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Vorurteile - Geschrieben um 18:03 am 14.09.2008 von Kirsten

 

Während meiner Recherche für die "Kapelle der Glasmaler" musste ich mich von einigen lieb gewonnenen Vorurteilen verabschieden. War ich lange Zeit davon ausgegangen, dass es "im Mittelalter" per se lange gedauert habe, ein großes Bauwerk zu errichten, wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Da war erst einmal die Sainte-Chapelle selbst mit einer angenommenen Bauzeit zwischen fünf und neun Jahren, dann stieß ich auf Angaben zum Château-Gaillard, das in etwas mehr als einem Jahr errichtet worden sein soll. Des Rätsels Lösung: Lange dauerte es oft, weil die Finanzierung ungeregelt war. Ging das Geld aus, konnte nicht weiter gebaut werden. Ganz anders sah es aber aus, wenn die Mittel – wie bei den oben genannten königlichen Bauprojekten - gesichert waren. Ich erfuhr außerdem, dass sich die Baugeschwindigkeit im 13. Jahrhundert auch dank der Einführung der Serienfertigung (Vorfertigung bei umfassender Typisierung möglichst aller Steine) und der Einrichtung einer fabrica (Bauhütte) mit eigenem Vermögen, die die Fortsetzung der Bautätigkeit im Winter ermöglichte, deutlich erhöhte. Bauhütten gibt es übrigens heute noch. Hier finden sich Informationen zur Kölner Dombauhütte http://www.dombau-koeln.de/ und hier zu der von Straßburg: http://www.oeuvre-notre-dame.org/index2.htm.


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