Impressionen aus HK

Day 2 in Vietnam

05:00, 7.11.2006 .. Geschrieben in Vietnam .. 0 Kommentare .. Link

Nach einer ordentlichen Portion Schlaf und der Flutung des Badeeckchens, ein Bad ist das ja nicht wirklich, haben Tim und ich uns dann mal nach unten zum Frühstück begeben.

Ich muss zugeben, dass ich mir vielleicht ein bis zwei Gedanken darüber gemacht habe, welche Lebensformen uns da jetzt zu Frühstück serviert würden. Aber ich habe mir ganz umsonst (fast keine) Gedanken gemacht. Das Frühstück bestand aus Baguette, Marmelade, Kaffee und Ei in verschiedenen Variationen.

Frisch gestärkt haben wir uns dann auf den Weg gemacht Saigon zu erkunden. Frei Schnautze ging’s dann mal die Strasse runter und dann wussten wir auch schon nicht mehr weiter. Auf diesen ersten 50 Metern wurden wir geschätzte 10 mal gefragt: „Hey mai Frend, wer you wanna go? Cheap Cheap!!!“ Das haben wir natürlich freundlich abgelehnt.

 

Nachdem man dann heraus gefunden hatte in welcher Richtung der größte Markt Saigons liegt hat man seinen ganzen Mut zusammengenommen um die stark überfüllten Strasse zu überqueren. Es gibt zwar Ampeln, die dienen aber eher dekorativen Zwecken und werden von den heimischen Rollerfahrern ohne schlechtes Gewissen ignoriert.  Da hilft nur eins, einfach losgehen, deutliche machen, dass man nicht vor hat anzuhalten, und böse schauen. Des Weiteren sollte man sich auf ein ziemliches Hupkonzert einstellen sobald man ohne Pferdestärken wagt die Strasse zu betreten.

Für Adrenalinjunkies, einfach mal Nachts über einen der zentralen Kreisverkehre watscheln!!! Den Spass habe ich mir nicht gegeben. Mir reichte es das Spektakel von Außen zu betrachten und kleine Diskussionen von Moped zu Moped untermalt mit Faust schütteln und vietnamesischen Flüchen schmunzelnd zu verfolgen.  

Hier nun die Anleitung für noch mehr Spass, oder auch Stress: Man gehe ins Zentrum von Ho Chi Minh City, überquere dabei möglichst viele Strassen, nach belieben auch zwei bis dreimal falls man den Weg nicht findet. Man suche den größten Markt, und finde den Eingang, auch ein Spass. Kurzes dehnen gefolgt vom kurzen lockern aller Muskeln die man zur legalen Selbstverteidigung nutzen kann. Letzte Überprüfung der Ausrüstung. Ok, dann mal rein in den Markt, dieser ist in einem riesigen Gebäude und ist gefüllt mit kleinen Ständen. Man kann über die breiten Wege gehen, dass ist die Weichei Methode, lustig wird’s in den kleinen „Gassen“. Da sind dann lauter Klamottenstände. Da als Tourie durch zu kommen ist schon was für Könner. Die Händelrinnen sind sehr engagiert und zerren dich zu ihren Ständen. Zugegeben, nicht alle, aber einige belassen es eben nicht nur beim antippen, und auch das nervt schon, wenn man zwischen 20 Ständen durch will. Für die ganz hart gesottenen, zieht euch ein Billabong T-shirt, echt oder Kopie ist noppes,  an und versucht da dadurch zu kommen. Was ein Spass! „Yo want Billabong? What do yo want? I have it fo you, no poblem!“ Und ich habe es überlebt!!!! Richtig wild wurde es bei Thomas, aber dazu später.

 

Im Anschluss an dieses Abenteuer wieder ab auf die Strassen, noch nen Adrenalin Kick holen. Diesmal Richtung War Museum. Dort angekommen steht man vor verschlossener Tür, was einem auch direkt mal von 5 Fahrrad-Rikscha Fahrern erneut gesagt wird. Diese Unterstützung verwirrt dann aber nur, somit verschwendet man noch mal 5 Minuten darauf, zu verstehen was die Jungs nun wollen. Aha, sie haben ne Alternative für uns, schöner Tempel, nicht weit weg, aber zu weit zu Fuß (Überraschung!!) aber mit der Rikscha nur ein paar Minuten. Touries wie wir sind lassen wir uns auch das natürlich nicht entgehen. Also aufgesessen und ab geht’s.

Ich hatte meine Rikscha für mich alleine, somit konnte ich mich ganz entspannt zurücklehnen und…Also, entspannt ist jetzt vielleicht das falsche Wort, sagen wir lieber gespannt. Insbesondere die Frage, wie mein Fahrer es mit seiner Rikscha und vor allem mit mir drin über diese große Kreuzung schaffen will. Ich mein die Kreuzung stört mich ja auch nicht, aber wieso muss er über die rote Ampel auf die Autos und Roller zuhalten?? Wo ist der Sinn? Tourie schocken, ok, kann ich verstehen, würde ich ja auch machen. Es hat ja auch immer irgendwie geklappt, auch wenn der ein oder andere Roller für meinen Geschmack etwas zu nah an meine Füßen vorbei gefahren ist.

Hier ein Foto zur Illustration der Verkehrssituation:

Der Tempel war dann ganz nett. Da gab’s ne menge Schildkröten. Die konnte man für ein bissel Geld vor dem Tempel kaufen und die sollen dann einem selbst und der Familie Glück bringen. Nein, ich habe keine gekauft. Ja ich bin mir bewusst über mögliche Konsequenzen. Nein ich fahre nicht zurück. So weiter im Text. Anschließend wieder in die Rikscha und zurück. Nach 10 Minuten fahrt wurde ich dann doch neugierig wo der mich hinbringt?? Ich wurde jedoch von dem startenden Unwetter davon abgehalten Fragen zu stellen. Erstmal unter nen Baum und Kutscher den Wagen präparieren lassen.

 

Einigermaßen geschützt ging es dann weiter. Einigermaßen ist jedoch auch wieder übertrieben, sagen wir mehr schlecht als recht. Aber so eine feuchte Erfrischung ist ja auch mal was.

Letztlich war ich dann klitsche nass als wir an einem Markt heraus gelassen wurden.

Hier haben wir uns was zum Beißen gesucht. Spring rolls und anderes Fleisch, lecker aber nicht immer definierbar. Dazu gibst in Vietnam Reisnudeln, kalte Reisnudeln. Nicht so lecker, aber passt. Anschließend wieder in die Rikscha und durch den Regen zum War Museum. 3 Stunden für 5 €. Tourristen - Preise, Einheimische zahlen die Hälfte habe ich später erfahren. So ist das in Vietnam. Abzocken wo es nur geht!!!

Das War Museum kann ich nur empfehlen. Sehr interessant, wenn auch etwas bedrückend. Insbesondere einige Bilder sind recht heftig. Neutral ist die Ausstellung nicht, aber das war ja zu erwarten. Nach dem Museum wollten wir noch fix zur Kathedrale.

Kurz davor muss man dann noch mal über eine richtig überfüllte Strasse,

 und während ich mich da so durchschlängele sehe ich andere HKBU Studenten auf der anderen Seite. Gemeinsam wird dann gefeiert das man es über die Strasse geschafft hat und man tauscht sich über die  verschiedenen Tourristen Tätigkeiten dieses Tages aus. Dann trennen sich wieder unsere Wege und es geht Richtung Hostel mit einem kurzen Zwischenstop in einem Kaffee.

 

Abends ging es dann wieder auf die Rolle. Ich verschone euch jetzt mit den Details, aber das Partybild entspricht dem In HK Central. Ihr wisst ja was ich davon halte.

Zum Abschluss des Tages waren wir dann noch ganz mutig. Anstatt das Taxi zurück zu nehmen (der Preis für die Rückfahrt hatte sich in den letzten 2 Stunden verdoppelt!!!) springen wir auf die Rücksitze verschiedener Mopeds. Also nüchtern hätte ich mich das nicht getraut, aber voller Optimismus ohne Helm, trägt ja keiner hier, ab auf die Strassen Vietnams. Diese sind zwar recht leer, aber man weiß sich auch da zu helfen. Einfach mal ein Rennen starten und schauen wessen Taxi-Roller schneller ist. Meiner war’s nicht, aber Tims Fahrerin war ja auch über 18 und verrückt. Der hatte glaube ich nicht so den Spass an der Fahrt. War ja auch etwas schnell ohne Schutzkleidung!!! Auf jeden Fall haben es alle ohne Schaden überlebt. Witzig wurde es dann bei der Bezahlung.

Plötzlich konnten sich alle Fahrer nicht mehr an die Vereinbarung über 5000 Dong pP erinnern und verlangten den doppelten Preis. Wie gesagt, Abzocken ist hier ne Ehrensache. Die versuchen einem dann mit wegfahren zu drohen, auch wenn ich den Sinn dieses Druckmittels immer noch nicht verstanden habe. Na egal, ich habe meinem Fahrer die 5000 in die Hand gedrückt und er hat sich dann mit ( ich denke mal) freundlichen Worten und nem netten Faustwinken verabschiedet. Wieder war es Tim den es schlimmer erwischte. Seine Fahrerin erhöhte den Preis auf realistische 50000 Dong. Ne Null mehr oder weniger, wen juckst. Problem an der Sache war, dass Tim auch nur einen 50000 Dong Schein hatte. Nach einer 5 minütigen Verhandlung hat er dann 30000 zurückbekommen. Somit hat er 1 € gezahlt. Ist nicht viel und tut auch keinem Weh, aber aus Prinzip regt es einen auf. Deshalb haben wir ab dann ganz genau nachgeschaut was wir wo zahlen und dann die Hälfte des Preises verlangt. Und das funzt mit etwas Übung.


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