Pekinger Foto-Tagebuch © jh 2010

the step

22:56, 26.05.2010

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just a short story (copyright j.h.) that came to my mind last night...

It was a cold and rainy night. Already tired, I was sitting in my study, the tiny window open to the street. Nobody was outside, only some stray dogs looked for some food. Poor creatures! Who cared for them? The final exam was in 3 days and my head felt empty like a poor mans rice bowl. I could remember nothing and I couldn’t concentrate on the preparation I was supposed to do.

My thoughts circled away in a forbidden direction. But it felt good to taste the fruit behind the fence. What my mother would think if she knew? It is impossible I had to tell myself. Not now! Later. But when? After years of study?

Her life was not easy. She was busy in the next room. Doing the dishes. Caring for me. Worrying. Oh mother!

She knocked. I saw her body in the door. “Good night” she said. “And please finish all the prepararions you have to do today. You know, the exam!”

“Yes mum”

When she had closed the door the scroll fell off the wall. I put the nail back into the hole and hung the scroll at the old place. It was a painting from Master Zhu, grandftaher had told me. He was old when he painted it. I looked at it: The mountains of our home province, the river like a snake in between and the temple on top of the hill. And the path down to the valley. I took the first step up. The soft autumn breece gently touched my face. Leafs falling. I went up, came closer and closer to the temple.

I took a deep breath and stepped in.

 

 

nachtrag zu tianjin

22:57, 13.05.2010

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Tianjin ist ruhiger, erholsamer und einfach relaxter als Peking. Mal einen Tag aus Peking fliehen und sich in den ruhigen Straßen von Tianjin ergehen scheint eine prima Idee.

Hinzu kommen noch die schönen erhaltenen und langsam verfallenden Villen aus der Kolonialzeit der Stadt. Die Verträge von Tianjin 1858 hatten damals die Stadt den westlichen Kolonialmächten zugänglich gemacht. Zu diesen Staaten gehörten GB, Frankreich, Japan, Deutschland, Russland, k.u.k. Habsburg, Italien und Belgien.

Interessant war auch der sogenannte "Kirchenvorfall" im Juni 1870, als französische Missionare in der Wanghailou Kirche beschuldigt wurden, die Augen chinesischer Kinder in Glaeser einzulegen. Wahrscheinlich rührte dies von einem Missverständnis her, da die Missionare kleine Glaszwiebeln in Gläser einlegten und diese als Kinderaugen angesehen wurden. Die Kirche wurde am Ende niedergebrannt, genauso wie das französische Konsulat, und die Qing-regierung musste den Franzosen Kompensation bezahlen.

Zum Glueck sind die Zeiten vorbei, in denen die Ausländer sich hier in China als Kolonialherren aufführen können. Komischerweise haben die Deutschen in Qingdao, wo sie von 1898 bis zum ersten Weltkrieg eine Kolonie hatten, immer noch ein positives Image.

Ein interessanter Link zur Geschichte Tianjins ist hier:

http://en.wikipedia.org/wiki/Tianjin

die augen und die villa

01:47, 22.03.2010

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Vor ein paar Jahren im Kloster Langmusi (China): Wir wanderten den staubigen Weg ums Kloster entlang, aus Unwissenheit liefen wir entgegen der Uhrzeigerrichtung, hatten aber so immer die uns entgegenkommenden Pilger im Blick. Bei einigen konnte ich ihre Gesichter sehen. Sie drehten die Gebetsmühlen, was das rezitieren der sich darauf befindlichen Sutra bedeutet, und liefen mit ihren langsamen aber steten Schritten weiter.

Da war ein Mann, vielleicht 60. Sein Gesicht dunkel von der Sonne - das Wetter und der Wind hatten Kerben hineingeschlagen. Und beim Näherkommen sah ich seine Augen! Ich glaube sie waren blau und strahlten solch eine Energie und Wärme aus, dass ich sie bis heute nicht vergessen habe.

Und dann seh ich gestern Abend einen Filmbeitrag bei DW TV Asien ueber einen deutschen Herrn Bauunternehmer mit seiner Flachbauvilla auf Mallorca (Wohnfläche von 700qm). Der Mann lief in den Räumen herum wie ein Fremder, wie ein Gast. Er schaute mal stolz, in die Kamera, dann posierte er wieder lesend in seinem Großraumwohnzimmer herum und konnte doch keine Ruhe finden.

Er hatte auch nicht die Augen des Alten aus Langmusi...

nahrhafte und giftge menschen

14:28, 19.03.2010

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Irgendwo habe ich gelesen, dass man Menschen, denen man begegnet, in diese zwei Kategorien einteilen kann: die Nahrhaften und die Giftigen.

Nahrhafte Menschen sind in meiner Betrachtung nicht solche, die blöd genug sind, sich ausnutzen zu lassen, sondern solche, die uns etwas geben können und uns wachsen und gedeihen lassen. Es sind Menschen, die aufgrund Ihres Wesens Güte, Liebe und Glück ausstrahlen (ohne anzugeben), aber auch solche, die uns auf eine ermutigende Weise fordern und uns helfen, wenn wir Hilfe brauchen.

Die anderen, die Giftpilze will ich hier nicht erklären. Jeder kennt sie. Unsere Welt ist voll davon.

Zum Glück ist die Welt aber auch voll der Nahrhaften. Man muss nur ein wenig suchen und Vertrauen haben.