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Übersicht der Beiträge

15:18, 14.01.2010

Übersicht über die Beiträge zu diesem Blog:

 

Allgemeines:

Blogeröffnung und Vorstellrunde  

Tag 6: Vienna night run   

Tag 9: Monthly Meeting  

Tag 10: Abendessen  

Tag 13: Es funktioniert!  

Tag 14: Michael Pürmayr, OCC  

Tag 15: OCC 2  

Fazit aus zeitlicher Ferne

 

Studium:

Tag 1: Der erste Tag  

Tag 2: Angemeldet und Registriert  

Tag 3: Endlich Wochenende

Tag 5: 1. Vorlesung  

Zitate aus den ersten Wochen an der Universität  

Über das Anmelden an der Uni  

Aufschieberitis

Überlebenstipps für die Massenuni  

Tag 19: Kampf um die Grünschnäbel  

Tag 20: Ich habe was gewusst!  

Tag 21: meine erste Note  

 

 

Subway life:

Tag 7: Subway life part 1

Tag 8: Subway life Part 2  

Tag 16: Subway life part 3  

Tag 18: Subway life - part 4  

 

Studentenproteste:

Tag 22: Es wird protestiert  

Tag 23: Proteste weiten sich aus, chaos regiert  

Tag 24: Einsicht macht sich breit  

Tag 29: Proteste - Zwischenbilanz 

 

 

 

Fazit aus zeitlicher Ferne

13:33, 14.01.2010

Ein Fazit aus zeitlicher Ferne, genau genommen aus einer Entfernung von fast 3 Monaten zu ziehen ist natürlich leicht. Man hat die nötige Distanz zu den damaligen Ereignissen und weiß schon, wohin sie führen werden.

Wohin haben mich diese Monate geführt?

Nun, ich habe mein Leben in dieser Zeit - so kann ich durchaus behaupten - sehr genossen. Natürlich war immer etwas zu tun und langweilig war mir auch nicht, aber es war eine aufregende und prägende Zeit, welche mich stark verändert hat. Ich sehe jetzt viele Dinge viel entspannter, habe neue Schwerpunkte gesetzt und in einigen Punkten meine Einstellung zu verschiedenen Dingen überdacht (oder überdenken müssen). 
Das Resultat: Ich werde mein Studium der Politikwissenschaften wohl nicht weiter führen. Es hat mich viel gelehrt, letztendlich konnte es mich aber nicht genügend fesseln. Ich werde daher in meine ursprüngliche Wahl für ein Zweitstudium, die Informatik, wechseln. 

Die Studentenproteste sind für mich Vergangenheit. Ja, sie existieren noch irgendwo und irgendwo werden auch noch Räume besetzt, aber schon vor der Räumung des Audimax war die gedankliche Abkoppelung erfolgt: Die Bewegung war nicht (mehr) konstruktiv. Die Angebote der Unileitung, welche ich als sehr gut empfand, wurden abgelehnt, man versteifte sich auf "eroberte Räume" usw. 

Jedenfalls war da für mich immer weniger, womit ich mich identifizieren konnte (die Ziele unterstütze ich weiterhin, aber der Weg dahin erscheint mir nicht mehr richtig so). 

Soweit der Rückblick auf mein erstes Semester als Student. Ich bin mir sicher, es werden noch viele Halbjahre folgen und spannende Dinge passieren. Wer diese Entwicklungen weiter verfolgen möchte, findet mich auf Facebook unter www.facebook.com/puermayr.

 

Tag 29: Proteste - Zwischenbilanz

21:01, 29.10.2009

Die Proteste an der Uni Wien (ich habe darüber schon 2 Posts hier geschrieben) sind noch immer nicht aus. Der letzte Post ist schon einige Tage her und hatte eher einen resigniert-enttäuschten Einschlag. 

Dafür wird dieser hier umso positiver: Die Bewegung hat sich wirklich gewandelt! Das Plenum ist wirklich demokratisch geworden, die Moderation professionell (mit Dolmetschern und Gebärdensprach-Übersetzern) und die Demos super.

Mittlerweile sind auch in Deutschland Vorbereitungen für eine großflächige Beteiligung im Gange und in mehr oder weniger ganz ´Österreich wächst die Unterstützung. 

Ich bin zuversichtlich, dass der Protest noch mindestens bis Dezember durchhält und letztendlich viel viel Positives bewirken wird (und wenn es nur eine lebendige und lange andauernde, nicht verstummen wollende Bildungsdebatte ist!).

Meine Zeit als "Aktiver" in der Protestbewegung ist allerdings vorläufig gezählt. Nachdem ich in den ersten Tagen in der Arbeitsgruppe Presse und später in der Küche fleißig am Werk war, habe ich mich jetzt erstmal vorrangig meinem eigenen Studium und Couchsurfing sowie dem OCC zu widmen und werde den Protest vorrangig über Berichterstattung und Anwesenheit im Audi Max unterstützen.

 

Tag 24: Einsicht macht sich breit

09:26, 24.10.2009

Es ist Tag 24 meiner Studentenlaufbahn. Samstag. Habe mit erlaubt, einige Minuten (ok, waren eher 2 Stunden) sinnlos im Internet abzuhängen (wie die Jugend es ausdrückt). Bin dabei auf einen "Funtext" gestoßen und musste feststellen, dass er erschreckend viel Wahrheit enthält. Muss mein Leben stark überdenken.

 

 Tagebuch eines Studenten (1. Semester)

 
05:30 Der Quarz-Uhr-Timer mit Digitalanzeige gibt ein zaghaftes "Piep-Piep" von sich. Bevor sich dieses zu energischem Gezwitscher entwickelt, sofort ausgemacht, aus dem Bett gehuepft. Fuenf Kilometer Jogging um den Aasee, mit einem Besoffenen zusammengestossen, anschliessend eiskalt geduscht.

06:00 Beim Fruehstueck Wirtschaftsteil der Vortagszeitung repetiert und Keynes interpretiert. Danach kritischer Blick in den Spiegel, Outfit genehmigt.

07:00 Zur Uni gehetzt. H1 erreicht. Pech gehabt: erste Reihe schon besetzt. Niederschmetternd. Beschlossen, morgen doch noch eher aufzustehen.

07:30 Vorlesung, Mathe Kolberg. Keine Disziplin! Einige Kommilitonen lesen Sportteil der Zeitung oder gehen zu Boelling fruehstuecken. Alles mitgeschrieben. Fueller leer, aber ueber die Witzchen des Dozenten mitgelacht.

08:00 Vorlesung, Buchfuehrung Issel. Verdammt! Extra neongruenen Pulli angezogen und trotz eifrigem Fingerschnippens nicht drangekommen.

10:45 Naechste Vorlesung. Nachbar verlaesst mit Bemerkung "Sinnlose Veranstaltung" den Raum. Habe mich fuer ihn beim Prof entschuldigt.

12:00 Mensa Stammessen II. Nur unter groessten Schwierigkeiten weitergearbeitet, da in der Mensa zu laut.

12:45 In Fachschaft gewesen. Mathe Script immer noch nicht fertig. Wollte mich beim Vorgesetzten beschweren. Keinen Termin bekommen. Daran geht die Welt zugrunde.

13:00 Fuenf Leute aus meiner 0-Gruppe getroffen. Gleich fuer drei AG's zur Klausurvorbereitung verabredet.

13:30 Dreiviertelstunde im Copyshop gewesen und die Klausuren der letzten 10 Jahre mit Loesungen kopiert. Dann Tutorium: Aeltere Semester haben keine Ahnung.

15:30 In der Bibliothek mit den anderen gewesen. Durfte aber statt der dringend benoetigen 18 Buecher nur vier mitnehmen.

16:00 Proseminar. War gut vorbereitet. Hinterher den Assi ueber seine Irrtuemer aufgeklaert.

18:30 Anhand einschlaegiger Quellen die Promotionsbedingungen eingesehen und erste Kontakte geknuepft.

19:45 Abendessen. Verabredung im "Blauen Haus" abgesagt. Dafuer Vorlesungen der letzten paar Tage nachgearbeitet.

23:00 Videoaufzeichnung von WiSo" angesehen und im Bett noch das "Kapital" gelesen. Festgestellt, 18-Stunden-Tag zu kurz. Werde demnaechst die Nacht hinzunehmen.

 

 

Tag 23: Proteste weiten sich aus, chaos regiert

22:00, 23.10.2009

Heute haben sich die Proteste an der Uni Wien fortgesetzt.
Nach einer erneuten Versammlung der Heimgegangenen (wie mir) am Vormittag wurde am Nachmittag noch eine große Demonstration am Ring gemacht.

Von der Universität Graz wird eine weitere Hörsaal-Besetzungsaktion gemeldet. Auch die KU ist weiter besetzt.

Dennoch muss ich zumindest vorläufig für mich die große Enttäuschung eingestehen, welche sich angesichts des abendlichen Plenums (welches wenige hundert Meter von hier noch im Gange ist) bei mir eingestellt hat.

Die Gruppe, welche die Protestaktion bisher geführt hat, unterschätzte die widersprüchlichen Vorstellungen der Studenten stark und so steckte das Plenum in der letzten halben Stunde in tiefem Morast aus Debatten, ob man jetzt anarchistisch, kollektivistisch, autonom, links, radikal, revolutionär, neutral, sozialistisch, eine Mischung aus allem oder doch etwas ganz anderes ist. 

Außerdem: Warum muss eine Demo immer beinhalten: Vandalismus, Alkohol (als Hauptursache für den Vandalismus), extremen Konsum von Zigaretten.
Ich hoffe, die Organisatoren können diese Auswüchse wieder eindämmen....

Ich bin gespannt, ob sich die Aktion noch einmal fangen kann, gehe jetzt einmal essen und werde dann Wochenende machen.
 

Tag 22: Es wird protestiert

23:58, 22.10.2009

Heute war meine erste Uni-Demontration. Ich saß so im Hörsaal und half gerade meinem unwissenden Sitznachbarn beim Anmelden auf der eLearning-Plattform, als der Saal gestürmt wurde. Etwa 50 Studenten mit Plakaten besetzten den “Professoren-Bereich” (gibt es dafür einen bestimmten Ausdruck?).

Nach etwa 10 Minuten wurden uns dann auch endlich die Hintergründe erklärt. Ich hatte schon zuvor von der Besetzung der Kunstuni gehört und auch davon dass eine Besetzung des Audi Max zumindest in Planung war. Jetzt wurde es offiziell: Das Audi Max war besetzt (angeblich 900 Studenten) und wir wurden aufgefordert, auch dorthin zu gehen.

Daraufhin gab es eine Diskussion, welche bemerkenswert professionell und gegenüber widersprechenden Meinungen offen geführt wurde. Letztendlich verließen etwa 3/4 der Studenten den Hörsaal (vielleicht ein bisschen mehr), um ins Audi Max zu gehen.

Dort wurde hektisch an der Organisation gearbeitet. Es wurden Arbeitsgruppen für Presse, Forderungen und Co aus dem Boden gestampft, eine Essensorganisation angerissen, Diskussionen geführt, Musik gespielt.

Als dann die Polizei alles abzuriegeln begann, haben sich einige schnell noch geflüchtet. Insgesamt waren das aber klar unter 10%. Als ich um 17:45 das Audi Max verließ, war auch keine Polizei mehr vor Ort. Ich hörte, dass gerade Essen für eine “Volxküche” gekauft wurde.

Bemerkenswert an der Aktion finde ich vor allem:

–Der Aufruf, den Alkoholkonsum einzuschränken, welcher gleich am anfang gemacht wurde. Finde ich schön, dass die ganze Aktion nur nur ein Vorwand zur Party war/ist.
–Dass die Demonstrationsführung sich nicht einfach selbst legitimierte, sondern auf gleicher Ebene mit allen agierte.
–die schnelle Organisationsfähigkeit in AGs usw….

 

Tag 21: meine erste Note

14:44, 21.10.2009

Ich habe eine Note bekommen. Auf der Uni. An der Uni. Wie genau sagt man jetzt eigentlich?

Jedenfalls: Ich habe eine Note bekommen. Meine Erste an/auf der Uni. 

Es ist eine 2. Ich sollte zufrieden sein. 

Irgendwie bin ich es nicht.... war gestern so euphorisch, das scheint mir nicht gut zu tun: Ich werde schon perfektionistisch und streberhaft (wer mich kennt weis, dass diese beiden Eigenschaften meinem Charakter diametral widersprechen).

Ich nehme mir jetzt stark vor, mich morgen darüber zu freuen, heute scheint es einfach nicht zu funktionieren.

 

Tag 20: Ich habe was gewusst!

16:41, 20.10.2009

Fast ein Monat hat es gedauert, aber es ist geschehen: Die Vortragende stellte eine Frage, ich meldete mich (neben einem oder zwei Dutzend anderen von den 400 Studierenden im Saal) und wurde tatsächlich dran genommen UND ich habe es "erraten" (ok, die Frage war so blöd gestellt, die Antwort KONNTE nur "Wien" sein, aber trotzdem haben vor mit 6 Studenten völlig daneben gelegen).

Ich fühle mich heute glücklich, stressfrei, motiviert und zuversichtlich... mal sehen ob es so bleibt

 

Tag 19: Kampf um die Grünschnäbel

20:51, 19.10.2009

 

Wer auf die Uni kommt, wird an den ersten Tagen sehr zuvorkommend behandelt. Nicht nur von den sehr verständnisvollen und geduldig-ausdauernden Lektoren und Profs, sondern auch von einigen älteren Semestern.

Von Letzteren bekommt der Neuling sogar eine Unmenge an Informationsmaterial (ich habe nicht mal die Hälfte gelesen, es war einfach zu viel), sondern auch Äpfel, Kalender, Schreibblöcke, Kugelschreiber und und und....

Warum, wird sich da der Uninformierte wohl fragen! 

Einfache Antwort: Werbegeschenke. Diese älteren Mitstudenten sind nämlich alle Mitglieder entweder der AG oder der VSSTÖ, also der Studentenorganisationen der ÖVP bzw. SPÖ (von der GRAS, den Piraten und der LiLi habe ich nichts bekommen).

Das Beste ist, sich hier gaaaanz neutral zu verhalten: dann kriegt man die meisten Geschenke, weil die einen für unentschlossen halten. :-P

 

Tag 18: Subway life - part 4

12:04, 18.10.2009

Wer in Wien mit offenen Augen durch die U-Bahn geht, wird (momentan?) einen skurilen Kampf der Werbeplakate beobachten können. 

Die Konkurrenten:

Fundamentale Christen, welche Abtreibung als Sünde ansehen und den Schutz des "Lebens" plakatieren.

Abtreibungskliniken, Gynäkologen und Ärzte, welche offenbar U-Bahn-Nähe als wichtigstes Werbekriterium bei Abtreibungswilligen sehen.

Anbei eine Auswahl an Fotos von diesen Kampf-Plakaten (die hängen manchmal sogar nebeneinander!).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Überlebenstipps für die Massenuni

12:17, 17.10.2009

Dieser Artikel ist zwar auf deutsche Universitäten bezogen, lässt sich aber zu 90% auch auf Massenunis a la Uni Wien umlegen.

Quelle ist wieder mal Spiegel Online (Link).

 

 

Überlebenstipps für Studienanfänger


Erstes Semester, erste Panikwallungen - gerade die zehn größten deutschen Unis können neuen Studenten Furcht einflößen. Leicht geht man im Strom von Zehntausenden unter. Trotzdem sind die Mammuthochschulen beliebt. Und wer mit viel Energie startet, entflieht der Anonymität schnell.

41.782, 41.776, 36.108 - das sind nicht die Einwohnerzahlen einiger deutscher Kleinstädte. So viele Studenten gibt es nach Angaben des Statistischen Bundesamts an den drei größten Unis in Deutschland: Köln, München, Hamburg. Wer dort studieren möchte, darf den Durchblick nicht verlieren, und das ist für Erstsemester kein leichtes Unterfangen.


Ein Tag an der Universität in Köln, und schon weiß man, was es heißt, einer von vielen zu sein: In der anonymen Masse lässt sich nicht erkennen, wer wirklich hier studiert und wer nur so tut. Nirgendwo scheint es so einfach wie an einer Massenuni, mit dem Strom zu schwimmen. Aber ist das der Sinn eines Studiums? Nein, sagt Walburga Wolters, Leiterin der Studienberatung der Universität in Köln. Studieren bedeute auch, selbst aktiv zu werden.


"Selbst wenn die Betreuung an einer riesigen Hochschule nicht immer optimal ist: Es gibt genügend Ansprechpartner. Man muss nur wissen, wo sie zu finden sind", so Wolters. Wer unter Orientierungslosigkeit leide, sei oft zu passiv. Die Studienberatung könne solchen Studenten nur Hilfe zur Selbsthilfe anbieten: "Wir zeigen, wo es Informationen gibt und wie das System Uni aufgebaut ist." Studienanfänger bekommen so eine Reihe von Türen gezeigt - hindurchgehen müssen sie schon selber.

Netzwerke knüpfen, damit man nicht vereinsamt

Auch Bernd Nixdorff rät Studenten an großen Unis zu einer aktiven Einstellung. Gerade was die Dozenten angeht, seien Studenten oft zu zögerlich, meint der psychologische Berater der Universität Hamburg. "Professoren sind einfach ein wichtiger Baustein für das Studium. Da muss man die Betreuung auch mal selbst einfordern. Frechheit siegt!"

Das Mittagessen mit Kommilitonen sieht der Berater als Investition ins Studium. "Durch ein großes Netzwerk bekommt der Student viele wichtige Informationen. Außerdem verliert er das Gefühl, unter 40.000 Studenten zu vereinsamen." Im schlimmsten Fall könne sich dieses Gefühl auch zu psychologischen Problemen wie Prüfungsangst auswachsen. Ein Grund mehr, der Anonymität der Masse zu entkommen.

Die hält nicht jeder aus, sagt Christoph Heine vom Hochschul-Informationssystems (HIS) in Hannover. "Bei der Wahl der Hochschule sollte man sich auf keinen Fall vom Glanz der Großstadt blenden lassen. Man sollte genau prüfen, ob eine große Uni die richtige Wahl ist." Und scheint es auch nach der Anlaufphase nicht zu klappen, müsse der Student die Uni notfalls wechseln.

Spazierengehen, in der Ruhe vor dem Sturm

Doch auch wenn's bei der Betreuung hapert: Ist der Uni-Neuling in der Lage, auf andere Menschen zuzugehen, kann die Mammuthochschule auch eine Chance sein. "Das Lehrangebot ist vielfältiger, die Lehrenden sind oft renommierter", sagt Heine. Das Leben in Köln, München oder Hamburg erscheine vielen Studenten attraktiv. Und auch in überfüllten Seminaren lässt sich studieren. Wer sich engagiert in den Vorlesungen zeigt und eventuell als Hilfskraft aktiv wird, könne schnell einen persönlichen Kontakt zum Professor aufbauen.

Gegen Startschwierigkeiten im Uni-Dschungel lässt sich schon vorher einiges tun. "Als Erstsemester ist es sicher nicht schlecht, sich die Universität im Vorfeld einmal anzuschauen: einfach vor Semesterbeginn mal über den Campus laufen und die Ruhe vor dem Sturm genießen", rät Walburga Wolters - und bei allem mitmachen, was von der Orientierungswoche bis zu Vorbereitungskursen angeboten wird. "Es gibt da eine breite Palette an Veranstaltungen. Wer viele Leute kennenlernt, fühlt sich gleich wohler."

Wer gar keine Pausen einlegt, kann sich aber verzetteln. Dann wird der "Erlebnispark Uni zur Versuchung", warnt Bernd Nixdorff, "immer mehr Aktivitäten können auch dazu führen, dass einem schwindelig wird." Der rote Faden im Studium sollte nicht verloren gehen. Gerade Zeitmanagement ist etwas, das viele Studienanfänger erst lernen müssen.

Die Massenuni ist kein Monster

Nixdorff empfiehlt außerdem, Spaß und Freizeit nicht zu vergessen. "Hochschulsport, politisches Engagement, auch das schafft neue Netzwerke." Und darüber hinaus? "Fragen, fragen, fragen. Und nicht so tun, als wisse man schon alles" - also weg vom berüchtigten Uni-Bluff, wo alle sich mit einem wissenden Gesicht maskieren und ganz gelassen tun. Im Laufe des Semesters verteile sich die Masse ohnehin, so Wolters. "Und auch die Profs sind oft freundlicher, als der Student vielleicht denkt."

Die Massenuni ist also kein Monster, vor dem Studenten Angst haben müssen. Ein Lächeln genügt oft - und schon gibt es in der Mensa jemanden, der einem zeigt, wo das Tablett hin muss oder in welcher Cafeteria der Kakao am billigsten ist. Bei der schieren Menge an Menschen sind fast sicher ein paar Gleichgesinnte dabei.

Kontakte knüpfen kann Spaß machen. Und vielleicht ist unter all den neuen Kommilitonen sogar die große Liebe dabei. Experte Nixdorff weiß: "Die Uni ist der Heiratsmarkt schlechthin.


 

Tag 16: Subway life part 3

12:27, 16.10.2009

Heute ist wieder was in der U-Bahn passiert. Ich war auf dem Weg zu Kira, meiner Laufpartnerin. Als ich zur Station Margaretengürtel (meine Einstiegsstation) kam, wurde per Lautsprecher verlautbart: Die U4 hat ein technisches Problem und fährt deswegen unregelmäßig. 

Unregelmäßig hieß in diesem Fall zuerst einmal gar nicht. Auf Nachfrage erfuhr ich bei einem anderne Wartenden, dass die letzte Garnitur vor 13 Minuten gekommen war. Dies ist auf einer Strecke, die im Normalfall zu dieser Tageszeit alle 5 Minuten einen Zug fährt, eine ziemlich lange Wartezeit. Ich überlegte schon, ob ich nicht mit dem Bus schneller dran wäre, da fuhr die nächste Bahn ein. 

Rasch schätzte ich meinen Standort auf dem Bahnsteig ab und brachte mich dann durch zwei schnelle Schritte seitwärts in eine strategisch günstigere Position (also in eine Position, welche sich leicht seitlich der voraussichtlichen Stop-Position einer der Türen der U-Bahn befand). Die Bahn war "gesteckt voll". Das soll heißen: Als die Türen sich öffneten, fielen 3 Passagiere auf den Bahnsteig heraus. Ich hatte Glück: Bei meiner Tür wollten ganze 8 Leute wirklich aussteigen (was bedeutete, dass etwa 25 Menschen zuerst aus- und dann wieder einstiegen). Dadurch wurde auch "Platz" für mich. Als ich einstieg, war es noch relativ bequem. Ich meine, wir standen dicht an dicht, aber man konnte stehen, ohne jemanden zu berühren. Leider spornte mein Erfolg die Masse der strategisch weniger weitsichtigen Wartenden an und sie drängten jetzt ebenfalls herein. Das bewirkte, dass mein Hintermann von seinem Hintermann auf mich drauf gestoßen wurde. Ich versuchte, dies durch einen Viertelschritt nach vorne zu kompensieren und dies gelang auch. 
Leider wurde icfh in diesem Moment von links von einem 2-Meter-Wrestler angebodychecked und musste eine Achteldrehung nach Rechts machen, um nicht zu stolpern. Dadurch kan ich in etwa 20 cm Entfernung von einer blonden Endzwanzigerin zu stehen. In diesem Moment fuhr die Bahn ab, den letzten Passagieren wurden beinahe die Nasen abgezwickt und jeder versuchte, sich irgendwo festzuhalten. 
Es gab natürlich bei weitem nicht genügend Bügel und so hielten sich dann doch nur ein paar fest. Mir selbst kamen meine trainierten Balance-Fähigkeiten (siehe Subway life part 2) zugute. 
Leider konnte ich jetzt dank rund um mich nach oben gestreckter Arme so ziemlich gar nichts mehr bewegen (mein Kopf schaffte eine Vierteldrechung nach Rechts). Nun folgten 4 Minuten Indianerblicks mit der Blondine, welchen sie aber beim Karlsplatz plötzlich aufgab, um die U-Bahn zu verlassen. 

War sie einfach zu feige für den Indianerblick, oder musste sie wirklich aussteigen... wir werden es wohl nie erfahren.

Tag 15: OCC 2

07:28, 15.10.2009

Wie gestern schon angekündigt, möchte ich heute ein paar Gründe vorstellen, aus denen man Opera unterstützen sollte.

Wichtig: Ich will niemandem Firefox madig machen! Es geht hier nicht um andere Browser, sondern darum, warum Opera unterstützenswert ist! Vergleiche mit Firefox sind nur zum Erhalt einer Relationsangabe gedacht!

Also, warum ist Opera so toll?

--Opera läuft praktisch überall. Auch auf Windows 98, auf Windows 95, auf Linux, Unix, Solaris, Mac.... (Vergleich: Firefox läuft in der aktuellen Version nur mehr auf Windows-Versionen, die jünger sind als Windows 2000 (welches immerhin noch fast 1% aller Computer betreibt!)).
--Opera ist der älteste noch aktiv entwickelte Browser (seit 1995). 
--Abgesehen von Seamonkey (welches sich noch in einem so frühen Entwicklungsstadium befindet, dass in Sachen Komfort kein Vergleich möglich ist) ist Opera die einzige Websuite (Eine Websuite ist ein Programmpaket, welches unter anderem einen Browser enthält). 
--Opera ist reich an Funktionen Out-of-the-box: Mailclient, Torrent, Webserver, Musikspieler, Photo Sharing, Synchronisierung, Chat, Notizblock und vieles vieles mehr
--Durch die standardisierte Integration vieler Funktionen entfallen die beim Verwenden von Ad-Ons sehr häufig auftretenden Sicheheitslücken und vereinfacht sich die Konfiguration, weil sie aufeinander abgestimmt ist.
--Viele von euch haben schon Opera benutzt, ohne es zu wissen! Wer ist schon einmal mit einem Nintendo-Gerät online gegangen (DS, DSi, Wii etc)? Wenn ja, dann habt ihr wohl Opera benutzt!
Opera ist außerdem der am meisten verbreitete Browser für Mobiltelefone/Smartphones (mit Ausnahme des iPhones, wo Apple die Installation von Opera untersagte, aus Angst vor Konkurrenz für Safari).
--Opera ist gratis (außer die Version für Mobiltelefone, die kostet einmalig einige wenige US-Dollar).
--Opera hat die beste Implementierung von Webstandards. Nicht umsonst arbeitet der Erfinder von CSS für Opera ;-)

Dies sind nur einige wenige Gründe, warum ihr Opera einen Blick gönnen solltet. Sollte die Entwicklung sich fortsetzen, so könnte eine absolute Dominanz von Firefox bevorstehen und wie man an Internet Explorer sehen kann ist Dominanz der Weiterentwicklung nicht förderlich. Konkurrenz kann nicht schaden, und Opera hat in den letzten 13 Jahren bewiesen, dass er dazu fähig ist diese zu bieten.

Ich habe mich in den letzten Jahren intensiv mit Browsern beschäftigt. Insbesondere mit Opera und Seamonkey (Seamonkey basiert auf Firefox). 

 

 

Tag 14: Michael Pürmayr, OCC

10:48, 14.10.2009

Heute wurde ich offiziell als Mitglied der OCC (Opera Campus Crew) akzeptiert und eröffne damit die Opera Campus Crew Austria! Damit ist die OCC in mittlerweile 62 Ländern aktiv tätig.

In wenigen Wochen werde ich mein OCC-T-Shirt bekommen.... ich freue mich schon darauf!

Was ist die OCC, warum bin ich dabei und vor allem: Wie können meine mich vergötternden Leser es mir gleich tun?

Nun, die OCC ist eine Initiative des Norwegischen Browserherstellers Opera. Das Ziel der Initiative ist die Vernetzung von Studenten auf der ganzen Welt und ihre Unterstützung bei Aktivitäten, welche ein standardkonformes Internet, Benutzerfreiheit bei der Browserwahl, Vielfalt im Internet und Aufklärung über Opera und seine Funktionen zum Ziel haben.

Dafür bekommt man am Anfang ein Opera Campus Crew T-Shirt. Wenn man sich als aktives Mitglied erweist, stellt einem Opera auch ein Empfehlungsschreiben und eine Bestätigung für die geleistete "Arbeit" aus.
Weiters gibt es viele andere "Vorteile", wie Insiderinfos zur Entwicklung des Internets usw. 

Darüber, warum Opera so unterstützenswert ist, schreibe ich morgen noch etwas.

Heute aber möchte ich noch erwähnen, wie man Mitglied wird:

--Zuerst müsst ihr eine Bewerbung schreiben. Das Online-Formular findet ihr hier (auf "Apply now" klicken!): http://www.opera.com/company/education/campuscrew/

--jetzt gilt es geduldig zu sein. Die Prüfung der Bewerbung dauert im Normalfall 4-5 Tage. Ihr werdet dann ein E-Mail erhalten, in dem auf alle eure Fragen eingegangen wird (Opera nimmt keine Mitglieder auf, wenn nicht zuvor alle Fragen geklärt sind, die Bewerbung nicht sorgfältig ausgefüllt ist und erkennbar ist, dass der Bewerber/die Bewerberin auch wirklich vor hat, sich aktiv einzubringen).

--nach der (bei mir) sehr freundlichen Frage-Antwort-Phase, die gerne mal eine Woche dauern kann und gleich auch die Bereitschaft abtestet, ob der Bewerber auch täglich seine Mails checkt, wird man auf eine Seite verwiesen, wo man einen Account erstellen muss und dann auf einen "Apply for Membership"-Button klicken muss. Dann muss man nur noch freigeschaltet werden um Zugang zum internen Bereich zu erlangen.

 

Ihr seht also, die Opera Campus Crew ist keine Kindergartenkinder-Freizeitbeschäftigung (nichts gegen Kindergartenkinder, aber ihre Freizeit verbringen sie tendenziell unproduktiv *wink*), sondern eine zwar nicht unbedingt ernste, aber doch ernsthafte Angelegenheit, welche viel Spaß machen kann, Wissen einbringt und außerdem (falls man darauf Wert legt) einen tollen Beitrag zum Lebenslauf einbringt (wenn man denn in der IT-Branche, im Marketing oder in einem Ähnlichen Bereich arbeiten möchte, macht sich freiwilliges Engagement für IT-Themen immer gut! Vor allem, wenn es von einer großen, erfolgreichen und bekannten Firma unterstützt wird!).

 

 

Tag 13: Es funktioniert!

20:40, 13.10.2009

Mein leicht arrogantes Auftreten und demonstratives Desinteresse haben genau zu jenem Ziel gefüht, welches ich angepeilt hatte: Meine Mitstudenten wollen mit mir reden. 

Heute wurde ich im Hörsaal von 5 Leuten begrüßt, mein Sitznachbar wollte meine Handynummer und beim rausgehen ist mir eine Studentin nachgelaufen, um mich nach der letzten Vorlesung zu fragen. 

Aus diesen Ereignissen lassen sich folgende Erkenntnisse gewinnen bzw. Annahmen bestätigen:

--Arroganz macht interessant.
--Aufdringsliche Leute sind nicht beliebter als unaufdringliche Leute.
--Meine(! nicht eure!) Probleme lösen sich von selbst, aktiv werden kann auch Schaden anrichten!
--Studentinnen der Politikwissenschaft sehen einfach GUT aus (nicht, dass ich darauf Wert lege, aber es ist halt ein nebensächliches Plus, wenn die Gesprächspartnerin Ziel bewundernder Blicke ist *wink*)
 

Über das Anmelden an der Uni

08:53, 12.10.2009

Dies hier bezieht sich ausschließlich auf Massenuniversitäten wie Wien! Kleinere Unis wie Salzburg oder Linz oder Innsbruck oder sonstwo haben andere/weniger Probeme. 

  • Es ist völlig egal, wann ihr an der Uni inskribiert, außer, euer Studienfach hat eine Aufnahmeprüfung oder Zugangsbeschränkungen! Auch im Oktober ist es noch früh genug! Lasst euch also damit im Sommer nicht stressen! (außer ihr wollt in Deutschland oder einem anderen Land studieren, dann müsst ihr meist sehr viel früher dran sein)
  • Besucht alle Informationsveranstaltungen der Universität, der Studienvertretung, der Fakultät, des Instituts uswusf. 
  • Besucht mindestens zwei Studienstart-Partys. Sie müssen nicht unbedingt aus eurem Studienzweig sein, aber ihr lernt dort auf jeden Fall Leute kennen, die euch dann vielleicht auch bei ein paar organisatorischen Fragen helfen können.
  • Beschäftigt euch mit der Uni-Homepage! Sie ist der Schlüssel zum Studium! Nutzt alle ihre Funktionen.
  • Geht zu Erstsemestrigentutorien und schließt euch einer Gruppe von Studenten in eurem Studienzweig an. Gemeinsam kommt man einfach schneller und weiter und schneller weiter.

Ihr seht, "it's all about communication". Ihr müsst am Anfang des Studiums unbedingt versuchen, euch ein soziales Umfeld im Studentenkreis zu schaffen... dazu gibts aber irgendwann mal einen eigenen Post. ;-)

 

Zitate aus den ersten Wochen an der Universität

13:49, 11.10.2009

Im Folgenden nun eine ständig editierte Liste von humoristischen Glanzstücken aus meinem ersten Monat an der Universität Wien:

Student beschwert sich über die Anmeldungsprobleme für das Proseminar. Ein anderer Student ruft ihm durch den ganzen Hörsaal zu: "Hört endlich auf euch zu beschweren und organisert euch!" Woraufhin ein anderer Student ruft: "Ich stelle Feuerzeuge! Wer hat Benzin und Glasflaschen?"

Professor: "Ich möchte eigentlich nichts inhaltliches mehr sagen." (also für den Rest der Vorlesung gibt es eine sinnfreie Rede über 1,5 h?

Professor: "Ihr müsst jetzt keine Angst haben, das sieht jetzt nur mal so viel aus [liest für ein paar Sekunden einen Zettel] und genau genommen ist es das auch."

Frage eines Studenten: "Was kann ich eigentlich nach meinem Bachelor in PoWi machen?"
Professor: "Taxifahrer werden."

 Professor auf die Frage eines Studenten: "Also eigentlich sollte ich das wissen, aber der, der mir das sagen sollte, existiert dank Kürzungspolitik nicht und so stehe ich mit der angesprochenen Stelle nur in losen, also eigentlich in gar keinem Kontakt.... kurz: ich habe keine Ahnung wovon Sie sprechen!" 

 

 

Tag 10: Abendessen

14:50, 10.10.2009

Am Tag nach dem Monthly Meeting (siehe Post von Gestern) habe ich einige Leute zum Abendessen eingeladen. 

Thomas habe ich am Meeting selbst aufgegabelt, Thi hat mich auf Facebook gefunden und Kira... nun, wer Kira ist, wissen die meisten Leser (ansonsten suche man hier nach einem Post über den Vienna Night Run!). Und ja, ich pflege FB-Freunde auch RL zu treffen, wenn es mir möglich ist!

Ich kochte für meine Gäste Hühnerschnitzel à la Normandie, Reis und Kartoffelkroketten und servierte zum Nachtisch einen Obstsalat.

Danach musste Kira leider wieder zurück in ihre Wohnung, da sie einen Couchsurfer beherbergte. Thi, Thomas und ich gingen noch ins Alcazar (Cocktailbar! Und zwar eine große und gute!).

2 Tage interessante Gespräche.... mein Kopf quillt über von Informationen... Der Sonntag ist Denkpause!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Thomas und Thi, Rolltreppe am Karlsplatz

 

Tag 9: Monthly Meeting

08:50, 10.10.2009

Heute war "Monthly Meeting" der Couchsurfer in Wien. Bei einem sehr guten Essen habe ich mit vielen unbekannten und bekannten CSern gesprochen. Tolle Gelegenheit, mein Englisch zu trainieren, boten die Amerikaner und Australier. Aber auch viele andere Länder wie Spanien, afrikanische Länder usw waren vertreten. 
 

 

 

 

 

 

Insgesamt waren mehr als 100 Leute anwesend!
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine der CSerinnen, mit der ich mich unterhalten habe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Saal war ziemlich voll!

 

Tag 8: Subway life Part 2

23:23, 8.10.2009

Wie ich gestern schon erzählte, sind Menschen in der U-Bahn nicht menschlich. Sie sind zombiehaft, roboterhaft, statuen-ähnlich... aber immer das Gegenteil von lebendig. Zumindest an der Oberfläche. Unter der schützenden Maske der grantig-unzufriedenen Miene und der abweisenden Körperhaltung stecken nämlich noch immer ganz nette Leute (in den meisten Fällen, zumindest).

Diese hervorzulocken, kann bei langweiligen U-Bahn-Fahrten die Zeit verkürzen. 

Anbei also ein paar U-Bahn-Spiele mit und ohne Einbeziehung der Mitreisenden:

---Der Trick mit der klassischen Musik: Er eignet sich besonders gegenüber anderen Jugendlichen. Man nehme einen handelsüblichen mp3-player bzw. ein Handy mit ebensolcher Funktion (Bedingung ist ein eingebauter Lautsprecher!) und nehme es nach dem Einstieg in die U-Bahn demonstrativ heraus. man drücke deutlich sichtbar auf dem Display herum, als würde man einen Song "einstellen". Dann, nach dem "finden", beginne man heftig mit dem Kopf in einem imaginären takt zu wackeln.... naja... so als würde man sich zu Rockmusik bewegen. Wahlweise kann man dazu auch noch die Hände und Füße leicht bewegen (es soll nicht in tanzen ausarten, aber dennoch die Aufmerksamkeit des jugendlichen Gegenübers wecken). Kurz vor der eigenen Ausstiegsstation nehme man die Kopfhörer ab, ziehe den Stecker aus dem Abspielgerät (die Musik ertöhnt jetzt aus dem Lautsprecher) und lasse das gehörte Musikstück "unabsichtlicherweise" kurz die Bahn beschallen. Es ist natürlich kein Rocksong, sondern ein klassisches Klavierstück. Die Verwirrung darüber, wie man zu solcher Musik derartig enthusiastisch sich bewegen kann, wird beim "Opfer" verbleiben, während man die U-Bahn verlässt.

---Stalking-Simulation (aka Agent spielen): Man suche sich schon in der U-Bahn ein Opfer, welches möglicherweise an der selben Station wie man selbst aussteigen möchte (Jugendliche im Studenten-Look steigen meistens bei der Uni aus ;-) ) und stelle sich schon in der Bahn in die Nähe (aber nicht zu nah) an die Zielperson. Nach dem Aussteigen folge man ihren Schritten so lange, wie die Zielperson auch jene Richtung einschlägt, die man selbst gehen möchte. Trotz des Gedränges auf dem Bahnsteig bemerken die "Opfer" erschreckend oft, dass man ihnen folgt oder haben zumindest "so eine Ahnung".
Umso genialer der verwirrte Blick, wenn man dann plötzlich abbiegt und ganz woanders hingeht.

--Balance-Akt: Dieses Spielchen ist nur in eher leeren U-Bahnen zu empfehlen. Es besteht einfach im Ignorieren der Vorschrift, sich beim Fahren an einem Bügel oder einer Stange fest zu halten. 
Der Balance-Akt, welcher darauf folgt, kann das Gleichgewichtsgefühl durchaus trainieren und ist bei einiger Vorsicht auch nicht dazu geeignet, sich in übermäßige Verletzungsgefahr zu begeben. (Achtung: keine hochhackigen Schuhe!)

--Babel: Hierzu braucht es einen Freund, welcher eine obskure Sprache spricht wie klingonisch, elbisch, chinesisch oder ähnliches. Man beginnt mit ihm ein Gespräch in sehr formalem, perfekten Hochdeutsch und wechselt mitten drin plötzlich auf die andere Sprache. Entgegen allem Anschein hören die Mitfahrenden nämlich sehr wohl mit und sind dann meist sehr verwirrt, wie jemand mit derart perfektem Deutsch plötzlich in so einen unverständlichen Kauderwelsch wechseln kann. Vor allem Wiener fallen hier drauf rein.

Es gibt hier noch viele Beispiele, aber es ist spät und ich möchte für heute Schluss machen.... der Eintrag ist ohnehin schon überdurchschnittlich lang geworden.

Wichtig ist, dass ihr, wenn ihr eines der obrigen Spielchen spielt, immer viel Rücksicht auf euer Umfeld nehmt. Sie sind nicht dazu gedacht, bei jemandem Unbehagen zu erregen oder jemanden zu verärgern (verwirren ja, verärgern nein!). Auch beim Agenten-Spiel sind die meisten Zielpersonen, wie man durch einen Blick über die Schulter gut kontrollieren kann, meist mit einem Lächeln auf dem Gesicht zurück geblieben. Achja: Wenn jemand denkt: Da macht man sich doch lächerlich..... ja, das tut man. Manchmal, ein bisschen. Aber Wien ist eine Großstadt, niemand wird sich an dich erinnern und nach 10 Minuten haben dich 90% aller Leute vergessen. Nur das Lächeln, das bleibt manchmal länger....