Moiras Dreams and Arts | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Projekte ProjekteGestern war ein Tag der... sagen wir, eher ruhigen Sorte. Viel hat sich nicht ereignet, es war eher still. Wobei 'still' es nicht ganz trifft. Ich hab ein bisschen rumprobiert und ein paar Lieder mit der Flöte eingespielt. Leider ist das Mikro nicht wirklich toll dafür, das Rauschen stört mich. Aber ich bin stolz auf mich. Vor einiger Zeit noch, habe ich überhaupt nur dann gespielt, wenn ich sicher sein konnte, dass mir niemand zuhört. Das wird jetzt immer besser. Ich hab schon hier und da jemandem etwas vorgespielt. Meine Aufnahmen, wenn ich noch ein bisschen daran gefeilt habe, will ich auch jemanden hören lassen. Keksi hat sie schon jetzt bekommen. Wir wollen versuchen ein Lied gemeinsam zu machen. Es ist schwer zu singen, deswegen lassen wir uns Zeit. Da meine stimmlichen Fähigkeiten was das Singen angeht eher... unterentwickelt? ;) sind, habe ich gesprochen. Ich mag meine Stimme und Sprechen kann ich. Also arbeite ich an einer Geschichten - CD. Die soll in erster Linie Keksi bekommen. So muss sie nicht auf mein unglaublich beeindruckendes Gelaber verzichten, wenn ich mal länger wegbin ;-) Naja, vor allem ist es schön die Geschichten zu hören. Ich hätte nicht gedacht, dass ich meine Stimme mal mögen würde und sowas veranstalte. Schön :-) Heute will ich versuchen ein Liedchen zu trällern. Allerdings mit der Sicherheit im Rücken, dass mich niemand hört ;-) Früher konnte ich das besser, als Kind. Mal sehen, wie tief ich im Boden versinken muss. Eben hab ich was Schönes erlebt. Ich hab mir die Skates geschnappt und bin ein bisschen rausgegangen. Die Wuhlheide umfahren, bis ich einen Weg hinein gefunden habe, der sich fahren lässt. Nach einer Weile, kam ich an einem Waldweg an und ich hatte keine Lust wieder außenrum zurückzufahren. Also hab ich die Schuhe ausgezogen und bin barfuß durch den Wald gegangen. Das war so schön. Endlich wieder Freiheit für die Füße ;-) Ich habe ein bisschen Holz gesammelt und ein paar Fotos gemacht, als es schon anfing zu regnen und zu stürmen. Ich fand's wirklich lustig, wie jeder zweite Passant mich mit verwirrten, großen Augen angestarrt hat. Ich war doch nur b a r f u ß. Ich hab weder lila Pusteln im Gesicht noch besonders auffällige Auswüchse an meinem Körper ;-) Ich lief also den Regen, den Wind und das Wetter genießend barfuß nach Hause. Aus dem Holz möchte ich etwas Schönes machen. Aus einem Stab soll ein Talking Stick werden. Aber jetzt trink ich erstmal Kaffee und träller ich mir was vor. Testwie der Name schon sagt: Test.Hallo Welt......und Willkommen in unserem äußert interessanten und lesenswerten WeeGee-Blog! ;)"Unserem" heißt soviel wie Elana, Keks und -nicht zu vergessen, allein schon weil sie die ganze Zeit kläglich miaut, kriegt nämlich niiiiie Futter und wird niiiiie gestreichelt ;) - Pucki. Und die nicht miauende Ratte Mopsi. Weitere Einträge folgen ganz bestimmt...aber nicht mehr um 3:48 Uhr. :-P Der Keks wars ;) Ein neuer Tag...... heute. Meine Petersilie wächst. Interessant, nicht wahr? Vor etwa 4 Wochen kamen die Samen in die Töpfchen. Mittlerweile sprießt es auf meinem Fensterbrett fast 10 cm hoch. Die ersten richtigen Blättchen spitzen zwischen den Keimblätter hervor. Ich freu mich schon darauf, sie aufzuessen ;) Ansonsten war ich eher faul heute. Nicht so wie die Petersilie. Ich hab ein bisschen hier am Blog gebastelt und jetzt geht endlich unser WeeGee - Blog an den Start. Keksi ist grade unterwegs. Ich werd jetzt schnell was Einkaufen und mal sehen, ob ich meine Gangschaltung wieder eingestellt bekomme. Dann wäre das Radfahren etwas weniger beschwerlich ;-) Im Moment hab ich nur einen Gang. Naja, ein sehr niedrigen *g* Ich hab heute ein recht wichtiges Telefonat verschwitzt. Das muss ich dann morgen echt erledigen. Da war bestimmt meine Tsüsche ;) am Werk. Die will da nich anrufen. Liebe Tsüsche, dann lass es mich doch einfach machen! Ausflug in die MüggelbergeNa sowas, dann bin ich gestern also aufs Fahrrad gesprungen und einfach mal losgefahren. Eigentlich wollte ich kurz in die Wuhlheide und gucken, was sich so tut. Dann bin ich den Raben und Krähen gefolgt, die hier und da, immer alleine, vorbeiflogen oder auf einem Baum saßen und krächzten. Schon faszinierend. Immer wenn ich irgendwo kurz überlegte, ob ich jetzt da oder dort lang fahre, krächzte es oder sah ich einen dieser Vögel. Immer wenn ich sie sehe, habe ich ein total vertrautes Gefühl und weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Okay, es gibt eine Menge Rabenvögel und es kann auch Zufall sein ;) Aber der Gedanke ist wirklich schön. Jedenfalls kam ich irgendwann in die Müggelberge und an den Teufelssee. Leider waren eine Menge Menschen unterwegs, zu viele für meinen Geschmack. Die schöne Umgebung verlor eine Menge von ihrer Stimmung. Vor allem, weil 200m vom Teufelssee entfernt ein großer Parkplatz ist und überall Autos fahren und rumstehen. Warum fährt man mit dem Auto, um angeblich "unberührte" Natur zu sehen? Ich versteh das nicht. Wirklich. Okay, die BVG streikt und Busse fahren nur vereinzelt, als Ersatz. Aber ich bin schließlich auch 40 km mit dem Fahrrad gefahren insgesamt. Das tut mir dann leid, wenn ich sehe wie sich die Autokolonnen hinziehen und das Leben stören. Eine große Straße mitten durch den Wald gebaut. Und dann ist es plötzlich nötig Frosch- / Krötenzäune zu bauen und Warnschilder aufzustellen. Ja, so ist die Realität nunmal, ich weiß. Aber ich find's trotzdem schrecklich. Auf dem Weg bin ich durch Köpenicks Altstadt gefahren. Ich war tatsächlich bisher noch nie dort. Die Stimmung fand ich schön, viel Wasser, kleine Straßen und Cafés, schöne Altbauhäuser, bepflanzte und zum Teil ganz bunte Balkone. Die Glatzen, die mir hier und da aufgefallen sind. Na gut... ich hatte aber nicht den Eindruck, dass es so schlimm ist dort. Demnächst will ich mal mit meiner herzallerliebsten Mitbewohnerin dahin fahren und irgendwo in der Sonne nen Kaffee trinken :) Hast du gehört, herzallerliebste Mitbewohnerin? :D Das nächste Mal suche ich mir einen graueren Tag, eine andere Tageszeit aus, um den Teufelssee und die Müggelberge zu besuchen. Es ist einfach soviel schöner, wenn einen nicht die Menschenmassen ablenken. Das hat riiiiiiiiichtig gut getan gestern :) Fehlende Gedanken...... bis jetzt scheine ich nicht zu denken *g* Kommt davon, wenn man die Kategorien anlegt, bevor man überhaupt was geschrieben hat. Hm, vielleicht denk ich ja doch irgendwann noch was und lasse dann die Welt an diesen höchst wichtigen Ergüssen teilhaben. Elana, wer sonst WerkeleienSo, ich hab heute ein paar Sachen fotografiert, die ich selbst gemacht hab in den letzten 2 Jahren. Ich will anfangen das alles sozusagen zu "archivieren". Das ist schon soviel, was ich hier und da mache, da will ich eine Sammlung sozusagen. Dann geht die Ideenfindung bestimmt schnell ;) Wenn ich mal was mit dieser oder jener Gruppe machen möchte oder mich jemand fragt. Ich werd mal gucken, dass ich hier auch ein paar Sachen reinstelle. So für den Anfang kommt hier der Mini-Teppich, den ich an einem Tischwebrahmen gemacht hab. Das ist etwa 2 Jahre her. Das war eine Art Übungsstück, eigentlich. Um verschiedene Muster und Techniken auszuprobieren. Die Farben mag ich :-) Ich konnte mich bisher nicht dazu durchringen den leicht *räusper* schiefen Rand zu nähen und abzuschneiden. Irgendwie will ich, dass man noch sehen kann wie es entstanden ist und wie es nunmal aussieht. Ein grooooooooßer Schritt in Richtung "Ich find mich gut auch wenn's nicht perfekt ist" ;-P Bilder vom Teufelssee und der Umgebung Sonn - TagDie Sonne strahlt, der Himmel strahlt, die Kastanienknospen vor meinem Fenster sind zum Großteil schon aufgeplatzt. Jetzt kann man richtig zusehen, wie sie aufblühen werden. Heute bin ich mit dem Gefühl aufgewacht gleich losjoggen zu wollen. Ich hab's nicht gemacht. War zu matschig ;) Aber das Wetter motiviert. Vielleicht schnapp ich mir die Skates heute oder ich geh laufen oder radfahren. Mal sehen wie die Wuhlheide mittlerweile aussieht. Bestimmt ist es schon wieder ein bisschen grüner. Die Fehler auf der Seite hab ich gelöst. Jetzt zeigen alle Browser das Layout fehlerfrei an. Da kann ich mir doch auf die Schulter klopfen. Ich dachte ich hätte das meiste schon vergessen. Stimmt aber nicht ;) Nächstes Wochenende ist es soweit. Die neuen Seiten gehen online. Ich freu mich schon darauf sie nicht nur auf dem PC zu bewundern. Ich glaube man kann sich dann wohler dort fühlen, es ist alles viel freundlicher. Die Lichtstrahlen-Seite braucht noch mehr Arbeit. Aber ich hab ja noch Zeit. Ich glaube sie werden sich freuen, wenn ihre Inhalte durch das übersichtliche und angenehme Layout besser wirken. Das ist so ein schweres Thema, da hilft die Klarheit vielleicht ein bisschen dabei den Überblick nicht zu verlieren. Ich freue mich, dass ich das machen kann und so ein bisschen mithelfen dieses Projekt freundlicher zu gestalten. Tja, meine eigene Seite... es steht in den Sternen, ob sie jemals fertig wird. Irgendwie kann ich mich nicht entscheiden, was das nun werden soll. Vielleicht muss ich einfach mehr als eine machen ;) Da fällt mir ein, die alten Domains wollte ich löschen lassen. Die Wartezeit reicht ja mittlerweile locker aus. Da liegt schon so lange nichts mehr drauf. Irgendwo hab ich auch die Domainlöschungsanträge. Ich hab das Bild von René bei meinem Schreibtisch wieder aufgestellt. Mittlerweile ist er schon so groß. Ich vermisse ihn schon sehr, irgendwie. Seine ersten Lebensmonate hab ich mich soviel gekümmert, so eine Verbindung ist stark. Egal wie lange wir uns nicht sehen, er hat keine Scheu, hat Vertrauen zu mir. Dabei ist er ein unsicherer Junge, was andere Menschen angeht. Wie es ihm wohl in der Schule geht? Ob es ihm Spaß macht? Ich glaube ich schreibe ihm einen Brief :) "Ein Leben für die Rose"Ich hab's noch nicht gelesen. Den Link dazu habe ich von jemandem bei Lichtstrahlen erhalten. Also keinem "magisch Interessierten" sondern einem Opfer von ritualisierter Gewalt. Ein Leben für die Rose Ich finde das alles doch noch einigermaßen undurchsichtig. Zu viele Infos, zu viele Quellen, zu viele verschiedene Interessen dahinter. Nun, irgendwie fühle ich mich verpflichtet zu hinterfragen und mich mit den kritischen Stimmen auseinanderzusetzen. Hier geht es um Arnold Krumm-Heller, die Fraternitas Rosicruciana Antiqua (FRA), um sein System, etc. Wir werden sehen... Das Thema der Frauenfeindlichkeit in den Religionen und im Okkultismus laesst sich in dieser Studie kaum ergruenden.816* Es ist jedoch symptomatisch, dass gerade der libertinistische Prophet des Neuen Aeons, Aleister Crowley, und sein quasi Counterpart, der asketische Arnoldo Krumm-Heller, beide in Theorie und Praxis eine Frauenfeindlichkeit vertreten, die den reklamierten Ansprue- chen an eine sog. neue Menschenrasse widerspricht.817* - Fuer den nun folgen- den Ausflug in die Praktiken und die Psychologie der OTO-Gruppen und deren De- rivate sollte zumindest "Das OTO-Phaenomen" des Autors bekannt sein. Quelle siehe Link oben. Und da wiederum ne Menge weiterer Quellen usw. In folgendem Abschnitt enthaltene Zitate sprechen für sich. Viel weiß ich von all dem nicht, aber Erfahrungen anderer, hier und da ein Textausschnitt. Wobei das alles unwichtig wird, wenn man sich diese Zitate zu Gemüte führt. Wie gesagt, sie sprechen für sich. In der kaschierten OTO-Loge Fraternitas Saturni (FS) ist die Frauenfeindlich- keit Programm. Voellig unverbluemt gibt Eugen Grosche (1888-1964), Gruender der FS, die krassesten Aeusserungen von sich. Aus Platzgruenden seien hier nur ein paar wenige zitiert: "Das Weibwesen ist von Urbeginn an die Feindin und das gegensaetzliche Prinzip zum Manne." "Gewiss ist nicht jede Kuh ein Raub- tier und nicht jedes menschliche Mutterweibtier ein daemonisches Wesen." Die Ehe fuehrt "zur Domestikation des Mannes." Was kann man also dagegen tun? "In der Ehe muss der Wille des Mannes dominieren." "Durch zielbewusste Vergeisti- gung der Frau wird der rein sexuell-triebhafte Einfluss des Weibes auf den Mann mit der Zeit gebrochen." Grosche (Gregor A. Gregorius) gesteht ihr nur eine alt-neue Rolle zu: "Geliebte zu sein, die allen Anspruechen des sexuellen und erotischen Verlangens des Mannes genuegt." Nichtsdestotrotz ist die FS die "einzige magische und wissende Loge," die "trotzdem Frauen aufnimmt," da diese wenigstens "als Hilfsfaktoren fuer experimentelle Magie und auch fuer kulti- sche Sexual-Mystik" geeignet sind.818* Man bediene sich dazu "bewusst er- zielter sexueller Hoerigkeit."819* Prost Mahlzeit und so. Ich hab zwar wirklich nicht viel Ahnung und es fällt mir richtig schwer diese ganzen Verwicklungen und System und weiß der Geier was einzuordnen und zu verstehen. Aber was ich bisher mitbekommen habe... naja, macht mich hellhörig. Vielleicht gibt es ja Leute die Ahnung haben, von all dem und den Zusammenhängen. Ich freu mich über jede Nachricht. Die BilderWerte Leserinnen und Leser ;-)An dieser Stelle findet ihr nach und nach immer mehr Bilder. Einige habe ich selbstgemacht, andere habe ich selbst verändert und wieder andere finde ich selbst schön. ![]() Nun denn... Gute Reise und immer ein Licht auf eurem Weg, Elana Vasalisa die WeiseVasalisa, die Weise Es war einmal und war auch nicht eine junge Mutter und Ehefrau, die mit wachsbleichem Gesicht auf ihrem Sterbebett lag. Ihr Mann und ihre kleine Tochter knieten am Fußende des Bettes und beteten, daß Gott sie heil in die Welt der seligen Geister hinüberleiten möge. Alsbald rief die Mutter ihre kleine Tochter zu sich, um Abschied von ihr zu nehmen, und das Mädchen, das den schönen Namen Vasalisa trug, kniete an der Seite des Bettes nieder, um die letzten Worte ihrer Mutter zu vernehmen. Hier, nimm diese Puppe an dich, und behalte sie immer bei dir, flüsterte die Mutter und zog unter ihrer härenen Decke ein kleines Püppchen hervor, das genau wie ihre Tochter aussah und genau wie sie gekleidet war, mit roten Stiefeln an den Füßen, einem schwarzen Rock, einer weißen Schürze darüber, und einer Weste, die über und über mit bunten Fäden bestickt war. Dies sind meine letzen Worte, mein Kind, sprach die Mutter. Höre mir gut zu. Wenn du Hilfe brauchst oder mal den Weg verlierst, dann frage diese Puppe um Rat. Behalte sie immer bei dir, aber erzähle niemandem von ihr. Füttere die Puppe, wenn sie hungrig ist, dann wird sie dir helfen. Dies ist mein Gelöbnis, und mein Vermächtnis an dich. Und damit sank der Atem der Mutter in die Tiefe ihres Herzens, sammelte sich in ihrer Seele, entwich aus ihrem Munde, und die Mutter starb. Lange Zeit trauerten der Vater und das Kind. Lange, lange betrauerten sie den schmerzlichen Verlust der guten Mutter und Ehefrau. Aber irgendwann kam auch zu ihnen ein neuer Frühling und mit ihm neuer Lebensmut, und eines Tages verkündete der Vater, daß er sich mit einer Witwe, die selbst zwei Töchter mit in die Ehe brachte, vermählen würde. Und so geschah es. Die Stiefmutter und die beiden Halbschwestern begegneten Vasalisa mit ausgesuchter Höflichkeit, aber schon bei der ersten Begegnung lag in ihrem Lächeln etwas Falsches, das dem Vater vollkommen entging, das er einfach nicht bemerken wollte oder konnte. Kaum, daß die drei Frauen allein mit Vasalisa im Hause waren, quälten sie das Mädchen mit tausend Gehässigkeiten und trugen ihm die niedersten Arbeiten auf. Bald wurde Vasalisa im eigenen Elternhaus nur noch wie eine Dienstmagd behandelt, denn sie war ihrer Stiefmutter und ihren Stiefschwestern ein ewiger Dorn im Auge. Aber das lag daran, daß Vasalisa schön war, so lieblich und gut wie ein Wesen aus einer besseren Welt, während die drei anderen Frauen vor Neid und Mißgunst bald immer hässlicher wurden. Doch Vasalisa ließ alle Demütigungen klaglos über sich ergehen. Willig tat sie alles, was ihr von den bösen Frauen aufgetragen wurde, und gehorchte jedem auch noch so boshaften Befehl. So ging es eine ganze Weile, aber eines Tages konnten die drei Quälgeister selbst Vasalisas Anblick nicht mehr in Haus und Hof ertragen, und so sprach die böse Stiefmutter zu ihren Töchtern: Wir wollen das Feuer ausgehen lassen und dann Vasalisa in den Wald schicken, damit sie die Hexe Baba Yaga um frische Kohlenglut für unseren Herd bittet. Wenn Baba Yaga das Mädchen sieht, wird sie es mit Haut und Haaren fressen, und damit sind wir Vasalisa endlich los! Die Stiefschwestern klatschten in die Hände, quietschten vor Vergnügen über diesen Plan Und willigten schadenfroh ein. Als Vasalisa an jenem Abend vom Holzsammeln im Wald zurückkam, war alles dunkel im Haus. Besorgt fragte sie ihre Stiefmutter: "Was ist geschehen? Womit sollen wir nun die Finsternis erhellen,woran uns wärmen,und wie sollen wir unser Abendessen kochen?" "Du einfältiges Ding", gab die Stiefmutter spitz zurück. "Siehst du nicht, daß das Feuer erloschen ist? Du mußt sofort in den Wald gehen und die alte Baba Yaga suchen, um dir von ihr etwas Kohlenglut geben zu lassen. Ich kann nicht so weit laufen, weil ich zu alt dafür bin, und meine Töchter fürchten sich im Wald. Nun geh schon, und wage es nicht, ohne Kohlenglut zurückzukommen!" Artig, wiesie war, gehorchte Vasalisa und ging noch in derselben Nacht in den großen, dunklen Wald.Aber sie wußte den Weg nicht,und das Dickicht des Waldes wurde immer dicvhter und immer undurchdringlicher, und das Lmistern und Knacken zwischen den Bäumen wurde ihr allmählich immer unheimlicher, bis sie sich wirklich zu fürchten begann und einsah,daß sie ihren Weg niemals allein aus dem nächtlichen Wald herausfinden würde.So griff sie in die tiefe Tasche ihrer Schürze,wo sie die Puppe ihrer Mutter fühlen konnte, und dachte bei sich selbst:" Wenn ich meine Puppe nur berühren kann und weiß, daß sie bei mir ist, geht es mir schon ein wenig besser." Bei jedem Schritt, jeder Wendung nach links oder rechts, griff Vasalisa nun in ihre Schürzentasche und fragte ihre Puppe:"Soll ich mich hierhin oder dorthin wenden?" Die Puppe antwortet jedesmal und wies ihr den Weg, und Vasalisa fütterte sie mit den Brotkrumen, die sie immer für ihre Puppe bereithielt. Immer wieder fragte Vasalisa, wie sie zu der alten Hexe Baba Yaga kommen sollte, und die treue Puppe antwortete ihr. So verging Stund um Stund, bisein weißgekleideter Reiter auf einem weißen Hengst an Vasalisa vorüberpreschte und der Morgen graute. Ein Stück weiter auf ihrem Weg galoppierte ein rotgekleideter Reiter auf einem roten Pferd an ihr vorbei, und die Sonne ging auf. Vasalisa ging weiter, immer weiter durch den Wald,bis sieamfolgenden Abend endlich bei Baba Yagas Hütte angekommen war. Sie betrat schon den Vorhof zu dem alten Hexenhaus, als ein schwarzer Reiter auf einem pechschwarzen Pferd mitten durch das Haus von Baba Yaga jagte und hinten wieder herauskam. In dem Augenblick brach die Nacht über das Land herein. Baba Yagas Hexenhaus war ein höchst merkwürdiges und gruseliges Gebäude.Schon der Zaun vor dem Haus bestand allein aus Gebeinen und aufgespießten Totenschädeln, die in der Dunkelheit nun wie von innen her zu glühen begannen und ein gespenstisches Licht verbreiteten. Aber noch verwunderlicher war Baba Yagas Wohnhaus selbst. Es stand auf vier gelben Hühnerbeinen, die hin und wieder zuckten und sich manchmal mit dem ganzen Überbau fortbewegten, oder sogar, wenn ihnen der Sinn danach stand, in einem wilden Walzertanz im Kreis herumwirbelten. Es dauerte nicht lange da kam die Hexe daselbst durch die Lüfte gesaust,in einem fliegendem Hexenkessel, den siemit ihren Besen über den sternklaren Nachthimmel ruderte. Aus der Höhe blickte Yaga auf die arme Vasalisa herab,schwang drohend ihren Besen aus Knochen und Menschenhaaren und rief mit Donnerstimme:" Hoho,du Menschenkind! Was hast du hier zu suchen?" Zitternd antwortet Vasalisa:"Großmutter, ich bin gekommen, um dich um Feuer fürmich und meine Familie zu bitten. Mein Haus ist kalt, und meine Angehörigen müssen sterben, wenn du mir nicht etwas Kohlenglut gibst." "Ja ja, so geht es dir und deinesgleichen", erwiderte Baba Yaga ingrimmig. Ihre Nase war wie ein Haken zu ihrem vorspringenden Kinn herabgezogen,aus dem ein spärlicher Ziegenbart sproß. Eine dickeWarze saß auf der Wange der Alten, die nun schrie:"Du Nichtsnutz hast das Feuer ausgehen lassen. Ja ja, ich kenne das. Und warum,so frage ich,soll ich ausgerechnet dir die Flamme geben?" Schnell und heimlich fragte Vasalisa ihre Puppe um Rat und antwortet dann:"Weil ich dich darum bitte." "Hm", knurrte die Hexe. "Glück gehabt,das war die richtige Antwort. Aber ich gebe dir das Feuer erst, wenn du die Aufgaben erfüllen kannst, die ich dir stelle. Und wenn es dir nicht gelingt,mußt du sterben." Vasalisa willigte in diesen Handel ein, und Baba Yaga brummte:"Zuerst mußt du alle meine Kleider waschen,dann mußt du mein Haus fegen, mir eine gute Mahlzeit bereiten und den verschimmelten Weizen in meiner Kornkammer vomguten Weizen trennen.Ich werde beim ersten Morgengrauen zurückkehren, und wenn du bis dahin nicht all diese Aufgaben erledigt hast,werde ich dich mit Haut und Haaren fressen." Damit flog Baba Yaga in ihrem Hexenkessel davon, und Vasalisa wandte sich voll Schrecken an ihre Puppe:"Was soll ich nur tun? Wie soll ich mit all dem nur rechtzeitig fertig werden?" Aber die Puppe versicherte ihr, daß alles vollbrachtsein würde, noch bevor der Morgen graute, und die letzte und schwierigste Aufgabe würde erledigt, während Vasalisa sich zur Ruhe begab und schlief. So wusch Vasalisa die Kleider der Alten,fegte das Haus, kochte eine Mahlzeit, nahm ein wenig von Baba Yagas Essen zu sich,fütterte auch ihre treue Puppe und begab sich zur Ruhe in Baba Yagas Hexenhaus. Als Baba Yaga beim ersten Morgengrauen zurückkehrte, waren ihre Kleider gewaschen und getrocknet, die Mahlzeit stand aufdem Tisch,das Haus war blitzeblank geputzt, und ein rieisiger Berg guten Weizens war fein säubrlich vomschlechten Weizen getrennt worden. Die Hexe konnte beim besten Willen keinen Mangel an Vasalisas Werken finden. "Nun, da hast du wohl wieder einmal Glück gehabt", brummte sie, und dann rief sie ihre dienstbaren Geister herbei,die als drei paar körperlose Hände aus dem Nichts erschienen undemsig begannen, den guten Weizen zu enthülsen und ihn in der Luft zu Brei zu stampfen. Den Brei verschlang die Alte mit sichtlichem Genuß, aber als sie fertig war, deutete sie auf einen riesigen Erdhaufen vor ihrer Haustür und sagte zu Vasalisa:"In diesem Erdhaufen verbergen sich Millionen von winzig kleinen Mohnsamen. Die mußt du in der kommenden Nacht von allem Schmutz und allen Erdresten trennen. Und wenn dir das nicht gelingt, mußt du sterben." BeimAnblick des Erdhaufens blieb Vasalisa vor Schreckbeinahe das Herz stehen, aber siegriff in ihre Schürzentasche, und die Puppe flüsterte sogleich:"Mach dirkeineSorgen, ich werde dir helfen." In jener Nacht versuchte Vasalisa,sämfliche Mohnsamen von demSchmutz der Erde zu trennen,aber nach einer Weile sagte die Puppe:"Begib dich zur Ruhe, und du wirst sehen, daß am Morgen alles zum besten bestellt sein wird." Und so war es.Als die Alte beim ersten Morgengrauen hemkehrte, lagen Erde undMohnsamen fein säuberlich getrennt vor ihrem Haus. "Soso",knurrte die Hexe anerkennend. "Da hast du wohl tatsächlich einmal etwas fertiggebracht." Sie rief ihre treuen Dienstgeister herbei und trug ihnen auf, das Öl aus den Mohnsamen zu pressen. Drei Paar körperlose Hände taten, wie ihnen befohlen, und Baba Yaga beschmierte ihre faltigen Lippen mit dem Mohnsamenöl. Da trat Vasakisa einen Schritt auf die Alte zu und sagte:"Darf ich dich etwas fragen,Großmutter?" "Frage wohl", gab Yaga zurück, "Aber bedenke,daß zu vielWissen den Menschen vorzeitig altern läßt." Da fragte Vasalisa was der weiße Reiter auf dem weißen Hengst zu bedeuten habe. "Ah", murmelte die Yaga. "Dieser erste ist mein Tag." "Und der rote Reiter, auf dem roten Pferd, was ist er?" "Ah,dieser ist meine aufgehende Sonne." "Und der schwarze Reiter aufdem schwarzen Pferd?" "Ah,der dritte im Bunde, der ist meine Nacht." "Oh", sagte Vasalisa. "Ich verstehe." "Nun denn, möchtest du vielleicht noch ein paar weitere Fragen stellen?" erundigte sich die Alte lauernd. Gerade wollte Vasalisa nach den körperlosen Händen fragen, also die Puppe in ihrer Schürzentasche warnend auf- und niederhüpfte. Deshalb entgegnete Vasalisa schnell:"Nein,Großmutter.Wie du schon sagtest, zuvielWissen macht den Menschen vorzeitig alt." "Hm, du bist weiser, als ich dachte, meine Kleine, Wie geht das zu?" fragte die Hexe. "Der Segen meiner Mutter liegt auf mir", antwortet Vasalisa. "Segen?" rief Baba Yaga. "In diesem Haus wird kein Segen gebraucht. Mach, daß du nach Hause kommst!" Damit stieß sie das Mädchen hinaus in die Nacht. Von ihrem unheimlichen Gartenzaun brach sie einen der Totenschädel ab,die in der Dunkelheit von innen her leuchteten, und reichte ihn Vasalisa. "Hier. Nimm diesen Feuerschädel und trage ihn auf einem Stock mit dir nach Hause. Da hast du dein Feuer. Und nun kein Wort mehr. Mach dich auf den Weg." Vasalisa wollte der Yaga danken,abr die Puppe begann in ihrer Tasche auf- und abzuspringen, und da erkannte Vasalisa, daß sie das Feuer wortlos entgegennehmen und sich sofort auf den Weg machen mußte. Sie rannte den ganzen Weg durch den dunklen Wald nach Hause, und die Puppe wies ihr auch diesmal den Weg durch den Wald. Aber nach Einbruch der Dunkelheit sprangen Flammen aus den Nasenlöchern, Augenhöhlen unddem grinsenden Mund des Schädels, und da begann Vasalisa sich zu fürchten. Sie dachte schon daran, den schweren, unheimlichen Schädel fortzuwerfen und sich auf und davon zu machen,als dieser zu sprechen begann und ihr zuraunte:"Beruhige dich undtrage mich nur unbeirrt zu dem Haus, in dem deine Stiefmutter und deine Stiefschwestern leben." Und das tat sie dann auch. Als die böse Stiefmutter und ihre Töchter in jener Nacht einmal aus dem Fenster blickten, sahen sie ein flackerndes Licht zwischen den Bäumen des Waldes einherschwenken, in rätselhaft feuriges Glimmen, das näher und näher kam. Sie wußten nicht, was sie davon halten sollten, denn längst hatten sie Vasalisas lange Abwesenheit damit erklärt, daß sie wohl tot war, und heimlich hatten sie sich darüber gefreut und gemeint, sie ein fürallemal los zu sein. Aber nun war derflackernde Lichtpunkt in ihrem Hof eingekehrt, und da rannten die drei zur Eingangstür und erkannten zu ihrem Entsetzen, daß Vasalisa vihnen das Feuer gebracht und den Schrecken der furchtbaren Baba Yaga überlebt hatte. Scheinheilig dankten sie Vasalisa und gaben zu, daß es ihnen in allder Zeit nicht gelungen war, selbst ein Feuer zu entfachen. Vasalisa zündete das Feuer an und legte sich dann,müde von ihrem langen Weg,zum Schlafen ins Bett. Die Stiefmutter und ihr Töchter rangen die Hände und liefen hierhin und dorthin, um sich heimlich zu beraten und einen neuen Plan auszuhecken, doch der feurige Totenkopf beobachtet jede ihrer Bewegungen und brannte sich in sie ein und ließ sie nirgends zur Ruhe kommen. Und als Vasalisa am nächsten Morgen erwachte,sah sie, daß nur noch ein Häuflein Asche von den dreien übrig war..... (Ein altes, russisches / slawisches Märchen; Ich liebe es!) Die Metamorphosen des Apuleius - Mysterientext der Isis-Mysterien oder ganz normaler Roman?Einleitung
Die Metamorphosen des Apuleius von Madaura[1] sind ein in der Lesart sehr umstrittener Text. Einige lesen diesen Roman, der im 2 Jahrhundert nach Christus entstanden ist, als Mysterientext der Isis-Mysterien. Ihnen voran steht Reinhold Merkelbach[2], der diese Lesart etablierte und ihr wohl stärkster Verfechter ist. Andere wiederum, so wie auch das Ziel dieser Arbeit ist, versuchen Merkelbachs Interpretation zu widerlegen oder zumindest abzuschwächen. Da ich die Merkelbach’sche Lesart abschwächen bzw. widerlegen möchte, ist es erforderlich, dass zuerst ganz grob die „Geschichte“ des Götterpaares Isis und Osiris dargelegt wird. Im Anschluss daran werden verschiedene, für das Ziel der Arbeit und für den antiken Roman in Frage kommende Textarten vorgestellt und anhand einer eigenen Interpretation erörtert, welche dem vorliegenden Text nahe kommt. Doch zunächst soll der Roman sehr kurz im Wesentlichen zusammengefasst werden. Wenn das Ergebnis der Untersuchungen so ausfällt, dass es unwahrscheinlich ist, dass Apuleius einen Mysterientext der Isis-Mysterien hinterlassen hat, so hätte dies einige Auswirkungen auf die heutige Forschung über die Mysterienkulte in der Antike. Viele Wissenschaftler, darunter auch Marion Giebel[3], berufen sich gerade in den ägyptischen Mysterien auf Merkelbach und somit auf die Metamorphosen des Apuleius. I. Die Metamorphosen I.1 Allgemeines zum Roman Es wird hier nur ein sehr knapper Abriss des „goldenen Esels“[4] gegeben. Der Roman besteht aus einer Rahmengeschichte und vielen kleinen Erzählungen. Da von den kleinen Erzählungen nur auf die Amor und Psyche – Geschichte eingegangen wird in den Untersuchungen, wird nur auf diese in der Zusammenfassung eingegangen. Des Weiteren bieten die kleineren Geschichte, die im Rahmen eingebettet sind, immer ein gewisses fore shadowing auf die Rahmenerzählungen oder weisen andere Parallelen zu dieser auf. I.2 Die Rahmenerzählung Die Rahmenerzählung handelt von einem jungen Mann namens Lucius, der nach Thessalien[5] reist. Er ist sehr neugierig und möchte auch etwas über die Magie erfahren. Als Lucius in Hypata ankommt, findet er Unterschlupf bei Milo, einem sehr reichen Mann dessen Frau eine Hexe ist. Lucius beginnt eine Affäre mit Photis, der Magd und Hexendienerin Milos Frau. Diese zeigt Lucius wie sich ihre Herrin in einen Vogel verwandelt. Daraufhin will Lucius dies auch erfahren und wie ein Vogel durch die Lüfte fliegen. Photis vertauscht jedoch in der Aufregung die Zaubermittel und Lucius wird statt zu einem Vogel zu einem Grautier. Photis kennt zwar das Rückverwandlungsmittel, nämlich Rosen, hat es aber nicht zur Hand und so muss Lucius die Nacht über warten bis zum nächsten Tag. Jedoch brechen in der Nacht Räuber in das Haus Milos ein, rauben Milo aus und klauen dabei Lucius in Eselsgestallt. In der Hand der Räuber hört Lucius auch die Amor und Psyche Geschichte. Lucius geht in der Eselsgestallt durch viele verschiedene Hände und hört viele verschiedene Geschichten. In Buch 10 werden seine Aufgaben leichter und es wird somit langsam auf die in Buch 11 erfolgende Erlösung Lucius’ aus seiner Eselsgestallt durch die Göttin Isis, bei einem ihrer Festzüge hingewiesen. I.3 Amor und Psyche Lucius hört, während er bei den Räubern ist, einer alten Räuberdame zu, die gerade einem entführten Mädchen, Charite, die Geschichte von Amor und Psyche zur Beruhigung erzählt. In dem Märchen geht es um die Irrfahrten der schönen Psyche. Psyche ist so schön, dass sie von den Menschen als neue Venus verehrt wird. Dies erzürnt natürlich Venus, die nicht verstehen kann, warum man einem sterblichen Mädchen mehr huldigt als ihr. Daraufhin will Venus, dass Psyche sich in das schrecklichste Ungeheuer verliebt und somit eine gesellschaftlichen Sturz erleidet. Natürlich beauftragt sie damit ihren Sohn Amor, dieser aber verletzt sich mit seinem Pfeil bei der entzückten Betrachtung der Psyche selbst und verliebt sich in sie. Er nimmt sie auf und macht sie zur Geliebten. Psyche aber darf ihren Geliebten nicht sehen und muss ihm versprechen auch niemals nachzuschauen wer er ist. Durch die List ihrer Schwestern jedoch, bricht Psyche ihr versprechen und tut alles, dass sie das Antlitz ihres Geliebten blicken darf. Als sie ihn sieht ist sie so verzückt, dass etwas heißes Lampenöl Amor verletzt. Dieser ist von Psyche enttäuscht und entflieht ihr. Venus wird von dem Verhältnis unterrichtet und tobt. Sie hält ihren Sohn gefangen und jagt die arme Psyche durch die ganze Welt. Psyche stellt sich am Ende der Venus und bekommt von ihr eigentlich schier unlösbare Aufgaben gestellt. Psyche meistert sie, weil ihr die ganze Welt dabei hilft. Nur bei der letzten Aufgabe scheitert sie, aber Amor rettet sie und durch das Urteil Jupiters werden Psyche und Amor verheiratet. II. Isis und Osiris Isis ist die Tochter von der Himmelsgöttin Geb und dem Erdgott Nut, schon um 2300 v. Chr. war sie eine der wichtigsten ägyptischen Gottheiten.[6] Da Isis in der Zeit des Reiches der Ptolemäer zur beliebtesten Göttin aufstieg, kam es „dazu, dass sie die Attribute und Eigenschaften anderer Göttinnen an sich zog“[7] So zum Beispiel wird sie mit dem Kuhgehörn und der Sonnenscheibe der Hathor abgebildet. Hathor war eine typische Frauengöttin. Sie war Himmelsgöttin und Liebesgöttin. Da Isis sich allerdings ihren Attributen und somit ihren Aufgabenbereich einverleibte, wurde sie zu Isis-Sothis. Nun war Isis eine Gestirnsgöttin, die das jährliche Übertreten des Nils verursachte.[8] Sie ist Gattin des Osiris und Mutter des Horus. Ihr werden große heilende und magische Kräfte zu gesprochen und aus den Titeln aus Anrufungen „geht jedoch hervor, dass sie ursprünglich eine Urgöttin und Allmutter war, eine große Mutter der Götter und der Schöpfung“[9]. Osiris, Isis’ Bruder, steht für Fruchtbarkeit und das Wasser, somit ist er das Gegenteils seine Bruders Seth, der für die Dürre und die Wüste steht.[10] Nach seinem Tod wird er der Herrscher der Unterwelt. Laut Mythos regierte Osiris als Pharao über Ägypten und bereiste „als Kulturbringer alle Gaue des Landes“[11] und lehrte die Menschen den Ackerbau und das Leben in der Gesellschaft. Isis übernahm, während der Reise des Osiris, die Regierung. Nachdem Osiris von einer solchen Reise zurückkehrte veranstaltete Seth ein Festmahl zu dem er Osiris einlud. Er fertigte eine kostbare Truhe, die der Gast geschenkt bekam, der genau in sie passte. Osiris legte sich hinein und Seth nagelte die Truhe zu. Er ließ sie von seiner Meute in den Nil tragen und sie hineinwerfen. Somit für die Truhe, nun Osiris’ Sarg, durch den Nil bis ins Mittelmeer und an die Küste Phöniziens. Als Isis von dem Tod Osiris erfährt irrt sie trauernd umher um ihren Mann zu finden. Ihr Helfer ist dabei Anubis, der schackalköpfige Totengott. Isis weint so stark, dass der Nil ansteigt und seit diesem Tage, soll sich die „alljaährliche Nilflut ereignen“[12] Isis findet Osiris und will ihn zurück nach Ägypten bringen, aber Seth findet Isis und raubt ihr Osiris’ Leiche, zerstückelt ihn und verstreut die Teile in alle Richtungen. So muss Isis wieder auf die Suche nach ihrem Gemahl gehen. Sie findet alle Teile, setzt sie zusammen und belebt Osiris wieder, sie fächert ihm heilenden Wind zu und gibt ihm vom Nilwasser, dem Wasser des Lebens, zu trinken. So wiederbelebt ist Osiris für kurze Zeit in der Lage mit Isis einen Sohn zu zeugen – Horus. Osiris wird nun zum Gott der Unterwelt. III. Textformen und Grundlegende Definitionen III.1 Die Aretalogie Die Aretalogie ist eine Geschichte über die Wundertaten einer Gottheit[13]. Sie zeigt wie die Gottheit, zu der die Aretalogie gehört, das Schlechte erfolgreich bekämpft und zeigt allen, wie besonders diese Gottheit ist. Sie hat sozusagen die Funktion einer Missionierung an Jüngern für den Glauben. Des Weiteren beziehen sie sich auf Menschen, die in einer Lebenskrise sind und in dieser glauben, ein besonderes Objekt einer Gottheit geworden zu sein[14]. Weiterhin erhebt die Aretalogie den Anspruch in der realen Welt zu spielen. Eine Aretalogie hat, laut Merkelbach[15], sechs Merkmale:
III.2 Der Roman Ein Roman ist eine fiktionale Geschichte. Er, und vor allem so auch der antike Roman, sind Produkte ihrer Zeit. Der antike Roman kam erst in der Zeit der zweiten Sophistik auf, in ihm werden somit „deren Symptome in psychologischer, pathologischer und ideologischer Hinsicht ebenso wie die damals dominierenden Tendenzen zu extremer Ausweitung des geographischen und ethnologischen Horizonts in Richtung auf alle möglichen Exotismen, auf die Bekanntschaft mit den Phänomenen des phantastischen, Wunderbaren, Ungewöhnlichen, auf den Kontakt mit der Sphäre des Übernatürlichen, Okkulten, Paradoxen, Undurchschaubaren, wo das Gefühl der Anheimgegebenheit an ein unerbittlich waltendes Schicksal mit dem Bedürfnis der Zuflucht zu den irrationalen Geheimnissen der Magie und des Mysteriums“[17]. Der Roman beansprucht, wie die Aretalogie ebenfalls, in der realen Welt zu spielen[18]. Da der antike Roman ein Produkt seiner Zeit ist und somit sich natürlich auch mit den Mysterien beschäftigt, beinhaltet der antike Roman laut Merkelbach alle sechs Merkmale einer Aretalogie.[19] 1. Xenophons Ephesiastika wird im Tempel der Artemis in Ephesos aufbewahrt, wie eine Aretalogie auch. 2. Der Roman wird öffentlich verlesen und dient dazu Anhänger für sein Thema zu finden. In den Metamorphosen in Buch zehn und elf für die Gottheit Isis. 3. Auch im Roman wird sich für ein von Gott gegebenes Geschenk bedankt. Zum Beispiel wenn in Xenophons Epesiastika Anthia und Habrockomes sich „nach langer Trennung vor dem Isis Tempel auf Rhodos“[20] treffen, dann brechen die Bewohner Rhodos’ in Freudenschreie aus und bedanken sich bei Isis mit Lobpreisungen ihrer. 4. Im Roman bewundern die Menschenmengen ebenfalls die Wundertaten der Götter. Auch hier kann das Beispiel der Rückverwandlung Lucius’ angeführt werden, da in diesem Fall davon ausgegangen wird, dass der Roman auch wirklich ein Roman ist. Während im Abschnitt über die Aretalogie davon ausgegangen werden musste, dass der Roman eine Aretalogie ist. 5. Es finden auch in den Romanen wundersame Heilungen statt. In den Metamorphosen sind gleich zwei Stellen der wundersamen Heilung: einmal, wo Lucius vom Esel wieder zum Menschen „geheilt“ wird und dann natürlich wieder Amors plötzliche wundersame Heilung, die ihn dazu befähigt seine geliebte Psyche zu retten - und auch wundersam zu heilen. 6. Im letzten Punkt geht es um Bekenntnisse. Eine Aretalogie kann, wie schon besprochen wurde, ein Bekenntnis sein. So kommt ein Bekenntnis auf etwas, z.B. eine Gottheit, und die anschließende Änderung des Lebensstils auch im antiken Roman oft vor. Lucius wird von Isis durch seine Sünde befreit und beginnt ein neues Leben[21]. III.3 Roman - Aretalogie oder Mysterientext? Was sind die Metamorphosen eigentlich für ein Text? Eine Aretalogie, oder ein einfacher Roman oder doch ein Mysterientext? Das Problem der Fragestellung wird sich aus den folgenden Überlegungen ergeben. Wenn nun der antike Roman oftmals die Inhalte der Aretalogien aufgreift und diese weiterverbreitet, die Aretalogien im Grunde auch eigentlich Mysterientexte sind, dann läge es nah, dass ein Roman ebenfalls ein Mysterientext ist. Dies kann jedoch nicht möglich sein, denn sonst müsste jeder Roman als Mysterientext gelesen werden und moderne Romane wie Harry Potter oder Star War ebenfalls, da sie Spiegel der Zeit sind und die „Sparte“ Esoterik und Magie, sowie alte Religionen wieder auflebt. Romane sind künstliche Werke, die, wie oben beschrieben, ein Spiegel ihrer Zeit sind und somit Mysterientextinhalte oder Inhalte von Aretalogien in sich aufnehmen, diese aber vielleicht abändern oder nur sehr fade und entschlackt wiedergeben. Durch die im zweiten Jahrhundert aufkommenden Mysterienkulte ist somit diese Argumentation, dass der antike Roman ein Mysterientext ist, weil er Inhalte der Aretalogien aufnimmt, nicht standhaft. Und das lesen des Romans als Mysterientext ist nicht legitimiert. Um genauer auf das Problem eingehen zu können, muss man sich über die Bedeutung des Wortes „Mysterium“im Klaren sein. Mysterium kommt vom griechischen Wort mysterion. Es bedeutet im eigentlichen Sinne „Geheimnis“. Dieses Geheimnis jedoch hat den speziellen „Charakter einer geheimen Arkandisziplin, die im Unterschied zum allgemeinen und offiziösen Religionsvollzug die Trennung von Eingeweihten und Nichteingeweihten betonte und auf Bewahrung der Kultgeheimnisse großen Wert legte“[22]. Burkert drückt es laut Roger Beck so aus „Mysterien sind Initiationsrituale mit einem freiwilligen, persönlichen und geheimen Charakter, der das Ziel hat, die Einstellung durch die Erfahrung mit dem Heiligen zu ändern“[23]. Es wird bei beiden Definitionen deutlich, wie persönlich ein Mysterium für den einzelnen Menschen ist und wie wenig die Uneingeweihten doch wissen. Die Definitionen helfen auch zu erahnen, was wohl in heidnischen Mysterientexten gestanden haben mag. Es sind nämlich, was ebenfalls wichtig für die Fragestellung ist, keine heidnischen Mysterientexte erhalten. Die einzigen Mysterientexte die erhalten sind, sind christliche bzw. die der drei großen abrahamitschen Religionen[24], da diese „Buchreligionen“ sind, was das Heidentum nicht war. Des Weiteren spricht gegen den Roman als Mysterientext ein einfacher Anspruch, den beide Texte stellen: ein Mysterientext erhebt den Anspruch in seiner eigenen göttlichen Dimension zu spielen, mit eigener Zeit und eigener Realität, während Romane jedoch den Anspruch erheben in der realen Welt zu spielen.[25] Dennoch, Merkelbach vertritt die Ansicht, dass der Roman nicht aus den Mysterien entstanden ist, sondern dass er dazu gehört. Würde dies stimmen, wäre die Lesart als Mysterientext legitimiert. Da aber herausgefunden wurde, dass der Roman kein Mysterientext sein kann aufgrund der oben dargelegten Tatsachen, ist diese Aussage sehr kritisch zu betrachten. Der Roman kann nur Mysterieninhalte auf greifen ist aber kein Mysterientext. III.3.1Anwendung auf die Metamorphosen Wenn man sich auf Burkarts und Fauths Definitionen bezieht, müssen die Metamorphosen irgendwo zwischen Roman und Mysterientext eingeordnet werden. Lucius durchlebt als Esel einige Abenteuer bis er initiiert wird. Laut Merkelbach[26] sollen seine Strapazen die Irrfahrten seiner Göttin Isis darstellen. Doch was sucht Lucius? Seinen Gatten? Das wird er wohl nicht tun, da er keinen hat und so kann er Isis dort auch nicht nacheifern. Isis? Nein, Er sucht höchstens Rosen zur Rückverwandlung. Lucius ist vom Anfang der Geschichte nicht klar wonach er sucht. Und für eine Initiation ist es sehr untypisch, da einem von Anfang an die Gottheit, der man dient, bekannt ist[27]. Somit würde Lucius’ Initiationsreise und auch Initiation erst nach der Begegnung Isis’ im Traum bzw. erst nach seiner Rückverwandlung beginnen. Nur Buch elf der Metamorphosen könnte von Mysterien beeinflusst sein. Denn erst in diesem Buch wird Lucius initiiert. Dies zeigt, dass höchstens Buch elf einen Mysterientext beinhaltet. Dennoch ist auch dies nicht haltbar, denn Lucius erzählt nur das er initiiert wurde und wie es in etwas geschieht, dies aber auch nicht vollkommen. So gibt es in der Rahmenerzählung keinen Platz mehr für irgendwelche Mysterien-Spekulationen und es zeigt, dass zumindest in der Rahmenhandlung kein Mysterientext vorliegt. Das Offensichtliche, was zum Mysterienkult der Isis ausgesagt wird, könnte genauso gut eine Reportage der Bildzeitung[28] sein oder aber der Bericht eines Touristen in Rom über eine katholische Prozession. Man kann in der Rahmenerzählung höchstens Inhalte der Aretalogie wieder finden. Wie zum Beispiel die schon erwähnte wundersame Heilung des Lucius vom Esel zum Menschen. Diese Vermutung liegt nahe, dass die Metamorphosen eine Aretalogie sein könnten. Dennoch muss man auch hier vorsichtig sein. Isis scheint zwar den Esel zurück in einen Menschen zu verwandeln, aber dies ist dennoch nicht richtig. Denn sie lässt Lucius nur das Rückverwandlungsmittel zukommen[29]. Da Isis aber wie wir wissen im Mythos als sehr Zauberkräftig und Heilkundig beschrieben wird, reicht es nicht aus um eine göttliche Wundertat zu sein. Denn sie hätte ihn dann ohne das Hilfsmittel Rosen wieder zurückverwandeln können. Da sie dies aber nicht getan hat und dadurch auch keine Wundertat vollbracht worden ist, kann man zum einen sagen, dass das Element der Aretalogie nicht vorhanden ist und zum andern kann man vermuten, dass Isis hier unter der Zauberkraft der Hexen stünde. Des Weiteren wäre Lucius auch ohne sie an die Rosen gekommen, denn es war Frühling und überall blühten die Blumen. Auch die Diana Statue im Haus der Tante Lucius wird von Merkelbach als Isis gesehen. Dennoch kann „die Intention des Autors, dass er Diana zu Isis macht, nicht belegt werden“[30]. Selbst die Aufzählungen der Gottheiten, die Isis beansprucht zu sein, reichen nicht als Beleg dafür aus. Und was noch wichtiger ist: Welchen Bezug hat Diana zu Isis? Beide verlieren ihren Begleiter. Aber Actaeon war nicht einmal Dianas Geliebter, er wurde für seine Neugierde bestraft. Osiris, der sogar Gatte der Isis war, wird für nichts bestraft, ihm widerfährt nur Übel von seinem Bruder ausgehend. Somit gibt es keinen Verbindungspunkt der beiden Göttinnen und man kann die Statue der Diana und des Actaeon nur als foreshadowing auf die Verwandlung Lucius’ sehen. Dennoch hat Apuleius in seine Metamorphosen, wie Merkelbach schon schrieb, einige Beispiele aus Aretalogien aufgenommen. So ist das Merkmal des Bekenntnisses in den Metamorphosen vorhanden. Denn Lucius bekennt sich zu einem jünger der Isis und vollführt einen Lebenswandel[31]. Auch die kleineren Geschichten die innerhalb der Rahmenhandlung erzählt werden sind im Großteil nicht als Mysterientext lesbar. Dennoch gibt es eine Ausnahme: Die Amor und Psyche Geschichte. Diesen Text kann sowohl als Aretalogie als auch als Mysterientext gelesen werden. Es sind alle Merkmale eines Mysterienspiels vorhanden: Am Anfang spielt die Amor und Psyche Geschichte in der realen Welt, dies wird durch den Satz „In einer Stadt gab es mal einen König und eine Königin […]“[32]deutlich ausgedrückt. Die Stadt ist gewiss, somit bekannt und dadurch in der realen Welt anzusiedeln. Aus dieser realen Welt wird Psyche verdrängt und wird in die göttliche Dimension geführt. Dort findet sie sich in einem „ anmutigen Lustwald, wo unzählige Geschlechter der herrlichsten Bäume ihre Schatten ausbreiten“ wieder und wo „eine Quelle glänzender als Kristall[…] sanft rauschend vom Felsen herabstürzt und über sich leichten Silbernebel bildet, steigt auf grünen Ufer ein Palast hervor, nicht durch Menschenhand und Kunst erbaut“[33] wieder. Wenn man sich die Szenerie genau anschaut, bemerkt man, dass sie nicht von dieser Welt sein kann. Es wird ein Locus Amoenus beschrieben – ein vollkommen schöner, lieblicher Ort, der nicht auf der Erde sein kann. Ein weiterer Punkt, der auf eine göttliche Dimension hinweist, ist das ständig vorhandene Wasser. Das Wasser ist ein Zeichen der Transzendenz zu anderen Ebenen. Es ist ein Tor durch das man gehen kann. So ist auch der Nebel zu verstehen. Psyche schreitet durch den Nebel in die andere Welt, geht über den Bach, der die Grenze darstellt. Und das wohl deutlichste Indiz für die göttliche Dimension ist der „nicht von Menschenhand und Kunst“ erbaute Lusttempel Amors. Der Wechsel zwischen den Welten im Amor und Psyche Märchen ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Psyche wird nämlich aus ihrem Paradies vertrieben und muss wieder zurück in die reale Welt, dafür stürzt sie sich, wie könnte es auch anders sein, in den nahe liegenden Fluss[34]. Auch hier dient das Wasser wieder als Tor zu einer anderen Welt – zur realen. Psyche wird zwar angeschwemmt und bekommt vom Gott Pan Hilfestellung, aber dies zeigt nur, dass die Götter auch in die reale Welt eingreifen können. Dass Psyche nun aber wieder vollkommen in der realen Welt ist, zeigt der Satz „[…] als sie bei des Tages Neige[…] zu einer Stadt kommt, in der der Gemahl einer ihrer Schwestern seinen königlichen Sitz hatte.“[35] Den Dimensionswechseln nicht genug kommt ein dritter noch hinzu: Psyche geht wieder in die göttliche Dimension zurück. Sie geht bist zu Venus Tür, die definitiv ihren Sitz in der anderen Dimension hat[36]. Doch was sollte diese Hervorhebung der Dimensionswechsel für die Untersuchung bedeuten? Die Relevanz dieser Hervorhebung und Verdeutlichung der Wechsel liegt darin, dass der weltliche Teil als Aretalogie, der göttlich-dimensionale Teil aber als Mysterientext gesehen werden kann. Und so ist es auch: Psyche durchlebt im Gegensatz zu Lucius wirklich eine Initiationsfahrt. Psyche weiß von Anfang an welcher Gottheit sie huldigt. Sie huldigt Venus, zu deren Abbild sie geworden. Da sie aber nicht eingeweiht ist, wirkt sie nach außen hin wie eine Göttin und wird dadurch angebetet, was zum erzürnen ihrer Göttin führt[37]. Sie geht den harten Weg zu ihrer Göttin, der über Eros führt. Letztendlich sucht sie nicht nur Venus um diese wieder wohl gesonnen zu stimmen, nein, sie sucht auch Eros, um weiter in die Mysterien ihrer Gottheit eindringen zu können, und wird für ihren langen Weg und die Strapazen mit der Initiation, und somit mit einem engeren Verhältnis zu ihrer Gottheit, belohnt. Psyche wird durch die Initiation unsterblich[38], aber um dies zu werden, muss sie erst „sterben“. Das heißt nicht, dass ein körperlicher Tod eintreten muss, sondern es wird eine radikale geistige Veränderung des Initianden gefordert. Das heißt, ein alter Weg wird zerstört, damit ein neuer aufgetan werden kann. Bei Psyche wird es mit dem Gang in die Unterwelt zu Proserpina deutlich gemacht[39]. Bei Proserpina soll Psyche für Venus eine Schatulle abholen in der angeblich göttliche Schönheit enthalten ist. Psyche nichts ahnend öffnet nach der nahen Vollendung die Schatulle und fällt in einen stygischen Schlaf aus dem sie von Amor wieder erweckt wird. Dies zeigt, dass ein Mensch, selbst nach seiner Initiation nicht vollkommen ist und immer auf die Hilfe der Götter angewiesen ist, die sie dem Initiierten auch immer geben werden. Wir können also sagen, dass die Amor und Psyche Geschichte sowohl Mysterientext als auch Aretalogie ist. Aretalogie vor allem, da die göttlichen Wundertaten, die Psyche immer in die göttliche Dimension tragen, Einfluss auf die reale Welt haben. Allein die Funktion des göttlichen Windes, der Sowohl Psyche als auch ihre Schwestern in Buch vier in die göttliche Dimension zum Schloss tragen, ist eine Wundertat. Dies wird besonders deutlich, wenn der Wind nicht mehr von dem Gott wohlwollend gelenkt wird und Psyche Rache an ihren Schwestern übt: der Wind fängt die Schwestern, die in der Hoffnung sind Gemahlinnen des Amors zu werden, nicht mehr auf und sie zerschellen an den steilen Felsen der Schlucht[40]. Doch ist der Text auch ein Isis Mythos? Merkelbach sieht in allen weiblichen Protagonisten Isis. Auch in der Amor und Psyche Geschichte. Er argumentiert mit dem Synkretismus, der in der damaligen Zeit aufkam. So glaubt er, dass Io, die eine Irrfahrt nach Ägypten machen musste, Isis ist, da Isis auch Irrfahrten durchlebte. Io soll aber auch Psyche sein, denn Psyche erlebt auch Irrfahrten, somit wäre Psyche ebenfalls Isis.[41] Merkelbach vertritt auch die Meinung, dass Venus Isis ist, und Demeter Isis und Hera ebenfalls.[42] Er begründet es zwar damit, dass Isis in einem Relief als zwei Personen dargestellt ist um die Facetten dieser zu verdeutlichen, aber dennoch ist es in Anbetracht der Tatsache, dass sich die Göttin selber quälen würde, nicht annehmbar. Es ist „unglaubwürdig, dass Apuleius“[43] an diese Entsprechungen gedacht hat. Wenn Merkelbach Amor als Horus sieht, so scheint es im ersten Moment schlüssig, da er ja Venus als Isis sieht und sie Amors Mutter ist. Wenn man nun aber überlegt, das Psyche ja auch Isis ist und diese nach ihrem Mann sucht, so würde man erwarten, dass Amor Osiris ist[44] und nicht Horus. „ Auch ist Horus nicht einfach ein Sonnengott, auch wenn er sicherlich einen solaren Aspekt hat. Wenn Amor Psyche bei Tagesanbruch verlässt, was eine natürliche Zeit für einen Liebhaber ist die Geliebte zu verlassen und es gibt kein Grund sich auf eine göttliche solare Ähnlichkeit zu beziehen“[45]. Wie man also sieht, sind auch im Amor und Psyche Märchen keine Isis-Mysterien enthalten. IV. Fazit Wie also festgestellt werden konnte, ist der „goldene Esel“ keines Falles ein Mysterientext. Er weist Ansätze davon auf, die aber nicht ausgeführt werden. Die einzige Episode, die als Mysterientext bezeichnet werden könnte, ist die Amor und Psyche Geschichte. Denn in dieser Geschichte werden die Merkmale eines Mysterienspiels zeitweise eingehalten. Dennoch ist die Amor und Psyche Geschichte im Großen und Ganzen eher als eine Aretalogie zu sehen. Weder Mysterientext, noch Aretalogie jedoch, sind auf die Isis-Mysterien bezogen. Der Roman war einfach ein Spiegel seiner Zeit, der natürlich alle aufkommenden Strömungen dieser in sich aufnahm. So zum Beispiel die aufkommenden Mysterienkulte, ganz voran der Isis Kult. Dieser Kult war damals in sofern „modern“, da er eine Erlösungsreligion war und durch das ptolemäische Ägypten eine Hellenisierung durchgemacht hatte und so synkretisch wurde. Das Problem, das sich jedoch dadurch ergibt ist, dass diese fremde ägyptische Religion in ein Pantheon integriert wurde, das eigentlich nicht kompatibel mit dem ägyptischen war und somit von dieser monotheistischen Strömung, die im Sykretismus zu erkennen ist, langsam aufgefressen wurde. Man kann sogar sagen, dass dieser Synkretismus dem Christentum den Weg geebnet hat und durch diesen also das Heidentum vollend verdrängt wurde. In den ersten zwei Jahrhunderten nach Christus wurde noch von Seiten der römischen Kaiser versucht, diesen „unrömischen“ Kulten entgegen zuwirken, was jedoch misslang. Calligula war der erste Kaiser, der den Isis Kult dann öffentlich anerkannte und Isis einen Tempel schenkte. Da bekannt ist, dass die Glatzköpfe im alten Rom oftmals Ausdruck von Komödien oder Objekt des Spottes waren, können die Metamorphosen, zumindest Buch elf, sogar als Spott auf den Isis Kult gesehen werden. Weil es auch in der Zeit der versuchten Eindämmung dieser Kulte geschrieben wurde. Was auch immer die Metamorphosen des Apuleius von Madaura sein mögen, sie sind mit Sicherheit kein Mysterientext der Isis. Der religiöse Gehalt des Wortes mysterion hat sich „ dann in späterer Zeit auf unterschiedliche Objekte ausgedehnt“[46], so kann es zwar auch auf die Funktion der Metamorphosen angewendet werden, aber vor allem auf die Merkelbach’sche Lesart der Metamorphosen als Mysterientest – sie ist ein Mysterion. [1] Madaura ist eine Stadt in Nordafrika und Apuleius’ Herkunftsort. Er wuchs aber in Karthago auf. (siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Apuleius 13.09.2007; 10.25h ) [2] Merkelbach, R. : Roman und Mysterium in der Antike; München 1962 [3] Giebel, M. : Das Geheimnis der Mysterien – Antike Kulte in Griechenland, Rom und Ägypten; 1990 Zürich und München [4] Anderer Name für die Metamorphosen des Apueleius [5] Thessalien wird als die Hexen-Region überhaupt in der Antike gesehen. Gerade auch, weil sich die „Mutter“ aller Hexen, Medea dort ansiedelte. [6] Bönisch, B. : Antike Mysterienkulte Unterwegs auf einer Religions- und Kultur- soziologischen Reise zu den Tiefen menschlicher Existenz ; Tüßling-Heiligenstadt/Passau 2000; S. 125 [7] Giebel, M. : Das Geheimnis der Mysterien – Antike Kulte in Griechenland, Rom und Ägypten; 1990 Zürich und München; S.157 [8] S. Giebel; Seite 158 [9] S. Giebel; Seite 149 [10] Kloft, H. : Mysterienkulte der Antike: Götter – Menschen-Ritual; München 1999 S. 42 [11] S. Giebel; Seite 149 [12] S. Giebel; S. 150 [13] Beck, R. : Mystery Religions, Aretalogy and the Ancient Novel“ In : G. Schmeling: The Novel in the ancient World; [14] S. Beck; S. 138 [15] Merkelbach, R. : Novel and Aretalogy; In: J.Tatum : The Search fort he Ancient Novel; Baltimore/London 1994 [16] Metamorphosen des Apuleius; XI, 13 [17] Fauth,W. : Magie und Mysterium in den Metamorphosen des Apuleius; In E. Dassman et al. ; Chartulae: Festschrift für Wolfgang Speyer; München 1998; S. 131 [18] S. Beck; S.136 [19] S. Merkelbach, R. : Novel and Aretalogy [20] S. Merkelbach, R. : Novel and Aretalogy; S. 286 [21] Apuleius Metamorphosen; XI 19.1 „adfatis itaque ex officio singulis narratisque meis propere et pristinis aerumis et praesentibus gaudiis” [22] S. Kloft, H.; S. 7 [23] S. Beck, R. ; S.133 [24] Das Judentum, das Christentum und der Islam sind die drei abrahmitischen Religionen. [25] S. Beck, R. ; S. 136 [26] Merkelbach, R. : Roman und Mysterium in der Antike; München 1962 [27] www.nebelwaelder.de => Rituale => Weihe; 18.09.2007; 15.03h; www.hexenpfad.de/hexenglaube/priesterschaft.php 18.09.07; 17.33h [28] Bildzeitung= Yellowpress Der Panegyricus des Jahres 313 Einleitung
Konstantin der Große wird von vielen Menschen als eine Art christlicher Held angesehen, der dem Christentum zum großen „Durchbruch“ verholfen hat. Die Legende von einem Traum, in welchem dem damaligen Augustus[1] das göttliche Zeichen erschienen sein soll[2], „transversa X littera, summo capite circumflexo“[3] und er es daraufhin auf den Schilden befestigen ließ, um gegen den heidnischen Maxentius zu siegen, bestärkt diese in ihrer Vermutung, dass Konstantin schon zu dem damaligen Zeitpunkt ein Christ gewesen sein soll. Doch war Konstantin damals wirklich schon ein Christ? Oder nutzte er nur den Christengott, weil er sich in der Schlacht dann auch wirklich bewährte? Ich möchte auf diese Sachverhalte durch eine Analyse das Panegyricus 9 (12) von 313 weiter eingehen. Durch die Beantwortung der folgenden Leitfragen, möchte ich versuchen, die oben gestellten Fragen zu beantworten. ð Wann wurde der Panegyricus gehalten? ð Wo wurde er gehalten? ð Welche religiöse Ausrichtung hatte der Panegyrist und in wieweit war er vom Kaiser abhängig? ð Zu welcher Gelegenheit wurde der Panegyricus gehalten? ð Welche Bedeutung hat das Schweigen über den Namen des Gottes Konstantins? ð Gibt es in dem Panegyricus Anzeichen für einen Umschwung in der religiösen Haltung Konstantins? Um meine Ausführungen leichter verständlich zu machen, möchte ich zuerst einige allgemeine Informationen zu Panegyrici geben und dann die Quelle in den Historischen Kontext einordnen. I.1 Allgemeine Informationen über Panegyrici Ein Panegyricus (von griech.: Panegyrikos) ist eine Lob- bzw. Festrede[4], die zu besonderen Anlässen ( wie zum Beispiel Herrschaftsjubiläen, Triumphzügen, Adventus etc. ) gehalten wurde. Im Imperium Romanum wurde ein Panegyricus jedoch zur Verherrlichung der römischen Kaiser gebraucht[5]. Weiterhin war der Panegyricus ein Propagandamittel, welches die Politik des Kaisers, der in dem Panegyricus besungen wurde, reflektieren sollte[6]. Durch die Einsetzung als Propagandamittel ist es einfach zu erschließen, dass der Kaiser immer starken Einfluss auf den Panegyristen und den Inhalt des Panegyricus hatte. Somit kann man hier schon einmal festhalten, dass unser Panegyrist stark abhängig vom Kaiser war. I.2 Einordnung der Quelle in Den Historischen Kontext Wenn wir eine Quelle in einem historischen Kontext einordnen wollen, müssen wir erst einmal den Entstehungszeitraum dieser Quelle beachten, bzw. in unserem speziellen Fall wissen, wann unser Panegyricus gehalten worden ist. Das Panegyricus 9 (12) wurde 313 in Trier, der Hauptstadt für das nord-westliche Viertel des Römischen Reiches, zu Konstantins adventus gehalten. Was aber geschah, dass Konstantin so lange aus Trier entfernt war, dass es einen adventus gab? Und auf welches Ereignis bezieht sich der Inhalt (2,4 -5; und 4,1) des Panegyricus? Der Panegyricus bezieht sich auf die Schlacht bei der milvischen Brücke (28.10.312) gegen Maxentius, da der Panegyrist nicht von den traditionellen Göttern Roms als Schlachtenhelfer spricht, sondern nur von einer „divinus numen“[7] und wir durch Laktanz von der Verwendung einer anderen Gottheit für diese Schlacht – nämlich des Christengottes - benachrichtigt wurden[8]. Wobei es ganz im Fordergrund natürlich um den Gott Konstantins geht. Weiterhin spricht der unmittelbare zeitliche Rahmen dafür, weil Konstantin Maxentius an der milvischen Brücke Ende des Jahres 312 besiegte und der Panegyricus 313 gehalten wurde. Wie aber konnte es zu dieser Schlacht kommen? Seit Beginn der Völkerwanderung wurde das Römische Reich durch Einfälle von Germanen geschwächt, auch konnten sich die Kaiser zu dieser Zeit nicht mehr lange durch viele Usurpationen halten[9]. Diokletian war der erste, der ein funktionierendes Mehrherrschaftssystem etablierte[10]. Das System bestand aus zwei Augusti und zwei Caesares. Wobei die Augusti die Kaiser waren, die „nach einer Regierungszeit von zwanzig Jahren freiwillig abdanken“[11] sollten (d.h. zehn Jahre als Caesar und zehn Jahre als Augustus geherrscht haben), ihre Caesares, die bis dahin zehn Jahre mitregierten, zu Augusti erheben und dann wiederum neue Caesares bestimmen sollten.[12] Während die Caesares ihre Nachfolger waren. Diokletian herrschte mit Maximian bis 305[13], ihre Caesares und die Augusti ab 305 waren Constantius Chlorus und Galerius Maximianus. Das Reich wurde somit in zwei Hälften in der Herrschaft „aufgeteilt“. Diokletian verwaltete den Osten des Reiches und Galerius stand ihm als Caesar zur Seite, Maximian übernahm die westliche Hälfte des Reiches mit seinem Caesaren Constantius. Des Weiteren möchte ich hier noch die Verknüpfung der Tetrarchie mit den „fiktiven Familien göttlichen Ursprungs“[14] erwähnen, da sie für die Quelleninterpretation von Belang ist. Beim Eintritt in die Tetrarchie wurde man in die Familie der Jovier oder in die Familie der Herculier aufgenommen. Damit beanspruchte die Tetrarchie in meinen Augen eine göttliche Legitimität. Jovier nannten sich die Regenten im Osten und Herculier waren die Regenten des Reiches im Westen. Nachdem nun Diokletian und Maximian 305 abdankten und Constantius Chlorus der Augustus im Westen und Galerius der Augustus im Osten des Reiches geworden waren und der Sohn Constantius’ – nämlich Konstantin – und der Sohn Maximians – nämlich Maxentius – bei der Wahl der Cesares systemkonform übergangen worden waren[15], weil Severus (im Westen) und Maximinus Daia (im Osten) zu Caesares ernannt worden waren, starb Constantius Chlorus für das System am 25. Juli 306 in Eboracum[16] (heutiges York) zu früh. Konstantin wurde noch am selben Tag von den Soldaten seines Vaters zum Augustus erhoben[17]. Da dies nicht im System vorgesehen war, kann man Konstantins plötzliche Machterhaltung als Usurpation ansehen. Damit wäre dies wieder ein „Rückfall in die Geschichte der Militärrevolten und anarchischen Eigenmächtigkeiten des dritten Jahrhunderts.“[18] Statt den Usurpator Konstantin jedoch mit einer militärischen Auseinandersetzung zu vernichten, entschied sich Galerius für eine „Reparatur“ der Tetrarchie und erkannte Konstantin als Caesar, nicht aber als Augustus an. Augustus wurde wie vorgesehen Severus, der nun den Westen des Reiches verwalten sollte. Zwar fand Konstantin als „nobilissimus Caesar“ seinen Platz in der Tetrarchie und nicht neben ihr, dennoch konnte er sich niemals mit der Rolle des Herculius identifizieren[19]. Man kann sagen, dass die Tetrarchie seit Konstantins Eintritt sehr zu wanken begann. Denn er war Vorbild für Maximians Sohn Maxentius, der in Rom am 28.Oktober 306 usurpierte. Im Gegensatz zu Konstantins Erhebung, usurpierte Maxentius im Kernland des Augustus Severus, während Konstantin nur erhoben wurde, weil es plötzlich eine freie Stelle in der Tetrarchie gab[20]. Es blieb also keine andere Wahl, als dass Severus 307 militärisch einschritt. Dieser scheiterte jedoch und musste nach Ravenna fliehen, wo er abdanken musste. Er starb 307 nach einer Festnahme in der Nähe von Rom. Eigentlich hätte nun Konstantin als Augustus nachrücken müssen, jedoch war die die Ordnung der Maßen gestört, dass Diokletian in Carnuntum eine Konferenz im November 308 einberief um die Ordnung der vierten und somit letzten Tetrarchie wieder herzustellen. Konstantin wurde wiederum zum Caesarabgestuft und statt ihm wurde der Offizier Licinius Augustus des Westens. Dennoch sollte die Tetrarchie langsam auseinander fallen. 310 kam es dann dazu, dass es plötzlich vier legitime Augusti gab, da Konstantin und Maximinus Daia nachrückten[21]. Somit war das „Projekt“ Tetrarchie gescheitert. Im April 311 erließ Galerius sein Toleranz Edikt für die Christen und verstarb kurz darauf. 311 gab es also noch drei Augusti: Licinius, Maximinus Daia und Konstantin und einen Usurpator – Maxentius. Maxentius wurde durch Konstantin, weil er in dessen Reichshälfte usurpiert hatte, am 28.10.312 in der Schlacht an der milvischen Brücke beseitigt. Dies ist auch die Schlacht, in der Konstantin, ein römischer Herrscher, zum ersten Mal das Zeichen des Christengottes auf das Feld führte[22] und die zu der „Konstantinischen Wende“ führte, welche als Durchbruch des Christentums gesehen wird. Um von dieser sprechen zu können, muss man als Auslöser für die konstantinische Wende diese Schlacht sehen[23]. Zusammenfassend bis hierher kann man sagen, dass die Gründe, warum es zu dieser Schlacht geführt hat, viele sind. Einige der Hauptgründe sind: der Zerfall der Tetrarchie, Konstantins Usurpation im Westen, die als ein Vorbild für weitere Usurpationen, wie für die des Maxentius, diente und natürlich das Scheitern des Severus bei dem Versuch Maxentius die gestohlene Macht wieder zu entreißen. Daraufhin findet auch der im Panegyricus erwähnte Einzug in Rom am 29.10.312 statt, an dessen Höhepunkt Konstantin nicht wie gewöhnlich Jupiter, dem höchsten römischen Gott opferte. Doch warum zog Konstantin nicht direkt wieder nach Trier? Warum blieb er seiner Hauptstadt solange fern? Konstantin musste einige Zeit in Italien und auch besonders in Rom bleiben, um seine Herrschaft zu etablieren. Nach einiger Zeit traf er sich 313 in Mailand mit Licinius, dem er vorher für ein Bündnis die Hand seiner Halbschwester Constantia zur Absicherung gegen Maximinus Daia zur Aussicht stellte, und handelte mit ihm die Mailänder Vereinbarungen, in denen das Christentum mit der heidnischen Religion gleichgestellt wurde, aus. Nachdem dann die Hochzeit zwischen Licinius und Konstantins Schwester gefeiert worden war, machte sich Konstantin wieder auf den Weg nach Gallien auf[24]. Dort angekommen startet Konstantin erst einen Feldzug gegen die Barbaren an der Rheingrenze. Somit vergingen gut 1 ½ Jahre bis er nach Trier zurückkehren konnte und dort seinen adventus hielt[25], an dem unser Panegyricus gehalten wurde, das uns weiteren Aufschluss über die religiöse Haltung Konstantins geben soll. II Analyse und Interpretation des Panegyricus 9 (12) Wie ich nun schön häufiger erwähnt habe, ist der Panegyricus 9 (12) 313 in Trier gehalten worden. Der Panegyrist war Heide, was uns eine heidnische Perspektive im Gegensatz zu den vielen christlichen Werken (wie zum Beispiel Laktanz’ De Mortibus Persecutorum und Eusebs Kirchengeschichte) gegenüber Konstantin offenbart. Dennoch können wir nicht den Standpunkt des Panegyristen lesen, wir lesen vielmehr eine vom Kaiser gelenkte Quelle, wie wir nämlich unter I.1 kennen gelernt haben, ist der Panegyricus eine Propagandaschrift, somit eine Auftragsarbeit und es werden nur dem Kaiser genehme Fakten genutzt werden. Was hat das Schweigen über den Namen des Gottes Konstantins zu bedeuten? Es lassen sich einige Annahmen über das Verschweigen des Namens des Gottes hegen. So lässt sich vermuten, dass der Panegyrist, da er ja im Auftrag Konstantins stand, sich nicht mehr traute „wie sonst üblich einen der zentralen Götter der Tetrarchie (Jupiter, Hercules, Mars etc.) als Siegeshelfer zu benennen“[26]. Wie ich in Punkt I.2 schon erwähnte, konnte sich Konstantin nie wirklich mit der Herculius-Rolle identifizieren und hatte sich somit schon sehr früh von ihr gelöst und somit von den traditionellen Götterbezeichnungen der Tetrarchie. Er hatte den Schutzgott seines Vaters Constantius, den Sol Invictus, schon seit längerer Zeit angenommen und mit ihm seine Schlachten geschlagen. Deswegen könnte diese erste fehlende Benennung des Helfergottes in der Geschichte der Panegyrici[27], wie es wohl von Konstantin beabsichtigt war, auch auf eine ganz neue Epoche, die eingeleitet werden sollte, völlig frei von der alten Tradition der Tetrarchie, hinweisen – nämlich auf seine eigene. An der Formulierung „divinum numen“[28] kann man jedoch auch eine vage Neutralität erkennen. Man darf keineswegs vergessen, dass das Publikum, zu dem der Panegyrist sprach, ein gemischt gläubiges Publikum war. Jeder der Anwesenden im Publikum, egal welchen Glaubens er war, brauchte einen Kontaktpunkt mit dem Kaiser, so benutzte der Panegyrist diese unklare Bezeichnung für das Göttliche. Denn jeder kann, egal ob er Heide oder Christ ist, einen Gott haben, der „der höchste Schöpfer der Welt“ ist oder „ die göttliche Macht, die die ganze Welt durchdringt“[29]. Auf diese Weise wäre für jeden ein Ansatzpunkt zum Kaiser gegeben. Von Keresztes’ Ansicht möchte ich mich jedoch distanzieren, da es sicherlich nicht annehmbar ist, dass ein im Dienste des Kaisers stehender Panegyrist so unüberlegt und eigenmächtig gehandelt hätte, also gegen den Befehl des Kaisers, und nur aus seinem eigenen heidnischen Bedürfnissen heraus, den Namen des Christengottes nicht zu erwähnen[30]. Kann ein Umschwung in Konstantins religiöser Haltung in diesem Panegyricus erkannt werden? Es ist definitiv ein Umschwung in der religiösen Haltung Konstantins zu erkennen. Selbst wenn der Opfergang zum Kapitol, der den Höhepunkt eines jeden adventus oder ingressus oder aber den eines Triumphzuges darstellt, nicht in jedem Panegyricus expliziet erwähnt wird, wie zum Beispiel in den Jahre 247/48 in der Jahrtausendfeier des Philippus Arabs oder bei dem Triumph des Probus 281 der Gang zum Kapitol nicht bezeugt ist[31], so findet er dennoch statt. Jedoch wurde in diesem Panegyricus die Opferverweigerung an Jupiter ausdrücklich erwähnt : „ausi[…] quidam ut resisteres poscere et queri tam cito accessisse palatium et, cum ingressus esses, non solum oculis sequi, sed paene etiam sacrum limen inrumpere.“[32] Für gewöhnlich zog man zum Kapitol, um Jupiter zu opfern, was hier aber nicht geschehen ist. Diese Opferverweigerung zeigt schon eine Änderung der religiösen Haltung an, da Konstantin nicht einmal einer anderen Gottheit geopfert hat, obwohl es ihm als Anhänger der römischen Religion eigentlich hätte gleichgültig sein können, ob er nun Jupiter oder Mars oder einem anderen der Götter geopfert hätte. Somit kann hier festgehalten werden, dass es bei Konstantin schon einen Hang zum Henotheismus, ferner vielleicht sogar zum Monotheismus, gegeben haben muss. Zwar wird in dem Panegyricus die Existenz der kleineren Gottheiten („dii minores“) nicht geleugnet und auch die Befragung eines heidnischen Orakels erwähnt („contra haruspicum monita“), sodass man einwerfen könne, Konstantin sei ganz klar noch immer Heide, jedoch ist das Argument der Existenz der kleineren Götter insofern zu entkräften, da der Panegyrist selbst ein Heide war und auch noch ein sehr großer Teil des römischen Volkes dem alten Pfad folgte, sodass es einzig und allein auch von Konstantin eine Dummheit gewesen wäre, diese Götter als Hirngespinste zu verteufeln und somit die Masse des heidnischen Volkes gegen sich zu wenden und die Sympathien seinem Mitregenten Licinius zu schenken. Auch wird im Quellentext nicht zum Ausdruck gebracht, dass Konstantin die Opferschau, die ein heidnischer Brauch war, anordnete. Ebenso bezeugen Briefe Konstantins zu Anullinus und Caecilian, Bischof Karthagos, aus dem späten Jahr 312 oder dem frühen Jahr 313, „ seinen höchst sicheren christlichen Glauben“[33]. Das Verschweigen des Namens des helfenden Gottes ist also ein weiteres Indiz für den Wandel in Konstantins religiösen Empfinden. Aber die in meinen Augen bedeutendste Stelle, für die Frage des religiösen Wandels Konstantins, im Panegyricus 9 (12) ist die Frage, nach der Gottheit und die Feststellung, dass sie sich nur Konstantin zu erkennen gegeben habe: „Quisnam te deus, quae tam praesens hortata est maiestas [….]. Habes profecto aliquod cum illa mente divina, Der Panegyrist benutzt ausdrücklich eine henotheistische Formulierung, dennoch kann die „mens divina“, weil sie sich eben nur Konstantin offenbare, „nicht mit Sol Invictus identisch“[35] sein. Vor allem auch, da den Sol Invictus jeder kennt, jeder sieht, ebenso verhält es sich auch mit Jupiter und all den anderen „dii minores“. Zu den „dii minores“ würden somit eigentlich dann auch, „aus dieser gewandelten Perspektive“[36], alle anderen Götter, einschließlich Jupiter, Sol Invictus etc., gehören[37]. III. Fazit Das untersuchte Panegyricus zeigt tatsächlich auf, dass Konstantin schon zumindest eine henotheistische Weltanschauung im Jahre 313 vertrat. Ich sage ganz klar henotheistische Weltanschauung, da ich selber immer noch mit dem erwähnten Orakelgang („haruspicum monita“) Konstantins sehr kritisch umgehe. Natürlich steht im Panegyricus nichts davon, dass Konstantin diese Orakelschau befohlen hat, aber dennoch hat er sich das Orakel angehört. Christen war die Ausübung solcher Magie oder aber das Bereichern durch solche Magie untersagt. Wenn Konstantin wirklich überzeugter Christ zu diesem Zeitpunkt gewesen wäre, hätte es dieses Orakel für ihn nicht gegeben. Trotzdem kann man, wie in Punkt II gezeigt worden ist, Konstantin einen Glauben an den Christengott nicht absprechen. Ich sehe weniger, einen „qualitativen Sprung“ wie Girardet, ich sehe viel mehr einen bei Konstantin relativ schnellen Prozess bis zur Christwerdung, der natürlich durch den Sieg an der milvischen Brücke gegen Maxentius am 28. Oktober 312, mit dem Christengott an seiner Seite, beschleunigt wurde. Der Christengott hatte sich für Konstantin als Schlachtengott bewährt und somit war überhaupt die Möglichkeit gegeben, dass Konstantin vom Sol Invictus, dem Sonnengott, zu dem Christengott, der ebenfalls als die wahre Sonne von den Gläubigen gesehen wurde, eine Art Brücke schlagen konnte, über die er dann bis zu der Taufe auf seinem Sterbebett 337 gehen konnte. [1] D. Kienast, Römische Kaisertabelle, Darmstadt, Ausg. 2, 1996 S. 264f. [2] Charles Odahl; The Celestial Sign on Constantine’s Shields at the Battle of the Mulvian Bridge in Journal of the Rocky Mountain Medieval and Renaissance Association; Flagstaff/Arizona 2, 1981, S.16 und Lac. De. [3] Lac. de. Mors. Per. , 44,5 [4] J.M. Stowasser, M. Petsching und F. Skutch: Stowasser – Lateinisch – Deutsches Schulwörterbuch; Oldenbourg Verlag, 1994 [5] http://de.wikipedia.org/wiki/Panegyricus ; 08.05.2007, 13.59h [6] Ch. Odahl: A Pagan’s Reaction to [7] Panegyricus 9 (12) ; VI, 1 [8] Lac. de. Mors. Per. , 44,5 [9] Bruno Bleckmann: Konstantin der Große; Rohwohlt, 2. Auflage, 2003 Hamburg, S.24ff. [10] Bruno Bleckmann: Konstantin der Große; Rohwohlt, 2. Auflage, 2003 Hamburg, S.27 [11] Hartwin Brandt: Konstantin der Große – Der erste christliche Kaiser; Verlag C.H. Beck oHG, München 2006; S. 30 „ Denn gemäß dem spätestens im Jahr 305 für jedermann erkennbaren Rotationsprinzip der Tetrarchie war zwingend vorgesehen, dass die zwei Augusti nach einer Regierungszeit von zwanzig Jahren freiwillig abdanken, die bis dahin 10 Jahrelang mitregierenden Caesares zu neuen Augusti avancieren und ihrerseits zwei neue Caesares kooptieren sollten, um dann nach weiteren 10 Jahren ebenfalls abzudanken.“ [12] Hartwin Brandt: Konstantin der Große – Der erste christliche Kaiser; Verlag C.H. Beck oHG, München 2006; S. 30 [13] D. Kienast, Römische Kaisertabelle, Darmstadt, Ausg. 2, 1996 S. 264f. [14] Bruno Bleckmann: Konstantin der Große; Rohwohlt, 2. Auflage, 2003 Hamburg, S.28, „ Ihre Unterordnung wurde neben dem Caesartitel dadurch deutlich gemacht, dass sie von den herrschenden Augusti als Söhne adoptiert wurden – und zwar nicht nur durch eine gewöhnliche Adoption, sondern durch die Aufnahme in fiktive Familien göttlichen Ursprungs, nämlich die nach Jupiter benannten Jovier, deren Oberhaupt Diokletian, und die nach Herkules benannten Herkulier, deren Oberhaupt Maximian war.“ [15] Hartwin Brandt: Konstantin der Große – Der erste christliche Kaiser; Verlag C.H. Beck oHG, München 2006, S.31 [16]Anonymus Valesianus: Origo Constantini; II,4 [17] Hartwin Brandt: Konstantin der Große – Der erste christliche Kaiser; Verlag C.H. Beck oHG, München 2006, S.30; Aur. Vict. 40,4 [18] Bruno Bleckmann: Konstantin der Große; Rohwohlt, 2. Auflage, 2003 Hamburg, S.43 [19] Hartwin Brandt: Konstantin der Große – Der erste christliche Kaiser; Verlag C.H. Beck oHG, München 2006, S.33 [20] Hartwin Brandt: Konstantin der Große – Der erste christliche Kaiser; Verlag C.H. Beck oHG, München 2006, 34 [21] Hartwin Brandt: Konstantin der Große – Der erste christliche Kaiser; Verlag C.H. Beck oHG, München 2006, S.37; Bruno Bleckmann: Konstantin der Große; Rohwohlt, 2. Auflage, 2003 Hamburg, S.47, In D. Kienast, Römische Kaisertabelle, Darmstadt, Ausg. 2, 1996, S. 264f. wird erst ab Anfang Mai 311 eine Änderung verzeichnet, und zwar nach dem Tod Galerius’ zeigt er nur noch drei Augusti auf: Licinius, Maximinus Daia und Konstantin [22] Lac. De. Mors. Per. 44, 5 -6 [23] Hartwin Brandt: Konstantin der Große – Der erste christliche Kaiser; Verlag C.H. Beck oHG, München 2006, S.42 [24] Anonymus Valesianus: Origo Constantini, II, 13 [25] C.H. Odahl: A Pagans Reaction to [26] K.M. Girardet: Die konstantinische Wende, Vorrausetzungenund geistige Grundlagen der Religionspolitik Konstantins des Großen; Darmstadt 2006, S.68 [27] K.M. Girardet: Die konstantinische Wende, Vorrausetzungenund geistige Grundlagen der Religionspolitik Konstantins des Großen; Darmstadt 2006, S.68 [28] Panegyricus 9 (12) , IV,1 [29] C.H. Odahl: A Pagans Reaction to [30] P. Keresztes: The Phenomenon of Constantine the Great’s Conversion; Augustinianum 27, 1987 S. 90 [31] In den Anmerkungen in : K.M. Girardet: Die konstantinische Wende, Vorrausetzungenund geistige Grundlagen der Religionspolitik Konstantins des Großen; Darmstadt 2006, S. 66 [32]K.M. Girardet: Die konstantinische Wende, Vorrausetzungenund geistige Grundlagen der Religionspolitik Konstantins des Großen; Darmstadt 2006, S. 66 [33] P. Keresztes: The Phenomenon of Constantine the Great’s Conversion; Augustinianum 27, 1987 S.91, “[…] in transmitting to us many examples of [34] Panegyricus 9 (12) II. 4 und II.5 [35] K.M. Girardet: Die konstantinische Wende, Vorrausetzungenund geistige Grundlagen der Religionspolitik Konstantins des Großen; Darmstadt 2006, S.68, „[…] hat der göttliche Siegeshelfer des Kaisers keinen Namen – er wird, übereinstimmend mit dem neune platonisch-henotheistischen Konzept des Göttlichen, abstrakt als divinitas […] bezeichnet, welcher sich ausschließlich dem Kaiser Konstantin offenbare ( und welcher daher nicht mit Sol Invictus identisch sein kann!), […]“ [36] K.M. Girardet: Die konstantinische Wende, Vorrausetzungenund geistige Grundlagen der Religionspolitik Konstantins des Großen; Darmstadt 2006, S.69 [37] K.M. Girardet: Die konstantinische Wende, Vorrausetzungenund geistige Grundlagen der Religionspolitik Konstantins des Großen; Darmstadt 2006, S.69 Nationalitätenproblematik im Habsburger Reich - Der Fall Italien 1800 - 1860„Italien ist nur ein geografischer Begriff!“
So äußerte sich Fürst von Metternich 1815 auf dem Wiener Kongress über Italien, bzw. den nun wieder rechtlich zu Habsburg gehörenden italienischen Gebieten. Wie dieses Zitat suggeriert, möchten wir uns in unserer Hausarbeit mit der Nationalitätenproblematik der Habsburger Monarchie, anhand des Beispiels Italiens, im Zeitraum 1800 bis 1861, beschäftigen. Dieser Zeitraum wurde von uns ausgewählt, da er die wesentlichen Ereignisse bis zur Ausrufung des italienischen Königreiches unter König Victor Emanuel II. offenbart. Doch ist Italien wirklich nur ein „geographischer Begriff“? Oder schlägt die Nationalitätenproblematik auch hier gnadenlos zu und verwirft durch ihren Charakter den „geographischen Begriff“? Um diesen Fragen nachgehen zu können, möchten wir zunächst einen groben Überblick auch über der übrigen nationalen Bewegung in der Habsburger Monarchie geben und dann näher auf den Fall Italien eingehen. I. Übersicht über die verschiedenen Nationalitäten im Habsburgreich Die Tschechen Da der tschechische Hoch-Adel durch deutschen Ausgetauscht und der niedere Adel vernichtet worden war, durch die „Verneuerte Landesverfassung“ Ferdinands II., sowie die Vereinigung der böhmischen und österreichischen Länder in den theresianischen Reformen, war die Sonderstellung Böhmens und Mährens aufgehoben worden. Der Adel sprach zum großen Teil gar kein tschechisch mehr. Tschechisch wurde zur Bauernsprache degradiert. Jedoch kam in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts das Interesse an der eigenen Sprache wieder auf und somit begann die erste Phase der Nationenbildung in Böhmen und Mähren: die „Phase des gelehrten Interesses“[1]. In dieser Phase wird die Sprache und Kultur einer Nation gepflegt. Dem Adel war die Sprachbewegung sehr willkommen, dar er sie dafür instrumentalisieren konnte, um seine eigenen Interessen in Wien beim Hofe besser durchsetzen zu können. Der Adel versprach sich mehr Unabhängigkeit von Wien[2]. Diese erste Phase mündete um 1820 in die zweite Phase der Nationenbildung. In die Phase „der Nationalenagitation durch kleine Eliten“ , die wiederum 1848 in eine Massenaktion umschlägt, nach Palackys Absagebrief. Die Massenaktion wird in der Boykottierung der Wahlen für das Frankfurter Parlament in dem Wahlkreis Böhmen gut sichtbar. Die dritte Phase, die Phase der „Penetration“ genannt, setzt ab 1848 ein. Sie ist von einem „Eindringen“ des Nationalenbewusstseins in allen tschechischen - sprachigen Gebieten gekennzeichnet. In dieser Phase werden die Forderungen nach Autonomie und auch sprachlich getrennten Verwaltungskreisen in Böhmen und Mähren immer lauter. Auch die Nationalitätenkonflikte zwischen Deutschen und Tschechen werden heftiger. Die Phase der Penetration vollzieht sich aber hauptsächlich in den 1860er Jahren. Die Polen Die Nationalitätenprobleme mit den Polen vollzogen sich größtenteils erst in den späten 1860er Jahren. Deshalb hier nur wenige Informationen, da wir uns in dieser Hausarbeit nur mit dem Zeitraum bis 1861 beschäftigen. Die polnische Nation, war vorerst nur eine Idee des polnischen Adels. Die galizischen Bauern, dabei ist es unerheblich, ob sie ruthenisch oder polnisch sprachen, hatten allerdings eine Abneigung gegen diese „polnische Nation der Adeligen“[3] und fürchtete vor allem die Wiederbelebung der Leibeigenschaft und die Aufhebung der österreichischen Bauernschutzgesetze. Weshalb sie dem Adel die Unterstützung verweigerten. Ab 1860 war die polnische Nation dann nicht mehr nur „ausschließlich eine Sache des Adels“[4]. Und erst ab 1869 setzt die so genannte „Polonisierung“ ein. Die Serben Die Serben waren besonders in den Gebieten Südungarns und Slawoniens beheimatet. Wien zeigte jedoch wenig reelles Interesse an den Serben, Wien schenkte ihnen nur Aufmerksamkeit, wenn es darum ging Ungarn zu beruhigen. Die Kulturelle Entwicklung der ungarischen Serben und vor allem das Heranwachsen eines Nationalbewusstseins sind in den Jahren 1810-1864 anzusetzen. Die Nationalbewegung der Serben entwickelte ein Programm, dass ein autonomes Vojvodina forderte. Dieses wurde allerdings von den Ungarn abgelehnt. 1850-1860 entstanden autonome Verwaltungsgebiete für die Serben, nämlich die „serbische wojiodschaft“ und das „temser banat“. Jedoch wurden die selbständigen Einheiten schon 1860 wieder an Ungarn gegliedert. Die Slowenen Die slowenische Nationalbewegung wurde erst durch sprachlich-historisch interessierte Aufklärer wie zum Beispiel Anton Thomas Linhart ins Leben gerufen. Bis 1830 blieb es allerdings bei sprachlich historischen Bemühungen. Und erst in den 1840er Jahren kam es zu einer „Sprachrenaissance“[5]. Diese äußerte sich durch die Regelung der Grammatik. 1848 kam es zu einer Forderung nach einem vereinigten Slowenien innerhalb der Monarchie durch Studenten. Diese Forderungen erhielten allerdings eine Ablehnung durch die Landtage in Klagenfurt und Graz, Ab 1848 kam es dann zu einer aggressiveren Vorgehensweise der Slowenen. Die Slowaken Im 18. Jahrhundert gab es keine slowakische Schriftsprache. Diese wurde erstmals von L’udevit Stur in seiner Veröffentlichung über die Theorie einer eigenständigen slowakischen Nation und Sprache gebraucht. Es gab unter den Slowaken zwar einen kleinen Adel, dieser sah sich jedoch als ungarisch. 1848 kämpften slowakische Gruppen gegen das revolutionäre Ungarn in der Hoffnung die Gunst Wiens zu erlangen. Dadurch versprach man sich als Gegenleistung autonome Selbstverwaltungsrechte. Die Nationsbildung war weiter fortgeschritten. Die Rumänen Bis zum Jahr 1848 war die rumänische Nationalbewegung vom „Gelehrtenpatriotismus“[6] geprägt. Ab 1848 kam es zunächst zur Forderung nach Gleichstellung mit den drei „historischen“ Nationen Siebenbürgens (magyarische Aristokraten, Sachsen und den Szeklern). Im Februar 1849 kam es dann zur Forderung nach der Vereinigung aller Rumänen der Monarchie. Diese Forderung fiel in Wien aber auf keinen fruchtbaren Boden. Verfassungsversuche in den Jahren 1860/61 scheiterten ebenfalls und somit galten die Rumänen wieder als Teil der ungarischen Nation. Die Ruthenen Der Kulturnationalismus der Ruthenen entstand um 1816, da dort die Gründung der „Gesellschaft zur Verbreitung von Bildung und Kultur“ zu verzeichnen ist. Soziale Gegensätze zwischen den Ruthenen und der polnischen Aristokratie führten 1846 zu „Massakern an polnischen Grundherren“[7]. Für die Bauern war der Kaiser ein Garant für ihre Rechte. Eine wirkliche nationsbildende Bewegung entstand nie. Die Ungarn Der ungarische Adel sprach viele verschiedene Sprachen, es gab keine einheitliche Sprache und somit war Latein als Amtssprache eingesetzt. Erst 1844 wurde Ungarisch als Amtssprache eingeführt und auch die Sprachpflege setzte auch erst sehr spät ein und konnte sich mit einer politisch-nationalen Welle unter Führung Kossuths vereinigen. Allerdings kann sich diese nationale Bewegung erst nach dem Ausgleich 1867 richtig entfalten und wird auch dann erst zu einem der größeren Probleme der Habsburger Monarchie. Auch die Polizeiregime 1849 – 1860 haben die nationale Bewegung nicht brechen können. Die Kroaten Die Tradition des Königreiches Kroatien stellt die Grundlage für die nationalen Bestrebungen des 19. Jahrhunderts. Der „Illyrismus“ verdeutlicht sehr stark die staatsrechtliche Selbstständigkeit in der Tradition und auch die Kulturelle der Südslawen und wird als „Identifikationskraft“[8] wichtigster Träger der Nationalbewegung. Der kroatische niedere Adel, der vorher in dem ungarischen Adel aufgegangen ist, versucht später Beamtenstellen zu besetzten, dies gelingt ihm jedoch wegen der einsetzenden Magyarisierung nicht. Damit beginnt die eigentliche nationale Bewegung der Kroaten erst. Am 20.Oktober 1847 beschließt der kroatische Landtag, dass Kroatisch als öffentliche Sprache ausgerufen werden muss. I.2 Die Italiener Nachdem die Herrschaft der Habsburger während der Napoleonischen Kriege in Italien faktisch gebrochen war, wurde sie 1815 im Artikel 93 der Schlussakte[9]des Wiener Kongresses wieder hergestellt. Jedoch wurden schon einige Territorien nach der Niederlage 1818 gegen Piemont und Frankreich wieder verloren. Dies stellt den eigentlichen Punkt des politischen Zerfalls der Monarchie nach Italien hin dar[10]. Im Waffenstillstand vom 3.-4. November 1818 mit dem italienischen Königreich, besetzte und annektierte das Königreich Italien Triest, Istrien, Trentino und das östliche Friaul. Die Abtretung dieser Gebiete, vor allem der der Stadt Triest, war ein herber Verlust für die Monarchie, da dieser nun der Zugang zum Mittelmeer verwehrt wurde und dadurch nachhaltig wirtschaftlich geschädigt wurde. Aus diesem Grunde war es das Bestreben der Monarchie diese Gebiete zurückzuerlangen, was allerdings erst 1849 erreicht wurde. Somit waren die Kronländer für dreißig Jahre nicht mehr zum Habsburger Reich gehörig und es ist anzunehmen, dass sie ihr Nationalbewusstsein weiter ausprägen konnten, was sie schon einige Jahre vorher unter dem von Napoleon künstlich konstruierten[11] Italienischen Königreich erlangt hatten. Dennoch zeigte die öffentliche Meinung nach Beendigung der napoleonischen Herrschaft, eine Österreich - freundliche Haltung auf, die allerdings mit der Zeit recht schnell verflog.[12] Ein Grund dafür war die Benachteiligung der Italiener in der Besetzung der Beamtenschaft im öffentlichen Dienst[13], welche durch Deutsche vor allem im Bildungs- und Justizwesen besetzt wurde. Zum Beispiel wurden an den italienischen Universitäten bevorzugt deutsche Dozenten berufen. Des Weiteren spielten auch wirtschaftliche Benachteiligungen der italienischen Gebiete eine große Rolle. Dies wird u.a. besonders deutlich an einem 1822 eingeführten Zollsystem, welches habsburgische Produkte bei der Einfuhr in italienische Gebiete begünstigte. Durch die industrielle Revolution in Westeuropa kam es ebenfalls zu mehr Gedankenaustausch vor allem zwischen den intellektuellen Kreisen Lombardo-Venetiens mit Großbritannien, der wiederum eine weitere Loslösung von Österreich darstellte. Auch die finanzielle Ausbeutung der italienischen Gebiete seitens Österreichs trug zur Verstärkung dieses Vorgangs bei. „ (…)Zur Zeit des Königreiches Italien belief sich der finanzielle Druck auf dreißig Millionen Francs. Unter der österreichischen Herrschaft erfuhr diese finanzielle Belastung sogleich eine Erhöhung, die sich auf beinahe ein Drittel der früheren Gesamtsumme belief“[14]. 1820 und 1821 kam es in Neapel und Piemont zu revolutionären Aufständen, die lediglich mit den Unterstützungen einiger europäischer Großmächte von Österreich niedergeschlagen werden konnten. Ziel dieser piemontesischer Revolution unter der Führung Federico Confalloieries war es die Lombardei politisch Piemont anzunähern. Mit der wachsenden Unbeliebtheit Österreichs, begann ab 1830 Frankreich in Italien wieder mehr Einfluss zu gewinnen. In diese Zeit fallen auch die Ideen des jungen Italien, das von Giuseppe Mazzinis der von seinem Exil in Marseilles aus gelenkt wurde. Vom „Jungen Italien“ gingen Sezessionsbestrebungen gegenüber Österreich aus. Diese Bewegung scheiterte jedoch an der Radikalität Mazzinis, der forderte, dass die Personen aus dem Weg geräumt werden sollten, die liberale Verfassungen verhinderten. Die Anti-Österreichische Stimmung stieg somit von Tag zu Tag und entwickelte sich in eine regelrechte Abneigung gegenüber der Habsburger Monarchie. Die Vorgänge von 1848 bis 1861 in Italien Massimo d’Azeglio warf 1846 in seiner Veröffentlichung „Protesta per i casi di Ferrara“ der Habsburger Monarchie vor, dass sie Reformen im Kirchenstaat boykottieren würde. Des Weiteren wiesen weitere Schriften anderer Schriftsteller darauf hin, dass ein vereintes Oberitalien[15] schnell zu großem finanziellen Reichtum und militärischer Macht gelangen könne, die mit der Preußens vergleichbar wäre. Dies wurde natürlich aus propagandistischen Gründen überzogen dargestellt, denn es ist nicht anzunehmen, dass Italien zu solch einer Entwicklung in solch kurzer Zeit im Stande gewesen wäre. Es kam überall seitens der italienischen Patrioten zu Provokationen. Wie zum Beispiel die Boykottierung der habsburgerischen Lotterie, was zu großen finanziellen Einbußen der Monarchie führte. Am 22. März 1848 wurde Mailand durch Revolutionäre erobert nachdem schon wenige Tage vorher Venedig diesen in die Hände gefallen war. Weiterhin stellte sich Piemont noch Ende März auf die Seite der italienischen Revolutionäre. Letztendlich musste sich das junge Königreich Italien geschlagen geben und die schon 1818 besetzten und annektierten Gebiete 1849 wieder an Habsburg abtreten. In den weiteren Jahren folgen mehrere inner-italiensche Differenzen mit Auseinandersetzungen und auch Kriege gegen Österreich, wie der sardinisch-französische Krieg gegen die Monarchie 1859, der anders endete als von den italienischen Gebieten geplant. So wurden im Frieden von Zürich im November 1859 Venetien zu Österreich und die Lombardei zu Frankreich gesprochen. Da Frankreich seine Versprechungen der territorialen Verteilung nicht gehalten hatte, kam es zu Protesten und zur Bildung einer italienischen Konföderation, die den Anschluss an Sardinien, Bologna, der Toskana, Parma und Modena forderte. Sie konnten 1860 in Vertrag von Turin die Lombardei von Frankreich gegen Nizza und Savoyen „ertauschen“. Im März 1861 wird Victor Emanuel II. vom gesamt italienischen Parlament zum König ernannt. II. Politische Entscheidungen Wiens gegenüber den Italienischen Gebieten in der Monarchie Die Politik der Habsburger Monarchie stand im Fall der Nationalbewegungen ganz im Einklang mit der vorherrschenden restaurativen Politik der europäischen Großmächte zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Metternichs Politik sah den Gesamtstaat als eine Art „Körper", den er vor „Krankheiten", d.h. Nationalbewegungen schützen müsse, in dem Gegenmaßnahmen eingeleitet würden[16]. Generell hatte man besonders Angst vor dem gebildeten Bürgertum, da dieses möglicherweise Vergleiche mit ausländischen Gegebenheiten heranziehen konnte und sich daher eine Loslösung von der Monarchie als Ziel setzen könnte. Dem versuchte man mit Hilfe von Polizeigewalt und Zensur entgegenzuwirken. Der italienischen Nationalbewegung kam allerdings eine besondere Rolle zu. Wie bereits in Kapitel 1.2. erwähnt, schlug den Österreichern in den italienischen Gebieten nicht von Anfang an eine Antipathie entgegen, da sie von den Italienern zunächst als eine Art „kleineres Übel" gegenüber den französischen Besatzern angesehen wurden. Dieses Bild schlug allerdings bald ab 1815 um, aufgrund gewisser ungeschickter politischer Vorgänge seitens Österreichs. Nicht nur, dass Kaiser Franz I. den Kronländern jegliche eigene Fähigkeit zur politischen Selbstbestimmung absprach[17], sondern auch die Lokalen Traditionen und Gewohnheiten nicht beachtete, förderte die Missstimmung unter den Italienern sehr. Durch die Ablehnung der Eigenständigkeit der italienischen Gebiete, wird auch erklärt, wie Metternich den Geographischen Begriff setzte. Denn „unter „der Unabhängigkeit der Völker“ verstand Metternich nur die Anerkennung der Eigenständigkeit einzelner Gemeinwesen der Halbinsel“[18] Durch die oben erwähnten Unzufriedenheiten kam es wie schon beschrieben 1820 in Neapel und Piemont zu Revolutionen. Die Ausschreitungen wurden von Österreich mit strengster Härte zurückgedrängt. Dies geschah mit vollster Zustimmung der europäischen Großmächte. Die Ereignisse in Deutschland (Ermordung Kotzebues) schienen damals die Unterdrückung der Revolutionen zu legitimieren, da die Forderungen der Revolutionäre das Mächte Gleichgewicht - und vor allem auch die Monarchie stark gefährdeten, wenn man ihnen nachgäbe. So wurden auch die Forderungen nach liberalen Institutionen und nach konstitutioneller Ordnung abgelehnt, „da man sie für unvereinbar mit der Sicherung der sozialen Ordnung hielt“[19] , weil man diese erst nach Napoleons Herrschaft wiederhergestellt hatte. Die Unterdrückung der Forderungen in Italien wurde als eine Art Auftrag gesehen, der Österreich gegeben wurde, die politischen Zustände wieder zu bereinigen, damit die politische Stabilität in ganz Europa wieder gegeben war, was in der Absicht aller Großmächte geschah. Somit konnte Österreich sich nicht nur in Italien wieder weiter etablieren, sondern es konnte auch mit dem Wohlwollen aller anderen Mächte rechnen, sowie sein Ansehen unter ihnen verbessern. In Italien selber begann Österreich mit den verschiedenen Herrschaftshöfen auf diplomatischen Wege die Herrscher zu überreden, dass sie von „einer reaktionären und unterdrückenden Ausrichtung ihrer Regierungspolitik abstand zu nehmen.“[20] Österreich befürwortete eine weitherzigere Freizügigkeit zumindest nach außen hin, wenn man nicht eine Verwaltungsstrukturreform an der Basis dieser vornehmen wollte[21]. Durch Änderungen und Neuerungen dieser Strukturen, sollten Reformbefürworter nun auch gesetzlich mehr eingebunden werden. Da diese Empfehlungen aber von Österreichischer Seite kamen, gab es erneut Spannungen in der Bevölkerung, denen Österreich so vorbeugte, dass es in Neapel den Polizeidirektor, den Fürsten von Canosa, vom dortigen König „entfernen“ ließ. Dies geschah natürlich mit Druck. Der Fürst von Canosa gehörte zu den Ancien régime Anhängern, die immer wieder für Unruhe sorgten[22]. Hier wird der Einfluss Frankreichs deutlich, den Österreich zu verdrängen sucht. Jedoch gewann Frankreich mit der Wiedereingliederung in das Konzert der europäischen Großmächte weiter an Einfluss und Österreich musste sich gegen schwere Gerüchte erwehren. Zum Beispiel, dass Österreich eine Liga mit italienischen Staaten bilden würde, die direkt von ihm abhängig wären. Es wurde eine Zentralkommission gebildet um die Anschuldigungen Frankreichs gegenüber Österreich zu beweisen. Man kann von einem Erfolg der französischen Diplomatie sprechen, da Metternich in die Untersuchungen auch selbst Eingriff,[23] was auch immer Österreich beabsichtigte, wurde durch die Politik Frankreichs also empfindlich gestört. Auch zusammenhängend mit Frankreich war die Revolution 1831 im Kirchenstaat, da diese die folge der Juli-Revolution in Frankreich war. Dies gab Metternich die Möglichkeit auf ein Reformprogramm und dessen Durchführung zu bestehen, dass er seit dem Wiener Kongress im Vatikan voranbringen wollte[24]. Nachdem der Aufstand im Kirchenstaat also niedergeschlagen wurde, konnte Österreich sich eines weiteren Störfaktors entledigen. Der Papst wurde von Metternich, der mit Wohlwollen der europäischen Großmächte handelte, dazu überredet, „Kardinal Albanis aus den Legationen“[25] abzuberufen, der in Romagna immer wieder für Aufstände sorgte. Der letzte 1832 wurde von Österreich im Auftrag der Großmächte erstickt. Durch diese Verbindung zum Vatikan konnte Österreich bestimmte Gebiete Italiens anfangen nach seinen Wünschen zu formen. So wurden durch die Diplomatie des österreichischen Gesandten Sebregondi Änderungen im Finanzwesen und bürokratisch- administrativen Bereichen der Legationen nach dem Vorbild Lombardo –Venetiens gegen den Widerstand der Kardinäle durchgeführt. Durch die Reformen versuchte man den Kirchenstaat von innen heraus zu sichern und auch die Sicherung des europäischen Konservatismus zu erreichen, was durch eine Beseitigung der Unzufriedenheit der Bevölkerung geschehen sollte, und damit eine weitere Ausbreitung des Liberalismus zu verhindern. Österreich verlor dennoch zunehmend Einfluss auf die italienischen Gebiete. Die österreichischen Hoffnungen ruhten auf Feldmarschall Radetzky, der mit seinen Truppen im Festungsdreieck von Mantua, Peschiera, Verona und Legnango stationiert war. Karl Ritter von Kleyle machte in seinen Referaten hinsichtlich der Nationalitätenproblematik in den habsburgischen Gebieten deutlich, dass es nur geringe Möglichkeiten gab Lombardo-Venetien weiterhin an Österreich zu binden. Dennoch wurde unter allen Umständen versucht, dieses Gebiet unter österreichischer Herrschaft zu halten. So wurden z.B. 1848 der Aufstand in Mailand endgültig durch Radetzky und seine Truppen beendet. Nachdem es einen Waffenstillstand mit Österreich gegeben hatte kam es 1849 erneut zu Kampfhandlungen, nachdem zuvor eine neue Verfassung ausgerufen wurde. Auch diesmal reagierte Österreich mit militärischen Mitteln und gewann erneut. Daraufhin kam es am 06. August 1849 zum „Frieden von Mailand". Dies war allerdings ein österreichischer Siegfrieden und daraufhin reagierte die Wiener Regierung mit harten Verfolgungen von Aufsässigen und deren Unterstützer und Zensur. Hierbei wurde nicht zimperlich vorgegangen und die italienischen Gebiete Habsburgs glichen einem Polizeistaat. Ab 1853 wurde seitens Wien allerdings eine mäßigere Politik verfolgt. So wurden Schritte eingeleitet, die das Verhältnis der italienischen Bevölkerung und der Wiener Regierung verbessern sollte. Hierfür wurde z.B. 1857 eine "zentrale Kongregation für die Provinzen Lombardei und Venetien"[26] erschaffen. Letztlich führten diese Ideen allerdings zu keinerlei Verbesserung der Situation, sondern verschlimmerten sie teilweise noch eher. Daraufhin kam es zur Annäherung der Italiener mit Frankreich. Nach diplomatischen Ungeschicktheiten erfolgte 1859 ein Ultimatum Österreichs an Piemont. In diesem Ultimatum verlangte Österreich innerhalb von drei Tage die Reduzierung der piemontischen Armee auf Friedensniveau. Piemont ließ dieses Ultimatum verstreichen und es kam zum Krieg zwischen der französische-piemontischen Allianz und Österreich. Nach den Schlachten von Solferino und San Martino am 24. Juni 1859 musste sich Österreich die Niederlage eingestehen[27]. Seit dieser Niederlage gab es bis zur Krönung Victor Emanuels II. zum König von Italien keine weiteren militärischen Interventionen seitens Österreichs gegen die italienischen Gebiete. Lediglich unterstützte man indirekt die Bourbonen im Königreich beider Sizillien bei ihrem Kampf gegen mögliche Aufstände. III. Fazit Wir kommen nun zum dritten und letzten Teil unserer Hausausarbeit – dem Fazit. Hier gehen wir natürlich auf die Fragen ein, die wir uns am Anfang gestellt hatten: 1. Ist Italien wirklich nur ein „geographischer Begriff“? 2. Oder schlägt die Nationalitätenproblematik auch hier gnadenlos zu und verwirft durch ihren Charakter den „geographischen Begriff“? Wie wir in unserer Abhandlung hoffentlich klar herausstellen konnten, ist der „geographische Begriff“ für Italien sehr ungünstig gewählt. Ein „geographischer Begriff“ ist Italien höchsten auf der sehr flachen geographischen Ebene. Denn auf der politischen Landkarte, gab es zwar keinen Staat Italien, aber dennoch starke politische Strömungen in den verschiedensten italienischen Gebieten, die im Zeitraum zwischen 1800 und 1861 durchaus ernsthaft und hartnäckig ihre Unabhängigkeit von der Habsburger Monarchie erkämpft haben. In dieser Hinsicht stehen sie z.B. den ungarischen Revolutionsbewegungen unter Kossuth in keiner Weise nach. Wie bei Kossuth wurde auch hier versucht, mit Hilfe militärischen und öffentlichen Widerstand sich Habsburg zu entsagen. Die Unterschiede hierbei sind nur durch die verschiedene Behandlung seitens der Wiener Regierung zu erkennen. Waren die österreichischen Reaktionen in Bezug auf die ungarischen Bestrebungen durch und durch mit militärischen Aktionen versehen, so wurde in der italienischen Frage auch das Mittel der Beschwichtigung gewählt. Somit zeigt allein die Tatsache, dass die Wiener Regierung der italienischen Nationalitätenproblematik soviel Aufmerksamkeit schenkte, das diese Bezeichnung „geographischen Begriff" für Italien nicht zutreffen kann. Anderen Nationen gegenüber wie z.B. den Slowenen, Ruthenen, Polen und Rumänen ist Italien in den Nationalbestrebungen sehr weit voraus. Die genannten Beispiel Nationen richteten vorerst kaum etwas gegen ihre Abhängigkeit von der Habsburger Monarchie aus, im Falle der Polen wollten sie es sogar vorerst nicht. Deshalb wäre im Falle der Polen eher der „geographischen Begriff“ zu wählen als bei den Italienern. Die Serben hingegen kämpften politisch ebenso stark wir Italien um ihre Unabhängigkeit wie die Italiener, wenn auch nicht auf Anhieb so erfolgreich, da sie erst nach dem ersten Weltkrieg ihr eigenes Staatsgebiet zugesprochen bekamen. Dennoch sowohl Italien, als auch die von den Serben bewohnten Gebiete waren immer ein Nationaler Brennpunkt im Habsburgreich und erforderten immer die volle Aufmerksamkeit Wiens. Letztlich forderte die Nationalitätenproblematik ihren Tribut und führte im Falle von Italien 1861 zur Bildung eines Italienischen Königreiches und verwarf somit den geographischen Begriff vollends. [1] Bruckmüller, Ernst : Nation Österreich, Böhlau, Wien/Köln 1984; S.108/09 [2] Bruckmüller, Ernst: Nation Österreich, Böhlau, Wien/Köln 1984; S. 107 [3] Bruckmüller, Ernst: Nation Österreich, Böhlau, Wien/Köln1984; S.115 „ […] Abneigung der galizischen Bauern,[…], gegen die polnische „Nation“ der Adeligen“. [4] Bruckmüller, Ernst: Nation Österreich, Böhlau, Wien/Köln1984; S. 115 „Die polnische Nation blieb bis in die 1860er Jahre ausschließlich eine Sache des Adels“. [5] Bruckmüller, Ernst : Nation Österreich, Böhlau, Wien/Köln 1984; S. 124 „ In den 1840er Jahren wurde die Sprachrenaissance durch eine endgültige Regelung der Orthographie und Grammatik (Kopitar) abgeschlossen.“ [6] Bruckmüller, Ernst : Nation Österreich, Böhlau, Wien/Köln 1984; S. 127 „ Wie überall, so löste auch hier das Jahr 1848 die Phase des „Gelehrtenpatriotismus“ ab und man schritt zu politischen Agitation.“ [7] Bruckmüller, Ernst : Nation Österreich, Böhlau, Wien/Köln 1984; S. 127 „[…] die sich in den Massakern an polnischen Grundherren 1846 in grausamer Form entluden.“ [8] Bruckmüller, Ernst : Nation Österreich, Böhlau, Wien/Köln 1984; S. 120 „Die Tradition der Staatsrechtlichen Selbständigkeit konnte mit der kulturpolitischen Figur des „Illyrismus“ als Ausdruck der kulturellen Selbstständigkeit der Südslawen (und insbesondere der Kroaten) zusammenfließen und somit ihrer Identifikationskraft erheblich verstärken.“ [9] 9. Juni 1815; Art. 93 „ … erkennen die Signatarmächte des gegenwärtigen Vertrages Se.M. den Kaiser von Österreich, seine Erben und Nachfolger als rechtmäßigen Souverän der Provinzen und Gebiete an… das österreichische und das ehemals venetianische Istrien, Dalmatien, die ehemals venetianischen Inseln im adriatischen Meer, die Bucht von Cattaro, die Stadt Venedig, die Lagunen sowie die anderen Provinzen und Distrikte des Festlandes der ehemaligen venetianischen Staaten am rechten Ufer der Etsch, die Herzogtümer Mailand und Mantua, die Fürstentümer Brixen und Trient, die Grafschaft Tirol, Vorarlberg, das österreichische Friaul, das ehemals venetianische Friaul, das Gebiet von Montfalcone, Stadt und Gebiet von Triest, Krain, Oberkärnten, Kroatien am rechten Ufer der Save, Fiume und das ungarische Küstenland, und den Bezirk von Castua“. [10] Adam Wandruszka/Peter Urbanitsch: Die Habsburger Monarchie 1848 – 1918, Band 3 – Die Völker des Reiches, zweites Teilband, Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1980; S. 840 [11] Silvio Furlani/Adam Wandruszka: Österreich und Italien – ein bilaterales Geschichtsbuch, Jugend und Volk Verlagsgesellschaft m.b.H. ; Wien/München 1973; S. 130 : „ Das Beispiel des napoleonischen Königreiches Italien, welches der Herrschaft Eugene Beauharnais anvertraut worden war, war in ihren Augen nichts anderes als eine künstliche Konstruktion.“ [12] Silvio Furlani/Adam Wandruszka: Österreich und Italien – ein bilaterales Geschichtsbuch, Jugend und Volk Verlagsgesellschaft m.b.H. ; Wien/München 1973; S. 134: „Es ist war, dass im Augenblick der Ankunft oder besser der Rückkehr des Habsburger Regimes dieser von den Franzosen ausgeübte ideologische Einfluss durch die Abneigung der Bevölkerung gegen die Unwillkommene französische Herrschaft erstickt schien. Doch nur zu bald ließen Beweggründe verschiedener Art psychologisch günstige Stimmung der Bevölkerung gegenüber der österreichischen Verwaltung umschlagen.“ [13] Silvio Furlani/Adam Wandruszka: Österreich und Italien – ein bilaterales Geschichtsbuch, Jugend und Volk Verlagsgesellschaft m.b.H. ; Wien/München 1973; S. 136: „Als wenn das alles noch nicht genug gewesen wäre, wurden die wichtigsten Ämter im Rahmen der Justizverwaltung Beamten aus den Erbländern des Kaiserreiches übertragen.“ [14] Silvio Furlani/Adam Wandruszka: Österreich und Italien – ein bilaterales Geschichtsbuch, Jugend und Volk Verlagsgesellschaft m.b.H. ; Wien/München 1973; S. 141 [15] Helmut Rumpler; 1804-1914: Eine Chace für Mitteleuropa; Bürgerliche Emanzipation und Staatsverfall in der Habsburger Monarchie; Verlag Karl Ueberreuter; Wien 1997; S. 289: „ […] „Was ein edles Vasallentum vieler Föderierter Staaten unter einem Herrscher sein konnte, wurde die schlechteste aller Unterwerfungen, die Versklavung eines Volkes durch ein anderes.“ Wirkungsvoller als dieser politische Protest war für das lombadische Bürgertum das Argument, dass ein vereintes Oberitalien in kurzer Zeit den Reichtum und die militärische Kraft Preußens erreichen könnte.“ [16] Silvio Furlani/Adam Wandruszka: Österreich und Italien – ein bilaterales Geschichtsbuch, Jugend und Volk Verlagsgesellschaft m.b.H. ; Wien/München 1973; S. 131 „ Metternich dagegen bestand auf der geschichtlichen Tatsache des sozialen Körpers, der sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt und politisch ausgeformt hatte[…]. Der soziale Körper insgesamt ist ein lebender Organismus. Erähnelt in allem dem menschlichen Körper und ist von Krankheiten bedroht. Es ist die Aufgabe eines guten eines guten Politikers, wofür sich Metternich hielt, dem Aufkommen solcher Krankheiten vorzubeugen oder sie rechtzeitig zu diagnostizieren, um die notwendigen Gegenmaßnahmen zu ergreifen.“ [17] Silvio Furlani/Adam Wandruszka: Österreich und Italien – ein bilaterales Geschichtsbuch, Jugend und Volk Verlagsgesellschaft m.b.H. ; Wien/München 1973; S.130 [18] Silvio Furlani/Adam Wandruszka: Österreich und Italien – ein bilaterales Geschichtsbuch, Jugend und Volk Verlagsgesellschaft m.b.H. ; Wien/München 1973; S.131 „Unter „der Unabhängigkeit der Völker“ verstand Metternich nur die Anerkennung der Eigenständigkeit einzelner Gemeinwesen der Halbinsel“ [19] Silvio Furlani/Adam Wandruszka: Österreich und Italien – ein bilaterales Geschichtsbuch, Jugend und Volk Verlagsgesellschaft m.b.H. ; Wien/München 1973; S. 143 „ Jede Nachgiebigkeit gegenüber Forderungen, die auf die Einführung liberaler Institutionen und konstitutioneller Ordnungen zielte, wurde abgelehnt, da man sie für unvereinbar mit der Sicherung der sozialen Ordnung hielt, die man nach der Unterbrechung im Zeitalter der Revolution und Napoleons wiederhergestellt hatte.“ [20] Silvio Furlani/Adam Wandruszka: Österreich und Italien – ein bilaterales Geschichtsbuch, Jugend und Volk Verlagsgesellschaft m.b.H. ; Wien/München 1973; S. 145 „Österreich entwickelte bei den verschiedenen Höfen Italiens eine diplomatische Aktivität zur Überredung der einzelnen Herrscher, von einer reaktionären und unterdrückenden Ausrichtung ihrer Regierungspolitik Abstand zu nehmen.“ [21] Silvio Furlani/Adam Wandruszka: Österreich und Italien – ein bilaterales Geschichtsbuch, Jugend und Volk Verlagsgesellschaft m.b.H. ; Wien/München 1973; ebd
Meine Ibanez AW 40-NTDie Ibanez Artwork 40- NT Letzten Sommer, nachdem ich einige Tage bei guten Freunden war und die Western Gitarre eines guten Kumpels spielen durfte, wurde mir klar: ich brauche eine Klangerweiterung, da ich mich mit E-Gitarren leider gar nicht auskenne und auch gerne meine Fähigkeiten erstmal auf Akustik -Gitarren erweitern möchte, war schnell klar: ich möchte auch so eine tolle Westerngitarre haben, wie mein Kumpel – leicht gesagt, leicht getan. Ich marschierte also in „meinen“ Gitarrenladen in Koblenz und ging in das Räumchen mit all den schönen Akustik-Gitarren… und da, da hing sie… sie strahlte mich vom ersten Moment an: eine Ibanez; Artwork 40 – NT … sie hing da, Decke: Fichte Massiv; Zargen, Boden und Hals: Mahagoni, Griffbrett aus Palisander, ebenso wie die Brücke … ein florales Muster im Griffbett eingelassen, glänzte es perlmut-artig in diesem Räumchen – mir war das Herz gestohlen worden… 21 Bünde… keine Cut-aways…275 Euronen … ziemlich günstig eigentlich, ich hatte 500 eingeplant - und ich kauf mir eine für 200 weniger? Tja ja…ich nahm sie in die Hand und siehe da, die perfekte Halsform für mich: ein sehr bequemer flacher D-Hals, C-Hälse mag ich nicht, die sind furchtbar rund. Das Spielerlebnis? Nun ja, ich war vorher eine Höfner Greenline gewöhnt, die reichlich kleiner ist - und auch leichter – und dann direkt so ein „riesen Ding“ ist schon eine Umstellung, auch weil die Bünde irgendwie viel „enger“ sind.Aber der Spielspaß ist trotzdem gegeben, die AW40 NT powert ganz schön los –auch ohne Tonabnehmer und dann Box dran. Sie hat wirklich schöne Höhen, ist nicht ganz so balanced wie meine Höfner, aber trotzdem, das war es ja, was ich wollte! Diesen „Western“ Klang einfach haben, ich wollte da einfach den wilden Westen drin haben… kann gar nicht beschreiben, wollte es halt ein wenig härter...
Dennoch darf man nicht glauben, dass die Gitarre kalt klingt, diese tollen Höhen sind irgendwie fast warm und die tiefen sehr sanft trotzdem…oh es ist so schwer zu beschreiben… ich kann einfach sagen, wenn ihr nächstes Mal in euren Gitarren-Laden geht: spielt sie mal, sie ist es wert! |
Über michProfil Archiv Freunde Fotoalbum
LinksMein GästebuchFlinkhand Morgwen Göttinnenklang ein Chant und Lieder Projekt zum Süchtig werden *g* Seelenraunen ein sehr schönes Paganforum meiner Freundin Lena KategorienLetzte EinträgeUnbenanntUnbenannt Bestellung ans Universum... Zuhause... Sternenstaub FreundeMorgwenElana derkeks |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||