Der Weg...
…Tief im Nebel verborgen schlängelte er sich lang und unendlich vor ihr dahin. Langsam, zögernd, noch mit unsicheren Schritten, betrat sie ihn. Einen Fuß vor den anderen setzend, nicht zurückblickend begann sie zu gehen. Der Nebel um sie lichtete sich zwischendurch immer wieder, wurde heller, dann dunkler. Je länger sie lief desto kräftiger und größer fühlte sie sich…mal wurden ihre Schritte langsamer, mal schneller. Nur undeutlich nahm sie die Schatten wahr, die sie immer wieder ein Stück weit begleiteten…sie konnte nichts sehen, nur ahnend und fühlend nahm sie ihre Begleiter war. Einige blieben länger, andere tauchten nur auf um im nächsten Moment auch schon wieder zu verblassen, wie Rauch der vom Wind davon getragen wurde. Je länger sie ging umso schwieriger schien er zu werden…uneben, holprig und oft teilte er sich und sie musste entscheiden wie sie ihn fortsetzen konnte. Nach einer breiten Gabelung schien einer ihrer Begleiter nicht mehr von ihrer Seite weichen zu wollen…griff nach ihr…zuerst überkam sie ein heiteres, fröhliches Gefühl…ein Gefühl von Leichtigkeit von Freude, die sich in Glück steigerte, als zuerst einer, dann ein zweiter Kleiner Nebel sich um sie legte…spielend, tanzend, sie berührend…und ihr Herz lachte und Tränen liefen über ihre Wangen. Doch auch dieser Begleiter verließ sie irgendwann…nicht freiwillig…hatte sie ihn weggeschickt? Kein Laut war über ihre Lippen gekommen und doch wusste sie, dass sie es war die ihn davon getrieben hatte…unschlüssig zuerst, dann endgültig. Lang lief sie nun alleine weiter, ausschließlich die kleinen Nebel begleiteten sie. Wie aus dem Nichts schien es ihr auf einmal, als würde sie hinab steigen…tief in die Dunkelheit…Bedrohend war nun der Schatten neben ihr und ihre Schritte schwer, ihr Herz dunkel. Doch langsam begann die Dunkelheit zu weichen und so wie die Farben der Nacht verblassten, verblasste auch die schwere in ihrem Herzen, als würde die Sonne ihre wärmenden Strahlen über sie ausbreiten. Und etwas griff nach ihr…schien sie mitzuziehen…sie zu halten…ihr eine andere Richtung zu geben. Die Wärme, die Geborgenheit die sie nun spürte schien unendlich zu sein und ihr Schritt wurde so leicht als würde sie schweben…Und die kleinen Nebel ließen wieder ihr helles Lachen ertönen und begannen wieder zu tanzen. Keine Gabelung war nun mehr zu sehen…kein Hindernis…ihr Begleiter hielt sie fest…bis sie nach so langer Zeit…nach so vielen Schritten an ein Tor kam, dass langsam vor ihr zurückwich als sie darauf zukam….Kein Zögern, kein Zweifel in ihr…zielstrebig ging sie über diese Schwelle…und war - zu Hause!!!!
