle und Seife kochen.

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