Pekinger Foto-Tagebuch © jh 2010

die augen und die villa

01:47, 22.03.2010

.. Geschrieben in gedanken

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Vor ein paar Jahren im Kloster Langmusi (China): Wir wanderten den staubigen Weg ums Kloster entlang, aus Unwissenheit liefen wir entgegen der Uhrzeigerrichtung, hatten aber so immer die uns entgegenkommenden Pilger im Blick. Bei einigen konnte ich ihre Gesichter sehen. Sie drehten die Gebetsmühlen, was das rezitieren der sich darauf befindlichen Sutra bedeutet, und liefen mit ihren langsamen aber steten Schritten weiter.

Da war ein Mann, vielleicht 60. Sein Gesicht dunkel von der Sonne - das Wetter und der Wind hatten Kerben hineingeschlagen. Und beim Näherkommen sah ich seine Augen! Ich glaube sie waren blau und strahlten solch eine Energie und Wärme aus, dass ich sie bis heute nicht vergessen habe.

Und dann seh ich gestern Abend einen Filmbeitrag bei DW TV Asien ueber einen deutschen Herrn Bauunternehmer mit seiner Flachbauvilla auf Mallorca (Wohnfläche von 700qm). Der Mann lief in den Räumen herum wie ein Fremder, wie ein Gast. Er schaute mal stolz, in die Kamera, dann posierte er wieder lesend in seinem Großraumwohnzimmer herum und konnte doch keine Ruhe finden.

Er hatte auch nicht die Augen des Alten aus Langmusi...


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