Und fliegen ist doch gefährlich.....
Gestern morgen hat sich mein Mann gemeldet. Er ist ja nun für drei Wochen in Russland . Als ich ihn fragte , ob er gut in Novoalexandrow angekommen sei, kam erst mal kurze Zeit gar nix. Dann sagte er, dass er noch in Wien sei. Ich fragte : "Häh ? Wieso noch in Wien ...?" Also erzählte er folgendes:
"Wir waren gerade erst gestartet und noch noch nicht lange in der Luft . Da bemerkte ich, dass das Flugzeug immer wieder mal absackte. Man kennt das ja, wenn ein Gewitter herscht und es Turbolenzen gibt. Nur ,das fühlte sich diesmal ganz anders an. Irgendwie kreischten die Triebwerke verdächtig laut und als sich die Stewardessen plötzlich hinsetzten und sich anschnallten , wußte ich, dass irgendetwas faul war. Dann ertönte auch schon die Stimme vom Kapitän aus dem Lautsprecher : Da wir einige technische Probleme festgestellt haben und der Flugplatz Wien noch nicht allzuweit hinter uns liegt, haben wir uns dazu entschlossen , dahin umzukehren und die Technik vorsichtshaltbar kontrollieren zu lassen...
Plötzlich wurde es im Flugzeug ganz still. Dann fingen zwei Frauen an zu weinen . Wie oft hat man sich schon versucht vorzustellen , was die Passagiere wohl gedacht und gefühlt haben, wenn das Flugzeug abstürzt.... .Jetzt weiß ich es .... ! Ich habe meinen Körper schon zerschellt auf dem Erdboden liegen sehen...! Man achtet plötzlich auf alle Geräusche . Als das Flugzeug die Kehrtwendung gemacht hat, hatte ich das Gefühl, dass wir nun um einiges schneller flogen als vorher . Die Triebwerke dröhnten und dann kam der Landeanflug auf dem Wiener Flughafen. Mit ungeheurer Geschwindigkeit , viel mehr als sonst, setzte das Flugzeug auf die Landebahn auf. Darum musste der Kapitän ganz krass bremsen um die Karre zum stehen zu bringen. Plötzlich rutschte das Flugzeug ganz leicht nach rechts und ich dachte schon, wir kommen völlig von der Bahn ab , aber Gott sei Dank ,kam das Flugzeug zum stehen und alles ist gut gegangen..."
Ich war mindestens genauso geschockt wie Wolfgang, als er mir das erzählte . Nun mussten sie auf einen anderen Flug warten. Nur das es an diesem Tag keinen Flug mehr nach Krasnodar gab. Sondern sie mussten irgendeinen anderen Flug , zu einem anderen Flughafen nehmen. Ich habe den Namen des Ortes vergessen. Auf jedenfall war der 400 km von seinem Arbeitsplatz enfernt. Das bedeutet 400 km mit einem (russischen..) Kleinbus durch die schrecklichen russischen Strassen , durch die einöden Weiten Russlands..... . Irgendwann gegen Abend hat er sich dann wieder gemeldet .Endlich war er angekommen, nur........nun war sein Koffer weg . Den haben ´se wohl , bei dem ganzen Trubel vergessen mit ins Flugzeug einzuladen. Toll. Heute konnte er dann wohl erstmal neue Klamotten einkaufen und vorallendingen, Zahnbürste, Haarbürste und den ganzen Pi Pa Po , den man ja haben muss. Ich bin ja mal gespannt, wann und ob er überhaupt, seinen Koffer nachgeschickt bekommt.... . Man was für ein Abenteuer , darauf kann man auch echt verzichten....
Und als ich heute morgen die Meldung gelesen habe,dass beim Landeanflug ein Flugzeug in Russland abgestürzt ist, habe ich kurzzeitig Panik bekommen . Bis ich mich erinnerte , dass Wolfgang ja schon sicher gelandet ist und an seinem Arbeitsplatz ist ..... Bohh ey , ich bin froh, wenn diese Montagearbeit abgeschlossen ist. Nur für 2012 ist schon die nächste Baustelle in Petersburg geplant , wo er auch hin soll . Also werde ich in Zukunft öfters in Angst und Schrecken leben müssen. Klar, die Gefahr , mit dem Auto ,auf dem Weg zum heimischen Arbeitsplatz ,zu verunglücken ist weit aus größer, aber trotzdem ....!