nach langer Sendepause ein neuer Eintrag :)

17:38, 11.11.2008. Von Lisa

Jaja, ich weiß, es ist schon eine ganze weile vergangen seit meinem letzten Eintrag. Aber ich habe eine gute Entschuldigung: Uni. Ja, auch erasmusstudenten müssen was machen, ich wollte es auch vorher nicht glauben. Aber ich werd mal versuchen den vergangenen Monat zusammenzufassen.

Ich sehe gerade der war ende September und mittlerweile ist es schon mitte November. Wie die Zeit vergeht...

Anfang Oktober war Christoph für knapp 2 Wochen hier in Tampere zu Besuch. Er hat ende September seine Bachleorarbeit beendet und dann die kurze zeit bis Semesterbeginn hier verbracht. Nach den 6 wochen, die wir uns nicht gesehen hatten war das doch mal wieder nett :) Glücklicherweise hatte ich die erste Oktoberwoche frei, daher konnten wir gemeinsam ein bisschen rumreisen und uns was angucken. Ich habe ihm Tampere gezeigt und es ging für 3 Tage nach Helsinki und Tallinn. In Helsinki war, wie bei meinem ersten Besuch auch, Tollstes Wetter. Den ersten von 2 Tagen verbrachten wir damit in der Stadt herumzuschlendern, bei der Tuomiokirkko (die große weiße kirche, quasi Wahrzeichen von Helsinki) und im Marrimekko Outlet :) Es sind ein paar tolle Fotos entstanden, die ich gleich im Anschluss mal hochladen werde. Unser Hostel, ein anderes als das letzte mal, war sehr gemütlich und lag sehr schön. Das bett war so bequem, und viel viel bequemer als das meinige hier in Tampere, dass ich am liebsten den ganzen Tag geschlafen hätte. Am Abend des zweiten Tages, den wir auf der Festungsinsel Suomenlinna verbrachten, fuhren wir mit der letzten Fähre nach Tallinn. Das dauert von Helsinki aus etwa 2,5h. Es war schon recht spät, als wir dort ankamen, darum suchten wir nur noch unser Hostel und legten uns schlafen. Das war zumindest der Plan, aber die Hygiene des Hostels machte uns einen Strich durch die Rechnung. (Sollte jemand von euch irgendwann nach Tallinn fahren, bezieht nicht das 16-Euro-Hostel, so schön die bilder auch sein mögen!!) Das erste Zimmer, dass wir bekommen haben war sehr spärlich eingerichtet, eigentlich gab es nur ein Bett und ein kleines Regal. Man muss dazu sagen, im Internet präsentiert sich dieses Hotel sehr nett, man hat sein eigenes BAd und die Zimmer sehen einfach, aber gut eingerichtet und sauber aus. Dem war überhaupt nicht so als wir ankamen... es war total dreckig, das erste zimmer hatte ein riesiges Fenster neben dem Bett und keinen Vorhang. Das haben wir dann gewechselt, das nächste Zimmer war auch nicht besser, immernoch dreckig und siffig. Das Bad, in dem nur noch die Löcher ehemaliger Handtuch- und Toilettenpapierhalter zu sehen waren, war glaube ich überhaupt nicht geputzt worden. Da es schon 2 Uhr war schliefen wir erst einmal und gingen dann am nächsten morgen zur Rezeption um uns ein neues Zimmer geben zu lassen. Wir erzählten ihnen, dass die Zimmer anscheinend nicht geputzt worden waren, aber sie meinten, es würde TÄGLICH!!! eine Putzfrau kommen und saubermachen. Im Zimmer das er uns dann zeigte lag noch ein Kofferanhänger, diese Papierdinger aus dem Flugzeug, auf dem Boden. Auf die Frage hin wie das Zimmer geputzt sein könnte, wenn noch Müll auf dem Boden läge hatte er auch keine Antwort. 

Aber nun zu Tallinn: Tallinn ist eine sehr schöne alte Hansestadt und besonders die Altstadt hat es mir angetan.... Haus an Haus reihen sich alte Gebäude aus dem 13 Jhd., es ist wirklich toll. Keine neuen stehen dazwischen, im Krieg scheint die Stadt verschon geblieben zu sein. Wenn man allerdings die Altstadt verlässt wird es schnell  hässlich und man fühlt sich an Plattensiedlungen im Berliner Osten erinnert. Am Abend des selbigen Tages ging es dann wieder heimwärts, weil man erstens Tallin, so schön die Altstadt auch ist, gut an einem Tag sehen kann, und zweitens, weil wir nicht noch eine NAcht in dem schrecklich dreckigen Hostel bleiben wollten. Auf der Rückfahrt trafen wir 2 Freune von mir aus Tampere, die auch zufällig in Tallinn waren, die Welt ist klein :). Und auf der Rückfahrt musste ich mich natürlich mit dem günstigen Alkohol eindecken, der im DutyFreeShop auf der Fähre verkauft wird, denn sonnst zahlt man sich ja dumm und dämlich.

Puh, was ist in den nächsten WOchen passiert? Irgendwann letztens waren wir auf einem Konzertfestival hier in Tampere. Von Mittwoch bis Samstag spielten verschiedene Bands in verschiedenen CLubs und eigentlich hörte sich das ganze gut an. WIr hatten uns einen Club mit ganz guter Musik rausgesucht und waren am ende etwas verblüfft. Es war quasi keiner da!! Der erste Musiker war ein Gitarrist, der echt toll spielen konnte und dazu sang. Es waren ca 10 Leute auf der Tanzfläche und weitere 10 saßen rum (von denen wir allein schon 6 waren...) Als dann die nächste BAnd spielte waren auf einmal alle Zuschauer um uns rum verschwunden und wir hörten ihnen alleine zu, wie sie vor einer komplett leeren Tanzfläche spielten. Irgendwann haben wir dann für sie getanzt, ich stell es mir schrecklich vor so auftreten zu müssen. Und auch bei der dritten Band, die echt gut war, wars nicht anders, Ein einsamer Fan stand mit Videokamera regunglos vor der Bühne und zeichnete das ganze auf. Wirklich seltsam, diese Finnen!!

Ende Oktober war Nintendoparty der Architekturstudenten. Man sollte sich also als irgendwas von Nintendo verkleiden, Birte, 3 Freune von ihr, die zu Besuch waren, und ich entschieden uns für Tetris (Ich weiß, sehr kreativ....) Wir trafen uns vorher bei Birte zum vortrinken und verkleiden, wo Birte und ich aus versehen etwas viel Vodka getrunken haben...Die Party war allerdings der totale Reinfall. Irgendwie langweilig, daher nahmen wir den letzten bus um 12 zurück zu Birtes Wohnheim, Lukonmäki, und haben da noch ein bisschen weitergefeiert, uns unterhalten und was getrunken. Das blöde war, dass ich dann gegen 2 Uhr allein durch den Wald bis Hervanta laufen musste. Im Regen. Das war nicht schön sag ich euch, besonders, weil es sehr sehr steil bergauf geht.

Am 31.Oktober waren wir natürlich auf einer Halloweenparty. Wir haben uns vorher getroffen zum Verkleiden und vortrinken, was bei David irgendwie etwas böse geendet ist... der gute hat aber auch gut einen dreiviertel liter Vodka getrunken und das in 2 Stunden. Die party war im Saha, ein CLub, der viele Erasmusstudentenparties ausrichtet und immer ziemlich schlechte Musik spielt. Aber es war trotzdem lustig und wir haben bis halb 5 gefeiert. Es war eine dieser typischen Erasmusparties, bei denen alle zu denken scheinen: Ich darf heute abend auf keinen Fall alleine nach Hause gehen und um das zu schaffen sind mir alle mittel recht. Aber so ist das :)

DIe nächsten wochen sind ins Land gezogen, ohne dass irgendetwas besonderes passierte... finnischer Alltag eben. Die Uni wurde anstrengender, weil ich jetzt mehr Kurs habe und in zwei davon letzte, diese und nächste Woche Abgaben und Präsentationen habe. In der letzten Novemberwoche haben wir unsere Tenttiviikko, Prüfungswoche. Da schreib ich 3 Klausuren und habe danach mein Soll für das Halbjahr erfüllt und habe bis ende Januar nur noch Finnisch und vielleicht einen kleinen Kurs. Jippie!!! Und in der ersten Dezemberwoche geht es auf nach Lappland! Das wird schön entspannt nach den Prüfungen.

So, ich glaube mehr fällt mir nicht mehr ein zu den letzten Wochen, ich hoffe ich schaffe es wieder regelmäßiger zu schreiben. Jetzt werde ich mich mal an meine Finnischsachen setzen und versuchen zu verstehen, wie die Finnen ihre 5 verschiedenen Verbtypen konjugieren, mir die Ortsfälle zu gemüte führen und schauen ob ich irgendwie Vokabeln in meinen Kopf bekomme. Dann gehts in die Sauna und danach schauen wir noch ein Filmchen bei Helen. :) Nähdään!!!

Hämeenlinna, Helsinki, Eishockey und der finnische Alltag

09:14, 25.09.2008. Von Lisa

Langsam glaube ich ich sitze in einem Zeitloch. Da dreht man sich um und schon sind seit dem letzten Eintrag wieder wochen vergangen (naja, fast ) Da muss ich erstmal im Kalender nachschauen, was so passiert ist.

Am vorletzten Wochenende haben wir, nach langer Diskussion, Hämeenlinna besucht. Eigentlich wollten wir nach Helsinki fahren, aber es wollte niemand mit, weil Helsinki ihnen zu langweilig ist um dort 2 Tage zu verbringen. Also fuhren wir erstmal nach Hämeenlinna. Das heißt sowas wie Hämeen Schloss und liegt fast genau in der Mitte zwischen Tampere und Helsinki. Dank der in Finnland echt guten Zugsystems kamen wir auch schnell hin. Zugfahren ist echt klasse, die Züge fahren oft, allein nach Helsinki glaube ich unter der Woche 2 stück in der Stunde. Es gibt auch nicht so ranzige alte Züge wie schonmal in Deutschland verkehren, sondern schöne moderne Züge, die mich ein bisschen an die DoppelstockREs erinnert haben. Das beste kommt allerdings noch: als finnischer Student zahlt man grundsätzlich nicht der vollen Preis sondern nur die Hälfte. Davon könnte sich die DB gerne eine Scheibe abschneiden.  Es ging also los nach Hämeenlinna, einem 50 000 Einwohnerort, in dem es eigentlich gar nicht so viel zu sehen gibt, aber eben dieses Schloss. Schloss ist eigentlich auch der falsche ausdruck, es war mehr eine alte Burg. SIe wurde im 13. Jhd erbaut und hatte noch kleine verschachtelte Gänge, in denen man bei zu großer Leibesfülle bestimmt stecken bleibt. Ich stell gleich noch ein paar Fotos ein, damit ihr wisst was ich meine. Mit unserer Reisegruppe bestehend aus Sarah, Steffen, David, Yunus, Helen und mir erkundeten wir das Schloss und anschließend die Stadt. Dort gab es noch das Geburtshaus von Jean Sibbelius zu sehen, einem finnischen Komponisten, der die "Finlandia Hymni" komponiert hat. Das ist zwar nicht die Nationalhymne Finnlands, aber die Finnen finden sie total super und Sibbelius wird wie ein Nationalheld gefeiert. Mittags gabs Pizza und danach ein entspannendes Sonnenbad am Fluss, man muss ja die letzten Strahlen einfangen bevor es dunkel wird...

Dieses Wochenende waren wir dann doch tatsächlich in Helsinki. Wir, also Helen und ich, konnten noch Kira, Kiki und Anna sowie deren Freund, der gerade zu Besuch ist, begeistern. Um 9 gings los, diesmal allerdings mit dem Bus. Am Vorabend hatte mal wieder eine Welcomeparty für Internationals stattgefunden, die gibts hier im 2-wöchigen Rythmus... daher hielt sich unser Schlafpensum der Nacht in Grenzen, was aber auf der Fahrt nachgeholt werden konnte. Diese Party war wieder eine totale Ich-schiess-mich-gnadenlos-mit-billigem-Estlandvodka-ab-und-baggere-danach -aus-verzweiflung-alles-an-was-ich kriegen-kann-Party. Allerdings war der Eintritt frei und die Musik zwar trashig aber nciht so schlimm wie die woche zuvor auf der Traffic Light Party. Hab ich davon eigentlich erzählt? Das war echt gnadenlos schlecht. Traffic Light Party hieß sie, weil man am Eingang einen Aufkleber bekam: Rot für vergeben, Geld für unsicher und Grün für ich bin noch zu haben. Eine richtig tolle Singleparty also. Komischerweise trugen die meisten mädels rot und fast alle Kerle grün. Naja, man wurde also schon vorsortiert nach dem Motto mit dem oder der darf ich erst gar nicht sprechen, weil im endeffekt ist es eh sinnlos. Dazu kam die unglaublich schlechte Musik in dem Club, die uns dann gegen halb 2, leider hatten wir den letzten Nachtbus verpasst, mit dem Taxi nach Hause trieb.Aber nun zurück zu dem was ich eigentlich erzählen wollte.  In Helsinki hatten wir im Omena Hotelli ein Zimmer für 4 Leute gebucht, Anna und ihr Freund wollten abends wieder nach Hause fahren. Leider konnten wir erst gegen Nachmittag in das Zimmer, sodass wir unsere Sachen durch Helsinki tragen mussten. Als erstes ging es zum Dom von Helsinki. Das ist eine ziemlich große lutheranische Kirche und mit ihren monumentalen Stufen quasi das Wahrzeichen der Stadt. Es tummelten sich auch schon jede Menge Touristen und Reisegruppen auf den Stufen und dem Plateau vor der Kirche, oder kauften selbstgetrickte Mützen oder selbstgemachte Marmelade bei Frauen, die ihre Stände zu Füßen des Doms aufgebaut hatten. Weiter  gings zum Hafen. Da Helsinki auf einer Art Landzunge liegt ist der ziemlich groß, aber besonders interessant ist der Markt, der direkt am Hafen liegt. Dort gibt es glaube ich jeden Tag Markt (jedenfalls war er beide Tage, an denen wir da waren). Es gibt hässliche Souvenirs, zB so russische Pelzmützen, in denen man noch den Fuchskopf erkennt, Krimskrams mit finnischer Flagge, der an Touristen verscherbelt wird, aber auch kleine Marktcafés, in denen man Kuchen oder frischen Fisch essen kann. Helsinki hat auch eine schöne MArkthalle, in der es Döner (siehe Bild) und rentierfleisch  zu kaufen gibt. Unser Stadtrundgang ging weiter richtung Süden um südlichsten Zipfel der Stadt. Von dort hatte man eine tolle aussicht über das Meer und Suommenlinna, einer Festung, die sich vor Helsinki über mehrere Inseln erstreckt. Sie stammt, wie so viele Dinge hier, noch aus der Zeit als Finnland ein Teil Schwedens war und gegen Russland verteidigt werden musste. Daher sind auch alle Kanonen auf der Insel gegen Osten gerichtet. Die Festungsinsel war sehr schön, es gibt kleine Cafés und jede menge alter Festungsabschnitte, in denen man rumklettern und die schöne Aussicht über Helsinki und das Meer genießen kann. Zum Glück hatten wir am Wochenende sehr gutes Wetter, sonst wäre es bestimmt weniger schön gewesen.

Danach ging es zu unserem Hotel und dann zum Abendessen in eine kleine Bar. Anschließend wollten Anna, ihr Freund und auch Kira mit dem Bus zurück nach Tampere. Kiki, Helen und ich streunten noch ein bisschen durch Helsinkis Kneipenviertel, aber irgendwie waren wir alle etwas müde und beschlossen dann bald zurück ins Hotel zu gehen. Das Hotel lag übrigens total zentral in Helsinki in einem schönen Viertel und  von dort konnte man alles gut zu Fuß erreichen. Mit 90 Euro die Nacht im 4 Bett-Zimmer ist es allerdings nur erschwinglich, wenn man auch zu viert bucht.

Am nächsten Morgen haben wir uns noch eine Kirche angeschaut, die in einen Felsen gebaut ist. Die Akkustik soll toll sein, aber wir fanden sie irgendwie unspektakulär. Und gegen 14 Uhr fuhren wir mit dem Bus nach Hause, denn um 20.00 gab es diese Woche bei Sarah das allwöchentliche Sonntagsessen. Ihr Hühnchenrisotto kann einiges .


Ansonsten kehrt auch hier in Finnland langsam aber sicher der Alltag ein. Die Uni ist etwas stressig momentan, weil wir eine Analyse unseres Projektes am Dienstag präsentieren müssen, aber quasi noch nichts haben... Finnisch zu lernen macht viel SPaß, auch wenn mir die Wörter total fremd sind und ich nicht glaube bis Januar ein vernünftiges Gespräch in finnisch halten zu können... aber es macht trotzdem Spaß.   Ach ja, wir haben letzte Woche einen Trip nach Lappland gebucht!! Anfang Dezember geht es für eine Woche nach Lappland. Mit Survivaltraining und Schlittenfahren und Iglubauen . Ich freue mich schon total!!!!!!


So, jetzt muss ich mich langsam anziehen, in 1 h muss ich los zur Uni. Ich hoffe meine Berichte sind nciht zu ausführlich und lassen sich noch gut lesen, manchmal bin ich da einfach so drin, dass ich jedes Detail beschreibe und es doch ziemlich lang wird .


PS:Jetzt hätte ich fast das Eishockeyspiel vergessen, dass wir uns letzte Woche angesehen haben. Finnland ist ja bekanntlich eine Eishockeynation, da ließen wir es uns nicht nehmen allesamt zum Eröffnungsspiel der beiden Teams von Tampere, Ilves und Tappara, zu gehen. Von dem Metal-Konzert von vor ein paar wochen hatten wir eigentlich erwartet, dass die Finnen auch hier still in ihren Sitzen bleiben und das Geschehen beobachten. Dem war überhaupt nicht so. Auf einmal konnten die sonst ach so ruhigen Finnen schreien was das zeug hält und sich gegenseitig mit ihren gesängen niederbrüllen. Besonders süß waren dabei 2 Kinder, 5 und 7 Jahre alt glaube ich, die direkt vor uns saßen, eingefleischte Tappara Fans und jedesmal, wenn die Ilvesfankurve wieder zu gesängen ansetzte, versuchten sie mit piepsigem "Tappara, Tapara!!" niederzusingen. Die beiden waren echt cool. Das Spiel war auch gut und spannend: Ich hatte ich zuvor entschieden zu Ilves zu halten, die hatten einfach die schöneren Trikots (Ja, irgendwodran muss man das ja festmachen ) und anfangs musste man doch echt zittern. NAch dem ersten Drittel stand es glaube ich 4:1 für Tappara, allerdings holte Ilves auf und bis kurz vor Schluss stand es 4:4. Ilves traf dann noch ein fünftes Mal kurz vor Schluss und damit hatte das richtige Team gewonnen. Eishockey in Finnland scheint generell vrutaler und ärter zu sein als in Deutschland, dort habe ich mal ein SPiel zwischen Köln und Düsseldorf gesehen, aber die schienen mir friedlicher als die Finnen. Zwischendurch musste das SPiel mehrmals unterbrochen werden, da die SPieler in Schlägereien auf dem Eis verfallen waren und ein unvermittelter Bodycheck war sowieso an der Tagesordnung. Aber es war schon lustig anzuschauen.

Food Party, Fußschmerz und finnische Sauna :)

13:26, 7.09.2008. Von Lisa

Oh Mann, wie die Zeit vergeht. Schon drei wochen bin ich hier, aber es kommt mir vor wie...... naja, auf jeden Fall länger.

Viel ist passiert, mal gucken, ob ich das noch alles so zusammenbekomme

Also, die Uni hat angefangen: Ich hatte ja schon von dem ersten Kurs geschrieben, aber so unproblematisch, wie es erst schien ist das hier doch nicht. Irgendwie also das gleiche Chaos wie in Deutschland auch. Für den Städtebaukurs müssen wir ein Computerprogramm zum erstellen von Karten beherrschen. Eigentlich kein Problem, da die Arbeitsgruppen gemischt sind, also Finnen und Internationals, und die Finnen können das schon. Problem ist aber: Ich bin mit 3 Internationals und keinem Finnen in einer Gruppe. Wir bekamen zuerst  den tollen Hinweis, uns das Programm doch anhand der Bedienungsanleitung und der Videolectures beizubringen. Das blöde ist, das diese wieder auf finnisch sind. Jetzt gibt es einen kleinen Notfalleinführungskurs in das Programm und wir hoffen, dass es dann klappt.

Die anderen Kurse wurden auch mehr oder minder über den Haufen geworfen, der Englsichkurs bestand in den ersten beiden Stunden aus Namen buchstabieren und Zahlen vorlesen, da hab ich mich schnell wieder raus verkrümelt. Stattdessen habe ich einen Still Media Kurs gefunden, der zwar zur unmöglichen Zeit Donnerstag 18-20 Uhr stattfindet, in dem aber tolle Sachen gemacht werden: WIr sollen eine Fotostrecke machen und lernen daran, wie man professionell fotografiert. Der Kurs wird bestimmt gut

Was ist sonst passiert in der letzten Zeit? Letztes Wochenende haben wir den bis jetzt besten Club in Tampere aufgetan, das Ruma. Übersetzt heißt das Dreckig oder schmutzig und ein bisschen schräg sieht es darin auch aus: Als dekoration hängen BHs von der Decke, die Lampen sind Eigenkonstruktionen aus Smirnoff Ice flaschen und Glühbirnen.... außerdem sind die Preise gut und man zahlt sich für Getränke nicht dumm und dämlich, wie in manchen anderen Läden. Das beste ist aber eigentlich die Musik: Eine gute Mischung aus Rock, Indie und witzigen finnischen Liedern.

Letzte Woche war außerdem International Food Party. Das heißt: jeder kocht etwas aus seinem Heimatland und bringt es mit zur Party. Eine echt coole Sache, ich hätte nie gedacht, wieviel Essen man so zusammen bekommt. Keiner kam ohne etwas zu Essen hin. Helen und ich beratschlagten ziemlich lange was wir nun machen sollten und trafen die Entscheidung, Kaiserschmarrn zu machen. Ja, ich weiß, das kommt aus Österreich, aber uns viel nichts besseres ein, was man mit unseren beschränkten Mitteln hätte machen können. Obwohl hier schon jemand wohnte, als ich ankam, ist die Küche doch nciht so perfekt ausgestattet wie zuhause. Der Notfallkaiserschmarrn wurde auch trotz Mehlklümpchen, denn wir hatten keinen Schneebesen, gut gegessen :) Die Franzosen hatten sich besonders viel Mühe gegeben, irgendjemand hatte einen ca 30cm hohen Crepesberg gebacken, außerdem gabs bei ihnen Quiche und andere leckere Sachen. Japaner brachten Sushi und Reisbällchen mit, die Spanier Paella..... kurzum: Es gab jede Menge zu Essen und alles kam gut an. Naja, fast alles, die Finnen hatten geschmacklosen Käse mit Marmelade an ihrem Stand und dazu Mustamakkara, eine tiefschwarze Blutwurst. Ich glaube davon war keiner so richtig begeistert... Das ganze fand in einer der 4 Mensen unserer Uni statt, später gingen wir dann noch in unser Apartment und tranken Bier (wenn man hier abends nix zu tun hat trifft man sich irgendwie immer zum Biertrinken und beschwert sich dann, dass es nicht gut schmeckt )

Außerdem war letztens eine International Sauna Party in der Teekkari Sauna, der universitätseigenen Sauna. Saunaparty heißt eigentlich: Komm wir gehen mit ganz vielen Leuten in die Sauna und trinken Bier. Oder wir trinken nur Bier.  Davon gibts jede Woche mindestens eine. Es ist immer ein recht amüsanter Anblick, wenn man in diesem großen Raum alle barfuß rumlaufen sieht, zum Teil nur mit Handtuch bekleidet, zum Teil auch komplett nackt. Einer der finnischen Organisatoren dieser Parties hat einen Hang dazu sich ständig nackt zu präsentieren und rennt in der Wappuwoche, der 2-Wochen-Dauerpartyzeit der Finnen auch schon mal nackt durch Tampere. An diesem Abend blieb er Gott sein Dank in der Sauna.  Bei der Party wurden auch mehrere Trinkwettkämpfe ausgetragen, wer kann man schnellsten warmes Bier exen, welche Gruppe trinkt am schnellsten eine komplette Flasche Vodka... Es geht eigentlich immer nur ums möglichst schnell Betrunken werden. Aber das ist es generell, worum es den Finnen geht, möglichst schnell betrunken sein. Da ist nix mit gemütlich ein Bierchen trinken, da trinkt man sich direkt ins Koma. Es gibt im Supermarkt auch keine Sixpacks sondern direkt 24packs Bierdosen zu kaufen.

An diesem Wochenende stand auch ein großes Happening an: die INDECS CHALLENGE. Indecs ist eine der Guilden und die Challenge bestand aus einem Orientierungslauf durch ein Waldstück in Tampere. Die Teams bestanden aus jeweils 4 Leuten, man musste sich einen Namen aussuchen und verkleiden (Das war keine Pflicht, gab aber extra Punkte). Wir, Steffen, David, Helen und ich, die Fähnlein Fieselschweifs, trafen uns gestern morgen um halb 10 an der Uni um von dort die Challenge zu starten. Nach ein paar kurzen einleitenden WOrten saßen wir auch schon im Bus in Richtung Wald. Mit einer Karte, auf der die Checkpoints eingetragen waren und einem Kompass bewaffnet starteten wir also los. Erst wars noch recht einfach, auf den großen Wegen hatte man keine Probleme zu wandern. Die Wege gingen durch den dichtesten Wald und man konnte sich kaum vorstellen, dass man eigentlich noch mitten in Tampere war. Die Checkpoints lagen aber alle so, dass man sie nur über kleine Trampelpfade erreichen konnte. Nasse Füsse waren vorprogrammiert, denn es hatte die Nacht davor ordentlich geregnet. An den verschiedenen Checkpoints mussten wir dann Aufgaben erledigen: Lebensmittel am Geschmack erraten, das Logo der TEK(irgendein finnischer Ingenieurverband) darstellen, Spontantheater spielen, Fragen beantworten, dichten, singen und alles zusammen. Die ersten paar Stunden gingen leicht, aber ab dem fünften Checkpoint taten doch langsam die Füße weh und man freute sich, dass das ganze am sechsten zuende sein würde. Doch falsch gedacht: nach dem sechsten kamen noch 4 weitere Checkpoints, bevor man am Ziel war. Es hieß also Zähne zusammenbeißen und weiterwandern. Die Belohnung am Ende war es das allerdings auch wert: die Guilde hatte eine Sauna direkt man Näsijärvi gebucht, dem See oberhald von Tampere. Diese Sauna ist die einzige in Tampere, die noch traditionell mit Feuer betrieben wird und man kommt direkt von der Sauna über eine Treppe in den See zum Abkühlen. An die Sauna ist noch ein altes Blockhaus angeschlossen, in dem man Essen und Feiern kann.  Kaum waren wir also am Ziel saßen wir auch schon in der Sauna um uns von den Strapazen zu erholen. Das Eintauchen ins eisige Wasser fiel nach einer 100 Grad heißen Sauna dann auch nicht mehr so schwer, besonders nicht bei der Aussicht, die man dabei über den ganzen See hatte. Anschließend gabs noch Essen und die Siegerehrung. Gewonnen haben wir nicht, aber der Tag hat sich mehr als gelohnt. (allein schon wg der Sauna)Und immerhin sind wir fast 16 km gewandert!!  Ich stelle noch ein paar Fotos dazu online. Der Heimweg war etwas beschwerlich, denn eine der Tutorinnen, die anwesend waren, wollte uns zur bushaltestelle fahren. Irgendwann hielt sie dann an und sagte uns wir müssten nur noch ein kleines stück die Straße runter, dann wäre da eine Bushaltestelle. Allerdings handelte es sich bei der Straße, die sie meinte um eine Autobahn. Die sind wir dann mal nicht runtergelaufen.... mitten in der Nacht in Tampere eine Bushaltestelle suchen ist nicht lustig, kann ich euch sagen...

Heute werde ich gleich mit Helen Korvapuusti backen, eine finnische Spezialtät. Das ist eine Art Zimtschnecke, aber eben auf finnisch . Mittlerweile haben wir auch ein Nudelholz, da wird sogar das ausrollen kein Problem. Mal schauen wie das klappt. Anschließend sind wir zum allsonntäglichen Wanderessen, diesmal bei Steffen und David eingeladen. Es soll Enchiladas geben .


Die Schule fängt an!!!

22:54, 25.08.2008. Von Lisa

Heute war der erste offizielle Vorlesungstag an der TUT. Meine Kurse hatte ich schon vorher gewählt, aber erst spät erfahren, dass der Städtebaukurs, den ich hier belegen wollte und der mit 14 Credits ausgeschrieben war, Montags und Dienstags jeweils 7 und 6 Stunden stattfindet. SCHOCK! ich wollte eigentlich nicht von September bis November am Schreibtisch verbringen... In der Vorlesung stellte sich dann heraus, dass die Professorin keine Lust hatte besonders viel Englisch zu reden und deswegen direkt die erste Vorlesung auf finnisch hielt. Das war natürlich sehr spannend für mich. Das gute daran ist allerdings, dass sie nun anstatt 13 h Vorlesung für uns "Internationals" eine zweistündige Zusammenfassung gibt. Das problem hätte sich also gelöst und auch die 14 Credits ließen sich auf die geforderten 8 dezimieren.

Außer diesem Kurs habe ich noch Dienstags und Donnerstags Finnisch und Freitags AUTOCAD Basics, ab Oktober auch einen Englischkurs und im Oktober starten außerdem mein Baubetrieb und mein Verkehrswegebaukurs. Alles in allem ein angenehmes Semester:) Bleibt nur zu hoffen, dass alles wie besprochen angerechnet wird.

Ich hoffe mal dass der Rest der Woche auch so gut verläuft  :)

Einführungswoche 18 - 22 August

22:21, 25.08.2008. Von Lisa

Von der TUT bekamen wir schon vor unserer Ankunft Tutoren zudewiesen, die uns in der ersten Zeit unterstützen sollten und uns die Uni zeigen. Bei mir waren das Heidi und Tuomas. Direkt am ersten Abend wurde ich kurz nach meiner Ankunft im Mikontalo abgeholt und meine Tutorengruppe bestehend aus Heidi, Tuomas, Moritz (D), Steffen (D), David (D) und Chris aus der Schweiz zog los zu einer Grillparty der Fuksis. Fuksis sind hier in Finnland sowas wie Füchse in Studentenverbindungen. Die Kleinen also. Und damit sie in der Guilde mitmachen dürfen, müssen sie sich natürlich beweisen und kräftig Punkte sammeln. Das funktioniert in erster Linie über den Fuksipass, in dem man sich die Gemeinschaftssauna ober die Kneipentour bescheinigen lässt um am Ende des Jahres, in der ersten Maiwoche an Wappu, mit anderen Fuksis im Tamperekoski, dem Fluss "getauft" zu werden. Ab dann darf man auch diese lustigen Mützen tragen, denn dann ist man offiziell vom Fuksi zum Teekkari aufgestiegen. Dann gings erstmal schlafen und am nächsten Morgen direkt mit Moritz zur Uni die Formalitäten wie Einschreibung, beschaffung von Ausweis und Account erledigen. Zwischendrin noch Infoveranstaltungen, aber der Höhepunkt war jeden Abend das von den Tutoren organisierte Programm. Am zweiten abends ging es, in strömendem Regen (Vans sind da gar nicht mal so gut....) zum Pubcrawl, bei dem wir die anderen Austauschstudenten und die besten Kneipen Tamperes besser kennenlernten. Und obwohl Tampere einwohnertechnisch mit Oberhausen vergleichbar ist, hat es doch unsagbar mehr zu bieten: nicht  nur Kneipen und Clubs, sondern auch 3 Universitäten, diverse Museen, Bibliotheken und andere Events wie Konzerte und, und, und.  Am nächsten Abend fand am Campus die Campusolympiade statt. An 9 verschiedenen Stationen trat man im zB Tauziehen oder Kykkä gegen andere Teams an, oder versuchte bei finnischer Stille Post irgendwie zu erkennen, was der Vordermann gesagt hatte. Grandios waren auch unsere Künste im Tanz- und Singwettbewerb zu finnischen Bierliedern :) Außerdem wurde gegrillt und eine Saunaparty in der  UNIVERSITÄTSEIGENEN SAUNA  veranstaltet. Wir waren mit Antti, Heidi (beides Tutoren), Steffen, Moritz, Helen und noch vielen anderen im Cabaret, wo auch eine PArty veranstaltet wurde. Die  Musik war zwar gewöhnungsbedürftig bis grauenvoll, aber es war trotzdem lustig . Wenn man feiern geht muss man sich bloss auf horrende Getränkepreise einstellen, denn in Finnland ist ja bekanntlich gerade der Alkohol ziemlich teuer. Das hält die Finnen oder eigentlich niemanden davon ab sich maßlos zu betrinken. 

Ankunft in Tampere

22:50, 24.08.2008. Von Lisa

Am 19. August wars endlich soweit: Abflug von Hahn nach Tampere. Nachdem ich Montag die letzte Klausur, Bauinformatik, geschrieben hatte (Juhu, ich habs bestanden :-) )gings abends ans packen. Danke Ryanair war das gar nicht so leicht, ich hatte am Ende 16 Kilo im Koffer, aber im Prinzip nichts dabei.

Um halb 4 ging mein Flieger, und 2,5 h später war ich da. Allerdings wars hier schon 7 uhr, denn Finnland hat Zeitverschiebung (Ich wusste es auch vorher nicht :) ) Schon beim Anflug auf Tampere, es war leider zuvor zu wolkig um etwas zu sehen, war unter uns nur Wald. Irgendwann setzte die Maschine zur landung an und wir landeten, mitten im Wald. Der Flughafen in Tampere ist winzig, wie bei Ryanair üblich läuft man vom Flugzeug in den Flughafen, dort gab es sage und schreibe 1 Gepäckband :) Dort wurde ich auch direkt von 2 Tutoren abgeholt, zusammen mit Lidia aus Spanien. Der Flughafen liegt etwas außerhalb von Tampere, daher gings ca 20 min mit dem Auto in Richtung Hervanta, einem Stadtteil von Tampere, wo Mikontalo, mein Wohnheim, und auch meine Uni liegt. Mein Zimmer ist im 12. Stock, ganz ganz oben :) Gott sei Dank gibt es Aufzüge :). Die Aussicht von hier oben ist echt gut, obwohl man bis zum Horizont eigentlich nur Wald sehen kann....Glücklicherweise gab es in meinem Zimmer Bettwäsche, sodass ich die erste Nacht nicht ohne Decke schlafen musste.

Mikontalo, mein Wohnheim, besteht aus 4 Blocks, mit jeweils 12 Stockwerken und ca 6 WGs pro Etage. Hier wohnen also jede Menge Leute :). Von außen ist es potthässlich, typisches Hochhaus eben, aber von innen ist es super. Die Blöcke C und D wurden bereits renoviert, bei A und B sind sie gerade noch dabei glaube ich... Die Zimmer sind echt schön ( für Wohnheime...) Es ist hell, ich hab einen großen Schrank, 2 Regale, einen Schreibtisch mit Stuhl und 2 Betten.  Besuch muss also nicht auf dem Boden schlafen.
Auch die 2 Bäder und die Küche sind schön renoviert, wir haben sogar eine Couch :) Es gibt 3er und 2er WGs, ich bin in einer 3er WG mit Romy aus Chemnitz und einer Finnin, die hier schon länger wohnt, untergekommen. Die Finnin ist bis heute nicht aufgetaucht, obwohl heute die Uni anfängt... man ist gespannt.