preise und partner
19:35, 11.06.2010
.. Geschrieben in chinaleben .. Linkvor einiger zeit hatte ich mich gefragt, wie die jungen leute hier bei diesen wohnungspreisen eine davon kaufen koennen. eine geschichte, die mir eine bekannte erzaehlte, bringt licht ins dunkel:
es war einer ihrer kollegen, in den 50ern, immer recht weit vorausenkend und in geldsachen immer recht vorsichtig. legen wir mal sein monatliches einkommen auf 500 euro fest. durch allerhand beziehungen und nebeneinkuenfte hatte er monalich natuerlich mehr als sein gehalt zur verfuegung. dazu kommt noch, dass er und seine frau ende der 80er jahre die guenstigen preise nutzten und sich zwei wohnungen kauften. in einer davon wohnten sie. die andere warf monatlich miete ab.
nun hat unser herr eine tochter, die im heiratsfaehigen alter ist. vorher, nach der von den eltern finanzierten ausbildung, wurde sie natuerlich von papa aufgrund seiner beziehungen (guanxi) auf einen posten als dolmetscherin gehievt. mit ihrer fachlichen kompetenz war es nicht weit her: sie ueberstzte zimmermann mit "holzarbeiter".
töchterhen war also in dem alter, in dem sie einen mann braucht, bzw. in dem sie der familie einen sprössling bescheren sollte. dazu bedarf es natuerlich eines maennlichen teils, welches erst einmal gefunden werden will. freier gab es genug, denn das mädchen sah gar nicht schlecht aus. also berichtete sie ihren eltern von den avancen der jünger. aber alle wurden sie abschlägig beschieden, denn den eltern passten sie nicht:
der eine war zu reich. das war nicht gut, denn ein reicher mann hat ja die geldmittel, um sich nebenher noch eine freundin zu halten und vielleicht sogar seine frau, wenn sie ueber die 40 ist, in die wüste zu schicken.
der zweite war ein inder. dies heißt, er war auslaender und als solcher lebte er im ausland oder wollte zumindest dorthin zurueckkehren, eine gute chinesische tochter aber bleibt im mutterland, um sich um vater und mutter zu kümmern. also war es auch mit dem inder aus.
nun wurde es zeit, und vater bemühte sich selbst um einen schwiegersohn, den fand er im gebiet von xinjiang. es war kein eingeborener, sondern ein hanchinese, was wichtig ist. dieser junge mann wurde nun nach peking bestellt und die tochter befand ihn ok. dann suchte papa ihm eine stelle, auf der er rund 300 euro monatseinkommen hat. diese geld durfte er fuer sich behalten, denn papa hatte sich vorgenommen, fuer das glueck seiner tochter und ihrer zukünftigen familie zu sorgen.
außerdem ist es immer gut, den schwiegersohn finanziell abhängig und zu dankbarkeit verpflichtet zu halten.
jeden abend kommen die jungen leute zu den eltern zum essen.
da aber letztendlich die finanzen stimmen muessen, sprich aufwand und entschädigung sich die waage halten sollten, telefonierte unser älterer herr mit seinem herrn schwiegervater in der provinz und forderte ihn auf, doch einhunderttausend euro auf ein konto fuer die zukünftige schulausbildung des enkels einzuzahlen.
so ist das. money talks!
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