Das Adrenogenitale Syndrom (AGS)
5.03.2008
Das Adrenogenitale Syndrom (AGS)

Das Adrenogenitale Syndrom fällt unter die Kategorien der vererbten Stoffwechselerkrankungen und stellt die häufigste Form der Intersexualität dar. Es handelt sich hierbei um eine Störung der Nebennierenfunktion (Nebennieren = adrenal), die sich auf die Genitalentwicklung auswirken kann. Durch einen Enzymmangel der 21- Hydroxylase und anderen Enzymen kann in der Nebenniere nicht das lebenswichtige Hormon Kortisol gebildet werden.

Um dieses zu kompensieren, reagiert der Körper mit einer stärkeren Stimulierung der Nebenniere, was zwar die Kortisolbildung verbessert aber ebenso eine Überproduktion an männlichen Sexualhormonen zur Folge hat. Diese wirken schon während der embryonalen Entwicklung auf den Körper ein und können bei genetisch weiblichen Kindern zu einer Vermännlichung der weiblichen Genitalien führen.
„Je nachdem wie stark die Überproduktion männlicher Sexualhormone ist, kann eine Klitorishypertrophie bis hin zu einem nichteindeutigen Genitale oder einem äußerlich komplett männlichen Genitale entstehen.“ (8) Dies bedeutet, dass die Klitoris leicht bis stark vergrößert sein kann, ebenso können die Schamlippen zusammengewachsen sein.

„Kinder mit AGS müssen sowohl mit Kortison als auch meistens mit einem aldosteronartigen Medikament lebenslang behandelt werden.“(9) Ohne hormonelle Behandlung würde die Vermännlichung weiter zunehmen und es würden Bartwuchs, Stimmbruch und männliche Schambehaarung erfolgen.
„Die Pubertät […] würde ohne hormonelle Behandlung schon zwischen 4 und 7 Jahren eintreten, die Kinder würden in der Kindheit sehr groß, insgesamt jedoch durch vorzeitiges Aufhören des Knochenwachstums eher klein bleiben.“(10)

Häufigkeit

Laut Aussagen der Bundesregierung tritt AGS mit einer Häufigkeit von circa 1:4000 bis 1:9000 Geburten in Deutschland auf und bildet somit die häufigste Form von Intersexualität.(11)

Behandlung:


In Deutschland wird etwa die Hälfte aller weiblichen Kinder mit AGS  durch Hormongaben (Cortison und Östrogenen) therapiert. Die andere Hälfte der betroffenen Neugeborenen werden zusätzlich chirurgisch behandelt.(12) Diese Eingriffe sind jedoch gravierend und werden von Seiten der Betroffenen, Hilfsinitiativen bis hin zu Medizinern selbst stark kritisiert.

Operationen dieser Art bedeuten, dass per Skalpell die Klitoris verkleinert wird. Dieses Eingreifen führt jedoch "regelmäßig zu Narben und Gefühlsstörungen bis hin zur Gefühllosigkeit, was umso schwerwiegender ist, als in der Klitoris viele Nerven zusammenlaufen, die sie zu einem zentralen Organ weiblicher Sexualität machen. Dieses Potential wird durch die Operationen deutlich herabgemindert bis zerstört." (13) Betroffene selbst ziehen dabei oftmals Parallelen zur Beschneidungspraxis junger Mädchen in afrikanischen Ländern und fordern vehement ein Operationsverbot dieser Behandlungsmethoden. (14)



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(8) Forschergruppe Intersexualität. Intersex-Glossar. Adrenogenitales Syndrom. Erschienen auf der Internetseite der Forschergruppe Intersexualität. URL: http://www.intersex-forschung.de/glossar.html Stand: 05.03.2008

(9) Lang, Claudia. Intersexualität. Menschen zwischen den Geschlechtern. Campus Verlag. Frankfurt. 2006. S. 90-91

(10) Lang, Claudia. Intersexualität. S. 91

(11) vgl. N.N. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abg. Christina Schenk und der Fraktion der PDS BT-Drs. 14/5425. Erschienen unter der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V. URL: http://www.dgti.org/is/brd_an_pds.htm Stand: 04.03.1008

(12) N.N. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abg. Christina Schenk und der Fraktion der PDS BT-Drs. 14/5425.

(13) Holzleithner, Elisabeth. Variation als Abweichung. Zur medizinischen und juristischen Herstellung des Geschlechts von Intersexuellen. Wien. Online-Publikation: http://homepage.univie.ac.at/elisabeth.holzleithner/HolzleithnerVariation.pdf] Stand: 04.03.2005

(14)
Clüsserath, Jürgen Claudia. Der Tag der Menschenrechte 10. Dezember 2001. Das Ritual der Eindeutigkeit. Online-Publikation. URL: http://www.dgti.org/is/iskultur.htm. Stand: 0603.2008

Geschrieben von Inom um 18:34 | in: Medizinisches
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Kommentare:

Inhalt veraltet
der Inhalt zur Behandlung ist absolut veraltet. Es wäre angebracht die Informationen aus dem Netz zu nehmen oder noch besser zu aktualisieren.

Geschrieben von Anonymous um 21:26, 22.06.2011 | Link | |

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