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Tagebuch des Besuchs der Waisenhäuser in Mamallapuram, Tamil Nadu, Indien

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Hallo, ich habe die ersten Bilder aus dem Waisenhaus 'Sinai Home' jetzt auf die Vereinswebseite gestellt.

Wer weiterhin Lust auf Berichte aus einem indischen Waisenhaus sowie einem Krankenhaus hat, dem empfehle ich die spannenden Blogs von Fritzi und Tine: www.free-blog.in/woderpfefferwaechst

Letzter Logbucheintrag aus Mamallapuram

Noch wenige Stunden bis es losgeht zum Flughafen nach Chennai. Der Montag war von organisatorischen Dingen bestimmt: am Morgen stand ich frueh auf und absolvierte das touristische Programm von Mamallapuram im Schnelldurchgang: das Felsenrelief, den Strandtempel und die 5 Rathas [siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Mamallapuram]. Die Eintrittspreise fuer Tourisen haben ziemlich angezogen, vor 8 Jahren haben wir noch 5 Rupees gezahlt, jetzt kostet der Eintritt fuer Touristen 250 Rupees (ca. 5 Euro), fuer Einheimische 10 Rupees. Zurueck im Waisenhaus wartete bereits Pastor John auf mich, um mit mir zum Direktor einer privaten, katholischen Schule zu gehen. Es geht um die Einschulung von Devenderen, einem 4jaehrigen Jungen, der in die Pre-Kindergarden Gruppe gehen soll, um an dieser rein englischsprachigen Schule spaeter die bestmoegliche Schullaufbahn zu machen zu können.

Das Problem ist, dass es keine Geburtsurkunde fuer ihn gibt und seine Mutter aus einem 600 KM entfernten Dorf kommt. Es ist also unglaublich aufwaendig und teuer, jetzt von dort eine Geburtsurkunde zu erlangen, die fuer den Schulbesuch unabdingbar ist. Der Direktor fuehrte uns noch durch die Schule und zeigte uns den Neubau, fuer den er auch Unterstuetzung benoetigt. Die Schule hat ueber 600 Kinder und startet mit 3 Kindergartenjahrgaengen bis zur 10. Klasse. Die Kinder haben anschliessend die besten Chancen fuer die Zukunft, momentan sind 6 Kinder aus dem Waisenhaus auf der Schule.

Devenderen, 4 Jahre

 

Kindergartenklasse in der St. Mary School, Mamallapuram

Am Nachmittag war ich noch einkaufen und am fruehen Abend gingen wir mit Pastor John Belege ueber seine Ausgaben durch, einer wichtigen Punkte fuer Monika. Um 20:00 Uhr trafen wir uns wieder mit Fritzi und Tina und gingen in ein Dachrestaurant eines Hotels essen. Endlich kam ich nach den zahlreichen Biryani, Curry und Dal Gerichten mal zu einem guten Malai Kofta ... Die beiden berichteten von einem kleinen Waisenhaus in Chengalpattu (40 Km entfernt), welches sich fuer ein Praktikum vielversprechend anhoerte.

Currygerichte zum Fruehstueck, staendiges Gehupe und Ausweichen vor Kuh-Hinterlassenschaften auf der Strasse, Mengen an Leuten, die praktisch draussen leben, Einkaufen in den vielen kleinen Shops, ueber 50 kleine und grosse Kinder, die einen fast immer anstrahlen, ich glaube, ich werde mich erst wieder daran gewoehnen muessen, das alles in Deutschland nicht vorzufinden. Dafuer freue ich mich schon sehr auf Claudia, Bennet und Linn und die Moskito-freie Jahreszeit in Deutschland.

Ich wuensche Monika und Susanne noch weitere gute Tage hier in Mamallapuram (bis zum Rueckflug am Ende dieser Woche) und Fritzi und Tina viel Erfolg bei der Suche nach guten Moeglichkeiten, hier zu helfen.

Nishanti hilft bei der Ausgabe der Idlis (eine Art flache Bällchen aus Reis- und Linsenmehl)

 

Vimala und Mageswari, zwei Schwestern im Sinai Childrens Home

1 week done - 2 days to go

Meine erste (und eigentlich einzige) Woche hier in Mamallapuram ist vorbei. Ich merke, dass ich mich in den letzten Tagen erst richtig eingelebt habe und habe das Gefuehl zur Children's Home Familie zu gehoeren. Langsam habe ich die Kinder auch besser kennengerlernt, ebenso die zum Teil schwierigen Namen. Aber langsam laeuft auch die Zeit aus, noch 2 Tage und es gibt noch einiges zu tun.

Drei Mädchen von der Strasse

Heute war ein Tag, der einerseits entspannt war - wir waren viel mit den Kindern zusammen - andererseits waren wir aber auch oefters unterwegs um noch letzte Besorgungen zu machen: Geld wechslen, das Eis fuer den Nachmittag organisieren, etwas Einkaufen ... Am Morgen kam Susanne aus Madras fuer einen Tag vorbei, Fritzi und Tina waren auch morgens da und gingen mit den Kindern in die Kirche. Am Nachmittag gab es dann fuer jeden einen kleinen Becher Eis und wir spielten noch mit den Kindern im Hof. Monika war in der Zeit mit Susanne beim anderen Waisenhaus am Meer. Morgen geht fuer die Kinder der Schulalltag wieder los, wir wollen wahrscheinlich mit in eine private Schule, es geht um die Einschulung eines kleinen Jungen (Devandran), dessen fehlende Geburtsurkunde momentan ein Problem sein koennte.

Der Innenhof des Sinai Homes for Orphans, Mamallapuram

 

Deelipan, 6 Jahre (mein Patenkind)

Typischer indischer Teekocher (sehr leckerer Tee)

Freitag & Samstag

Am Freitag bin ich um 5:45 Uhr aufgestanden um einmal den Morgen der Kinder mitzuerleben.  Nach dem Morgengebet und dem Zaehneputzen und Waschen werden noch Hausdienste gemacht und dann kommt ein Erzieherin zum Lernen bzw. Hausaufgaben machen. Ich bin in der Zeit zum Strand und zum anderen Waisenhaus gegangen, um dort noch einige Sachen fuer Monika zu regeln. Es soll noch ein Kuehlschrank angeschaft werden, sowie ein Naehmaschinenmotor fuer eine behinderte Frau aus der Nachbarschaft. Zurueck im Waisenhaus gab es dann erst Fruestueck und die Kinder gingen los in die Schule. Monika ging es zum Glueck wieder besser mit den Augen, die neuen Tropfen schienen zu helfen. Spaeter ging ich nochmals los, um (erfolglos) ein paar Kleinigkeiten zu erledigen, aber ein indischer Tee an der lokalen Haupteinkaufsstrasse ist immer einen kleinen Ausflug wert.

Ein privates 'Hospital' in Mamallapuram, allerdings nicht für Kühe

Monika begann am Nachmittag wieder Kinderkleidung auszubessern und Weihnachstkarten mit den Kindern vorzubereiten, waehrend ich den PC-Kurs fuer die 4 Jungs und auch fuer 4 Maedchen gab.

Die Mädchen meines Computer-Kurses

Die Maedchen scheinen mir etwas wissbegieriger zu sein, mit dem Mouse Doppelklick haben aber fast alle noch Probleme. Am Abend waren wir mit Tina & Fritzi in einem Touri-Restaurant lecker Fisch essen, die Abwechslung auf dem Teller und das Kingfisher Bier taten uns nach dem langen Tag gut.

Essensausgabe in der öffentlichen Grundschule

Am Samstag fuhr ich mit Pastor John, seiner Frau und Elisabeth, der praktischen Leiterin des Waisenhauses nach Chennai um groesse Dinge zu kaufen. Die Koechinnen wuenschten sich eine groessere Reismuehle sowie einen groesseren Reiskochtopf, um sich fuer die 60 Personen alles in mehrern Durchgaengen zubereiten zu muessen. Wir kauften ausserdem noch Pfannen und Ventilatoren fuer das Haus. Das Kaufhaus war beeindruckend, ueberall standen die Sachen vom Boden bis unter die Decke, es gab sicher Tausende von Toepfen.

Eine der Abteilungen für Küchenutensilien in einem Kaufhaus in Chennai (Madras)

Auf der Rueckfahrt setzte ein Monsumregen ein, den Nachmittag verbrachten wir wieder im Haus mit den Kindern und den Naeharbeiten bzw. Computerkurs (Word).

Jeevitha, 10 Jahre

Der Tag der Kinder im Sinai Home (Teil 2 - Nachmittag)

14:00 Uhr - Schule
16:15 Uhr - Rueckweg von der Schule

(die Kinder der öffentlichen Grundschule in ihrer Schulkleidung)


16:30 Uhr - Hausdienst oder Freizeit

17:00 Uhr - Nachmittags-Snack

17:30 Uhr - Hausaufgaben - gemeinsames Lernen

19:30 Uhr - Beten
19:50 Uhr - Abendessen


20:45 Uhr - Schlafenszeit

Der Jungenschlafraum, geschlafen wird auf Bastmatten,
mehrere Jungen teilen sich jeweils eine Decke.

Donnerstag

Die neuen Augentropfen fuer Monika haben leider noch nicht angeschlagen, so dass wir auch am Mittwoch nicht viel machen konnten. Am Morgen brachten wir noch die neue Waescheleine auf dem Dach an, jetzt haengen dort Leinen in Erwachsenen- und in Kinderhoehe. Anschliessen gingen wir Einkaufen und versuchten den Schneider, der normalerweise den Naehkurs gibt, zu finden. Leider war der kleine Laden im der Menge an Shops und Strassen nicht auffindbar. Wir kauften noch einige Kashmiri-Hemden fuer die Maerkte in Deutschland und gingen zurueck. Am Nachmittag luden wir alle zu Obstsalat ein, Tina und Rieke kamen vorbei und berichteten von dem Krankenhaus im Landesinnern, welches aber nicht die Grundvoraussetzungen fuer ein Praktikum bot. Ich setzte den Computerkurs mit den 4 Jungs fort und wir beschlossen den Tag mit einem Glas suessen, indischen Wein.

Pastor John (Gründer und Leider des Sinai Childrens Home) bei der Ausgabe des Fruit Salads ..

Fuer jedes Kind gibt es ca. 1 Kelle Obstsalat.

Der Tag der Kinder im Sinai Home (Teil 1 - Vormittag)

5:45 Uhr - Wecken & Morgengebet


6:00 Uhr - Saubermachen, Waeschewaschen, Morgentoilette


7:00 Uhr - Lernen/Hausaufgaben


8:20 Uhr - Frühstück

Auch zum Frühstück gibt es gewöhnlich Reis mit etwas Gemüse

9:00 Uhr - Schule oder Kindergarten

Die Kinder treten im Hof an, bevor sie sich gemeinsam auf den Schulweg machen

Monika mit den Schulkindern vor der öffentlichen Grundschule

12:45 Uhr - Mittagessen und -pause

Moskitos fressen mich auf ..

Die Moskitos scheinen sich schon die Laetzchen umzubinden, wenn ich komme um abends hier am Internet-PC zu sitzen. Aber die Kinder sind ganz lieb und haben mir eben gerade ein Moskito-Coil gebracht (eine Art spiralfoermige Rauecherkerze).

Heute konnten wir leider nicht viel machen, weil sich der Zustand von Monikas Augen verschlimmert hat. Ich habe am Morgen noch Fotos im anderen Waisenhaus gemacht und eine Stange fuer die Waescheleine gekauft und angebracht. Anschiessend sind mir mit den restlichen Kindersachen in das kleine Huettendorf des Hausmeister Ramu gefahren und haben es dort an die Frauen und Kinder verteilt.

Eine Frau mit ihrem Baby in dem kleinen Dorf vom Hausmeister Ramu

Wir haben dann ueberlegt, ob Monika besser noch mal zum Arzt geht, eine bessere Klinik ist aber ca. 40 km entfernt. Am Nachmittag kam dann der Pastor und wir baten ihn, uns dort hinzufahren. Es stellte sich dann dort raus, dass Monika auf eine verschriebene Salbe vom Montag allergisch reagiert hat, was den schlimmen Zustand erst herbei gefuehrt hat. Jetzt hoffen wir, das es schnell aufwaerts geht und wir auch wieder mehr machen koennen.

 

Antreten der Kinder zum Schulweg

 

Topfhaendler unterwegs ..

Abendessen (im Hof)

Dienstag

Monika war gestern noch bei einer lokalen Aerztin und hat Antibiotika verschrieben bekommen. Die Bindehautentzuendung geht hier momentan ueberall um. Leider haben die Mittel noch nicht angeschlagen, so dass Monika heute hauptsaechlich im Haus blieb. Ich organisierte nach dem Fruehstueck das Anbringen der Leitsten fuer die Zahnbuersten. Ramu, der Haus-und Wachmeister holte Werkzeuge und klopfte Loecher in die Aussenwaende. Ein weiterer Helfer und ein Junge drehten die Haken fuer die Handtuecher rein und nach einer Weile waren die beiden Leisten angebracht. Die 'Einweihnung' wird mit allen Kindern erst spaeter stattfinden.

Monika und ich gingen danach zunaechst in den Kindergarten um die Ecke. Er besteht eigentlich nur aus einer Art Steinveranda und einer aelteren Frau, die sie beaufsichtigt. Meistens muessen die Kinder an die Wand gelehnt sitzen. Spielzeuge, Buecher oder Stifte gibt es nicht. Wir brachten Kindersachen auch Deutschland mit, worueber sich alle sehr freuten. Nach und nach kamen auch Muetter mit Kindern aus der Nachbarschaft.

Der örtliche Kindergarten, es gibt keinen Raum, keine Spielsachen etc.

Danach gingen wir in das zweite, neuere Waisenhaus, welches Nandri Kinderhilfe unterstuetzt. Es liegt fast direkt am Meer gelegen, in der vom Tsunami betroffenen Gegend. Das Wasser stand damals ueber 1m im Erdgeschoss. Bihar, der Waisenhaus-Leiter hiess uns willkommen und wir besprachen organisatorische Punkte. Er zeigte und Haus und den von Nandri finanzierten Neubau, um die jetzt ueber 50 Kinder unterzubringen. In dem Waisenhaus geht es etwas lockerer zu, das Verhaeltnis zwischen den Kindern und dem Leiter scheint sehr gut zu sein.

Nach dem Mittagessen organisierte ich noch einen weitere Waescheleine fuer das Dach und erkundete noch etwas die Hauptstrasse von Mamallapuram, die stark vom Tourismus beherscht wird. Man muss nur einen Block wechseln und hat ganz andere Shops und ist fast nur unter Einheimischen.

Spaeter am Nachmittag machte ich noch Fotos von den Kindern im 2. Waisenhaus. Dort traf ich einen deutschen Anwalt aus Berlin, der im Zusammenhang mit Recherchen ueber das Adoptionsrecht  (der aktuelle Madonnafall) nach Indien gekommen ist. Er kam noch mit in das Sinai Waisenhaus um sich mit Monika zu unterhalten.

Die Aussenküche des Waisenhauses, es gibt gebackene Bananaen.

Montag

In der zweiten Nacht schlief ich gut und bin in der lokalen Zeit drin. Noch habe ich verpasst, was die Kinder morgens machen, ich sah sie nur noch in Reihen antreten und zur Schule ziehen. Nach dem Fruehstueck besprach ich mit Monika (die sich leider auch eine Bindehautentzuendung, welche bei den Kindern momentan rumgeht, eingehandelt hat) die Plan fuer den Tag. Wir wollen eine Leiste fuer die Zahnbuersten und die Handtuecher bauen und in der Naehe der Baeder anbringen. Ich zog los in das Ortszentrum und folgte der Strasse mit den kleinen Handwerksbetrieben bis ich einen kleinen Shop mit einem grossen elektrischen Hobel und jeder Menge alter Leisten und Holzreste fand. Dort konnte ich erst mal eine Ersatz-Holzleiste fuer ein Bett machen lassen. Dann musste ich noch etwas von Shop zu Shop laufen um schliesslich einen aehnlichen Laden fand, der auch eine elektrische Bohrmaschine hatte. Es ging los: Ein junger Mann und eine Junge (ca. 10) suchten eine grosse alte Leiste, hobelten diese mit der Maschine erst mal flacher und saegte die dann in 2 Haelften. Ich zeichnete noch die Loecher fuer die Bohrungen rein in dann ging es los mit einem etwas muehsamen Bohrer. Nebenan buegelte ein Mann auf einem Handwagen Hemden und andere Waesche. Das eiserne, schwere Buegeleisen wurde dazu mit gluehenden Kohlestuecken betankt ... Hinter dem Shop wusch sich eine Frau die Haare mit Regenwasser, welches mit Schirmen gesammelt wurde. Kaelber trotteten wieder gemuehtlich durch die Strasse.

Alle Ecken wurden noch abgeschraegt, das Ganze etwas geschmirgelt und fertig waren die Leisten. Bei einem Metallhaendler bekam ich noch Schrauben und Haken. Danach trank ich noch einen Chai (Tee) und machte mich auf den Rueckweg, wobei ich die Kinder traf, die von der Schule kamen.

Am Nachmittag war ich bei den Kindern draussen, bekam etwas von den gebackenen Bananen und machte noch Fotos. Als die groesseren dann von der Schule zurueckkamen, setzte ich mich mit 4 Jungs vor den 2. Computer und begann einen kleinen Kurs fuer die 12-14 jaehrigen, die noch nie mit dem PC gearbeitet haben.

Computer-Kurs mit den aelteren Jungs

Computer-Einführungskurs

Monika verteilte Fotos von einem Besuch von 2 Deutschen, die im Maerz hier waren. Die Kleinen waren begeistert, sich auf den Bildern zu sehen, ebenso wie sie sich gerne fotographieren lassen.

Morgen muessen wir vielleicht in ein Krankenhaus fahren, wenn die Bindehautentzuendung von Monika nicht besser wird, Ihre Augen sahen heute schon schlimm aus.

Angekommen (12.11.)

Gegen 9:00 Uhr waren wir beim Flughafen, beim Check-In mit 68 Kg schluckte die LH Mitarbeiterin etwas, aber es ging gut. Vor dem Gate ein lange Schlange, mit 90% Indern, die aus USA kamen und Frankfurt umstiegen. Im Jumba teilte ich mir 3 Sitzplaetze mit einem netten Mann aus Manchester, der mit einer Gruppe mit dem Fahrrad in Suedindien unterwegs sein wird. Mit etwas Verspaetung starteten wir, die ca 8,5 Std. gingen schnell um, ich habe mich beim Gate ausreichend mit Zeitungen versorgt und auch gut mit dem Mann aus Manchester unterhalten. Gegen 0:00 Uhr Ortszeit landetet die Maschine, die Immigration verlief problemlos, die drei Gepaeckstuecke kamen dafuer einzeln mit ca 15 Minuten Abstand auf das Gepaeckband. Draussen (ca. 1:30 Uhr) warteten schon jede Menge Leute, unter anderem Monika, ein Fahrer und ein aelterer Junge aus dem Waisenhaus. Ich war erstaunt, wie gut ausgebaut die Strasse suedlich nach Mamallapuram inzwischen war, das Auto musste eigentlich nur den vielen Kuhgruppen und gelegentlichen Strassensperren (zum Reduzieren der Geschwindigkeit) ausweichen. Gegen 2:30 kamen wir im Waisenhaus an, ich bekam eines der Gaestezimmer und konnte erst spaet einschlafen.

Heute morgen wurde ich gegen 9:00 Uhr wach, als erstes tauchten zwei junge Frauen aus Deutschland auf, die hier schon mal mehrere Monate waren und im Moment nach Indien gekommen sind, um bis April zu bleiben, etwas zu reisen, aber auch Projekte zu unterstuetzen. Die Kinder waren zum groessten Teil bereits auf dem Weg in den Gottesdienst, der 2,5 Std. dauerte. Nur 2 kleine Jungs durften wegen der Kleidung nicht mit und schienen sich darueber schelmisch zu freuen. Monika und ich bekamen Reisbaellchen, Dal, Toast und Ei zum Fruestueck, packten schon mal die Koffer mit der Kinderkleidung aus und gingen dann ins Zentrum um noch Geld zu tauschen. Ich war ueberrascht ueber die vielen kleinen Laeden, an die ich mich nicht mehr errinnern konnte - im Gegensatz zum Strand. Tourismuss, insbesondere Backpacker spielen weiterhin eine grosse Rolle hier, entsprechend sehen auch die Shops in der Strandnaehe aus. Auf dem Rueckweg trafen wir Susanne und assen erst einmal Mittag im Haus. Die Kinder (momentan um die 50 im Alter von ca. 3 Jahren bis 17) freuten sich alle ueber meinen Besuch, Pastor John war noch nicht da. Am Nachmittag verteilten wir dann die Kleider an die Kinder, ich machte von jedem ein paar Fotos. Susanne und ich gingen dann Kuchen holen, was auch ein typisch indische Aktions war, es dauert ewig, bis es losging mit dem Rausholen und Abzaehlen der Stuecke, dann musste der Preis neu berechnet werden etc. Draussen herrschte rege Betriebsamkeit in den vielen kleinen Shops. Kaelber streuten umher, Buss quetschten sich hupten durch die Strassen. Spaeter verteilte ich den Kuchen, Pastor John kam und wir besprachen, dass wir fuer die Zahnbuersten und Handtuecher Holzleisten morgen anbringen wollen. Susanne verabschiedete sich wieder, sie macht die naechste Woche den Yogakurs in Madras.

Verteilung von Kuchen

Temperaturen: ca. 28 Grad, hohe Luftfeuchtigkeit aber kein Regen.

Oberursel, 9. November

Noch zwei Tage bis zum Abflug nach Chennai (Madras), über 60 Kg Gepäck mit Kindersachen stehen bereit. Monika und Susanne sind seit dem 2. November in Indien und haben viel zu tun. Susanne hat mir ein paar Mal geschrieben, noch ein paar Sachen erwähnt, die ich mitbringen sollte. Sie selbst fährt morgen für einige Tage nach Chennai zurück. Ich bin noch etwas am Packen, hoffe, es klappt auch mit dem Über-Handgepäck.