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Mein Aufennthalt in Kiel und der Besuch der MUN-SH

2. Tag26.03.2010

Hallo,

Es ist wieder Abend und ich werde versuchen nach der Anstrengung des Tages genügend Kraft aufzubringen, um noch einen kurzen Bericht darüber zu schreiben. Ich werde mich allerdings kurz halten, da ich noch eine Rede für morgen vorbereite muss, und dies nicht um 1.00 Uhr morgens tun möchte. 

Der Tag ging heute morgen ruhig los. Ich bin zwar total schweißgebadet vor Aufregung 2 Stunden zu früh aufgewacht, dennoch kam ich einigermaßen in den Tag. Nach einem Frühstück ging es mit dem von Anzugträgern überfüllten Bus in Richtung Kieler Landtag. Nach 10 Minuten Busfahrt folgten 20 Minuten warten auf den Beginn der Vorstellung. Es wurden vor den Räumen alle Regionalen und viele überregionale Zeitungen angeboten. So habe ich mich gut mit der Frankfurter Allgemeinen, der Süddeutschen und der Zeit eingedeckt, um mögliche Langeweile entgegenzuwirken. Wir wurden dann herzlich von der Pressesprecherin des Schleswig-Holsteinischen Landtags begrüßt. Außerdem hat der Generalsekretär eine weitere Rede gehalten. Nach einem Foto ging es kurz darauf in die Gremien. Ich war in dem Gremium "Wirtschaft und Soziales" (kurz WiSo). Als Guinea Bissau, also sehr armes Land konnte man vieles dazu sagen und seine Meinung (bzw. die Meinung des Landes) gut einbringen. So ziemlich der ganze Tag bestand darin in den Gremien zu diskutieren, zu essen und weiter zu diskutieren.

Es ging los mit der Feststellung des Quorums (ob alle Staaten anwesend waren). Daraufhin wurde die Debatte mit mehreren Reden zum Thema eröffnet. Nach ca. 1 Stunde purem Reden zuhören und teilweises Nachfragen, ging es in eine Lobbyingphase von 30 Minuten. Diese war wichtig, um Resolutionsentwürfe zu besprechen. Nach einer kurzen Kaffeepause folgte eine weitere kurze Rede des Generalsekretärs. Dieser vertrat die Meinung, dass alles nur menschliches Versagen sei. Es folgte eine weitere Lobbyingphase von 20 Minuten. Daraufhin wurden die ersten Resolutionsvorschläge eingereicht. Am ende der Lobbyingphase lagen dem Vorstand 3 Resulotionsvorschäge vor. Der erste (ca. 3-4 Seiten lang) hatte nur sieben Unterstützer , der zweite (ca. 2 Seiten) 22 (eingereicht von Deutschland und Rumänien), und der dritte (ca. 1.5 Seiten) 23 (eingereicht von China und Russland). Also wurde der dritte zuerst behandelt. Vorher ging es jedoch in die Mittagspause. Danach folgte ein weiterer Block, in dem ca. 2 stunden über einen Vertrag verhandelt wurde, dem (wie sich herausstellte) nur ca. 30% zustimmten. Die 23 Unterstützerstaaten waren die einzigen, die diesen Entwurf mochten. Alle anderen (ca. 60%) wollten eher den 2. Entwurf. Das lag hauptsächlich an der Überzahl der Entwicklungsländer. Da aber der Entwurf von Russland und China mehr Unterschriften hatte, wurde dieser Vorgezogen. Es wurde zwar versucht die Debatte vorzeitig zu beenden, doch dabei bedarf es einer 2/3 Mehrheit. Dazu fehlte es dann an einer Stimme. Also wurde 2 Stunden lang über jeden der 6 Punkte der Resolution geredet und diskutiert, obwohl jeder wusste, dass die einfache Mehrheit (50%) am Ende ehe nicht erreicht werden wird. Doch zwischendurch kamen immer wieder Länder mit Anträgen die den Verlauf und den schnellen Abschluss störten durch. Es wurden Gastreden gehalten, und viele Lobbyingphasen durchgeführt. Nun, am ende, als der ganze Resolutionsentwurf dann, wie erwartet abgelehnt worden war, ging es in die Kaffee und Kuchen Pause.  Nach der Pause folgte ein weiterer 2.5 stündiger Sitzungsblock. Dort fingen wir dann endlich an richtig und konstruktiv uns über den zweiten Resolutionsentwurf von Deutschland zu unterhalten. Dennoch sind wir am Ende nicht sehr weit gekommen. Als es dann nach 2 Stunden zum Abendessen ging, hatten wir grade den 2. operativen Absatz besprochen, da über jeden Absatz etwa 3 bis 5 Änderungsanträge vorlagen. Nach dem Abendessen gab es noch große Diskusion über das erneute heranziehen eines Gastredners. Es wurde weiterhin intensiv über die Eigenkapitalquote der Banken geredet.

Um 19.30 gab es dann mit allen Abgeordneten ein Treffen, um die Nachrichten zu schauen. Dort wurden kurz Bilder aus den Gremien gezeigt und deren Themen erläutert. Außerdem wurden neue (erfundene) Nachrichten eingefügt, wie zum Beispiel ein Flugzeugabsturz, der nun im Sicherheitsrat für eine weitere Debatte sorgen wird.  

Als Abschluss des Tages gab es Reden von verschiedenen Persönlichkeiten über die Wirtschaftskrise, die UN, Botschafter (etc). Ich habe den der Finanz und Wirtschaftskrise besucht, da er zu meinem Thema passte. Ich war sehr erfreut über die Rede, sie war gut vorbereitet und einfach erklärt, dennoch wusste ich und viele andere schon vieles über Keynes und deren Thesen. Also habe ich in den ersten 20 Minuten in den er Grundlagen geklärt hat nicht viel gelernt. Doch danach hat er gute Schlüsse gezogen und deutlich alles erklärt.

Am Ende des Tages ging es durch den nun einsetzenden Regen zum überfüllten Bus, mit dem zum Bahnhof und dann im Regen 1 km zum Hotel. Völlig durchnässt und angestrengt von dem Tag muss ich nun noch eine Rede zu dem Thema "Eigenkapitalsquote" schreiben. 

Wenn ich so auf den Tag zurückblicke merke ich, dass es extrem wichtig ist genau zu wissen, was man sagt und wofür man stimmt, da man auf dem Internationalem Parkett viel mehr Möglichkeiten hat beliebt, aber auch gehasst zu sein. Jede Überlegung und jedes Wort, jede Rede und jeder Wortbeitrag kann die Meinung eines ganze Staates verändern. Aber ich kann sagen, dass der Tag mir sehr viel Spaß gemacht hat und ich mich schon auf den morgigen freue, diesmal aber nicht mehr so aufgeregt bin. 

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