Malcolm Daylight entdeckt die Welt

Chuck Berry zum letzten Mal

Chuck Berry. Gestern Abend in Berlin. Ein letztes Mal in Deutschland.
Der Mann, der die Beatles inspiriert hat und den Stones ihren ersten Hit geschrieben.
Der Mann, der uns in den Voyager-Sonden neben Mozart und Beethoven als Musiker gegenüber Ausserirdischen repräsentieren soll.
Der Mann, dem auch im Film "Zurück in die Zukunft" ein Denkmal gesetzt wurde.

Ganz klarer Fall - hingehen. Auch bei Open Air. Auch wenn's den ganzen Morgen geregnet hat und die Zitadelle Spandau Matsch ist. Ich wär auch bei Schnee und Eis und Hagel hin, und zwar ohne Schirm. Schirme bei Rockfestivals ist für Weicheier, nix für echte Rock'n'Roller.

Okay, der strömende Regen am Sonntag morgen hat mir die Stimmung erst mal versaut, und lud ja eigentlich eher zu einem gepflegten Suizid oder einem Tag im Bett ein. Als dritte Option wählte ich dann doch lieber den Besuch bei einer Freundin in Spandau zwecks gemeinsamen Bierkonsum. Prost!

Ja... also was man immer so an Negativem über den guten Charles Edward Berry hört - es stimmt. Das Wort  "Arschloch" ist vermutlich politisch nicht so ganz korrekt, aber man findet Anhaltspunkte, warum es passend sein könnte. Der Mann geht wirklich EXAKT in der 60. Minute seines Konzertes von der Bühne, mitten im Lied, und es gibt natürlich keine Zugabe.
Die Bandvorstellung am Schluss übernahm dann Charles Edward Berry Junior, ein sympathsicher Gitarrist mit vertraut klingendem Namen, der während des Konzertes nicht richtig zum Zuge kam.
Denn die Lead-Gitarre hatte der (völlig unmotivierte) Papi, der auch so gut wie nie die richtige Tonart getroffen hat. Ich habe noch nie einen Profimusiker so falsch spielen gehört.
Im Gegensatz dazu ebenfalls sehr genial war Darlin' Ingrid Berry-Clay. Geht zwar mittlerweile auch auf die 60 zu, aber singt und spielt Bluesharp vom Feinsten. Hätt ich sofort mitgenommen. Ohne Bedenken.
Aporpos Altersunterschied und keine Bedenken: Der gute Chuck Berry stellte dem erstaunten Publikum während des Konzertes eine 29jährige Cocktail-Kellnerin aus Paris vor, und erklärte in wirren Worten, dass er für sie damals (in den 50ern) das Lied "Carol" geschrieben hat. Und dass sie damals ein Jahr alt war. Naheliegende Vermutung: Er hat am Set von Zurück in die Zukunft den Fluxkompensator mitgehen lassen.
Ob die junge Dame, die locker seine Enkelin hätte sein können (mal abgesehen davon, dass sie weiss ist), nun seine Freundin ist oder nicht, hat er nicht verraten.  Aber ihre Eltern durften dann auch noch auf die Bühne.
Ja. Er wird halt erwachsener und steht mit fast 81 anscheinend doch eher auf reifere Frauen. Die 5 Jahre Knast wegen der 14jährigen Mexikanerin waren ihm anscheined eine Lehre :)

Nichts desto trotz - allein durch seine Anwesenheit war das Konzert 50€ wert. Und das war's jetzt. Nie mehr Chuck Berry in Deutschland... ich bin gespannt, ob's dabei bleibt.

Und hoffe, dass Katie Melua sich heute abend auf der gleichen Bühne etwas mehr anstrengt.

M.D.

18:16 - 23.07.2007 - Kommentare {0} - Kommentar hinterlassen

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Auf gehts!

M.D.

07:14 - 23.07.2007 - Kommentare {0} - Kommentar hinterlassen

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