Impressionen aus HK

Day 3 in Vietnam

05:22, 7.11.2006 .. Geschrieben in Vietnam .. 0 Kommentare .. Link

Das Backpacker Viertel ist voll gestopft mit Reisebüros die sich auf Kurztrips spezialisiert haben. Wer sind wir, dass wir uns diesem Trend widersetzen würden. Also haben wir für den dritten Tag eine Ganztags Tour gebucht. Zunächst sollte es zum größten Tempel in Vietnam gehen, danach zu den Tunnels aus Kriegszeiten.

 

Also erstmal ungemütlich um 7 Uhr aufstehen und versuchen das Bad zu finden. Das ist in unserem Zimmer ja zum Glück nicht so schwierig. Kaum steigt man aus dem Bett, steht man schon drin. Sehr praktisch. Frisch gestärkt geht es dann nach dem Frühstück zum Bus. Dieser wird von unserer 11 köpfigen Gruppe auch haargenau ausgefüllt. Dann geht’s los. Unser Guide ist ein Veteran der uns die ganze Zeit mit Lebensweisheiten wie „Das wichtigste im Leben ist die Familie, nicht das Geld“ unterhält und hin und wieder andeutet welche schlimmen Erfahrungen er im Krieg gemacht hat. Wenn ich jetzt ein Amerikaner gewesen wäre, sagen wir mal so wie Max, dann hätte ich mir dezent Sorgen gemacht. Der hat ne ganze Zeit gekämpft und zwar in der Region wo es richtig eklig wurde. Aber zum Glück bin ich ja kein Ami, somit fühlte ich mich sicher, also abgesehen vom Verkehr und den Holperstrassen.

 

Ach ja, die Strassen. Sollte jemand einen Trip durch Vietnam einplanen, nehmt euch Zeit. Viel Zeit. Für 30 Kilometer braucht man ca. 1 Stunde, und zwar auch außerhalb der Stadt. Dafür ist man nach so einer Tour bestens gewappnet um es mit jeder Achterbahn der Welt aufzunehmen.

Nach 3 Stunden Fahrt erreichen wir endlich unser Ziel. Ich überspringe jetzt absichtlich die Stelle, an der sich ein chinesisches Ehepaar unsere Sitze unter den Nagel gerissen hat, während wir mal wieder eine Produktionsstätte für Souvenirs anschauen mussten. Das gehört in Vietnam auch dazu. Jede Tourie Reise hält an bestimmten Läden, die führen einen eben durch die Produktion, und  dann bitte auch brav kaufen. Auf jeden Fall musste ich mich dann auf die Rückbank falten, Beinfreiheit ist hier für Menschen über 1,70 m ein Fremdwort. Diese Chinesen haben mit ihrem Leben gespielt!!!!! Auf der Strecke so eingeklemmt zu sein, dass macht einen echt fuchsig. Wollte mir schon ein paar Tipps bezüglich Folter von unserem Guide holen. Davon habe ich dann aber abgesehen, wieso weiß ich auch nicht.

Ja also, der Tempel. Wie gesagt 3 Stunden Fahrt. Als wir unser Ziel dann erreicht haben gab’s Freigang für 45 Minuten. Na das lohnt sich richtig. Der Tempel war groß und bunt.

Da waren Leute drin, die Zeremonie war nicht so spannend, keine Opfer kein gar nichts. Irgendwie kam ich mir ziemlich dämlich dabei vor die Gläubigen bei ihrer Feier zu begaffen. Finde ich irgendwie nicht so wirklich angebracht. Also wieder in den Bus und Rückfahrt. Kurzer Stop zum Futtern. Das Essen war ok, aber das Klo zu finden war nen Abenteuer. Die Schilder schicken einen durch verschiedene Wohnzimmer fremder Leute bis man sein Ziel findet. Man sollte also schon losgehen bevor man muss, sonst könnte es knappt werden.

Nach einer weiteren Stunde hinter meinem eigentlichen Platz eingeklemmt kam wir dann endlich an das eigentliche Ziel, die Tunnels. Nach einem kurzen Propaganda Filmchen ging’s dann auf durch den Dschungel für Touries, also mit Wegen. Auf dem Weg bekamen wir noch eine fachmännische Einweisung in verschiedenen Fallen für die Amis. Fiese Dinger das, und der Guide hatte eine einfache Methode, make picture and then forget! Terrible, terrible! Und damit hatte er recht, manches davon muss höllisch weh getan haben.

 

Danach kamen wir endlich zu den Tunnels. Bevor es aber Untertage ging konnten schießwütige Amerikaner und ich mal echte Waffen ballern. Ich habe mich für die AK47 entschieden. Bevor ich zum Schießstand gegangen bin war ich ja noch traurig, dass die Kugeln so teurer waren. Daher hatte ich nur fünf. Aber meine Herrn, was machen die Dinger einen Lärm!!! Das fetzt einem ja das Trommelfell weg, und ich hatte Gehörschutz! Die Jungs vom Schießstand hat das gar nicht gejuckt, ohne Schutz!!!

Naja, ich muss sagen, ich bin schlecht! Aber schießen ist auch keine Erfahrung die man unbedingt machen muss. Der größte Spass war der Chinese der nach mir die AK47 abgefeuert hat. Der hatte etwas mit dem Rückstoß zu kämpfen und hat sich wohl die Schulter etwas verknackst. Auf jeden Fall musste Frauchen erstmal durchkneten.

Dann ging es endlich in den Tunnel. 100 Meter gebügt gehen war so die Ansage vom Guide, könnte aber auch etwas enger werden. Er selbst wollte da nicht mehr herein, das letzte mal als er das versucht hat, hat er seine toten Freunde gesehen. Ok, mal sehen wen man da so trifft.  Alle aus unserer Gruppe haben sich erst gar nicht herein getraut, aber so nüsch, ich fahre doch nicht 6 Stunden durch Vietnam um dann zu kneifen. Also auf geht’s. Max vorne weg, soll’s doch den Amis zuerst erwischen. Dahinter dann ich dicht gefolgt von Thomas und Tim. Zunächst kann man auf Händen und Füßen recht Affen-like vorankommen, wobei der Schweiß auf Grund der stickigen Luft nicht lange auf sich warten lässt. Nach den ersten 10 Metern wird’s dann lustig, der Gang wir noch niedriger und vor allem schmaler! Juchu, ab auf alle Viere und weiter geht’s.

Lustig ist auch die Dunkelheit, ist halt nen Tunnel, und Lampen sind so alle 10 Meter angebracht. Aber das Tunnelchen ist recht kurvig. Gut, macht ja Spass. Hin und wieder muss man dann durch kleine Löcher nach obern bzw. nach unten schlüpfen um weiter zu kommen. Nach 50 Metern ist man nass geschwitzt und wartet auf den Ausgang. Ha, wir Träumer. Erstmal wird der Gang jetzt wichtig eng. Also auf den Knien seitlich durchschieben und weiter geht’s. Kurz nach dieser Engstelle kommt man dann wieder nach oben. Was ein Spass!

Hier seht ihr Thomas wie er sich aus dem Tunnel kämpft.

Dafür hat sich die Fahrt ja mal gelohnt! Also ich kann es echt nur weiterempfehlen. Und es gibt echt schöne dunkele Ecken zum verstecken und fremde Leute erschrecken falls man daran Spass hat. Aber so was würde ja niemand machen den ich kenne, stimmt’s? ;-)

So, durchnässt geht es wieder durch den Dschungel zum Bus und zurück nach Saigon.

Abends geht’s dann wieder auf die Rolle. Diesmal aber ohne Moped Rennen oder dergleichen!


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