10.05.2007
"Hexenkind" von Celia Rees

"Hexenkind" von Celia Rees
(Original Titel: "Witch Child", Arena Verlag, 267 Seiten)

Kurzbeschreibung:
Als Enkelin einer "überführten" Hexe rettet sich Mary unter Lebensgefahr auf ein Auswandererschiff in die Neue Welt. Doch das Erbe der Großmutter - ihr unbezwingbarer Freiheitsdrang und eine seltene spirituelle Begabung - wird Mary auch im puritanischen Amerika des 17. Jahrhunderts zum Verhängnis. Als sie erneut als Hexe verdächtigt wird, bleibt ihr nur noch die Flucht in die Wildnis.

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Meine Meinung:
Dieses Buch lässt sich sehr gut lesen und ist leider ein bisschen kurz. Die Geschichte von Mary wird als Einträge aus ihrem Tagebuch präsentiert, die über 300 Jahre später eingenäht in einem Quilt gefunden wurden (laut der Autorin). Mary erzählt, wie ihre Großmutter erhängt wurde, wie ihr ihre Mutter hilft, einen Platz auf einem Schiff nach Amerika zu bekommen und was im ersten Jahr in der neuen Heimat alles geschieht. Die Beschreibungen über die anstrengende monatelange (!!) Seefahrt und das Mühsal sich ein neues Zuhause aus dem Nichts aufzubauen, sind sehr interessant und mitreißend geschrieben.

Wenn man die Art und Moral der Puritaner in Mary's Dorf sieht, wundert es einen nicht, dass Amerika das Land ist, welches es heute ist. Ich stelle es mir furchtbar vor, als Frau ständig auf der Hut sein zu müssen, dass man ja nicht das Missfallen des Priesters oder der Älteren weckt (aus welchem Grund auch immer) und von denen dann sofort als Hexe gebrandmarkt zu werden. Mit Mary's Flucht in die Wildnis endet das Buch dann auch leider schon. Ich werde mir sicher irgendwann auch noch das Nachfolgebuch "Hexenschwestern" zulegen.

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Erster Satz:
Ich bin Mary. Ich bin eine Hexe.

Letzter Satz:
Wir werden für Mary Nachrichten hinterlassen, wohin wir auch gehen.

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Mein Rating:  

 

Geschrieben von Ninari um 16:44 | in: Historische Romane
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22.03.2007
"Der steinerne Gast" von Barbara von Bellingen

"Der steinerne Gast" von Barbara von Bellingen
(Heyne Verlag, 317 Seiten)

Kurzbeschreibung:
Dr. Faber muss eine junge Frau obduzieren, die völlig überraschend gestorben ist. Felicitas, seine Frau, schmuggelt sich in den Obduktionssaal und versteckt sich dort. Sie ist chronisch neugierig und will wissen, was mit der Frau passiert ist. Es stellt sich heraus, dass die Tote im dritten Monat schwanger war und Opfer einer unsachgemäßen Abtreibung geworden ist. Für Felicitas ein Grund, die Sache weiter zu verfolgen. Während sie mit ihrem Mann eine Aufführung von Mozarts "Don Giovanni" sieht, kommt es zu einem zweiten Todesfall. Ein angesehener Bürger der Stadt wird erhängt aufgefunden. Doch die Ermittlungen deuten auf einen Mordfall hin. Felicitas entdeckt Verbindungen zwischen den beiden Toten, die bis in die feine Gesellschaft Frankfurts reichen. Scheinbar war der reiche Geschäftsmann ein Frauenheld und hat so manche junge Frau aus der niederen Gesellschaft unglücklich gemacht.

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Meine Meinung:
Mehr ein historischer Roman als ein Kriminalroman, da der Großteil der Handlung eigentlich die damalige Zeit und Gesellschaft beschreibt. Die Kriminalhandlung ist ehr zweitrangig. Anfangs musste ich mich erstmal an die ungewohnte Sprache gewöhnen (die höheren Herrschaften sprechen die niederen in der dritten Person Singular an), aber dann hat es mich gepackt und ich fand es schon allein ziemlich spannend, Felicitas im Frankfurt des frühen 19. Jahrhunderts zu begleiten - selbst wenn sie gerade mal nicht auf der Suche nach der Geliebten des toten Geschäftsmanns und dessen Mörder war.

Die Lösung der Geschichte habe ich schon früh geahnt, was aber dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan hat. Ich werde mir auf jeden Fall den zweiten Teil mit der emanzipierten Felicitas Faber "Ein Netz so fein gesponnen" besorgen. Sollte jemand einen anderen historischen (Kriminal)Roman aus dieser Zeit empfehlen können, würde ich mich freuen davon zu erfahren.

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Erster Satz:
"Meine Herren", Doktor Faber zupfte sich die Ärmelschoner an den Handgelenken zurecht und rückte seine große graue Wachstuchschürze gerade, "wir haben vor uns die Leiche einer noch nicht identifizierten jungen Frau zwischen siebzehn und zwanzig Jahren."

Letzter Satz:
Die Damen applaudierten, als er Felix in den Arm nahm und küsste.

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Mein Rating: 

Geschrieben von Ninari um 09:25 | in: Historische Romane
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18.01.2007
"Das Pesttuch" von Geraldine Brooks

"Das Pesttuch" von Geraldine Brooks
(Original Titel: "Year of Wonders - A novel of the plague"; Club TB 2004; 347 Seiten)

Kurzbeschreibung:
"Im Frühjahr 1665 klopft der fahrende Schneidergeselle George Viccars an die Tür der jungen Witwe Anna Frith und bittet um Logis. Der zahlende Gast erscheint Anna wie ein Geschenk des Himmels. Doch eines Morgens, als sie von ihrer Arbeit im Pfarrhaus zurückkehrt, findet sie den Schneider in einem furchtbaren Zustand: Eine riesige lila-gelbe Beule verunstaltet das schmerzverzerrte Gesicht des Mannes. Wenig später stirbt Viccards, nie wird Anna diesen Schrei vergessen: "Um Gottes Willen, verbrennt alles!". Wenige Tage später sterben die ersten Kinder. Die Pest ist im Dorf eingezogen.

Abgrundtiefe Verzweiflung, namenlose Angst und das schreckliche Sterben bringen die Bewohner schier um den Verstand. In einer dramatischen Predigt trotzt der Pfarrer seiner Gemeinde ein Gelöbnis ab: Niemand wird das Dorf verlassen, niemand wird hereingelassen, bis diese Prüfung Gottes bestanden ist. Ein Jahr des Schreckens und der Wunder bricht an."

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Meine Meinung:
Ich muss gestehen, dass ich mich anfangs nicht so recht an das Buch rangetraut habe, obwohl mich das Thema sehr interessiert hat. Der Schreibstil ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber sobald die Einleitung geschafft war und die Geschichte richtig begonnen hatte, hat es mich gepackt!! Ich konnte erstmal gar nicht aufhören zu lesen. Die ganze Geschichte von Anna Frith hat mich sehr betroffen gemacht und ich muss gestehen, dass mir bei einigen Szenen die Tränen gekommen sind (die Szenen mit ihren Kindern... sowas kann ich nur schlecht verkraften...).

Die beiden weiblichen Hauptcharaktere sind ausnahmslos sehr liebenswert und ihre Handlungen meistens gut nachzuvollziehen. War mir der Pfarrer anfangs auch sehr sympatisch, so hat sich dies nach seiner "Beichte" doch ganz schnell ins Gegenteil verkehrt. Ich war schockiert!!  Die ganze Geschichte versprüht eine richtig düstere Atmosphäre und man möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht und was als nächstes passiert. Teilweise waren manche Beschreibungen und die Wortwahl mancher Protagonisten ziemlich "krass", was das Buch allerdings nur noch faszinierender macht. Zum Schluss hin habe ich wirklich in jeder freien Minute gelesen. 

Das Ende betrachte ich allerdings etwas zwiespältig. Ich hätte mit einem ganz anderen Happy-End gerechnet. Der Schluss des Buches passt meiner Meinung nach überhaupt nicht zum Rest des Buches. Vielleicht hätte die Autorin, das Buch an der Stelle beenden sollen, an der Anna das Dorf verlässt und den Rest der Geschichte ausführlicher in einem zweiten (Fortsetzungs-)Buch verarbeiten sollen!? 
Trotzdem war Das Pesttuch ein toller Lesetipp!! Danke.

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Erster Satz:
"Früher habe ich diese Jahreszeit geliebt"

Letzter Satz:
"Aisha ergreift eine Hand, Elinor umklammerte die andere, und dann stürzen wir uns gemeinsam ins dichte Gewühl unserer Stadt."

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Mein Rating:    

Geschrieben von Ninari um 10:24 | in: Historische Romane
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