Heart of Jûdô

Prinzip der Verantwortlichkeit II

{ 11:08, 2.03.2008 } { Geschrieben in Meine Gedanken zu den Kampfkünsten } { 0 Kommentare } { Link }

In der Ausübung des Budô sowie im richtigen Leben trägt man Verantwortung. Im Budô muss ich auf meinen Partner acht geben und aufpassen ihn nicht willkürlich zu verletzen. Gerade im Dôjô wo wir tödliche Techniken lernen, die früher in den Kriegskünsten, also für einen Kampf auf Leben und Tod, genutzt wurden muss besondere Vorsicht und Verantwortlichkeit liegen.

Es gibt allerdings eine noch größere Verantwortung, nämlich die gegenüber unserer Umwelt und unseren Mitmenschen. Budô findet nicht nur im Dôjô statt, warum sollte also Verantwortung nur im Dôjô stattfinden?


Ich trage Verantwortung wenn ich arbeite und Leute unter mir „befehlige“. Nehmen wir an, ich sei ein Ingenieur auf einer Baustelle und würde meinen Gehilfen falschen Anweisungen geben. Sie selbst könnten sich verletzen oder anderweitig gesundheitlichen Schaden nehmen (was für mich und auch für jeden gesunden Menschen ein guter Grund wäre sich Vorwürfe zu machen). Des Weiteren könnte ich mit meinem Handeln die Hausplanung aufhalten – und dem Besitzer des künftigen Hauses Schaden zufügen.
Es könnte aber auch sein, dass der Schaden erst einige Monate später zutage tritt und der Hausbesitzer erst recht wieder einen Ingenieur einstellen muss um den Schaden zu beheben.
Das würde ihm unnötiges Geld kosten, einmal abgesehen davon das es unökonomisch ist. Mein Ruf als Ingenieur würde sich verschlechtern und mein Fehler fällt auf mich selbst zurück. Insofern würde ich nicht nur dem Hausbesitzer, sondern auch mir selbst schaden.

Als Mitglied unserer Gesellschaft und unserer Welt trage ich aber auch Verantwortung über meine Umwelt. Es wäre das Einfachste meinen Müll einfach im Wald wegzuwerfen oder auch die Glasflaschen oder Alu-Dosen am Strand liegen zu lassen. Allerdings würde ich durch ein solches Verhalten den Wald zerstören bzw. vergiften. Die Vegetation würde zugrunde gehen und die Tiere hätten keine Nahrung mehr. Ein ganzes Öko-System würde zugrunde gehen. Wir brauchen die Bäume, da sie uns Sauerstoff und Holz liefern. Das hat schon seine Richtigkeit.
Am Strand würden die Gezeiten die Dosen und die, vielleicht inzwischen zersplitterten, Glasflaschen (hey, man weiß ja nie wie es auf so einer Strandparty zugeht) ins Meer spülen. Vielleicht würden sich mit der Zeit Kleintiere wie Krebse oder aber auch Säugetiere wie Mäuse und kleine Ratten, in die Gefäße verkriechen und dort Schutz suchen. Die Flaschen und Dosen würden im Meer untergehen und die Tiere jämmerlich ertrinken.
Das Meer selbst würde uns unser Verschulden auch nicht gutheißen. Glas kann durch Wasser und Wellen zwar glatt geschliffen werden und als Steine oder später auch Glaskörnchen am Strand herumliegen, aber Aludosen kann das Meer nicht verwerten. Das Verpackungsmaterial vergiftet das Wasser und die Fische und anderen Lebewesen sterben.
Es ist auch nicht gerade gut mit Unmengen von Sonnencreme auf der Haut im Meer schwimmen zu gehen. Dieses löst sich nämlich von der Haut und hilft Algen sich zu vermehren. Ein zu großes Algenwachstum lässt jedes Gewässer kippen, das dürfte wohl allgemein bekannt sein. Das Meer wieder rum gibt aber auch Sauerstoff und Unmengen von Fisch her. Insofern wäre es also nicht besonders hilfreich unsere Meere auszurotten.
Wir sollten uns diesem bewusst sein und in allen Gebieten der Natur darauf achten, dass ein biologisches Gleichgewicht erhalten bleibt. Oder wollen wir unseren Kindern und Enkeln eine Erde mit schlechten Lebensbedienungen zurücklassen?


Ja wir tragen Verantwortung. Wir sollten uns dieser Verantwortung bewusst werden und dürfen nicht wegsehen, wenn andere Menschen Unrechtes tun. Es liegt bei uns, wie wir leben und ob wir uns dieser Verantwortung stellen wollen.
Ich glaube aber, jedem Menschen, dem etwas an unserer Gesellschaft oder an unserem Leben liegt, sollte bei seiner Arbeit oder auch in seiner Freizeit acht geben, dass er verantwortungsbewusst handelt. Ebenso sollte er sich den Folgen bewusst sein, falls er aus Gemütlichkeit ein, zwei Handgriffe weniger macht. Diese Faulheit kann sich so stark auswirken, dass andere Menschen oder auch wir selbst dadurch Schaden nehmen.


Das sollten wir immer im Hinterkopf behalten.


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