Heart of Jûdô

Prinzip der Verantwortlichkeit II

{ 11:08, 2.03.2008 } { Geschrieben in Meine Gedanken zu den Kampfkünsten } { 0 Kommentare } { Link }

In der Ausübung des Budô sowie im richtigen Leben trägt man Verantwortung. Im Budô muss ich auf meinen Partner acht geben und aufpassen ihn nicht willkürlich zu verletzen. Gerade im Dôjô wo wir tödliche Techniken lernen, die früher in den Kriegskünsten, also für einen Kampf auf Leben und Tod, genutzt wurden muss besondere Vorsicht und Verantwortlichkeit liegen.

Es gibt allerdings eine noch größere Verantwortung, nämlich die gegenüber unserer Umwelt und unseren Mitmenschen. Budô findet nicht nur im Dôjô statt, warum sollte also Verantwortung nur im Dôjô stattfinden?


Ich trage Verantwortung wenn ich arbeite und Leute unter mir „befehlige“. Nehmen wir an, ich sei ein Ingenieur auf einer Baustelle und würde meinen Gehilfen falschen Anweisungen geben. Sie selbst könnten sich verletzen oder anderweitig gesundheitlichen Schaden nehmen (was für mich und auch für jeden gesunden Menschen ein guter Grund wäre sich Vorwürfe zu machen). Des Weiteren könnte ich mit meinem Handeln die Hausplanung aufhalten – und dem Besitzer des künftigen Hauses Schaden zufügen.
Es könnte aber auch sein, dass der Schaden erst einige Monate später zutage tritt und der Hausbesitzer erst recht wieder einen Ingenieur einstellen muss um den Schaden zu beheben.
Das würde ihm unnötiges Geld kosten, einmal abgesehen davon das es unökonomisch ist. Mein Ruf als Ingenieur würde sich verschlechtern und mein Fehler fällt auf mich selbst zurück. Insofern würde ich nicht nur dem Hausbesitzer, sondern auch mir selbst schaden.

Als Mitglied unserer Gesellschaft und unserer Welt trage ich aber auch Verantwortung über meine Umwelt. Es wäre das Einfachste meinen Müll einfach im Wald wegzuwerfen oder auch die Glasflaschen oder Alu-Dosen am Strand liegen zu lassen. Allerdings würde ich durch ein solches Verhalten den Wald zerstören bzw. vergiften. Die Vegetation würde zugrunde gehen und die Tiere hätten keine Nahrung mehr. Ein ganzes Öko-System würde zugrunde gehen. Wir brauchen die Bäume, da sie uns Sauerstoff und Holz liefern. Das hat schon seine Richtigkeit.
Am Strand würden die Gezeiten die Dosen und die, vielleicht inzwischen zersplitterten, Glasflaschen (hey, man weiß ja nie wie es auf so einer Strandparty zugeht) ins Meer spülen. Vielleicht würden sich mit der Zeit Kleintiere wie Krebse oder aber auch Säugetiere wie Mäuse und kleine Ratten, in die Gefäße verkriechen und dort Schutz suchen. Die Flaschen und Dosen würden im Meer untergehen und die Tiere jämmerlich ertrinken.
Das Meer selbst würde uns unser Verschulden auch nicht gutheißen. Glas kann durch Wasser und Wellen zwar glatt geschliffen werden und als Steine oder später auch Glaskörnchen am Strand herumliegen, aber Aludosen kann das Meer nicht verwerten. Das Verpackungsmaterial vergiftet das Wasser und die Fische und anderen Lebewesen sterben.
Es ist auch nicht gerade gut mit Unmengen von Sonnencreme auf der Haut im Meer schwimmen zu gehen. Dieses löst sich nämlich von der Haut und hilft Algen sich zu vermehren. Ein zu großes Algenwachstum lässt jedes Gewässer kippen, das dürfte wohl allgemein bekannt sein. Das Meer wieder rum gibt aber auch Sauerstoff und Unmengen von Fisch her. Insofern wäre es also nicht besonders hilfreich unsere Meere auszurotten.
Wir sollten uns diesem bewusst sein und in allen Gebieten der Natur darauf achten, dass ein biologisches Gleichgewicht erhalten bleibt. Oder wollen wir unseren Kindern und Enkeln eine Erde mit schlechten Lebensbedienungen zurücklassen?


Ja wir tragen Verantwortung. Wir sollten uns dieser Verantwortung bewusst werden und dürfen nicht wegsehen, wenn andere Menschen Unrechtes tun. Es liegt bei uns, wie wir leben und ob wir uns dieser Verantwortung stellen wollen.
Ich glaube aber, jedem Menschen, dem etwas an unserer Gesellschaft oder an unserem Leben liegt, sollte bei seiner Arbeit oder auch in seiner Freizeit acht geben, dass er verantwortungsbewusst handelt. Ebenso sollte er sich den Folgen bewusst sein, falls er aus Gemütlichkeit ein, zwei Handgriffe weniger macht. Diese Faulheit kann sich so stark auswirken, dass andere Menschen oder auch wir selbst dadurch Schaden nehmen.


Das sollten wir immer im Hinterkopf behalten.


Tradition

{ 11:48, 16.02.2008 } { Geschrieben in Meine Gedanken zu den Kampfkünsten } { 1 Kommentare } { Link }

Vieles, das wir in den Kampfkünsten machen nennt sich Tradition. Da wären das An- und Abgrüßen vor und nach jedem Training, das Verbeugen vor dem Partner, um ihn meinen Respekt wissen zu lassen, besondere Grußformen (wie im Karate das verschriene „Oss!“) oder auch eigene Traditionen wie den Mattenauf- und Abbau.

All dies haben wir von unserem Sensei gelernt, und die meisten machen es einfach ohne zu fragen nach und geben diese „Traditionen“ später auch ihren eigenen Schülern weiter.

 

Genauso im realen Leben. In ländlichen Gegenden gehen die Leute jeden Sonntag zur Messe in die Kirche, beten vor dem Essen, den Kindern wird beigebracht im Haushalt mitzuhelfen und die jungen Burschen gehen später traditionellerweise zum Militär, studieren, bekommen einen Job…

Im Grunde läuft alles darauf hinaus das man das tut was einem gesagt wird. Hinterfragt wird selten.

 

Im Grunde ist das an und für sich ja nicht schlecht. Das Problem kommt erst auf wenn die Menschen nicht mehr denken, sondern blind das tun, was von ihnen verlangt wird.

Warum dieses? Ganz einfach, weil sie so verlernen eigenständig zu denken. Sie haben keine eigene Meinung und machen blind das, was man ihnen sagt.

 

Die andere Seite der Medaille ist diese, das Traditionen, wie zum Beispiel das einhalten der Etikette schon sehr sinnvoll sind, nicht nur im Dôjô.  Ich finde es sehr gut, wenn man Kindern beibringt, dass man vor den Erwachsenen und Alten Respekt haben soll. Schließlich haben diese die größere Lebenserfahrung und man kann von ihnen lernen.

Genauso aber sollten die Erwachsenen bereit sein, von den Kindern zu lernen.

 

Ebenso ist es wichtig gewisse Etikette in der Gesellschaft einzuhalten. Oder aber auch Wertvorstellungen wie Höflichkeit, Aufrichtigkeit, Ehre und auch, das man bereit ist Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.

 

Dennoch sollte man immer hinterfragen „Warum tue ich das?“ oder „Ist es richtig jede Tradition oder jedes Etikett brav zu befolgen?“. Vielleicht lassen sich die eigene Meinung (sofern man eine besitzt) und die alten Werte nicht immer vereinbaren.

Manchmal kommt es vor, dass etwas ganz anderes gemeint war, als es heute ausgeübt wird.

 

Oss heißt nicht „ja“, „ich bin bereit“ oder auch „ich habe verstanden“. Es ist auch keine Kurzform von „ohayo gozaimasu“ (was etwa soviel wie „guten Morgen“ bedeutet). Oss setzt sich aus den Kanji für „Geduld“ und „schlagen“ zusammen.

Ich hab mir einmal den Spaß gemacht und diesen zwei Zeichen neue Bedeutungen zu geben:

 

ich lasse mich geduldig schlagen à ich bin ein Masochist

ich schlage geduldig andere à ich bin ein Sadist

 

So schnell kann man die Bedeutung der Wörter verfälschen, wenn man deren Sinn nicht kennt.

Das ist einer von vielen Gründen, warum ich lieber nachfrage, bevor ich etwas „falsch“ wieder- oder weitergebe.

 

Auf der anderen Seite sind Traditionen auch sehr nützlich, weil sie uns auch prägen und uns wissen lassen wo wir daheim sind. In Europa werden andere Traditionen gepflegt als in Japan oder in Amerika. Wir Europäer werden die japanischen Traditionen wahrscheinlich nie so ganz verinnerlichen können, wie die Japaner selbst, ebenso wie ein Japaner unsere Tradition und die damit verbundene Kultur auch nicht so ganz verinnerlichen werden.

Wir Westler werden die Kampfkünste meist immer als etwas Einzigartiges und Besonderes sehen. Japaner hingegen werden wahrscheinlich Klavierspielen oder die klassische Musik als etwas Besonderes empfinden.

 

Aber das ist Tradition.



Der schmale Grat...

{ 22:52, 15.02.2008 } { Geschrieben in Meine Gedanken zu den Kampfkünsten } { 1 Kommentare } { Link }
Worin liegt eigentlich der Unterschied zwischen Kampfkunst und Kampfsport?
In der letzten Zeit sehe ich solche Themen oft in sogenannten Kampfsportforen, die sich (meist) oberflächlich mit Kampfkunst oder -sport befassen. Aber was macht diesen schmalen Grad aus?

Nunja, Kampfsport ist für die meisten sehr einfach erklärt. Da schlägt oder tritt man Menschen oder prügelt sie anderweitig brutal zusammen. Man verletzt sie, man lernt tödliche Techniken, die allerdings cool aussehen.
Wer betreibt Kampfsport eigentlich? Nunja, meistens Leute die zu wenig Selbstbewusstsein haben, stärker werden wollen. Oder jene, die kämpfen lernen möchten um sich erfolgreich zu verteidigen. Dann gibt es noch jene Personen, die den fitnesstechnischen Aspekt, den sportlichen in Betracht ziehen (zum Beispiel weil sie abnehmen wollen).
Und dann gibt es die Turnierkämpfer, die meines Erachtens nur einige wenige Techniken "beherrschen" und selbst diese nichtmal sonderlich gut.

Später gibt es dann solche Menschen, die eine erfolgreiche Wettkampfkarriere hinter sich haben und nun im Verband tätig sind, als Kampfrichter oder im Vorstand und verwalten.
Nach einigen Jahren der Arbeit bekommen sie einen weiteren Dangrad verliehen... so scheint es zumindest heute oft der Fall zu sein.



Diese Menschen nenne ich nicht ganz unbegründet Kampfsportler. Sie trainieren für den Sport.
Sie gehen arbeiten, gehen zwei oder dreimal in der Woche zum Training, powern sich aus, sind am nächsten Tag k.o. und fertig, schleppen sich zur Arbeit, aber sind stolz das "harte" Training durchgestanden zu haben und ihren Gürtel um die Hüfte tragen zu können.
Und wenn sie sich etwas mit der Philosophie des Hagakure oder dem Buch der fünf Ringe von M. Musashi beschäftigt haben meinen sie sich Meister nennen zu können. Spätestens dann wenn sie den schwarzen Gurt stolz an ihrer Hüfte tragen.


Ich für meinen Teil aber behaupte dass dies keine wahren Meister sind.
Kampfkunst oder Budô bedeutet für mich allerdings mehr, als ein bisschen von der asiat. Philosophie auswendig zu lernen und - verzeiht mir bitte diesen Ausdruck - ein wenig stemmen, schnaufen und in der Luft schlagen zu können.  Dieser Unterschied beginnt damit, dass Budô nicht nur im Dôjô stattfindet, sondern ein alltäglicher Zustand sein sollte.

Was ich damit sagen will ist nicht wie ein Wahnsinniger zu trainieren und seinen Körper zu schädigen (dazu ein anderes mal mehr), sondern viel mehr das Budô etwas ganz natürliches sein soll. Etwa so natürlich wie atmen, essen oder schlafen. Ohne diese Sachen kann der Mensch nicht leben (oder zumindest nicht allzu lange...).
Ich muss atmen, essen und schlafen damit es meinem Körper gut geht. Aber wie schaut es mit meiner Seele, mit meinem Herzen aus? Was muss ich tun damit es meinem Herzen, also mir selbst als Mensch gut geht?
Hier kann ich auch nur sagen: so vielfältig wie die Menschen sind, umso vielfältiger sind die Tätigkeiten die sich glücklich machen und aufleben lassen.



Ich für meinen Teil habe dieses Glücksgefühl in der Ausübung des Budô gefunden. Es ist ein fixer Bestandteil in meinem Leben geworden und ich kann mir ein Leben ohne einfach nicht mehr vorstellen. Es ist vielleicht weniger das Training an sich das mich glücklich macht (obwohl dies natürlich ein fester Bestandteil ist), sondern auch die Leute, die Atmosphäre... Kurzerhand der Spirit oder Geist der Kampfkünste der mich gepackt hat.

Wenn ich trainieren darf bin ich wirklich froh. Ich sehe darin keinen Zwang, sondern spüre aufrichtige Freude. Wenn ich im Dôjô trainiere empfinde ich Demut - nicht im Sinne von Unterwürfigkeit, sondern im Sinne von Dankbarkeit. Ich bin aus tiefstem Herzen dankbar dafür, dass ich trainieren darf, dass mir diese Möglichkeit geboten wird. Ebenso danke ich innerlich jedes Mal nach dem Training meinem Sensei und meinen Mitschülern.

Um noch einmal zu den Unterschied zwischen Kampfkunst und Kampfsport zurück zu kommen, so glaube ich dass ebenfalls einer der Unterschiede jener der "Trainingsarten" ist.
Während Kampfsport sich auf den sportlichen Aspekt bezieht und das Training nur zu geregelten Zeiten stattfindet und nur mit dem Trainer oder Mentor... so ist die Lehrzeit der Kampfkunst zeitlich nicht begrenzt. Kampfkunst ist und findet überall statt. Sie durchfließt alle Bereiche meines Lebens, sie ist immer gegenwärtig.
Und vor allem: Ich gehe diesen Weg nicht ab und zu sondern ständig. Es ist ein lebenslanger und zugegebener weise auch ein harter Weg, der nicht jedermanns Sache ist.

Dennoch ist es ein Weg den der Budôka mit dem Herzen gehen sollte.




Aikido

{ 21:59, 8.01.2008 } { Geschrieben in Meine Gedanken zu den Kampfkünsten } { 0 Kommentare } { Link }
Ja, ich habe neulich das entdeckt was ich als wahre/ richtige Kampfkunst bezeichnen würde.

Aikido

Ja ich zähle mich momentan zu den Aikidoka..

Warum? Weil mir diese Philosophie und diese Mentalität gefällt. Weil Morihei Ueshiba (Begründer und O-Sensei).
Er beschreibt in einer Rede das Wesen von Aikido sehr treffend:

"Budô dient weder dazu, den Gegner durch Kraft oder tödliche Waffen niederzustrecken, noch wird damit bezweckt, die Vernichtung der Welt durch Waffen oder sonstige unrechtmäßige Mittel herbeizuführen. Wahres Budô erfordert, dass die innere Energie des Universums in Ordnung gebracht, der Weltfrieden aufrechterhalten und alles in der Natur seinem eigenen Wesen gemäß sowohl geformt als auch bewahrt wird. Das Trainieren des Budô ist gleichbedeutend mit einem Stärken - sowohl kami, der Gottheit, die alles in der Natur zeugt, schützt und pflegt."

Was soll ich mehr dazu sagen als: treffend?
Das ist meine Vorstellung von Kampfkunst...
Ich weiß nicht ob es jemand versteht außer mir selbst... es fällt mir noch sehr schwer das in Worte zu fassen aber das ist es...

ja!

Und wenn ich mir die Bilder von O-Sensei so ansehe verspüre ich tiefsten Dank in mir...



Danke dafür das ich Kampfkunst trainieren darf. Dafür, das mir die Möglichkeit und diese Ehre zuteil wird, mich auf diesem Gebiet fortzubilden.

Und vor allem tiefen Dank an meine Lehrer und Wegbegleiter.


Warum Krieg?

{ 14:43, 3.12.2007 } { Geschrieben in Meine Gedanken zu den Kampfkünsten } { 1 Kommentare } { Link }
Warum Krieg?
Das frage ich mich.

Warum müsen die jungen Männer in unserem Land Grundwehrdienst oder wahlweise Zivildienst leisten?
Sollte es zu einem Krieg kommen, so wird er hoffentlich nicht mehr so viele Menschenleben wie in den Weltkriegen fordern. Die Waffen haben sich geändert. Selbst dann, gibt es ein Berufsheer. Soldaten, also Menschen, die sich dazu berufen fühlen, sollen diesen Krieg führen.
Ich weiß nicht genau wie Krieg heute aussieht, aber sicher nicht mehr so wie im Mittelalter... vorrausgesetzt es kommen zwei gute Befehlshaber an die Macht, die ein Heer führen können.
Aber warum müssen dann so viele junge Männer diese Grundausbildung durchlaufen (und warum Frauen nicht?)?.

Wir wollen alle keinen Krieg - ich glaube hier spreche ich für einen Großteil der Bevölkerung. Wenn ich das richtig beurteile wirklich für den größten Teil.

Krieg ist böse. Nein ist er nicht. Klar, viele werden sich nun fragen warum.
Warum ist Krieg nicht böse? Weil er das Überleben der Menschheit gesichert hat. Über viele Jahrhunderte und Jahrtausende. Krieg und Kampf... das sind zwei Elemente die das Leben beinhalten.

Ich bin Pazifist, aber ich finde Krieg nicht böse? Warum?
Nehmen wir die Bürgerkriege her (mit Absicht keinen bestimmten). Die Bauern und Bürger wollten die Welt verändern. Sie wollten Freiheit, oder weniger Steuern zahlen oder aber andere Gesetze.
Das alles sind für mich sehr gut nachvollziehbare Gründe. Warum sollte ich mich versklaven und wie Dreck behandeln lassen? Oder warum sollte ich mehr als die Hälfte meines Ertrags an einen Herrscher abgeben, damit dieser ein faules und schönes Leben hat? Die Welt ist nicht so "gottgewollt", wie man im Mittelalter glaubte. Nein, der Mensch oder eigentlich jedes Lebewesen hat in meinen Augen das Recht aufzustehen und sich zu wehren, sein eigenes Leben zu leben.

Sie haben für ein besseres Leben und bessere Rechte gekämpft. Ich kann es nachvollziehen. Aber das sind nicht mehr die Gründe, aus denen Kriege heute geführt werden.
Heute... es geht um Geld, Macht, Einfluss, Rohstoffe (die man zu Geld --> Macht machen kann). Ist das der Sinn des Lebens?
Zu leben um des Geldes wegen? Das ist so sinnlos...

Warum eine Menge Geld anhäufen, wenn man letztendlich doch stirbt? Was hab ich dann noch von dem Geld? Nichts... meine Kinder werden sich um das streiten was ich angehäuft habe... Das will ich nicht.

Langsam beginne ich Geld und seine "Auswirkungen" zu hassen.
Geld = Macht --> Streit, Kampf & letztlich Krieg.

Ich versteh es wirklich nicht.

Entweder bin ich wirklich zu blöd dazu, oder aber ich bin in der falschen Zeit geboren oder auch in der falschen Welt.

Was ist denn aus Werten wie Ehre, Loyalität, wahre Freundschaft, Geduld, Toleranz, ... etc geworden?
Warum ist Liebe nur ein Hirngespinnst von Teenis und Kindern?
Warum trennt man zwei sich liebende Menschen?
Ist es recht?

Nein... das glaube ich nicht. Es fühlt ich einfach falsch an.
Diese Welt, genauer diese Gesellschaft oder jene, die dem Gesellschaftssystem folgen sind krank. Das kann doch nicht richtig sein.
Nur warum tun wir es dann?

Bei mir trifft das auf Unverständniss...

Für einen lieben Menschen

{ 15:35, 27.11.2007 } { Geschrieben in Meine Gedanken zu den Kampfkünsten } { 0 Kommentare } { Link }
Für Medice

Jeder Krieger des Lichts hatte schon einmal Angst zu kämpfen.
Jeder Krieger des Lichts hat bereits einmal gelogen oder jemanden verraten.
Jeder Krieger des Lichts hat schon einmal einen Weg beschritten, der nicht seiner war.
Jeder Krieger des Lichts hat schon wegen bedeutungsloser Dinge gelitten.
Jeder Krieger des Lichts hat schon gemeint, er sei kein Krieger des Lichts.
Jeder Krieger des Lichts hat bei seinen spirituellen Verpflichtungen schon einmal versagt.
Jeder Krieger des Lichts hat schon einmal ja gesagt und nein gemeint.
Jeder Krieger des Lichts hat schon einmal einen geliebten Menschen verletzt.
Darum ist er ein Krieger des Lichts: kraft dieser Erfahrungen und weil er die Hoffnung nicht aufgegeben hat, sich zu bessern.

(Zitat aus dem "Handbuch des Kriegers des Lichts" von Paulo Coelho, Seite 37)



Geh deinen Weg aufrecht, schau nach vorne und stell dich deinem Kampf.
Es gibt mindestens einen Menschen der an deiner Seite kämpft und an dich glaubt!

Geistige Ergüsse

{ 15:10, 27.11.2007 } { Geschrieben in Meine Gedanken zu den Kampfkünsten } { 0 Kommentare } { Link }
Kampfkunst ist wie eine Sprache.
Die Kommunikation ist jener Teil, der uns verbindet,
ebenso wie Respekt und das Streben nach Perfektion.
Zusammen können wir voneinander lernen,
gehen wir einen einsamen Pfad,
werden wir uns nicht verbessern.


So...und viel mehr gibts dazu eigentlich nicht zu sagen .

Inneres Wachstum

{ 22:24, 20.07.2007 } { Geschrieben in Meine Gedanken zu den Kampfkünsten } { 0 Kommentare } { Link }
Manchmal frage ich mich wirklich, warum Menschen nicht einfach die Meinung anderer akzeptieren können. Anlass ist diesmal ein Austausch zwischen dem Judo- und dem Dento-Budo -Forum. Hier gibt es zwei "Stilrchtungen" und anscheinend auch Vertreter.
Die einen trainieren sogenanntes Sportjudo, während die andere Seite sozusagen traditionelles Judo trainieren. Eigentlich ist gegen keine der beiden Strömungen etwas einzuwenden. Oder etwa doch?
Jedenfalls kommt es immer wieder zu unnötigen Auseinandersetzungen, die meist im Streit enden.

Ich finde es schade, wirklich. Durch diese Streiterein werden Barrieren aufgebaut, die sich später nicht mehr lösen. Vielleicht auch mehrere Generationen lang nicht.
Warum denn auch? Jeder ist von seinem Stil überzeugt und nicht bereit, sich die Meinung des anderen anzuhören und sachlich darüber zu diskutieren. Man kommt so nicht zu neuen Informationen oder anderen Meinungen, weil man sie schlicht und einfach ablehnt. So geht viel verloren.

Ich habe dieses Forum vor ungefähr einem Jahr gegründet, weil ich den Austausch mit anderen Kampfkünstlern gesucht habe. Ich hatte genug von irgendwelchen sog. "Budosportarten", die nichts mit der eigentlichen Kampfkunst an sich zu tun haben. Ich wollte mehr über die Geschichte und Philosophie lernen, keine sinnlosen Diskussionen von wegen "meine Stil ist besser als deiner" führen.
Ich sehe auch heute keinen Sinn mehr darin, über den "Judosport" zu diskutieren. Kampfkunst beinhaltet weitaus mehr als Wettkampf. Für mich zumindest...
Allerdings bin ich bereit, mich mit Sportlern zu unterhalten und zu diskutieren. Ich bin bereit ihnen zu zuhören, mir ihren Standpunkt anzusehen - soweit er sachlich und ohne persönliche Seitenhiebe dargestellt wird.

Irgendwann hab ich einmal gehört, dass man auf dem eigenen Weg stehen bleibt, wenn man sich nicht vorbehaltslos alles anhört, alle Meinungen, Erfahrungen die andere gemacht haben oder Begründungen. Ich kann später noch immer sagen, was ich auf meinen eigenen Weg mitnehmen will und was nicht. Aber sich das anzuhören ist wichtig...
Keiner von uns kann behaupten, alles gelernt zu haben was es auf dieser Welt gibt. Niemand. Wenn dies ein Mensch behauptet, dann hat er in den Kampfkünsten nicht die nötige Reife erlangt um sich Meister zu nennen. Ich kenne inzwischen 50 Jährige, die sich aufführen wie kleine Kinder, allerdings auch Kinder und Jugendliche, die eine viel größere Weisheit in sich tragen als jene 50 Jährige.



Als ich vor einem Jahr dieses Forum gegründet habe, dann nur mit dem Gedanken, sich auszutauschen, von diesem Austausch zu lernen und zu wachsen. Ich wollte Menschen kennen lernen, die einen ähnlichen Weg wie ich gehen. Streiterein habe ich nie gesucht. Meinungsverschiedenheiten ja, allerdings konnte ich die immer so lösen, dass es nicht eskalierte.

Ich verstehe nicht, warum manche Menschen immer den Streit oder Provokation suchen um sich selbst zu profilieren. Daraus schließe ich einfach, dass sie innerlich entweder sehr unreif sind oder schwach.
Unreif, weil sie anscheinend nicht gelernt haben, dass man seinem Gegenüber Respekt zollen soll - das gilt für unsere westliche Welt, sowie für die asiatische Kultur - und schwach, weil sie sich ihre eigenen Fehler und Schwächen nicht eingestehen.
Ich stelle mir bei diesen Menschen immer wieder die Frage, ob sie Titel wie "Großmeister", "Sensei", "Meister", "Lehrer" oder "Danträger" wirklich verdienen oder ob sie sie nur als Schutzschild oder aus Unreife tragen...

Geschenk oder Ware zum teuersten Verkauf?

{ 14:32, 2.07.2007 } { Geschrieben in Meine Gedanken zu den Kampfkünsten } { 0 Kommentare } { Link }

Seit ich Judô trainiere habe ich einige interessante Menschen getroffen. Die einen wussten wovon sie sprachen, die anderen vielleicht weniger. Ich kenne viele Vereine und Leute die Kampfkunst im wahrsten Sinne des Wortes verkaufen und damit Geld machen wollen. Im Endeffekt geben sie schlechtes oder sehr unzureichendes Training und verlangen viel zu viel Geld dafür. Ich erinnere mich an einen sogenannten "Wochenend-Schnupperkurs" bei dem ich verbilligt einen Tag teilgenommen habe und trotzdem 15 € bezahlt habe. Das Karate war nicht das beste (allerdings kenne ich v.a. nur Shotokan-Karate und die Unterschiede zu kleineren Stilen eher weniger), und ich durfte außerdem noch einige Judô-Techniken korrigieren und verbessern weil der Lehrer nicht wirklich Ahnung von dem hatte was er erzählte.
Kurzum mir hat dieses Training nicht wirklich etwas gebracht, ich habe meine Zeit verschwendet und noch Geld dafür ausgegeben (wenigstens war ich desöfteren amüsiert). Zumal ein Schnupperkurs doch eigentlich gratis sein sollte, da man sich das Training ansehen soll...


Da tut es doch richtig gut mit jemanden zu reden der wirklich Ahnung von dem hat, was er sagt. Gestern habe ich mit Michael geredet, den ich aus dem Karate-News Forum kenne. Am meisten hat mich dabei beeindruckt, als er sagte, dass ihm Karate von seinen Eltern geschenkt wurde.
Durch solche Worte fühle ich mich verstanden und erkenne das jemand Ahnung hat.
So ist es richtig: Karate, Judô oder andere Kampfkünste sind keine Waren die man in eine Auslage stellt und möglichst teuer verkauft. Judô (oder auch Karate) ist ein Geschenk, dass uns unsere Lehrer machen und das wir in unserem Herzen bewahren und später weitergeben sollen. Judô kann das schönste Geschenk der Welt sein, wenn man nur bereit ist es anzunehmen.



Prinzip der Verantwortlichkeit

{ 14:31, 2.07.2007 } { Geschrieben in Meine Gedanken zu den Kampfkünsten } { 0 Kommentare } { Link }

Es heißt immer, man solle auf den Partner acht geben und man trägt die Verantworung über das eigene Handeln. So, wie sieht diese Verantwortung aus?

Im Training gibt es so etwas wie Vertrauen zu dem Übungspartner. Wenn ich mit ihm* trainiere, dann vertraue ich darauf, dass er auf mich Acht gibt, mit einer Hebel- oder Würgetechnik sofort aufhört wenn ich abklopfe oder ihm anderweitig zu erkennen gebe, dass meine Grenze erreicht ist. Abgesehen davon muss ein guter Trainingspartner seine Techniken u.a. auch im freien Kampf (= Randori) soweit beherrschein, dass er sie kontrolliert ausführen kann, ohne dass das Risiko besteht mich zu verletzen.
Es wäre unverantwortlich den Partner einfach fallen zu lassen ohne ihn abzusichern, wenn es sich um die Übung einer neuen (und vielleicht komplizierten) Technik handelt. Notfalls muss er auch die Kontrolle haben um den Partner aufzufangen oder ihn zumindest zu einem sanften Auffall zu verhelfen** . Ergo brauchen beide Judôka ein gewisses Mass an Körperbeherrschung. Mit der Beherrschung des eigenen Körpers kommt nach und nach auch die Disziplin oder das beherrschte Verhalten in ganz alltäglichen Situationen.
Einmal abgesehen davon übernimmt man ja nicht nur im Training die Verantwortung über die Gesundheit des Übungspartners, sondern auch über die eigene, desweiteren auch Verantwortung im Alltag. Das ist wichtig zu verstehen:

In der Übung, sowie im Leben gilt es die Verantwortung über das eigene Handeln zu übernehmen und bei entsperchenden Fehlverhalten die Konsequenzen zu tragen, keinesfalls Ausreden zu erfinden, warum etwas so und so passiert ist.

Desweiteren gilt:

Fehler machen ist menschlich; davor wegzulaufen ist allerdings feige. Lernen kann man nur durch die eigenen Fehler und aus deren Konsequenzen. Vielleicht mag das für den einen oder anderen ein schwieriger und harter Weg sein, allerdings ist es meines Erachtens ein sehr wichtiger.




*) oder ihr
**) Wenn ein 1. Dan mit jemanden trainiert der gerade mal 2 oder 3 Übungsstunden hinter sich hat oder ähnliche Extreme.



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