k.a.t.h.a.r.s.i.s..a.l.l.e.g.o.r.i.e.n
Tetrahydrocannabinol

9 Mai 2007 um 09:11 in | Kommentare: [0] | Kommentieren

»Reden. Über irgendwas. Komisches Gefühl. Spannung in der Luft. Seit bestimmt drei Jahren kein Gespräch mehr geführt. Letzte Chance...
Sie wollen reden. Aber es geht nicht. Es fällt ihnen auch gar nichts ein... 'Achja, ich bin übrigens ausgemustert worden.'  'Glück gehabt.' 'Ja, Glück... kann man so sagen.' 'Warum lachst Du ?' 'Na ja,...' 'Weswegen bist Du ausgemustert worden ?' 'THC' 'Achso'
Ja. THC. Die Weggabelung. Die größte Drogenstadt des Bundeslandes.

Kein Wunder, denke ich. Keine Perspektive. Langeweile. Und zu schlau ist er auch, denke ich.  Kein Wunder. THC.

Ist er gerade stoned oder dicht ? Vermulich beides. Dann setzt er sich woanders hin. Als eine alte Geschichte zu Tage befördert wird, dreht er sich um und hält beide Daumen hoch: 'Wirklich ? Das hast Du gemacht ?'
Nicken. Stille.

Ich wundere mich. Das ist also übrig von der wunderbaren Kinderfreundschaft. Der Rest ist also THC. Nagut, denke ich - spätestens auf Deiner Nobelpreisverleihung sehen wir uns wieder. Nicht mehr ganz so fremd. Oder noch fremder.

Ich überlege. Er hatte immer etwas leicht Autistisches. Träumer - meinten damals alle.
Damals war ich der General. Ich habe ihn nie ausgemustert. Kein THC. Nur ein Träumer.
Jetzt ist er ein bisschen arrogant. Nebenwirkungen eines zu hohen IQs. Er scheint auf mich herabzusehen, obwohl er ein paar Centimeter kleiner ist.

Ich ärgere mich. Kafka habe ich schon vor Dir gelesen, denke ich. Ich bin nur nervös, wenn ich mit Dir darüber rede. Obwohl ich nicht weiß warum. Kafka wäre sicher auch nervös.

Ich weiß. Er wollte etwas. Er ist nicht mit seinen Stufenkameraden mitgegangen. Nicht feiern. Stattdessen sitzt er bei mir. Wir wissen nicht, was wir sagen sollen. Mir gefielen seine neuen Freunde schon damals nicht. Eigentlich gehören sie ihm gar nicht. Eigentlich gehören sie seinem älteren Bruder.

Es klingelt. Stundenende. Ich frage ihn, ob er auch zur nächsten Stunde mitkommt. Er sagt nein. Er will nach Hause gehen und sich einen J machen. Er will, dass ich mitkomme. Ich sage nein. Er sagt, er wäre enttäuscht. Ich sage noch irgendwas. Und gehe.

Ich sinniere. THC. Der Rest ist Geschichte.«