Italien Fernweh

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Zurück zu den italienischen Wurzeln

Geschrieben am 25.08.2009 um 10:25 - 0 Kommentare - Kommentar hinterlassen - Link

Ich lebe mittlerweile seit 15 Jahren in Deutschland. Meine Eltern haben Mitte der 90er Jahre mit mir und meinen 3 jüngeren Geschwistern Italien verlassen. Zu der Zeit war ich 10 Jahre alt und neugierig auf das neue Land, wo wir schon die Jahre zuvor immer Urlaub bei Verwandten gemacht hatten – Deutschland. Der Bruder meiner Mutter lebte bereits mit seiner Familie hier und wollte uns einen Neustart erleichtern. Wir zogen also in die Nähe von Stuttgart und meine Eltern fanden auch gleich Arbeit. Meine Geschwister und ich besuchten die Schule bzw. den Kindergarten. Die anfängliche Sprachbarriere war zu Beginn recht groß, aber als Kind lernt man schnell und leicht. So konnte ich schon bald meine schulischen Defizite ausgleichen und ging aufs Gymnasium, um mein Abitur zu machen und zu studieren.

Trotz all der Jahre hier in Deutschland, ich fühle mich hier auch wirklich wohl, habe ich meine italienischen Wurzeln nicht vergessen. Wir stammen ursprünglich aus der Gegend von Verona. Wer kennt das nicht. Hier spielt das Drama von Romeo und Julia. Wenn uns das Heimweh zu arg plagte, dann verbrachten wir alle unsere Sommerferien dort, dies war eine sehr schöne Zeit. Die italienische Mentalität, alle sind freundlich, gastfreundlich und immer hilfsbereit. Es ist nicht so stressig wie in Deutschland. Das Wetter ist meistens schön und selbst im Winter nicht so kalt wie hier. Aber ich merke schon, dass zwei Herzen in meiner Brust schlagen. Ein Deutsches und ein Italienisches, das merkt man besonders beim Fußball.

Nach meinem Maschinenbau-Studium werde ich wohl wieder zurück nach Italien gehen, die Aussichten dort einen guten Job zu finden sind sehr gut. Ich habe meine Fühler diesbezüglich schon ausgestreckt. Da die Industrie ja hier auf dem Vormarsch ist, ist auch die Arbeitslosigkeit wesentlich geringer als hier in Deutschland. Dann will ich meine Kindheitserinnerungen wieder aufleben lassen. Ich sehne den Tag herbei, wo ich Deutschland den Rücken kehren kann. Dies wird wohl in 2 Jahren soweit sein. Es gibt noch viel zu erkunden und mit Rom und seiner Kultur werde ich beginnen. Trotz allem gehe ich nicht im Bösen aus Deutschland weg, aber ich weiß wo ich eigentlich hingehöre.


Mein geliebtes Italia!

Geschrieben am 25.08.2009 um 10:24 - 0 Kommentare - Kommentar hinterlassen - Link

Wenn ich an mein Heimatland Italien denke, zerreißen mir die schönen Erinnerungen jedes Mal das Herz. Es war ein schwieriger Abschied, doch ich weiß, dass ich in meinem Herzen immer ein Stück Italien in mir trage. Ich habe in der Altstadt von Rimini gewohnt. Ein schöner Ort und eine traditionelle Stadt. Da konnten selbst das H&M oder andere Einkaufsmöglichkeiten nicht stören. Jedoch war der zunehmende Tourismus für unsere Einwohner eine Belastung. Natürlich verdienten wir an ihnen unser Geld, doch störten diese mehr und mehr das friedliche Stadtbild von Rimini. Doch ich liebe meine Stadt nicht nur wegen der Tradition.

Die Sehenswürdigkeiten, wie Tiberiusbrücke oder Piazza Tre Martiri, der Uhrturm in der Altstadt, lockten mich immer wieder zu einem Besuch. Freunde, die mich damals aus Deutschland besuchen kamen, waren begeistert von der Mentalität meines Landes. Für mich war diese selbstverständlich. Doch heute, wo ich selber nur als Gast nach Italien reise, kann ich ihre Aussage nachvollziehen. Italien ist so ein atemberaubendes Land. Auch wenn der Tourismus für mich persönlich ein Störenfried ist, liebe ich die Menschen dort. In meiner Familie waren sie alle sehr optimistisch und meine Mutter sagte immer, dass ich jeden Moment, den ich in meinem Heimatland verbringen kann, genießen soll. Und das habe ich auch getan. Rom war zum Beispiel nicht nur Anziehungspunkt für die Touristen, sondern auch für mich und meine Freunde. Die Architektur und die kleinen Souvenirläden waren einfach zu verlockend, um sie nicht regelmäßig zu besuchen. Gerade Rom, die größte Stadt in Italien, besticht durch seine antiken Sehenswürdigkeiten. Ganz oben auf meiner Liste stand natürlich die Engelsburg und der Petersdom. Persönlich habe ich den Papst leider nie getroffen, aber sobald du auch nur in die Nähe des Petersdoms kommst, spürst du seine heilende Macht. Natürlich besuchte ich als Einwohner Italiens auch das Kolosseum. Gerade bei Nacht machte es auf meinen Fotografien eine gute Figur.

Doch Italien ist für mich soviel mehr als Rimini und Rom. Die Höflichkeit der Menschen dort und ihre Unbekümmertheit sind ein echter Segen für jedermann, der daran teilnehmen kann. Als ich mit meiner Freundin letzten Sommer zum ersten Mal in Neapel war, war sie fasziniert von den Menschen, die vor ihrer Nase einfach auf der Straße tanzten und sich zur Akkordeonmusik bewegten. Diese Bilder werde ich nie vergessen. Ich werde Italien und meine Zeit dort nie aus meinem Gedächtnis streichen können. Und zum Glück liegt mein Heimatland nicht soweit von Deutschland entfernt.


Zuckerbrot und Peitsche

Geschrieben am 25.08.2009 um 10:21 - 0 Kommentare - Kommentar hinterlassen - Link

Auch in der Schule wurden wir Mädchen eher stiefmütterlich behandelt und doch gelang es mir und meiner Schwester durch viel Fleiß gute Noten mit nach Hause zu bringen. Die Abende verbrachten wir häufig mit Großmutter und halfen ihr bei den Handarbeiten, die sie trotz ihres hohen Alters noch anfertigte. In den Sommermonaten gab es häufig auf den Straßen kleine und große Feste und wenn wir unsere Pflichten im Haushalt erledigt hatten, dann durften auch wir mit den Nachbarn feiern und die alten italienischen Weisen singen und dazu tanzen. Heute ist dies alles weit entfernt und doch begleitet mich die Erinnerung jeden Tag.


Küche und Kirche

Geschrieben am 25.08.2009 um 10:21 - 0 Kommentare - Kommentar hinterlassen - Link

Wenn ich an unsere Kindheit denke, dann denke ich als erstes an unsere Großmutter, die uns mit liebevoller Strenge erzog und uns Mädchen dazu anhielt, in der Küche zu helfen und regelmäßig den Gottesdienst zu besuchen. Großmutter weinte sehr viel, denn sie fand immer einen Grund zum Weinen, aus Verzweiflung, Glück, Wut oder Trauer. Unsere Kindheit war sehr emotional und viel Zeit zum Spielen ließ uns Großmutter nicht, denn Mädchen müssen die Haushaltsführung beherrschen, um später ihren Mann glücklich zu machen oder überhaupt einen zu finden. Wenn ich heute in der Küche stehe und italienische Köstlichkeiten zaubere, dann kommt Wehmut auf, denn schon alleine der Geruch erinnert mich an meine Kindheit, die nicht immer ganz so war, wie ich sie mir gewünscht hätte.


Zwischen Italien und Deutschland

Geschrieben am 25.08.2009 um 10:13 - 0 Kommentare - Kommentar hinterlassen - Link

Nach gut 25 Jahren fern der Heimat, sehne ich mich doch immer wieder nach den Gerüchen und den Stimmen meiner Kindheit. Bereits in den 60er Jahren machte sich mein Vater auf nach Deutschland und ein Jahr später folgte ihm meine Mutter und mein älterer Bruder. Meine zwei kleineren Geschwister und ich mussten bei den Großeltern verweilen, denn wir sollten unsere Schule in Italien beenden und erst nach Deutschland nachkommen, wenn unsere Eltern genügend Geld verdienten, um uns nachzuholen.


Keine ausgiebigen Mittagspausen

Geschrieben am 25.08.2009 um 09:26 - 1 Kommentare - Kommentar hinterlassen - Link

Als Italiener erwartet einen in Deutschland ein anderes Leben, als man es gewöhnt ist. Beginnen wir mit der Arbeit. In Deutschland wird sehr hart gearbeitet. Dies ist auch in Italien so, allerdings legt man dort viel mehr Wert auf Pausen. In Deutschland geht man in der Mittagspause nur sehr selten nach Hause und wenn doch, dann nur sehr kurz. Ich vermisse es, in der Mittagspause nach Hause zu fahren und einige Stunden zu schlafen, bevor ich weiterarbeite. Vergleiche ich das Leben der Kinder mit meiner eigenen Kindheit, so fällt mir auf, dass wir den Kindern in Italien viel mehr gönnen. Werden aus Kindern in Deutschland Erwachsene, so ziehen diese sich immer weiter zurück von den Eltern. In Italien ist es dagegen üblich, dass man auch als Erwachsener nicht weit weg zieht von seinen Eltern. Für einen Italiener dürfte es in Deutschland auch verwunderlich sein, dass ein 30-jähriger sich selbst etwas kocht und dies nicht mehr seine Mutter übernimmt; in Italien völlig normal. Was bei mir auch immer wieder für Verwunderung sorgt, ist die Tatsache, dass pflegebedürftige alte Personen in Seniorenheime gegeben werden. In Italien würden diese Personen auch in diesem Zustand noch zu Hause bleiben. Können die Pflege deren Kinder nicht übernehmen, so gibt es Mädchen, die im Haushalt leben und für die Pflege der alten Personen verantwortlich sind, bis die Kinder nach Hause kommen und diese Aufgabe übernehmen können. In Deutschland vermisst man auch eine Leidenschaft schmerzlich, das Rennradfahren. Mir fehlen die Sonntage, an denen ich mit meinen Freunden bei jedem Wetter die steilen Berge hinaufgefahren bin. Dabei war das Wetter egal und auch Temperaturen von 40 °C haben uns nicht abgehalten. In Deutschland fährst du höchstens mit dem Fahrrad gemütlich durch die Landschaft, aber auch nur dann, wenn das Wetter entsprechend ist. Was mir zudem an den Deutschen auffällt ist, dass sie manchmal Probleme haben, ihre Gefühle zu zeigen – mir als Italiener etwas völlig Unbekanntes.