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Was liegt noch in der ASSE ?

Geschrieben von Miriam am 3 September 2009 um 23:57 . 0 Kommentare. Link.

  

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3.9.09

12.00h
Wir verlassen Morsleben. Das Atommüllendlager, das wie die ASSE einzustürzen droht. Hier leigt nicht nur Atommüll aus der DDR, sondern eine gewisse Angela Merkel ließ als Umweltministerin auch noch Atommüll aus der BRD einlagern- trotz gegenteiliger fachlicher Gutachten. Heute war es sehr anstrengend hier: Die Situation eskalierte mehrmals. Protestierer rüttelten am Werkstor. Pfefferspray wurde eingesetzt, die Hunde hinter dem Zaun losgelassen. Einige Demonstranten wurden durch den Zaun gebissen. Wasser musste herangeschafft werden, damit alle, die Pfefferspray oder CS-Gas abbekommen haben, sich die Augen ausspülen konnten. Die Wasserhähne auf dem Gelände waren (absichtlich?) ausgestellt worden.
Der negative Höhepunkt: Ein Polizist zieht seine Waffe und richtet sie direkt auf einen Landwirt. Alle sind entsetzt. Ich fordere die Polizisten auf, diesen Mann abzuziehen, stattdessen wird er nochmal an der aufgebrachten Menge vorbei geschickt. Glücklicherweise wird er in Ruhe gelassen. Der Einsatzleiter ist immer sonst wo und nie zu erreichen. Alle sind froh als es weiter geht.
 
Radler Treck 1979
Transparent in Morsleben
Radlertross
verletzte Demonstrantin
Polizist mit gezogener Pistole

Unsere Demosanitäterin versorgt einen Polizeibeamten, der durch den Tränengaseinsatz seiner eigenen Kollegen verletzt wurde, während uns die Wasserhähne zum Augenausspülen abgedreht wurden!

am Tor von Morsleben
Hund...noch angeleint
Clowns in Morsleben

 

02.09.09

Heute ein ganz normaler Landtags-Arbeitstag zwischendurch: Besuchskommission, Sozialausschuss, Psychiatrieausschuss…Mittags noch mal in die Pressekonferenz der BI Lüchow-Dannenberg geschaut. BI-Pressesprecher Wolfgang Ehmke interviewt Prof. Dr. Dieter Ortlam , ein Hydrogeologe, der 1966-1997 Bediensteter des Landes Niedersachsen war; und nun von seinen Erkenntnissen über Gorleben berichtet. „Ich und meine Kollegen haben mit dem Kopf geschüttelt, als Ministerpräsident Albrecht 1977 Gorleben als möglichen Standort für ein Endlager benannte.“ Ortlam hat 1968 die so genannte „Gorlebener Rinne“ entdeckt. Eine 300-400m tiefe Verritzung des Salzstocks…(Oh, jetzt spielt die Band „Der Traum ist aus“ von den Scherben. Wie schöööön.) Laut Ortlam ist schon seit den 60ern bekannt, dass durch den DGH-Effekt Salzwasser nach oben strömt. Die genaue physikalische Erklärung spare ich mir jetzt. Hat was mit dem Tauchgleichgewicht von Flüssigkeiten zu tun, das bei Bohrungen gestört wird.

Heute morgen wurde übrigens noch ein banner auf dem ASSE-Schacht gehisst. „Schluss mit dem Atomdreck- contrAtom“

 

01.09.09 abends

Das war´s mit der Sonne: Unser erstes Gewitter. Das Bühnenprogramm mit Chor-Einlage findet noch statt, dann redet Udo Dettmann, einer der EHRENAMTLICHEN ASSE-Aufklärer, einer derjenigen, die Kühns Bundesverdienstkreuz wirklich verdient hätten. Udo fragt: „ Bei Tritium und bei Plutonium haben wir schon herausgefunden, dass das x-fache der angeblichen Menge eingelagert war. Was erwartet uns noch in der ASSE?“. Der Rest der Diskussionsrunden findet unter Regenplanen statt. Wir campieren auf einen freien Feld 800m von der ASSE entfernt. Unter der Plane der Bauern ist es definitiv wärmer als bei der Volxküche, Aus riesigen Eintöpfen steigt der Dampf, Knut Hose erzählt vom Treck vor 30 Jahren. Damals sind nur 15 Trecker in Gorleben losgefahren. Diesmal 120. Alle treibt eine Frage um: „Wie viele werden wir in Berlin?“ Damals passierte in der Treck-Woche ja noch der Atom-Unfall in Harrisburg in den USA . Der schlimmste Unfall in einem AKW vor Tschernobyl. Wer weiß das heute eigentlich noch?

22.30h

Ich muss nach Hannover. Morgen sind zwei Ausschusssitzungen. Nachts höre ich noch am Telefon, dass Einige das ASSE-Werksgelände gestürmt haben. Jungbauern und Veganer-

Frauen in der ersten Reihe. Es kommt zu Gerangel. Wachhunde kläffen. Es gibt zwei Festnahmen. Doch dann wird eingelenkt: Man zieht sich mit den Treckern zurück, dafür werden die beiden Festgesetzen laufengelassen.

Hab ich schon erwähnt, dass heute der schlimmste Tag für die ca. 30 Radfahrer war: Entweder Gegenwind auf freiem Feld oder Bergetappe. Respekt, Leute. Und dann noch die Freak-Mobile. Sehen sehr cool aus, aber das ein oder andere räuchert doch schon ganz schön. Hinter den ehemaligen UPS sollte man nicht herradeln.

 

da hat Perikles Recht....

 

 

 

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